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Die Inseln der Queen

Jersey, Guernsey und Sark vom 9. bis 16. September 2019



Wir haben mal wieder Lust auf eine kleine Reise, aber keine Lust eine zu planen. Da bietet sich die Leserreise unserer Lokalzeitung "Vorarlberger Nachrichten" zusammen mit dem St. Galler Tagblatt an: eine Woche Rundreise auf den Kanalinseln Jersey, Guernsey und Sark mit Direktflug ab Altenrhein. Der kleine internationale Flughafen liegt nur 40 Autominuten von uns entfernt am Schweizer Bodenseeufer und ein Parkplatz ist im Reisepreis auch enthalten. Da können wir nicht widerstehen und buchen.
Mit den Reiseunterlagen bekommen wir auch einen kleinen Reiseführer und da fällt uns auf, dass viele Orte und Namen französisch sind. Das liegt an der Geschichte und auch an der geographischen Lage, denn Frankreich ist näher als England und die englischen Könige waren schon im Mittelalter auch Herzöge der Normandie, sodass die Inseln auch heute noch der englischen Krone gehören. Viel intensiver befassen wir uns aber nicht mit der Geschichte der Inseln, sondern überlegen nur noch, mit welchem Wetter im September in der Bucht von Saint Maló zu rechnen und welche Kleidung empfehlenswert ist. Dann packen wir die Koffer und lassen uns überraschen, was auf uns wartet.

Hier noch kurz zusammengefasst unserer Tagesprogramm (ein Klick auf das Kartensymbol zeigt die genaue Route):

Die Kanalinseln in der Bucht von Saint Maló






    Besichtungsroute Tag 1  1. Tag:   Anreise nach Jersey und
                        Stadtspaziergang St. Helier
    Besichtungsroute Tag 2  2. Tag:   Guernsey
    Besichtungsroute Tag 3  3. Tag:   Jersey - Der Süden und Westen
    Besichtungsroute Tag 4  4. Tag:   Jersey - Der Norden
    Besichtungsroute Tag 5  5. Tag:   Jersey - Unterwegs im Osten
    Besichtungsroute Tag 6  6. Tag:   Sark
    Besichtungsroute Tag 7  7. Tag:   Jersey Zoo und Elizabeth Castle
           8. Tag:   Heimreise





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Mo 9.9. Es geht los!

Anflug auf Jersey Jersey Austern am Fischmarkt in St. Helier Nachdem unser Flug um 10:50 Uhr abheben soll und unsere Anreise nicht weit ist, beginnt der Tag sehr gemütlich. Allerdings begleitet uns heftiger Regen auf der Fahrt in die Schweiz. In Altenrhein angekommen nieselt es aber nur mehr und im kleinen Flughafengebäude ist genug Platz für die Passagiere, die auf den Flug nach Jersey warten. Nach Sicherheits-Check und Passkontrolle dürfen wir bald zur Embraer 170 der lokalen Fluggesellschaft "People's" gehen. Beim Start um 11:00 sind dann alle 76 Plätze besetzt.

Nach eineinhalb ereignislosen Stunden - ein wenig verkürzt durch Brötchen und Winzersekt - landen wir um 11:30 Ortszeit auf der größten der vier königlichen Inseln im Ärmelkanal. Das Gepäck ist bald da und wir machen uns auf die Suche nach unserem Reiseleiter. Ein Großteil der Passagiere (aber nicht alle) wird in zwei Gruppen aufgeteilt, wir sind bei Gruppe Rot, Gruppe Gelb kommt in einem anderen Hotel unter. Wir werden zu recht engen, blauen Bussen gebeten, mit denen wir vom Flughafen in Saint Peter in etwa 30 Minuten in die Inselhauptstadt St. Helier fahren. Dort beziehen wir im Hotel de France für diese Woche unser geräumiges Zimmer mit Balkon, von dem aus wir die stark wechselnden Stimmungen und Wetterlagen der Insel bestens beobachten können.

Besichtungsroute Tag 1  Im Garden View Restaurant des Hotels trifft man sich zum ersten Kennenlernen und einem Imbiss. Um 13:45 folgen wir dann Rolf, unserem deutschen Reiseleiter, auf einen Stadtspaziergang. Da es zu regnen begonnen hat, sind wir bewaffnet mit Käppi, Regenjacke und Schirm. Zuerst geht es an einem Einkaufszentrum vorbei zum Millenium-Park - der neuesten öffentlichen Grünfläche in St. Helier - und dann weiter zum Fischmarkt. Dort ist am Nachmittag nicht mehr viel los, aber ein Geschäft bietet noch Austern, Hummer und sonstiges Meeresgetier an. Altes Glasfenster in der Parish-Church in St. Helier

Detail der Gusseisenkonstruktion der Markthalle in St. Helier  mit dem Wappen von Jersey Dann gehen wir ein paar Schritte weiter zum Central Market, der hübschen Markthalle mit einem Brunnen im Zentrum. Dort ist in 30 Minuten wieder Treffpunkt für die Gruppe, die hier im Trockenen selbständig auf Entdeckung gehen darf. Wir schauen uns diverse Gemüse-, Blumen- und Lebensmittelstände an und besorgen in einem Papiergeschäft ein paar Briefmarken.
Der Spaziergang geht weiter zum Royal Square mit Parlament, Rathaus und oberstem Gericht. Wäre bestimmt ganz nett, aber bei dem Wetter...! Ums Eck liegt dann noch die St. Helier Parish-Church, die auf das 14. Jahrhundert zurückgehende Pfarrkirche des Ortes. Drinnen bekommen wir im Trockenen von Rolf einen historischen Vortrag, damit wir die Insel und das, was uns in den nächsten Tagen erwartet, besser verstehen können. Da es noch immer schüttet, gehen wir dann auf dem schnellsten Weg zurück zum Hotel, wo wir um 16:20 tropfnass eintreffen. Vereinbaren noch die Abfahrtszeit für morgen, dann werden wir entlassen.

Auf dem Zimmer breiten wir erst einmal unsere nassen Sachen zum Trocknen aus und begeben uns dann in die Loungebar für den Willkommensdrink. Die Gruppe besteht ungefähr zu gleichen Teilen aus Schweizern und Vorarlbergern und so verbringen wir die Zeit bis zum Abendessen munter plaudernd mit unseren Mitreisenden. Um 19:00 Uhr werden wir in die Orangerie gebeten, dort sind vier lange Tische für uns gedeckt und wir bekommen ein ausgezeichnetes Abendessen, viel besser als erwartet. Um halb zehn gehen wir aufs Zimmer, wenden die halbtrockene Wäsche und fallen todmüde ins Bett.

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Di 10.9. Ausflug nach Guernsey  Besichtungsroute Tag 2

Einfahrt in den Fährhafen von Guernsey Eingang zur Little Chapel Über Nacht sind unsere Sachen getrocknet und können verstaut werden. Wir sind um 7:00 im Frühstücksraum wo ein Mix aus französischer und englischer Frühstückskultur auf uns wartet: zartblätternde Croissants, Baguette und diverse Frühstücksstandards, aber auch Black Pudding (Blutwurst), Eier mit Speck und Baked Beans. So gestärkt sind wir um 8:00 Uhr beim Bus und warten auf Gruppenmitglieder, die erst noch ihren Ausweis im Zimmer holen müssen. Wir verlassen nämlich die unabhängige Vogtei Jersey und besuchen den "Nachbarstaat" Guernsey, ebenfalls unabhängig und ebenfalls direkt der britischen Krone unterstellt.

Der Bus bringt uns zum Fährhafen, dort sammelt Rolf unsere Pässe ein und besorgt damit unsere Bordkarten. Damit kommen wir durch die Sicherheitskontrolle und können bald auf die Autofähre nach Guernsey gehen. Legen recht pünktlich um 9:30 Uhr ab und schaukeln etwa eine Stunde durch die Bucht von St. Maló. Laufen an der Ostküste im Hafen von Saint Peter Port ein und haben dabei einen hübschen Blick auf das Castle Cornet, das die Hafeneinfahrt schützt. Wieder mit festem Boden unter den Füßen werden wir zügig in einen engen Bus verfrachtet und beginnen die Inselumrundung im Uhrzeigersinn. Der erste Halt ist im Süden über der Saint's Bay an der Steilküste, dort machen wir eine kleine "Klippenwanderung", hoch über einem kleinen Sandstrand mit schönen Ausblicken auf diverse Felsklippen. Nach etwa 30 Minuten Wandern sammelt uns der Bus in Icort wieder ein und wir fahren weiter durch enge Straßen, zwischen kleinen Häusern mit Gärten und Mauern und Hecken, bis wir zur kleinsten Kirche der Welt kommen, der Little Chapel.

Pembroke Beach am nördlichsten Punkt von Guernsey Diese kleine Kirche wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von römisch-katholischen Mönchen als Miniaturausgabe der Lourdesgrotte an einem Hang errichtet und ist über und über mit Muscheln, Keramikscherben und Kieselsteinen verziert. Nachdem wir uns auch das enge Innere angesehen haben, fahren wir weiter zum Fort Grey an der Westküste. Dort legen wir einen Verpflegungs- und Fotostopp ein. Es ist Ebbe und so bietet sich uns ein eher trauriges Bild: die kleinen Boote liegen verstreut in der Bucht auf trockenem Schlick und das Wasser ist so weit entfernt, dass man gar nicht glauben kann, dass hier zweimal am Tag das Meer fast bis zur Straße steigt.

Kiosk beim Hafenzugang Danach folgen wir der Küstenstraße nordwärts an unzähligen Buchten vorbei bis wir am nördlichsten Punkt der Insel beim Beach House am Pembroke Beach noch einmal einen Fotostopp einlegen. Danach geht es zurück nach St. Peter Port, dort steigen wir am Hügel über der Stadt aus und spazieren durch die Candie Gardens langsam abwärts. Unterwegs gibt es Denkmäler von Queen Victoria und Viktor Hugo (der hier im Exil lebte), schön angelegte Blumenbeete und malerische enge Straßen zu sehen. Die Stadtpfarrkirche von Guernsey

Am Ende der High Street besuchen wir noch die Town Church, die Stadtpfarrkirche aus dem 11. Jahrhundert mit schönem Chorgestühl und bunten Fenstern. Bis zur Abfahrt der Fähre haben wir nun 40 Minuten Freilauf, den wir zu einem Spaziergang am Hafen entlang verwenden. Dabei haben wir einen schönen Blick auf das Castle Cornet und die kleinen Hafenbecken mit Motorbooten und hübschen Segelbooten. Flanieren dann noch durch die Einkaufsstraße High Street und sind pünktlich um 15:30 Uhr beim Treffpunkt am Liberation Monument, kurz vor dem Hafengebäude. Im Abfahrtsterminal herrscht ziemliches Chaos und unsere Gruppe wird getrennt. Wir ergattern aber doch alle die Autofähre und belegen unsere Plätze. Unterwegs ersteht Werner im Duty-free-Shop ein paar lokale Spezialitäten und um 18:00 Uhr legen wir wieder in Jersey an. Nachdem wir vor der Abfahrt keinen Treffpunkt mehr ausmachen konnten dauert es etwas, bis der ganze Trupp wieder im Bus sitzt und zum Hotel zurückgefahren wird.

Wir haben nur wenig Zeit um uns für das Abendessen herzurichten, denn pünktlich um 19:00 Uhr wird in der Orangerie auch heute wieder ein sehr schmackhaftes dreigängiges Menü aufgetischt, ein französischer Wein rundet den Genuss ab.

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Mi 11.9. Kulinarische Entdeckungen und Kriegsrelikte  Besichtungsroute Tag 3

Die St. Matthew’s Church (genannt Glaskirche) von außen Deutsche Befestigungsanlage am Noirmont Point Heute geht es etwas geruhsamer los. Nach dem reichlichen Frühstück ist um 9:30 Uhr Abfahrt und wir beginnen die erste Besichtigungstour auf Jersey mit der Fahrt entlang der St. Aubin's Bay zu der als "Glaskirche" bekannten St. Matthew’s Church. Die von außen sehr schlicht gestaltete Kirche wird innen von Glaskunstwerken des französischen Künstlers René Lalique geschmückt. Auch wenn es ein Meisterwerk aus den 1930er-Jahren ist, so richtig gefallen will es uns nicht. Anschließend fahren wir die ganze Bucht aus und kommen so zum südlichsten Punkt Großbritanniens, zum Noirmont Point. Hier sind ein Wehrturm aus den napoleonischen Kriegen und deutsche Bunker und Befestigungen aus dem 2. Weltkrieg zu sehen. Der Blick von hier aus ist sehr beeindruckend, auch wenn der Himmel ziemlich bedeckt ist. Dann fahren wir weiter zur Brélade's Bay mit dem gleichnamigen Ort. Dort stehen malerisch an der Küste gelegen die alte Pfarrkirche St. Brélade mit Ursprüngen im 11. Jahrhundert und daneben die kleine Fishermen's Chapel, mindestens ebenso alt. Umgeben werden beide Gebäude von einem pittoresken Friedhof mit schiefen Grabsteinen und flechtenbewachsenen Steinkreuzen unter knorrigen Bäumen. Bestaunen zuerst im Inneren der Kapelle die Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert, danach in der Pfarrkirche die unverputzte gotische Decke und die Buntglasfenster.

Beeindruckendes Gemälde Maria Verkündigung aus dem 14. Jahrhundert in der Fishermen's Chapel Der Leuchtturm von La Corbière Danach geht es zurück in die St. Aubin's Bay ins Hotel "L'Horizon", wo uns eine Kochvorführung erwartet. Nach einem Aperitif wird uns anschaulich die Zubereitung des traditionellen Eintopfs "Beans Crock" erklärt und wir dürfen auch das nicht minder traditionelle Schmalzgebäck "Jersey wonder" mit Schokoladesauce verkosten. Anschließend gibt es Lunch mit dem bereits vorbereiteten, über Stunden fertig geschmurgelten Eintopf und den allgegenwärtigen Jersey Royal Kartoffeln, dazu Salate und danach kleine Desserts. Schade, dass ein üppiges Frühstück hinter und ein Abendmenü vor uns liegt!

Nach dieser angenehmen Pause geht es weiter westwärts und gegen 14:00 Uhr kommen wir zum Corbière Point mit Blick auf das Felsinselchen mit dem Leuchtturm von La Corbière. Nur bei Ebbe (so wie jetzt) ist er auf dem Landweg erreichbar. An der Küste erinnert ein Denkmal an das letzte größere Schiffsunglück 1995, das jedoch mit der Rettung aller 307 Passagiere glimpflich ausging. Nach einer halben Stunde fahren wir die St. Ouen's Bay an der Westküste entlang nordwärts. Machen Halt bei einem windigen Aussichtspunkt und ein Teil der Gruppe geht über den breiten Sandstrand vor bis zum Meer, der Rest lässt sich auf der Befestigungsmauer vom Wind zerzausen.

Alte deutsche Schiffsabwehrkanonen an der 'Battery Moltke' Zugang zum La Mare Weingut Dann überqueren wir die Straße und kommen zum St. Ouen's Pond in den Dünen mit Brackwassersee und Vogelreservat. Gehen auch zu einem Beobachtungsplatz und versuchen dort diverse Vögel auszumachen. Allzuviel ist nicht zu entdecken und so hält sich unsere Begeisterung in Grenzen. Bald geht es Weiter nordwärts, bis wir eine halbe Stunde später ganz im Westen der Insel wieder auf viel Wind und Bunker der deutschen Wehrmacht stoßen. Die Lage auf den Klippen ist beeindruckend, und man kann einige der Gänge der "Battery Moltke" auch betreten. Die fast menschenleere Landschaft wird durch diverse struppige Heidepflanzen in bunte Farben getaucht.

Der letzte Besichtigungspunkt des heutigen Tages ist das La Mare Weingut im Norden von Jersey. Bekommen dort eine interessante Führung durch die Produktionsanlage, wo neben je einem Weiß-, Rosé- und Rotwein auch Cider, Black Butter (ein Brotaufstrich auf Apfelbasis), Schokoladen und Butterfudge hergestellt werden. Die Verkostung der drei Weine bestätigt uns dann in unserer Meinung, dass die Kanalinseln nicht wirklich zum Weinanbau geeignet sind. Im Laden erstehen wir lieber Salzbutter-Karamell und ein Kochbuch.

Bei leichtem Tröpfeln geht es dann zurück zum Hotel, das wir kurz vor 18 Uhr erreichen. Der Tag klingt wieder mit dem gemeinsamen Abendessen und netten Gesprächen aus.

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Do 12.9. Unterwegs im Norden  Besichtungsroute Tag 4

Die Pfarrkirche von St. Aubin Alte Apfelpressanlage im Gutshof 'Hamptonne' Der Blick aus dem Fenster stimmt uns nicht froh - es regnet wieder einmal! Um 9:00 Uhr ist Abfahrt und wir fahren zuerst noch einmal der großen Bucht im Süden entlang bis zu einem Aussichtspunkt über die Saint Aubin's Bucht mit leider trüben Aussichten. Dann fahren wir zum Ort St. Aubin und schlendern über die Promenade bis vor zum kleinen Yachthafen, dabei bilden sich aber erfreulicherweise schon ein paar Lücken in der Wolkendecke. Die anschließende Busfahrt bringt uns ins Inselinnere.

Um 10:00 Uhr kommen wir beim Gutshof "Hamptonne" an. Dieses zum Jersey Heritage gehörende Ensemble ist ein lebendes Museum: hier wurden die Gebäude eines alten Gutshofes nach Möglichkeit in ihren ursprünglichen Zustand zurückgebaut und möbliert. So gibt es etwa ein Turmzimmer (mit zwei Frauen in alten Kleidern, die die Wollproduktion erklären und vorführen), eine gotische Schlafstube, sowie Wirtschaftsräume wie eine Pressanlage für die Ciderproduktion, Stallungen und einen Nutzgarten. Die Zeitspanne der Häuser reicht vom 15. Jahrhundert bis in die 1940er-Jahre, jedes Gebäude ist dabei einer eigenen Epoche gewidmet. Hahn und Hennen sind neben Jersey-Kälbern und Schweinen lebendes Inventar. Schließlich kommt sogar noch die Sonne heraus und die ganze Anlage wird dadurch noch malerischer und lädt richtig zum Verweilen ein. Erst um halb zwölf fahren wir weiter in den Norden, bis wir etwa eine halbe Stunde später an einer Bucht Mittagsrast machen und unentwegten Schwimmern bei ihrem Bad zuschauen - brrrrr!

Die Überreste des mittelalterlichen Grosnez Castle In der Parklandschaft der Domaine des Vaux Nach etwas mehr als einer Stunde fahren wir wieder ab, weiter in den Westen, bis wir auf der nordwestlichen Halbinsel zur Ruine des mittelalterlichen Grosnez Castle kommen. Es sind eigentlich nur mehr ein gotischer Bogen und ein paar Mauerreste übrig, aber die stehen beeindruckend über dem Meer auf einer Klippe, die auf drei Seiten steil ins tosende Meer abfällt. Es geht wieder zurück, der Nordküste entlang bis zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man sowohl bis Frankreich als auch zu den Inseln Guernsey, Sark und Herms sehen kann. Setzen dann unsere Fahrt ins Inselinnere fort. Die Straße ist eher ein Hohlweg zwischen hohen Hecken und Bäumen, und spätestens jetzt wissen wir, warum die Busse hier auf Jersey alle so schmal sind. Am Ende des Weges wartet ein privates Landgut - Domaine des Vaux - auf uns. Der Hausherr führt uns durch die üppige Parklandschaft, die er und seine Frau auf dem Grundstück angelegt haben. Spazieren dabei rund 30 Minuten durch Wald und Pflanzen, die die Landschaft das ganze Jahr über in verschiedene Farben tauchen, sei es durch Blüten oder farbiges Blattwerk. Zurück beim Haupthaus zeigt man uns auch noch den Gemüsegarten und das Gewächshaus, dann werden wir in den Rosengarten gebeten, wo bereits einige Tische für uns gedeckt sind. Hier werden wir nach britischer Manier mit "Cream Tea" bewirtet, also Tee und Scones (Milchbrötchen) mit Jersey Cream (eine Art Schlagsahne) und Erdbeermarmelade. Die Stimmung ist ausgezeichnet, wir sitzen in der Sonne, trinken Tee und plaudern. Erst kurz vor 17:00 Uhr treten wir die Rückfahrt nach St. Helier an. Das Abendessen um 19 Uhr ist auch heute wieder ein Genuss.

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Fr 13.9. Prähistorisches und Historisches im Osten  Besichtungsroute Tag 5

Morgendlicher grau in grauer Ausblick in die St. Clement's Bay Zugang zum megalithischen Ganggrab La Hougue Bie unter dem kapellengekrönten Steinhügel Es ist trüb draußen, aber (noch) nicht nass. Die Busfahrt ab 9:30 Uhr bringt uns zuerst ostwärts zu einem Aussichtsplatz in Le Hocq an der St. Clement's Bay: graue Felsen in grauem Wasser vor grauem Himmel, dazu Boote, die schief am Strand liegen - nicht wirklich berauschend und der Fernblick nach Frankreich entsprechend nicht vorhanden.

Daher fahren wir bald weiter ins Inselinnere nach La Hougue Bie, einem megalithischen Ganggrab aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend unter einem Steinhügel. Der Hügel wird von einer kleinen Kapelle gekrönt. Daneben steht ein kleines archäologisches Museum. Bekommen zuerst im Museum einen kleinen Film gezeigt, in dem uns die steinzeitliche Anlage erklärt wird, dann dürfen wir hineinkriechen. Der Zugang ist ein etwa 8 Meter langer niederer Tunnel, der auf die Tag-Nacht-Gleiche ausgerichtet ist, dahinter öffnet sich die mannshohe (Grab-)kammer, deren Wände und Decke aus riesigen unbehauenen Steinen gebildet sind. Wir finden diese Leistung beeindruckend, der Großteil der Gruppe, die sich die Kriecherei ebenfalls angetan hat, ist weniger begeistert.

Dann erklimmen wir noch den Hügel, um das kleine Kirchlein und die angebaute Jerusalem-Kapelle mit mittelalterlichen Fresken anzusehen. Am Fuß des Hügels finden wir dann noch ein rekonstruiertes Langhaus das zeigt, wie das Leben der keltischen Stämme im 9. Jahrhundert ausgesehen haben könnte. Im Museum schauen wir uns dann noch die diversen Ausgrabungsstücke von der Bronzezeit bis ins Mittelalter an, besonders natürlich auch Teile eines eine Tonne schweren Goldschatzes.

Das Ganggrab La Pouquelaye de Faldouët Origineller 4 Meter hoher Stammbaum im Mont Orgueil Castle Es nieselt und regnet immer wieder, trotzdem fahren wir zur angeblich schönsten Bucht Jerseys, der Bouley Bay, die wir zu Mittag erreichen. Wie zu erwarten, ist sie bei dem Wetter aber nicht so der Hit. Für die Mittagspause steuern wir den Ort Gorey Harbour an. Dort am Hafen hat uns Rolf im Restaurant des Dolphin Hotel die Spezialität Hummer nach Jersey Art vorbestellt. Etwa die Hälfte der Gruppe hat dieses Angebot angenommen und genießt den kalten Hummer mit kleinen Krabben, Salaten und Jersey Royal-Kartoffeln. Ungewohnt, aber gut. Das Wetter wird etwas besser und um halb zwei ist Abfahrt zum Hügel über Gorey. Dort spazieren wir zum Dolmen La Pouquelaye de Faldouët, der in den Feldern hinter einer kleinen Ansiedlung liegt und ein beeindruckendes Zeugnis prähistorischer Kulturen ist. Auch das war einmal ein Ganggrab, die meisten Decksteine und die sonstige Befestigung sind aber großteils verschwunden. Danach geht es wieder zurück nach Gorey und wir spazieren zum oberen Eingang des Mont Orgueil Castle. Diese alte Burg thront malerisch über dem Hafen und man kann über viele Stufen diese Anlage bis hinauf auf die Aussichtsplattform am Wehrturm erkunden. In den Innenräumen sind einzelne, auch moderne Kunstwerke ausgestellt, etwa ein Hologramm von Queen Elizabeth II und in einem Innenhof präsentiert ein Falkner seinen Schützling. Sind über eine Stunde unterwegs, bis wir alles gesehen haben, dann gehen wir durch eine kleine Pforte in der Burgmauer und einen Treppenweg hinunter zum Hafen von Gorey, wo wir schon zu Mittag waren, da allerdings noch mit Wasser im Hafenbecken. Mittlerweile ist sogar die Sonne herausgekommen und es wird richtig warm.

Ein Besichtigungspunkt fehlt uns noch und so besteigen wir wieder den Bus, um noch einmal nordwärts zu fahren. Ziel ist das einzige errichtete Bauwerk einer geplanten gezeitenunabhängigen Hafenanlage. Nur ein Pier mit dem Namen St Catherine's Breakwater ragt einige hundert Meter ins Meer hinaus. Hier werden wir wieder für Fotos entlassen und bekommen die Empfehlung, beim Eiskiosk das Jersey Cream Softeis zu probieren. Machen wir auch, aber es ist uns viel zu üppig und fad. Kurz nach 16:00 Uhr ist dann Abfahrt zurück zum Hotel, das wir 40 Minuten später erreichen. Da wir heute früher als sonst zurückkommen, haben wir noch Zeit das nahegelegene Einkaufszentrum Grand Marché zu besuchen. Kaufen Ingwerkekse (sollen gegen Seekrankheit helfen) und schauen uns das sonstige Angebot und die Preise an.

Auch heute ist wieder die ganze Gruppe beim Abendessen, es ist einfach zu gut, um in der Umgebung was Besseres zu suchen. Wir haben es dann wieder lustig und genehmigen uns anschließend in der Bar Gin Tonic in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

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Sa 14.9. Sark, Guernsey's kleine Schwester  Besichtungsroute Tag 6

Der Katamaran 'Victor Hugo' läuft im Hafen von Sark ein Blumentopfmännchen im Garten der Seigneurie Heute müssen wir wieder früher raus, damit wir vor der Abfahrt noch in Ruhe frühstücken können. Um 8:50 Uhr besteigen wir den Bus und fahren zum Hafen. Rolf teilt Ingwerkekse aus, die könnten wir vielleicht brauchen, meint er. Denn heute ist noch einmal eine Fährüberfahrt geplant, diesmal auf die kleine Insel Sark. Legen kurz nach zehn ab und der kleine Katamaran "Victor Hugo" schaukelt ziemlich über den Kanal zwischen den Inseln, obwohl das Wasser eigentlich ruhig wirkt. Nach einer Stunde tuckern wir langsam in den kleinen Naturhafen von Sark und sind froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Hinter dem Pier durchqueren wir den Fußgängertunnel, der zur Straße hinauf in den Hauptort führt. Autos gibt es hier keine, nur Traktoren (auch der Arzt fährt Traktor), Kutschen oder Fahrräder und auch die Straßen sind nicht asphaltiert. Die Tagesbesucher werden auf "Omnibus-Anhängern" den Hügel hinaufgebracht.
Oben auf dem Plateau trifft sich die Gruppe wieder und wir spazieren einfach einmal über eine der Schotterstraßen, die Rue de Fort, drauflos. Kommen bei größeren und kleineren Privathäusern mit hübschen Vorgärten vorbei und biegen am nördlichen Ende der Straße links ab. Gehen über die parallel verlaufende Rue de Seigneurie zurück und legen im Gastgarten des Sunflower Cafe in der Island Hall eine Mittagspause ein. Danach gehen wir ein paar Schritte zurück und besichtigen die Seigneurie, den Wohnsitz des Lehensherrn von Sark. Die Insel ist ja direkt der Krone unterstellt und immer noch ein Lehen der Königin. Der Seigneur hat noch immer viele Privilegien und mehr oder weniger das Sagen auf Sark. Auf jeden Fall hat er ein hübsches Anwesen mit einem Taubenturm (nur er hat das Recht dazu) und einen netten Garten, für den wir leider nur eine Viertelstunde Zeit haben.

Pferdekutschenfuhrwerk auf Sark Die speziell markierten Sitzplätze für Gefängnisinsassen in der Pfarrkirche von Sark Danach spazieren wir zur St. Peter's Church mit dem Wandteppich, der die wichtigsten Dinge der Sarkies abbildet und den mit den Wappen bestickten Kniekissen markierten Plätzen der honorigen Familien. Auch die Gefängnisinsassen haben ein Recht auf eine Kirchenbank, markiert mit gekreuzten Schlüsseln auf dem Kissen. Um 14:30 Uhr besteigen wir dann drei Kutschen, mit denen wir die Inselrundfahrt absolvieren. Unser Gefährt wird von einem recht lahmen Pferd gezogen und so verlieren wir ein wenig den Anschluss an den Rest der Gruppe. Zockeln mehr als gemütlich über die Insel und erreichen irgendwann endlich den schmalen Grat, der die große Insel Sark mit Little Sark verbindet. Die Pferde rasten und wir bewundern die raue Landschaft und die Buchten links und rechts des nur wenige Meter breiten Weges. Die Rückfahrt dauert noch einmal eine halbe Stunde. Bis unser lazy horse endlich am Sammelplatz ist, lohnt keine weitere Erkundung der Insel mehr, weil wir den einzigen heutigen Fährenrückfahrtstermin natürlich einhalten wollen. Verzichten dann auch auf die ohnehin ungemütliche Traktoranhängerfahrt und nehmen den Fußweg durch den Wald hinunter zum Hafen. Sehen dort noch einen anderen Tunnel durch die Klippen und finden dahinter den alten Hafen, der nun nur noch kleine Boote beherbergt.

Spazieren dann bald hinüber zum großen Hafen und warten auf die "Victor Hugo", die pünktlich um 16:50 Uhr ablegt. Die Überfahrt dauert wieder eine Stunde und verläuft etwas ruhiger als am Vormittag. Auf der Busfahrt zurück zum Hotel zählt uns Rolf noch auf, was wir morgen an unserem freien Tag alles unternehmen könnten und wir übergeben unserem Fahrer das gesammelte Trinkgeld.

Im Hotel bleibt noch Zeit für eine Katzenwäsche, bevor wir uns wieder zum Abendessen treffen. Zurück am Zimmer beratschlagen wir noch den morgigen Tag.

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So 15.9. Auf eigene Faust unterwegs  Besichtungsroute Tag 7

Farbenprächtiger Giftfrosch im Amphibienhaus des Zoos in St. Helier Gorillamann im Zoo von St. Helier Heute ist Sonntag und wir haben ihn zur freien Verfügung. Haben uns schon daheim im Internet den Busfahrplan von Jersey angesehen und dabei festgestellt, dass eine Buslinie fast direkt vom Hotel zum Zoo im Norden fährt. Da die Abfahrtsintervalle recht lang sind, stehen wir zeitig auf, damit wir den ersten Bus erwischen und vorher noch gemütlich frühstücken können.

Pünktlich um 9:07 Uhr besteigen wir einen Bus und sind eine halbe Stunde später beim Eingang des für seine Gorilla-Aufzucht berühmten Tierparks. Bei strahlendem Sonnenschein durchwandern wir das weitläufige Gelände und kommen dabei bei Andenbären vorbei und bestaunen im Amphibienhaus kleine blaue Frösche, nicht minder giftige rote Erdbeerfrösche, blaue Eidechsen und noch einiges mehr. Der weitere Rundgang führt uns zu zotteligen Orang-Utans im Affenhaus mit viel Auslauf und Gorillas, die zur Fütterungszeit von einem Tierpfleger mit Leckerbissen aus den Verstecken gelockt werden.

Putzige Erdmännchen, Lemuren und scheue Tamarin-Äffchen, Flamingos, philippinische Visayas-Pustelschweine, Leguane und Schildkröten, das Schmetterlingshaus und die Schlafhalle der Fledermäuse mit riesigen Exemplaren, die da von oben herabhängen, runden das tierische Programm für heute ab.

Mit dem Amphibienfahrzeug geht es selbst bei Flut bequem zum Elizabeth Castle Goldene Statue von König George II auf dem Royal Square in St. Helier Um 14:00 Uhr ergattern wir gerade noch den Bus zurück nach St. Helier, wo wir uns eine halbe Stunde später auf die Suche nach einem Lokal für eine späte Mittagspause machen. Da das Busterminal etwas abgelegen ist, finden wir leider nichts Passendes und gehen stattdessen zur St. Aubin's Bucht, um uns Elizabeth Castel anzuschauen. Es ist zwar gerade Ebbe und wir könnten zu Fuß den guten Kilometer zum Felsen mit der alten Burg zurücklegen, wir wollen aber das totale Touristenprogramm auskosten und nehmen das Amphibienfahrzeug, das uns neben dem befestigten Fußweg durch den Schlick hinüberbringt. Auf dem Schloss finden wir endlich ein schattiges Plätzchen mit Verpflegung für eine Rast. Danach erkunden wir die Anlage mit einer Ausstellung über das Leben in einer Kaserne zur Zeit der napoleonischen Kriege und erklimmen über diverse Stiegen auch den ältesten Teil, der auf ein altes Kloster zurückgeht. Ein toller Rundumblick belohnt uns für die Treppensteigerei. Die Räume selbst sind karg bis gar nicht möbliert und ohne Schmuck. Um 17:00 Uhr fahren wir mit dem Amphibienfahrzeug wieder zurück und dabei umspült das steigende Wasser schon den Rumpf unseres Gefährtes. Der Fahrer warnt unterwegs immer wieder arglose Besucher, die noch zu Fuß hinüber zum Schloss wollen, vor der Flut.

Auf dem Spaziergang zurück zum Hotel gehen wir den Weg vom Montag, um die Sehenswürdigkeiten bei schönem Wetter noch einmal zu fotografieren, aber nun steht die Sonne schon zu tief und es gibt auch keine viel besseren Bilder - schade! Sind um 18:00 Uhr wieder im Hotel und beginnen schon mal mit dem Kofferpacken. Beim Abendessen tauschen wir uns mit den anderen Reisenden über die jeweiligen Erlebnisse des Tages aus und machen noch einmal die Hotelbar unsicher. Der Abend klingt wie immer sehr vergnüglich aus.

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Mo 16.9. Heimreise

Der Flughafen in Jersey Heute ist Abreisetag und wir gönnen uns noch einmal ein umfangreiches Frühstück. Um 9:45 Uhr bringt uns der Bus zum Flughafen. Gott sei Dank hat sich der dichte Nebel vom Morgen etwas zurückgezogen. Eine halbe Stunde später stehen wir am Check-in und geben unsere Koffer auf. Wir verbrauchen unsere letzten Jersey-Pfund für Jersey Gin und Butterfudge und warten auf das Boarden um 11:20 Uhr. So rasch geht es aber leider nicht weiter, denn auf der Anzeigetafel verschiebt sich das Boarden im Halbstundentakt. Heben letztendlich mit über einer Stunde Verspätung ab, bekommen unterwegs aber wieder Brötchen und Sekt serviert.

Wir landen um 15:45 Uhr in Altenrhein und verabschieden uns herzlich von unserer Tischrunde, mit der wir ein paar sehr vergnügliche Tage verbracht haben. Während Claudia auf die Koffer wartet, holt Werner schon mal das Auto. Die Heimfahrt führt über einen kurzen Supermarktstopp und kurz nach 17:00 Uhr sind wir wieder zu Hause.

Wir haben wieder einen angenehmen und informativen Urlaub verbracht und nette Leute kennengelernt. Die Landschaft ist teilweise atemberaubend und jede Insel hatte ihren speziellen Reiz. Das Wetter hätte zeitweise besser sein können, aber wir haben alles in allem doch Glück gehabt. Rolf, unser deutscher Führer, der mit seiner einheimischen Frau auf Jersey lebt, hat uns viel erzählt, auch einiges, was nicht in den Reiseführern steht. Alles in allem, ein schöner Urlaub ohne viel Stress!

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Reisebericht als PDF-Dokument Zur leichteren Lesbarkeit gibt es hier den Reisebericht Kanalinseln in der reinen Textversion als Pdf-Dokument zum Herunterladen.



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hier folgt
hoffentlich bald
wieder ein Bericht



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