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Auf den Spuren des Doppeladlers

Rund um Österreich vom 19. September bis 4. Oktober 2017


Der Doppeladler als Symbol für das vereinte Kaiserreich Österreich und Königreich Ungarn
Was sollen wir nach den vielen mehr oder weniger Fernreisen der letzten Jahre in diesem Urlaub machen? Wir wollen diesmal kein Flugzeug besteigen, aber sehen wollen wir trotzdem was.

Da erinnern wir uns dann, dass Österreich ja mal größer war und auch jenseits der heutigen Grenzen noch viel Interessantes aus unserer Geschichte zu sehen sein dürfte. Wir planen daher einen etwas anderen "Österreich-Urlaub" - wobei planen ein großes Wort ist. Wir beschließen, unser Land entlang der Außengrenze zu umrunden und uns mal innerhalb, mal außerhalb unseres Staatsgebietes umzusehen und überraschen zu lassen. Da wir das eigene Auto nehmen und nur am ersten Tag weiter als 100 km von der Grenze weg sein werden, können wir spontan die Reiseroute wählen und jederzeit die Heimreise antreten, sollte uns die Lust verlassen oder das Wetter im mitteleuropäischen Herbst gar nicht mitspielen.

Vorab suchen wir im Internet Städte und Sehenswürdigkeiten in Grenznähe, die unseren Interessen entsprechen und decken uns mit Reiseliteratur (analog und digital) ein. Ausnahmsweise ist auch ein Laptop im Gepäck, damit wir von unterwegs leichter die nächsten Stationen planen und die nächste Übernachtung buchen können. Wir beginnen unsere Tour im Norden.

Im Folgenden nun unsere Eindrücke von unserer Reise durch die Kronländer der Habsburgermonarchie bzw. den Staaten, die daraus entstanden sind. Auf jeder Station konnten wir Nostalgisches aber auch Modernes sehen, sowie lokale Spezialitäten und regionale Produkte kennenlernen.

Zum Starten hier schon einmal die Reiseroute mit den aktuellen Städtenamen und den einstigen deutschen Bezeichnungen:

Unsere Reiseroute - 1. Teil, im Norden und Osten Unsere Reiseroute - 2. Teil, im Süden
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Bayern   1. Tag   Regensburg [443 km]
Böhmen   2. Tag   Český Krumlov (Krumau) - České Budějovice (Budweis) - Hluboká nad Vltavou (Frauenberg) [246 km]
Waldviertel   3. Tag   Gmünd - Schrems - Heidenreichstein - Eggern [105 km]
    4. Tag   Zwettl - Rappottenstein - Rosenau [87 km]
Mähren   5. Tag   Retz - Znojmo (Znaim) - Brno (Brünn) [175 km]
    6. Tag   Brno (Brünn)
Slowakei   7. Tag   Častá - Trnava - Nitra - Bratislava (Pressburg) [312 km]
    8. Tag   Bratislava (Pressburg)
Ungarn   9. Tag   Győr (Raab) - Pannonhalma (Martinsberg) - Sopron (Ödenburg) [210 km]
Slowenien   10. Tag   Maribor (Marburg) [236 km]
    11. Tag   Ljubljana (Laibach) [141 km]
Italien   12. Tag   Triest [108 km]
    13. Tag   Miramare - Gorizia (Görz) [72 km]
Österreich   14. Tag   Villach [246 km]
    15. Tag   Lienz



Di 19.9. Auf geht's!

Klosterkomplex St. Emmeram in Regensburg Der Brückenturm am Südende der Steinernen Brücke ist Teil der ehemaligen Stadtbefestigung von Regensburg Das Wetter könnte etwas besser sein, aber unbeirrt beginnen wir unsere erste Etappe und fahren bei teils strömendem Regen an München vorbei bis Regensburg. Dort treffen wir pünktlich zu Mittag ein und stellen das Auto in einem Parkhaus ab. Spazieren zielstrebig zum ehemaligen Klosterkomplex St. Emmeram.

Nach einem schnellen Blick in die Klosterkirche erstehen wir im Schloss Karten für die große Führung durch dieses ehemalige Kloster, das nun der Stammsitz derer von Thurn und Taxis ist. Da Helene, die älteste Schwester "unserer" Kaiserin Sisi ins Haus Thurn und Taxis eingeheiratet hat, liegt hier der erste Berührungspunkt mit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

Im Rahmen der rund 90 Minuten dauernden Führung werden uns sehr informativ diverse Räume mit historischem Mobiliar und moderner Kunst, Marmortreppen und verschiedene Salons, die Hauskapelle und der Wintergarten gezeigt. Nach so viel Geschichte laben wir uns danach im Brauhaus am Schloss mit einer zünftigen Brotzeit.

Die Reste der römischen Porta Praetoria Das wegen seines Freskos sogenannte 'Goliath-Haus' in der Regensburger Altstadt Dann spazieren wir weiter durch die Altstadt, zum alten Rathaus mit Touristeninfo und zum Dom. Das Dommuseum ist recht nett, der Kirchenbau selber leider teilweise eingerüstet. Auch die Steinerne Brücke, das mittelalterliche Wahrzeichen der Stadt, ist derzeit eine Baustelle. Das Ergebnis der Restaurierung ist besonders bei der Brüstung recht fragwürdig - banal betoniert ohne Bezug zur altehrwürdigen Steinquaderkonstruktion der beinahe 900 Jahre alten Gewölbebrücke - schade!

Ein schönerer Anblick ist die Rokoko-Kirche zur Alten Kapelle und auch die Reste der Porta Praetoria, sowie die Wandmalereien auf dem Goliath-Haus sind sehenswert. Zum Schluss spazieren wir noch zu einem weiteren der vielen Sakralbauten und bestaunen die romanische Schottenkirche St. Jakob mit dem schützenden Glasbau vor dem reich geschmückten Nordportal.

Auf dem Rückweg zum Auto schauen wir noch einmal in die St. Emmeramskirche und haben nun etwas mehr Zeit, uns diverse Details anzusehen. Um halb sechs fahren wir dann zum eher einfachen Hotel Hottentotten am Rande der Stadt.
Am Abend spazieren wir noch zu einem nahe gelegenen griechischen Lokal und machen danach einen Abstecher zur Donau.

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Mi 20.9. Nur böhmische Dörfer?

Die zum Stausee Lipno aufgestaute Moldau Das Schloss in Krumau Nach einem guten Frühstück machen wir uns auf, um nach Böhmen zu reisen. Unser Navi führt uns auf der Autobahn bis kurz vor Passau und von dort querfeldein, sogar noch einmal für ein paar Kilometer zurück nach Österreich. Gondeln durchs nördliche Mühlviertel und den Böhmerwald bis zu einem namenlosen Grenzübergang nach Tschechien. Kaum aus dem Wald heraußen sehen wir auf die Moldau, die hier zum Stausee Lipno aufgestaut wird. Nach ein paar Kilometern führt die Straße direkt ans Ufer zu einem Fähranleger. Die Fähre verbindet das Südufer mit Horni Plana auf der gegenüberliegenden Seite, sie hat aber gerade abgelegt.

Macht aber nichts, denn wir hätten sowieso bar mit Kronen, die wir noch nicht haben, bezahlen müssen. So fahren wir knapp 20 km Umweg zu einer Brücke und kommen am Nordufer wieder zurück. Dann geht es zügig durch sanft hügelige Landschaft bis wir zu Mittag Český Krumlov, zu deutsch Krumau, erreichen. Stellen das Auto nahe der Innenstadt auf einem Parkplatz beim Schloss ab und gehen gleich hinauf zum Eingang. Die nächste Führung ginge erst in 2 Stunden los, aber so lange wollen wir nicht tatenlos warten.

Beeindruckender Verbindungsgang am Schlosshügel in Krumau Der Hauptplatz von Krumau Daher machen wir, was auch individuell möglich ist, zum Beispiel ein Besuch im kleinen Museum, die Erkundung der vielen Innenhöfe und Durchgänge und eine Turmbesteigung mit Weitblick. Es kommt sogar kurz die Sonne heraus, aber großteils ist es wieder bewölkt und eher kühl.

Danach spazieren wir natürlich noch durch die malerische in der Moldauschleife gelegene Altstadt mit den vielen engen Gassen, spitzgiebeligen Häusern und viel Kopfsteinpflaster. Es gibt hunderte Souvenirshops und Tausende Japaner, die einem die schönen Aussichtspunkte streitig machen. Der Marktplatz mit den barocken Fassaden und die Kirche St. Veit sind ebenso sehenswert, wie das Egon-Schiele-Artcenter. Hier ist eine recht ausgedehnte Ausstellung von tschechischen Künstlern des 20. Jahrhunderts untergebracht.

Danach legen wir in einem Terrassen-Café direkt an der Moldau eine kleine Pause ein, bevor wir zurück zum Auto gehen und die Reise fortsetzen.

Der Samsonbrunnen auf dem Hauptplatz von Budweis Kunstinstallation auf dem Schwarzen Turm in Budweis Das heutige Ziel ist Budweis, auf einheimisch České Budějovice, das wir nach einer halben Stunde Fahrtzeit erreichen. Unser modernes Hotel Budweis mit kostenlosem Parkplatz liegt am Rande der Altstadt und da endlich die Sonne herauskommt, beginnen wir noch eine kleine abendliche Erkundungstour.

Kommen dabei zum Dominikanerkloster mit Kreuzgang und zum malerischen Hauptplatz den die Abendsonne gerade in ein wunderbar malerisches Licht taucht. Die Nikolaus-Kathedrale ist leider schon zu, der dazugehörige freistehende Schwarze Turm aber mit einer witzigen Kunstinstallation geschmückt. Unterwegs genießen wir die schönen Fassaden und erkunden nebenbei auch die ausgehängten Speisekarten.
Durch die viele Latscherei heute sind wir hungrig geworden und vertilgen in einem urigen Restaurant bodenständige Gerichte zu einem sehr moderaten Preis.

Zurück im Hotel lassen wir den Tag an der Bar ausklingen.

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Do 21.9. Burgen und Schlösser

Steinerne Hirschskulptur im Innenhof des Schlosses Frauenberg in Hluboká nad Vltavou Kunstinstallation im Wehrgraben von Schloss Frauenberg in Hluboká nad Vltavou Nach dem Frühstück gehen wir noch einmal zur jetzt offenen Nikolaus-Kathedrale in die Altstadt. Dann spazieren wir noch durch einen kleinen Bauernmarkt, aber da der Himmel schon wieder dick bewölkt ist, verabschieden wir uns recht rasch von Budweis.

Fahren etwa 10 km nach Norden, dort liegt in Hluboká nad Vltavou das namengebende Schloss Frauenberg auf einem Hügel. Kommen kurz nach 10:00 Uhr dort an und haben Glück, wir können uns einer tschechischen Führung anschließen. Ohne Führung ist eine Innenbesichtigung nicht möglich, aber netterweise bekommen wir einen deutschen Text ausgehändigt, so kommen wir in den Genuss der vielen Portraits diverser Vorbesitzer und dunkler holzgetäfelter Räume. Der Park drumherum ist mit akkurat gestutzten Buchsbaumhecken bepflanzt und man kann moderne Kunstwerke bestaunen. Alles in allem ist das Gebäude im Tudorstil wirklich ganz nett, das sich die Fürsten zu Schwarzenberg da in die Gegend gestellt haben.

Um halb zwölf verlassen wir Frauenberg und fahren wieder in den Süden nach Österreich. Im kleinen Städtchen Gmünd im Waldviertel halten wir Mittagsrast und umrunden einmal den Hauptplatz mit den Sgraffitofassaden und dem alten Rathaus mittendrin, dann fahren wir auch schon weiter. Als Quartier haben wir für heute ein Zimmer mit Abendessen in Eggern im obersten Waldviertel gebucht. Den eigentlich kurzen Weg dorthin unterbrechen wir noch einige Male für Besichtigungen:

Bunte Skulpturen im Park des Staunens des Kunstmuseums Waldviertel Zuerst im 10 km entfernten Schrems, dort findet man das Kunstmuseum Waldviertel, das gerade die Ausstellung "Garten Eden. In Memoriam Makis Warlamis" zeigt. Neben Bildern und Skulpturen des im Vorjahr verstorbenen Museumsgründers sind auch weitere Werke des Phantastischen Realismus zu sehen. Beim Schlendern im weitläufigen "Park des Staunens" kann man noch viele bunte moderne Skulpturen bewundern.

Touristen beim Ausprobieren mittelalterlicher Exponate in der Wasserburg Heidenreichstein Unser nächstes Ziel ist nur eine Viertelstunde Autofahrt entfernt. Im nordöstlich gelegenen Heidenreichstein stellen wir das Auto auf dem Hauptplatz ab und gehen den Hügel hinunter zur gleichnamigen Wasserburg. Diese steht nur leicht erhöht an der Hauptstraße und ist von einem kleinen Bach, sowie Wassergräben umgeben. Auch hier kann man nur mit Führung einen Blick hinter die dicken Mauern werfen. Wir überqueren die Zugbrücke und sind pünktlich um 15:00 Uhr an der Kasse. Als einzige Besucher werden wir von einem mittelalterlich gekleideten Herrn in dem recht kalten mittelalterlichen Bau herumgeführt. Da die Burg nie ernsthaft in kriegerische Handlungen verwickelt war, sind noch einige originale Möbelstücke von der Renaissance bis zum Barock und auch Exponate in der Waffenkammer erhalten. In den leichter zu beheizenden Nebengebäuden lebt (zumindest zeitweise) noch immer die Besitzerfamilie, die dort auch die Gutsverwaltung untergebracht hat.

Nach der 50-minütigen Führung sind wir ein bisschen durchgefroren und beschließen, durch die sanft hügelige Landschaft direkt zu unserem Hotel, dem Genießergasthof Kutscherklause in Eggern zu fahren. Dort verdauen wir erst mal die heutige geballte Ladung alter Architektur und entspannen etwas. Im hoteleigenen Restaurant lassen wir uns danach mit typischen Waldviertler Spezialitäten - wie Karpfen und Mohn - verwöhnen.



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Fr 22.9. Kreuz und quer durchs Waldviertel

Dreifaltigkeitssäule auf dem Hauptplatz von Zwettl Kirche des Zisterzienserstifts Zwettl Der Himmel hängt schon wieder tief - hier in einer der kältesten Regionen Österreichs macht das nicht wirklich Spaß! Tapfer fahren wir eine dreiviertel Stunde durch Felder und Wiesen südwärts und sind um halb zehn in Zwettl. Der Hauptplatz mit den bunten Häusern, das alte Rathaus und der Hundertwasserbrunnen wären mit etwas Sonne bestimmt ganz hübsch, so aber stellen wir den Kragen auf und verlassen das Städtchen mit dem Ziel Zisterzienserstift Zwettl.

Erstehen im dortigen Klosterladen Karten für die Führung um 11:00 und verbringen die knappe Stunde bis dahin mit dem audiogeführten Rundgang durch alte Gewölbe, den Garten und den Kreuzgang. Sehr informativ und ausführlich.
Unter kundiger und freundlicher Begleitung wird uns danach die überreiche Schatzkammer mit der "Bärenhaut" genannten Gründungschronik aus dem frühen 14. Jahrhundert gezeigt. Ebenso können wir einen Blick in die nicht öffentlich zugänglichen Bereiche der in den letzten Jahren renovierten hochgotischen Stiftskirche mit der üppigen barocken Ausstattung werfen. Dabei erfahren wir so nebenbei auch Wissenswertes über die Geschichte Österreichs.

Trotz leichten Getröpfels schauen wir uns anschließend noch den barocken Prälatengarten mit den Orangerien an, von dort aus hat man einen schönen Blick auf den markanten barocken Turm, der im 18. Jahrhundert vor die gotische Kirche angebaut wurde. In der Stiftstaverne halten wir dann Mittagsrast und laben uns an einer wärmenden Suppe.

Im Innenhof der Burg Rappottenstein Anschließend fahren wir ein halbes Stündchen nach Rappottenstein. Hier inmitten von Hügeln und Wäldern thront auf einem Granitfels die Burg Rappottenstein. Auch hier ist eine Führung nötig, um mehr als den Aufgang zu diesem mittelalterlichen Wehrbau zu sehen. Die nächste beginnt um 14:00 Uhr und eine kleine Gruppe folgt dem gut informierten Herrn durch mehrere Vorhöfe, Innenhöfe und Torbögen. Beeindruckend ist der dreigeschossige Arkadenhof, aber auch die Wandmalereien aus der Renaissance im Inneren und der kleine gotische Altar in der Burgkapelle sind sehenswert. Auch hier sind wir wieder circa eine Stunde beschäftigt. Schloss Rosenau

Vom Navi geführt geht es nun nochmal eine halbe Stunde in den Norden nach Rosenau, wo wir für heute ein Zimmer im Schlosshotel Rosenau gebucht haben. Werden mit einem Glas Sekt begrüßt und schauen uns gleich das interessante Ensemble an. Der barocke Gutshof mit Kirche, Pfarrhof, Schule und Spital ist noch immer vollständig vorhanden und im ersten Stock des barocken Schlosses ist das Freimaurermuseum in den Räumen einer aktiven Loge untergebracht. Das schauen wir uns natürlich noch an - ganz nett, aber wirklich schlauer sind wir dadurch auch nicht geworden.

Bei der Ankunft haben wir für heute Abend im Schlossrestaurant einen Tisch reserviert und nachdem wir uns etwas restauriert haben, lassen wir uns dort mit österreichischen Klassikern verwöhnen.


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Sa 23.9. Wein diesseits und jenseits der Grenze

Neugieriger Blick in die Morgenlandschaft (zugegeben, das Alpaka lebt eigentlich in der gestern besuchten Burg Rappottenstein :-)) Der morgendliche Blick aus dem Hotelzimmer schweift über weite Wälder und Teiche. Hier versteht man, warum diese Gegend Waldviertel heißt! Und man glaubt es kaum - es scheint die Sonne und beleuchtet alles malerisch.

Das Rathaus von Retz eingekreist von Ständen des Weinfestes Für heute haben wir die vorläufig letzte Besichtigung in Österreich geplant. In Retz ganz an der tschechischen Grenze, wurde über Jahrhunderte der kompakte Lössboden für die Lagerung der dort produzierten Weine ausgehöhlt, ein ganzes Netz an Röhren und Gängen durchzieht den Untergrund. Da der Retzer Erlebniskeller gemäß Info auf der Homepage nur mit Führung besichtigt werden kann und die erste um 10:30 stattfindet, gondeln wir schon recht zeitig, aber gut gelaunt durch Wald und Flur. Unterwegs queren wir den Kamp etwas unterhalb der Staumauer Ottenstein und nach einer Stunde erreichen wir die Weinstadt.

Die Innenstadt ist wegen des Weinlesefestes abgesperrt, aber wir ergattern am Straßenrand etwas außerhalb der Stadtmauern einen legalen Parkplatz. Besichtigen dann den malerischen Hauptplatz mit den hübschen Häusern und den Vorbereitungen für das Fest. Im Rathaus erfahren wir, dass die Eintrittskarten für den Erlebniskeller heute ausnahmsweise nicht hier, sondern direkt beim Eingang verkauft werden und wegen des Weinfestes laufend Führungen stattfinden.

Uriges Verkostungsstübchen in einem der Gänge des größten Weinkellers Österreichs Machen uns daher gleich auf den Weg dorthin und lassen uns dann eine Stunde durch den Untergrund führen. Ist eigentlich ganz nett gemacht, aber der heutige große Besucherandrang ist einfach zu viel für ein ungestörtes Erlebnis.

Zurück an der Oberfläche hat sich die Sonne wieder verzogen, dafür sperren die Verpflegstände jetzt langsam auf. Erstehen Eintrittskarten für das Festgelände und kosten uns durch Sturm in allen Farben. Danach verlassen wir den Ort, um uns in der Umgebung umzusehen. Die Retzer Windmühle in den Weinbergen oberhalb der Stadt bietet einen netten Blick in die Kulturlandschaft, hinüber auf den Kalvarienberg und auf das geschmückte Rathaus.

Erntedankgaben im Dom von Znaim Verlassen nun das Waldviertel und überqueren bei Mitterretzbach wieder die Grenze. Im südmährischen Znaim, nur wenige Kilometer entfernt, finden wir nicht weit vom Zentrum einen Parkplatz. Es ist wieder trüb, aber wir beginnen unbeirrt mit der Erkundung der Altstadt. Starten beim Rathausturm, dem bekannten Wahrzeichen der Stadt Znaim, dann spazieren wir durch das historische Zentrum zur Michaelskirche. Eine Innenbesichtigung ist leider nicht möglich, aber immerhin kann man durch Fenster in der Türe einen Blick nach innen werfen.


Das Wahrzeichen der Stadt Znaim, der Rathausturm Weiter geht es dann zum aufgelassenen Minoritenkloster (nun ein Museum) und hinauf zur Burg auf einer Erhebung über dem Fluss Thaya. Dort steht mit der Rotunde St. Katharina eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude der Stadt - innen angeblich reich mit romanischen Fresken geschmückt, bei unserem Besuch aber leider geschlossen. Von hier heroben hat man einen hübschen Blick auf das Zentrum und zur St. Nikolaus-Kirche, dem Dom von Znaim. Dorthin gehen wir als nächstes und das lohnt sich - zumindest heute. Das Innere ist derzeit mit üppigen Arrangements von Obst, Gemüse und Feldfrüchten zum Erntedank geschmückt.

Leider wird das Wetter nicht besser und daher stapfen wir bei Regen zurück zum Auto und füttern das Navi mit der Adresse des Hotels Continental in Brünn. Dort gibt es zum Glück eine Tiefgarage, sodass wir trocken zur Rezeption und ins Zimmer kommen. Die Altstadt ist nicht weit entfernt und so spazieren wir noch dort hin, um uns ein Abendessen zu organisieren.

Das Essen im empfohlenen Restaurant überzeugt uns dann leider nicht ganz, aber einen Katzensprung entfernt findet am Marktplatz auch ein Winzerfest statt. Schlendern durch die Marktstände mit lokalen Spezialitäten und nehmen als Dessert und Digestif dann noch Baumkuchen und lokale Spirituosen zu uns. Gut gelaunt gehen wir dann zurück zum Hotel.

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So 24.9. Brünn

Das spätgotische Portal des alten Rathauses mit dem schiefen Türmchen in Brünn Der rosarote Panzer von David Černý, ein provozierendes Kunstwerk aus 1991 zur Erinnerung an die Befreiung Prags am Ende des zweiten Weltkriegs Den heutigen Tag verbringen wir zur Gänze in Brünn, der mit knapp 400.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Tschechiens.

Starten nach dem Frühstück bei wieder trübem Wetter mit einem Fußmarsch ins Zentrum, vorbei an diversen Kirchen, die wegen stattfindender Messen nicht besichtigt werden können. Beim von einem markanten Turm überragten alten Rathaus bestaunen wir das spätgotische Portal mit dem schiefen Türmchen und im Durchgang den "Brünner Drachen". Außerdem ist hier die Touristeninfo untergebracht, wo wir eine Tageskarte für die Öffis (erfreulicherweise am Wochenende 2 zum Preis von einer) erstehen. Versuchen dann unser Glück beim Dom, wo aber auch gerade wieder Messe gefeiert wird.

Dafür finden wir vor der protestantischen roten Kirche den rosaroten Panzer, der normalerweise im Militärhistorisches Institut in Prag steht. Er war einer der ersten Panzer der Sowjetarmee, die Prag im Mai 1945 erreichten und nach 1968 ein Symbol für die Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Truppen des Warschauer Pakts. Die Aktion der Übermalung 1991 von David Černý und einer Gruppe Freunde weist so auch auf die Öffnung der Ostblockländer hin.

Ein Blick in das Vordere Wohnzimmer der Villa Tugendhat Besteigen dann eine Straßenbahn und fahren an den Stadtrand. Dort steht die von Mies van der Rohe im Stil der klassischen Moderne gebaute Villa Tugendhat aus dem Jahr 1930. Sie wurde 2001 als Denkmal moderner Architektur zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Dürfen den Park und eine Ausstellung im Keller mit Plänen, Fotos und Modellen bestaunen, eine Innenbesichtigung ist nur gegen Vorausbuchung (3-4 Monate Wartezeit!) möglich.
Mit der nächsten Tram fahren wir wieder zurück ins Zentrum und haben nun etwas mehr Glück bei den Kirchen. Die Kathedrale St. Peter und Paul (der Dom) thront beeindruckend über der Stadt, wir schauen uns die dazugehörige Schatzkammer an und besteigen den Turm für einen mäßigen Rundblick.

Das beeindruckende gotische Netzgewölbe der St.-Jakobs-Kirche in Brünn Nach einer kurzen Mittagsrast am Krautmarkt mit der Dreifaltigkeitssäule und dem Parnass-Brunnen machen wir einen Abstecher zum Kapuzinerkloster mit der unter der Kirche gelegenen Kapuzinergruft. In dieser etwas makaberen Sehenswürdigkeit kann man Mumien von Verstorbenen aus dem 17. und 18. Jahrhundert sehen. Zwei Stationen Straßenbahnfahrt weiter ist jetzt auch die sehenswerte St. Jakobs-Kirche mit dem hohen spitzen Turm offen.

Abgesehen von den lokalen Museen, auf die wir keine rechte Lust haben, haben wir unsere To-do-Liste nun abgearbeitet und kehren zum Hotel zurück. Dort planen wir die nächsten Tage, die uns über die Slowakei nach Ungarn bringen werden und reservieren die nächsten Hotels.

Für das Abendessen fahren wir noch einmal mit der Straßenbahn ins Zentrum und werden in einem rustikalen Restaurant angenehm überrascht. Zum Abschluss unseres Aufenthalts in Mähren besuchen wir dann noch einmal den Winzermarkt und investieren unsere letzten baren Kronen in Wein und andere lokale Köstlichkeiten.

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Mo 25.9. In den kleinen Karpaten

Einfahrt zur Burg Červený Kameň in Častá Meterhohe Lagerräume in den Kellern der Burg Červený Kameň in Častá Das Wetter wird nicht besser! Holen das Auto aus der Tiefgarage und fahren südwärts. Über die gebührenpflichtige Autobahn (die Mautvignette haben wir an einer Grenztankstelle erstanden) geht es zur slowakischen Grenze und dort weiter auf der anfangs ebenfalls mautpflichtigen Autobahn (elektronische 10-Tages-Maut, vorab im Internet bezahlt) bis wir gegen 11:00 Uhr in Častá ankommen. Das Sehenswerte in diesem kleinen Ort an den Ausläufern der Karpaten ist die Burg Červený Kameň (zu Deutsch Bibersburg oder Rotenstein).

Im Rahmen einer geführten Tour kann man dieses ursprünglich als Festung konzipierte Schloss besichtigen. Beeindruckend sind die riesigen Kellergewölbe - ehemalige Lagerräume der Fugger - ebenso wie die prächtig dekorierten Innenräume des vom Adelsgeschlecht der Pálffy im Stil der Renaissance ausgebauten Herrschaftssitzes. Die Führung in einem etwas gewöhnungsbedürftigem Englisch dauert fast bis 13:00 Uhr und im Anschluss gönnen wir uns trotz der niederen Temperaturen im Innenhof, zwischen den Stein gewordenen Erinnerungen an die Familie Pálffy, eine Erfrischung.

Kathedrale des heiligen Johannes des Täufers in Trnava Die Reise geht weiter in die alte Universitätsstadt Trnava mit ihren unzähligen Kirchen. Parken beim Universitätsgelände und besichtigen gleich die wunderschöne rein barocke Kathedrale des heiligen Johannes des Täufers (Universitätskirche). Dann spazieren wir zur St. Nikolaus-Kirche, dem spätgotischen Dom mit den zwei charakteristischen Türmen. Leider stehen im Inneren Baugerüste, so dass weder das gotische Kreuzrippengewölbe noch die barockisierte Innenausstattung frei zu bewundern sind. Schlendern dann durch die Fußgängerzone zum Stadtturm, in dem die Touristeninfo untergebracht ist. Da es außer einer Turmbesteigung mit Lokalmuseum und der etwas desolaten ehemaligen Stadtbefestigung nichts mehr Interessantes gibt, beschließen wir, das sich bessernde Wetter zu nutzen und noch eine Besichtigung im Hinterland zu machen. Zugang zur Kathedrale des heiligen Emmeram in Nitra

Nach knapp 50 km Autofahrt durch die hügelige Landschaft erreichen wir mit Nitra eine der ältesten Städte der Slowakei. Das historische Zentrum wird von der Burg Nitra überragt, dort wollen wir hin. Fahren soweit es geht mit dem Auto, aber vor einer kopfsteingepflasterten Zufahrt stoppt uns ein Fahrverbotsschild.

Stapfen also hügelan und werden bei sich weiter aufhellendem Himmel mit hübschen Ausblicken auf die Stadt und die Burganlage belohnt. Diese ist heute Bischofssitz und die Kirche (Kathedrale des heiligen Emmeram), deren Anfänge bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen, ist in ihrer heutigen Form unbedingt sehenswert. Sie ist dem Regensburger Stadtheiligen geweiht und besteht aus der Oberkirche und der Unterkirche, die beide gemeinsam Anfang des 18. Jahrhunderts barockisiert wurden. Unterhalb der befestigten Burg liegt die Oberstadt mit barocken Palais, weiteren Sakralbauten und denkmalgeschmückten Plätzen.

Am späten Nachmittag brechen wir dann auf, wir haben in der Hauptstadt Bratislava für 2 Nächte ein Zimmer im Centrum Salvator, dem Gästehaus eines Klosters, gebucht. Kommen mit Satellitenunterstützung gut dort hin und sind froh, dass im Innenhof ein privater Parkplatz reserviert ist, denn die ganze sonstige Umgebung ist total zugeparkt. Wir können ein geräumiges Appartement beziehen und der Pförtner empfiehlt uns ein typisches Lokal in der Nähe. Diese Bierhalle ist sehr groß und fast vollständig mit Einheimischen gefüllt. Das Essen ist dann wirklich ausgezeichnet und rundet den gelungenen Tag ab.

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Di 26.9. Die alte Hauptstadt eines jungen Staates

Die im Art Nouveau-Stil errichtete St. Elisabeth-Kirche, auch blaue Kirche genannt Das Primatialpalais, heute Sitz der städtischen Gemäldegalerie Bei trübem Wetter beginnen wir die heutige Besichtigungstour mit einem Spaziergang zur nahen St. Elisabeth-Kirche. Diese im Art Nouveau-Stil errichtete kleine Kirche wird wegen ihrer Farbgebung auch "blaue Kirche" genannt. Wie bisher auch ist eine Besichtigung nur von außen durch ein Fenster in der Türe möglich - schade!

Weiter geht der Spaziergang, vorbei an der Redoute (heute Sitz der slowakischen Philharmonie), dem Nationaltheater und dem alten Rathaus mit Turm und Innenhof zum geschichtsträchtigen Primatialpalais. In diesem rosafarbenen klassizistischen Gebäude wurde 1805 der Preßburger Friede unterzeichnet, heute ist dort die städtische Gemäldegalerie untergebracht.

Die Franziskanerkirche und auch die außerhalb der eigentlichen Altstadt gelegene Dreifaltigkeitskirche sind wieder geschlossen, aber Fenster ermöglichen einen Blick ins Innere. Das Michaelertor mit Turm ist das letzte Überbleibsel der einstigen Stadtbefestigung. Nach einem Abstecher ins Postamt um Briefmarken zu kaufen, spazieren wir wieder in die Altstadt und steuern nun den Martinsdom am Fuß des Burghügels an.

23000 Jahre alten Mutterfigur aus Elfenbein in der Burg von Bratislava Der Martinsdom, die Krönungskirche der ungarischen Könige Und man glaubt es kaum, hier darf man sogar ins Innere! In der alten Krönungskirche der ungarischen Könige - unter anderem auch Maria Theresia - sind einige sehr schöne neugotische Altäre und eine St. Martin-Darstellung des Barockbildhauers Raphael Donner zu sehen. Auch das reich geschnitzte Chorgestühl und das Taufbecken unter dem gotischen Kreuzrippengewölbe sind sehenswert.

Umrunden soweit es geht den Dom und steigen dann den Burgberg hinauf. Vor dem Eingang zur viertürmigen weiß getünchten Burg steht ein modernes Reiterdenkmal für den ersten Slawenfürsten Svatopluk, innen befindet sich das Nationalmuseum, das wir nun besuchen. Die Ausstellung wirkt etwas zusammengewürfelt: Kelten im Untergeschoss, Ansichten von Preßburg und eine temporäre Glasausstellung im 1. Stock. Dann alte Reklameschilder und ein historisches Museum mit einer 23000 Jahre alten Mutterfigur aus Elfenbein. Schließlich der Aufstieg in den 47 m hohen Kronenturm mit einem netten Rundblick über die Altstadt, die Donau und die Brücke mit dem Ufo-Restaurant am Mittelpfeiler. Beim Abstieg kommt man dann noch an einer Kopie der ungarischen Stephanskrone vorbei und irgendwann ist man wieder im Freien.

Die Burg von Bratislava Ein böhmisches Bierchen zum Tagesausklang
Mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und wir steigen noch einmal in die Altstadt hinunter, vielleicht ergeben sich nun hübschere Fotos. Der Abstecher ins Fotografiemuseum dauert nur kurz und bald schon stehen wir am Ufer der Donau. Setzen uns beim Anleger des Twin-City-Liners (der Katamaran-Verbindung zwischen Wien und Bratislava über die Donau) in die schwimmende Bar und genießen die plötzlich strahlende Sonne bei einem böhmischen Bier. Geben uns dem Müßiggang hin und schauen irgendwann der Sonne beim kitschigen Untergang zu - Urlaubsfeeling pur!

Die Suche nach einem Abendessen endet dann aber nur mäßig erfolgreich bei einem Italiener, der Heimweg mit nett beleuchteten Gebäuden entschädigt dann aber dafür.

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Mi 27.9. Barock und Kirchenglanz in Ungarn

Die barocke Benediktinerkirche am Szechenyi-Platz in Győr 'Siphon-Brunnen' in der Altstadt von Győr Nach dem Frühstück verlassen wir das Gästehaus und fahren bei hellgrauem Himmel zügig nach Ungarn. Ab der Grenze geht es zwar etwas langsamer weiter, aber kurz nach 10:00 Uhr erreichen wir die von vielen barocken Gebäuden geprägte Stadt Győr an der Mündung der Raab in die Kleine Donau. Stellen das Auto in eine Parkgarage beim Zentrum (wir haben keine Forintmünzen und die Automaten dort schlucken immerhin Kreditkarten). Von dort ist es nicht weit zur Touristeninfo, wo wir einen Stadtplan in Deutsch mit eingezeichnetem Rundgang erhalten.

Diesem folgend kommen wir zuerst zum (hässlich) modernen Nationaltheater und dann zum zentralen Szechenyi-Platz. Dieser beeindruckt neben den hübschen Barockfassaden der umstehenden Häuser mit der Mariensäule und der Benediktinerkirche mit den zwei Türmen. Das barocke Innere ist reich geschmückt, die goldene Kanzel sticht besonders hervor. Der Spaziergang führt uns weiter durch die Altstadt mit modernen Skulpturen zur Karmeliterkirche. Auch diese ist barock mit einem ovalen Kirchenschiff. Nur wenige Minuten Fußmarsch entfernt steht der Dom, allerdings wegen Renovierung geschlossen, daher gehen wir weiter zum Bischofspalast, aber auch der ist wegen Renovierung geschlossen. Immerhin kann man einen Turm besteigen, was wir dann auch machen. Nach einem Abstecher zu einem Museum mit moderner Kunst und dem "Siphon-Brunnen" holen wir das Auto aus der Parkgarage und fahren eine knappe halbe Stunde südwärts.

Die Territorialabtei Pannonhalma auf dem Martinsberg Geißkirche und Dreifaltigkeitssäule in der Altstadt von Sopron Ziel ist die Territorialabtei Pannonhalma im gleichnamigen Ort. Diese Festung des Glaubens steht auf dem Martinsberg, dem einzigen Hügel weit und breit. Beim modernen Besucherzentrum zahlen wir den Eintritt und bekommen einen Audioguide, der uns über eine Stunde auf unserem Weg durch Kirche, Kreuzgang und Bibliothek leitet. Diese Benediktinerabtei geht auf die erste Jahrtausendwende zurück und ist seither immer weiter um- und ausgebaut worden. Nach den Schäden der Türkenkriege wurden viele barocke Gebäudeteile an den ursprünglich romanischen, dann gotischen Komplex hinzugefügt. Alles in allem sehr hübsch, außerdem scheint seit Mittag die Sonne :-).

Kurz nach drei starten wir noch einmal durch, wir haben in Sopron eine Unterkunft reserviert und das liegt nicht gleich ums Eck. Gute eineinhalb Stunden fahren wir über Autobahnen und Schnellstraßen nach Westen, bis wir den Parkplatz unserer gebuchten Pension Erhardt erreichen. Spazieren gleich mal ins Zentrum, dort wollen wir zwei Museumshäuser ansehen. Leider werden an der Kassa weder Kreditkarte noch Euro akzeptiert und wir wollen keine Forint mehr einwechseln. Also können sie uns gernhaben, schlendern einfach so durch die Altstadt, vorbei am mittelalterlichen Feuerturm am Zugang zum Fő tér (Hauptplatz), in die Benediktinerkirche mit dem lustigen Turmspitz und zur Ursulinenkirche. Nachdem wir uns noch den Bauch in einem traditionellen Restaurant vollgeschlagen haben, gehen wir gemütlich durch die abendlich beleuchtete Altstadt zurück zum Hotel.

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Do 28.9. Maribor, die Stadt an der Drau

Das Stadtschloss in Maribor Denkmal des nationalen Befreiungskrieges mit der Basilika der Mutter der Barmherzigkeit im Hintergrund Nach dem Frühstück verstauen wir unsere Sachen im Auto und spazieren - wegen des schönen Lichts - noch einmal in die Altstadt. Kurz vor 10:00 Uhr verlassen wir dann Ödenburg in Ungarn mit dem Ziel Maribor in Slowenien. Das Navi sagt zwar, über Österreich geht es schneller oder bequemer, wir beschließen aber, draußen zu bleiben und fahren daher erst mal über holprige Landstraßen, dann über die gut ausgebaute M86 bis zur ungarisch-slowenischen Grenze. Erstehen dort die slowenische Autobahnvignette und fahren über die Autobahn bis Maribor.

Nach insgesamt 3 Stunden Fahrt lotst uns das Navi in der Nähe des Zentrums zu einem Parkhaus und wir machen uns gleich auf den Weg in die Stadt. In der nahen Touristen-Info bekommen wir einen Stadtplan mit eingezeichnetem Rundgang und so ausgestattet finden wir die paar Sehenswürdigkeiten von Marburg an der Drau, wie die Stadt auf Deutsch heißt.

Zuerst spazieren wir an der backsteinroten Basilika der Mutter der Barmherzigkeit vorbei und gönnen uns dann am Grajsky trg vor dem Stadtschloss in der Sonne eine Erfrischung. Danach besuchen wir das im Inneren gelegene Regionalmuseum mit einer kunterbunten Sammlung von allem Möglichen: mittelalterliche Waffen und eine Apotheke aus alter Zeit, Musikinstrumente und Zinnfiguren, Sakrales und noch einiges mehr. Nach über einer Stunde verlassen wir das Schloss und folgen den Schildern zu einem gleich nebenan gelegenen Weinkeller. In ein paar Minuten beginnt eine Führung, wir dürfen aber unbegleitet in die nicht mehr genutzten Gewölbe gehen und statt des Eintritts verkosten wir anschließend zwei Weine.

Die Kathedrale St. Johannes der Täufer in Maribor Die angeblich älteste veredelte Weinrebe der Welt (ca. 400 Jahre alt) Mittlerweile hat es leider schon wieder etwas zugezogen, daher schauen wir, dass wir auch die restlichen Attraktionen finden. Dazu zählt der Johannes dem Täufer geweihte Dom mit den Goldreliefs im Chorgestühl und den modernen Buntglasfenstern für den ersten Slowenen, der selig gesprochen wurde (Bischof Anton Martin Slomšek). Und auch das spätgotische Rathaus am Glavni trg (Hauptplatz) mit der Pestsäule und den Häuserfassaden aus verschiedenen Epochen sollte man gesehen haben.

Da die Sonne sich doch noch unser erbarmt, spazieren wir zur Drau und auf die Brücke mit Blick auf zwei noch erhaltene Bastionstürme der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Dann gehen wir hinunter zur Uferpromenade im Stadtteil Lent und sehen uns dort noch die älteste veredelte Weinrebe der Welt (rund 400 Jahre alt) an. Das Haus der alten Rebe beherbergt ein Weinmuseum, auf das wir aber heute keine Lust mehr haben. Daher spazieren wir bald durch die Altstadt zurück zum Parkhaus.

Fahren auf die andere Seite der Drau, denn liegt das Hotel Tabor, wo wir für diese Nacht ein Zimmer gebucht haben. Legen die Füße hoch und besprechen die nächsten Tage. Dann spazieren wir zu Fuß noch einmal in die Altstadt, wo wir diverse Speisekarten inspizieren. Entscheiden uns für das Fischrestaurant Novi Svet pri stolnici und dort für die Fischplatte für zwei. Sehr umfangreich und gut. Können den anschließenden 15-minütigen Fußmarsch zurück zum Hotel sehr gut gebrauchen ;-)

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Fr 29.9. Wieder eine Hauptstadt

Einer der geflügelten Drachen (das Wappentier der Stadt) bei der Drachenbrücke in Ljubljana Der barocken Dom St. Nikolaus in Ljubljana Beginnen bei schönstem Wetter kurz nach 9:00 Uhr unsere nächste Etappe und fahren in den Süden zur Autobahn. Diese wendet sich langsam nach Westen und die Gegend wird hügeliger, um nicht zu sagen gebirgig. Zwischen den Berg- und Hügelrücken liegt teilweise dichter Nebel, es ist einfach schon Herbst!

Erreichen nach eineinhalb Stunden die slowenische Hauptstadt Ljubljana, die unter einer sich langsam auflösenden Hochnebeldecke liegt. Auch hier finden wir dank Navi ein Parkhaus in der Nähe des historischen Zentrums und haben von dort nicht weit zur Touristeninformation. Diese liegt günstig südlich des Flusses Ljubljanica neben der dreiteiligen Brücke, einer der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt Laibach.

Bei Sonnenschein spazieren wir dann zum barocken Dom St. Nikolaus mit schönem Deckenfresko. Danach geht es durch den ausgedehnten, zwischen Dom und Fluss gelegenen Markt mit Verpflegungsständen, Obst und Gemüse, Textilien und Souvenirs zur Drachenbrücke. Dieses Jugendstilbauwerk wird von vier geflügelten grünen Drachen, dem Wappentier der Stadt, geschmückt und wurde anlässlich des 40. Thronjubiläums von Kaiser Franz Josef geplant. Auf der nördlichen Seite des Flusses gehen wir zur Franziskanerkirche bei den Drei Brücken zurück. Hier finden sich auch einige Jugendstilgebäude, die unter anderem das älteste Kaufhaus Laibachs und ein Literatencafé beherbergen.

Die Ursulinenkirche in Ljubjana Die Burg von Ljubljana Noch einmal gehen wir dann in die Altstadt und bewundern das Rathaus mit dem Renaissance-Hof und dem Drei-Flüsse-Brunnen. Nachdem wir in einem Straßencafé am Novi Trg in der Sonne gerastet haben, flanieren wir eher ziellos durch die engen Gassen der Altstadt und kommen so noch zum Slowenischen Parlament aus dem Jahr 1960 und zur barocken Ursulinenkirche mit einer recht eigenwilligen Fassade.
Nun wird es Zeit, die Stadt von oben zu betrachten. Durch den noch immer gut gefüllten Markt gehen wir zum Schrägaufzug, der uns um 14:00 Uhr hinauf auf den Burgberg bringt. Dort holen wir uns einen Audioguide, von dem wir uns durch die in den 1990ern renovierte Burg führen lassen. Besichtigen die wappengeschmückte Kapelle, einige Ausstellungen (Architektur, Puppenmuseum) und besteigen auch den Aussichtsturm. Von dort haben wir einen netten Blick über die Stadt und dort wird auch ein Animationsfilm über die Entwicklung der Stadt von den Römern bis heute gezeigt. Im Innenhof lädt das Burgcafé zu einer Rast, die wir nach 2 Stunden treppauf, treppab dringend nötig haben.

Nachdem wir wieder unten in der Stadt sind, beschließen wir, eher zeitig hier in Ljubljana zu Abend zu essen, denn unser heutiges Hotel liegt außerhalb und wir kennen die Versorgungslage dort nicht. Bummeln also wieder durch die abendliche Altstadt und entscheiden uns für ein Lokal mit regionalen Spezialitäten, in dem wir gut essen und trinken. Etwas Ärger bereitet uns noch der Zahlautomat in der Parkgarage, denn der schluckt unsere Kreditkarten nicht, spuckt das Ticket wieder aus und beim zweiten Versuch mit Bargeld müssen wir schon eine Stunde (= € 2,40) mehr zahlen - grummel!!! Kurz vor 19:00 Uhr fahren wir dann zu unserem Hotel Florjanckov Hram und nutzen dort das W-LAN für die Planung der nächsten Tage.

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Sa 30.9. Mediterranes Flair in Italien

Nach einem reichlichen Frühstück verlassen wir zu unserer üblichen Zeit das Hotel und folgen bald der Autobahn A1 nach Westen. Bei Fernetti überqueren wir nach nicht ganz einer Stunde die Grenze nach Italien und fahren aus dem Karst hinunter ans Meer nach Triest. Urlaubsgefühl macht sich breit!

Der eher gedrungene Bau der romanischen Kathedrale San Giusto aus dem 14. Jahrhundert Bei guten Wetter erkennt man auch das ca. 7 km Luftlinie entfernte Schloss Miramare Steuern das Parkhaus San Giusto an, von dort kann man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erreichen. Da das Licht jetzt am späten Vormittag gerade passt, starten wir unsere Besichtigungstour auf dem Hügel über der Altstadt. Schon die Römer hatten hier eine Festung und einen Tempel, in späterer Zeit entstanden hier dann die Burg und die Kathedrale. Besuchen zuerst die romanische Kathedrale San Giusto aus dem 14. Jahrhundert mit dem gedrungenen Glockenturm, den beeindruckenden byzantinischen Mosaiken in den seitlichen Apsiden und dem Taufbecken in der Johanneskapelle. Auch die gotische Rosette über dem Portal ist sehenswert.
Vorbei an den römischen Säulenresten vor der Kirche gehen wir dann hinüber zum Castello di San Giusto, das heute ein Schloss- und Waffenmuseum beherbergt, sowie eine eigene Sammlung für römische Funde aus Triest und der Umgebung. Im Innenhof sind auch zwei Figuren ausgestellt, die in früheren Jahren die Glocke der Rathausuhr geschlagen haben. Von der Burgmauer hat man einen ungehinderten Blick über die Stadt, den Hafen und die Bucht von Triest bis zum Schloss Miramare.

Der neoklassizistische Bau der Handelskammer von Friaul Venetien in Triest Detail aus der Fassade des vom Wiener Architekten Emil Artmann erbauten Regierungspalasts an der Piazza dell'Unità d'Italia Verlassen gegen 13:00 Uhr diese geschichtsträchtige Stätte und begeben uns hinunter in das Triest der Gründerzeit. Am Hauptplatz, der Piazza dell’Unità d’Italia, bewundern wir die neoklassizistischen Prachtbauten wie den Regierungspalast oder das Rathaus.
Heute beginnt hier im Golf von Triest mit der "Barcolina", einer Nachwuchsregatta, das Vorprogramm für die "Barcolana", der größten Segelregatta der Welt. Überall im Zentrum und am Hafen stehen Bühnen und Zelte mit Segelbedarf oder Verpflegung. Wir besorgen uns eine kleine Erfrischung, die wir in und mit der Sonne an der Mole genießen. Schließlich schlendern wir die Promenade entlang bis zum Canal Grande, an dem diverse Palazzi mit schönen Fassaden gerade von der Sonne angestrahlt werden. Spazieren dann weiter durch die Altstadt und kommen noch zu einigen römischen Resten, wie dem Teatro Romano und dem Richardsbogen. Schauen dann noch beim Aquarium vorbei, aber das ist eher eine traurige Angelegenheit und wir sind bald fertig. Gönnen uns zum Abschluss der Besichtigung am Hauptplatz im Caffè degli Specchi einen Mojito in der Sonne, flüchten nach dem Austrinken aber rasch, da bei der Bühne auf dem Platz der Soundcheck beginnt.

Nach einem letzten Blick auf das Rathaus holen wir gegen 17:00 Uhr das Auto aus dem Parkhaus und fahren wieder hinauf in den Karst. In Villa Opicina, kurz vor der slowenischen Grenze, ist unser heutiges Quartier, das Hotel Valeria. Der Einfachheit halber reservieren wir für das Abendessen einen Tisch in der angeschlossenen Trattoria und vertrödeln die Zeit bis zum Öffnen damit, uns bei einem Bier das Verkehrschaos anzuschauen. Das Lokal ist dann gut besucht, fast nur Einheimische, die wie wir die authentische Küche genießen. Das Abendessen war ein gelungener Abschluss des ersten richtig schönen Urlaubstages!

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So 1.10. Märchenschloss und fast vergessene Stadt

Das malerisch am Golf von Triest gelegene Schloss Miramare Das Castelletto im Park von Miramare Lassen uns beim Frühstück so richtig verwöhnen und brechen dann eher zeitig auf. Wir wollen uns das berühmte Schloss Miramare anschauen, das - wie alle staatlichen italienischen Museen - am ersten Sonntag im Monat bei freiem Eintritt besucht werden kann: da sind wir bestimmt nicht die Einzigen.

Bei unserer Ankunft kurz nach der Öffnung um 9:00 Uhr sind aber noch genügend freie Parkplätze vorhanden. Schlendern über den Fußweg an der Uferpromenade entlang zum Eingang in den weitläufigen Park und nähern uns dem Schloss, das Erzherzog Ferdinand Maximilian von Habsburg für sich und seine Gattin Charlotte von Belgien Mitte des 19. Jahrhunderts an diesem herrlichen Ort erbauen ließ.

Das Innere ist der Zeit entsprechend ausgestattet, wobei die Einrichtung größtenteils noch original ist. Viel Holz, Marmor und Brokat, Nippes, Portraits und Intarsien prägen dieses Museum. Aus den Fenstern hat man einen schönen Blick auf das Meer - Miramare heißt ja auch Meerblick. Nach einer Stunde verlassen wir das zinnengekrönte Gebäude und genießen noch die angenehme Atmosphäre im weitläufigen Parkgelände bei einem Spaziergang zum Castelletto, dem 'kleinen' Gartenhaus.

Um kurz vor 11:00 Uhr gehen wir gegen den Strom der neuen Besucher zum total verstellten Parkplatz, kämpfen uns an Wildparkern vorbei zurück zur Küstenstraße und fahren dann etwa eine Stunde entlang der slowenischen Grenze nordwärts bis wir in Görz - italienisch Gorizia - ankommen.

Die Kirche des Heiligen Ignatius an der Piazza della Vittoria in Görz Die außen eher schlichte Kathedrale von Görz Die Stadt Görz hat für Claudia als Lienznerin eine geschichtliche Bedeutung, denn die Grafen von Görz waren in ihrer Heimatstadt ein wichtiges Herrschergeschlecht. So ist der Besuch in Görz fast unvermeidlich. Erreichen kurz vor 12:00 Uhr die geteilte Stadt am Isonzo und parken beim Palazzo Attems Petzenstein. Das Museum ist allerdings wegen eines Konzertes derzeit nicht zugänglich, wir bekommen aber einen Stadtplan und die Empfehlung, zuerst die Burg zu besichtigen und später wieder zu kommen. Spazieren also zur Piazza della Vittoria mit der zweitürmigen Kirche des Heiligen Ignatius und dann weiter zur Kathedrale von Görz. Sie ist innen sehr hell und weist sehr viel Rokoko-Stuck auf.

Dann nehmen wir den Aufstieg auf den Burgberg in Angriff. Das Museum zum ersten Weltkrieg mit der aktuellen Ausstellung "100 Jahre Isonzo-Schlacht" motiviert uns nicht, wir bevorzugen die mittelalterliche Burg der Grafen von Görz, wo wir bei heute freiem Eintritt und mäßigem Besucherinteresse diverse Musikinstrumente und das Mittelaltermuseum bestaunen. Im ehemaligen Getreidespeicher ist jetzt eine Ausstellung zur Geschichte der Grafschaft Görz untergebracht und man kann beim Rundgang auf der Burgmauer einen schönen Blick über die Stadt und die Landschaft genießen.

Die Burg der Grafen von Görz Der Zugang zum Palazzo Coronini-Cronberg Kurz nach zwei sind wir wieder am Hauptplatz, halten kurz Rast im Schatten und versuchen dann neuerlich unser Glück beim Palazzo Attems Petzenstein und nun können wir ungestört die beeindruckende Gemäldesammlung und die Architektur genießen. Dieser Palast im Herzen der Altstadt ist für sich schon sehenswert und beherbergt eine Gemäldesammlung von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Unser nächster Besuch gilt dem Palazzo Coronini-Cronberg, den wir pünktlich zur 15:00-Uhr-Führung erreichen. Auch hier hatte ein altösterreichisches Adelsgeschlecht seinen Stammsitz. Der letzte Graf war ein Kunstsammler und hat seinen Besitz 1990 in eine Stiftung eingebracht. Zu sehen gibt es im Rahmen einer rund 80-minütigen Führung jede Menge Portraits derer von Coronini von Cronberg. Die Räume im Erdgeschoss sind im Stil des 16. und 17. Jahrhunderts gestaltet, die Beletage zeigt prunkvolle Salons aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Auch wenn das Wetter schön ist und zu einem Spaziergang im Park Coronini einladen würde, wir sind nach so viel Geschichte geschafft und suchen unsere heutige Unterkunft, das Bed & Breakfast Lucciole per Lanterne am Rande der Stadt. Da sonntags hier in Görz so gut wie gar nichts los ist, organisiert uns unsere Vermieterin einen Tisch in einer Osteria in den Weinbergen über der Stadt. Bekommen telefonisch die GPS-Koordinaten, denn die Adresse ist unserem Navi nicht bekannt. Kurven dann bei schönstem Wetter in die Berge und sind natürlich zu früh dort. Überbrücken die Wartezeit mit einem Glas Wein und lassen uns anschließend mit regionalen und saisonalen Köstlichkeiten verwöhnen. Rundum zufrieden fahren wir zurück nach Görz.

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Mo 2.10. Malerische Landschaft und Rückkehr nach Österreich

Unberührte herbstliche Landschaft im Soča-Tal Ausflugsschifffahrt auf der Drau in Villach Heute geht es wieder nach Österreich zurück. Das Wetter ist schon in der Früh traumhaft und so beschließen wir, nicht die schnellste, sondern die schönste Strecke zu nehmen. Daher überqueren wir in der Stadt die Grenze nach Nova Gorica, der slowenischen Stadthälfte. Dann geht es dem Fluss Isonzo, der slowenisch Soča heißt, entlang nach Norden. Die Straße führt teils durch eine zerklüftete Landschaft, teils durch eine weite Talsenke, über enge, kurvige Bergstraßen und eröffnet immer wieder wunderschöne Ausblicke auf kleine Dörfer, herbstlich gefärbte Wälder, die Aulandschaften der Soča und die Gipfel der Julischen und Karnischen Alpen.

Überqueren am Predil-Pass wieder die Grenze nach Italien und folgen dem Kanaltal nach Tarvis bis zur Autobahn nach Österreich. Bei Arnoldstein geht es über die Südautobahn nach Villach, das wir zu Mittag erreichen. Finden einen legalen Parkplatz vor der Nikolaikirche in der Nähe der Touristeninfo und holen dort einen Stadtplan mit eingezeichneten Rundgängen.

Die Stadtpfarrkirche St. Jakob in Villach Überqueren die Drau und folgen dem Altstadtweg durch das historische Zentrum der Stadt. Sehen dabei die bunten Bürgerhäuser am Hauptplatz, den Renaissance-Arkadenhof des Paracelsushauses, verschiedenste Erker und natürlich auch die Stadtpfarrkirche St. Jakob. Das spätgotische Innere wird geprägt von orangerot bemalten Säulen, sehenswert sind auch ein Christophorus-Fresko und die spätgotische Kanzel. Im Anschluss besteigen wir auch den Turm der Jakobskirche, werfen einen Blick in die Glockenstube und dann über die Stadt bis zur Burgruine Landskron. Fiat Topolino aus den 1950er Jahren im Villacher Fahrzeug- und Radiomuseum

Auf dem Rückweg zum Auto sehen wir noch einige schöne Gärten und Teile der alten Stadtmauer. Vor der Abfahrt schauen wir noch bei der neugotischen Nikolaikirche vorbei, die vom Franziskanerkloster betreut wird. Das Innere ist schlicht, aber die Gewölbe in Chor und Mittelschiff sind durch ziegelfarbene Kreuzrippen schön strukturiert. Vor der Kirche steht die vom Osttiroler Bildhauer Jos Pirkner 1986 geschaffene ausdrucksstarke Franziskus-Statue.

Pünktlich zum Ende der bezahlten Parkzeit fahren wir an den östlichen Stadtrand. Dort findet man das Villacher Fahrzeug- und Radiomuseum, eine kunterbunte Ansammlung von alten Allerweltsautos, Motorrädern, Mofas, Fahrrädern, Radios, Film- und Fotogerätschaften: hier lebt die Kindheit wieder auf!! Amüsiert treten wir gegen halb vier die Fahrt nach Lienz an, dort werden wir schon von Claudias Familie erwartet.

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Di 3.10. Heimatstadt mit neuen Augen gesehen

Die Liebburg am Hauptplatz von Lienz Das kleine Antoniuskirchl am Ostende des Lienzer Hauptplatzes Viel hat sich getan in Lienz seit der Kindheit. Trotzdem wird manches einfach als gegeben hingenommen, anderes nimmt man gar nicht mehr wahr. Da wir Zeit haben, möchten wir auch Lienz einmal mit den Augen eines Touristen betrachten.

Leider war gestern wohl der letzte schöne Tag unseres Urlaubs, heute ist es schon wieder trüb und bewölkt. Gehen trotzdem zur Touristeninfo und lassen uns ein paar Tipps für die Besichtigung der Stadt geben. Ausgestattet mit unserem allerersten Stadtplan von Lienz (als Einheimische braucht man sowas ja nicht) spazieren wir zum Hauptplatz. Hier gründeten die Grafen von Görz (die kennen wir ja schon) am Ende des 12. Jahrhunderts die Stadt Lienz. Die Form der alten Stadtbefestigung ist teilweise noch immer an der Anordnung der Gebäude erkennbar. Überragt werden die bunten Häuser und die Fußgängerzone heute jedoch von der Liebburg, die von den Grafen von Wolkenstein zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtet wurde. Heute beherbergt die Liebburg das Rathaus der Stadt.

Am Ostende des Platzes steht das kleine Antoniuskirchl - die Heimat der orthodoxen Gemeinde in Lienz - aber das war selbst uns bisher nicht bekannt.

Ruhende Hirten von Albin Egger-Lienz ausgestellt im Schloss Bruck Innenhof von Schloss Bruck Auf jeden Fall einen Besuch wert ist Schloss Bruck auf dem Schlossberg im Westen der Stadt. Die Grafen von Görz hatten hier bis 1500 einen ihrer Wohnsitze, heute ist dort das Museum der Stadt Lienz untergebracht. In den mittelalterlichen Räumlichkeiten kann man die vier Schwerpunkte des Museums bewundern: eine Kunstsammlung mit Arbeiten aus über fünf Jahrhunderten, archäologische Objekte aus Ur- und Frühgeschichte, Osttiroler Volkskunde und Volkskunst und auch eine naturkundliche Abteilung. Nur die schönsten und interessantesten Exemplare aus der reichen Sammlung des ehemaligen Heimatmuseums werden den Besuchern gezeigt,

Neben den Werken der Osttiroler Maler Albin Egger-Lienz und Franz von Defregger sollte man beim Besuch keinesfalls die mittelalterliche Burgkapelle mit Fresken von Simon von Taisten auslassen. Bei genügend Zeit kann man auch sonst noch alles Mögliche hier entdecken. Man darf bis unter das Dach des Burgfrieds steigen, von dort bietet sich (bei schönerem Wetter) ein toller Blick über den Lienzer Talboden und auch eine Fledermauskolonie kann man besuchen.

Wir sind fast zwei Stunden beschäftigt alles anzusehen und sind begeistert. Das heutige Museum der Stadt Lienz hat nichts mehr mit dem verstaubten Heimatmuseum aus Volksschultagen zu tun. Zum Abschluss des Besuchs in der Vergangenheit spazieren wir noch um den kleinen Schlossteich und lassen die Herbststimmung auf uns wirken.

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Mi 4.10. Heimreise!

Auch Urlaub und Familienbesuche gehen einmal zu Ende. Besichtigungen könnte man in Lienz noch mehr (z.B. die Stadtpfarrkirche St. Andrä und die gleich danebengelegene Krieger-Gedächtniskapelle mit Wandbildern von Albin Egger-Lienz oder die Römerausgrabung Aguntum im Osten der Stadt) und natürlich kann man hier auch wunderbar wandern und dem Wintersport frönen. Wir aber verlassen heute Claudias Heimatstadt und fahren die rund 380 km zügig nach Hause.

Damit geht ein recht spezieller Urlaub zu Ende, dessen Reisemotto viel Spielraum für Besichtigungen ließ und uns viele neue Eindrücke bescherte. Am Anfang hätte das Wetter etwas freundlicher sein können, aber wir haben uns Schönes zum Besichtigen ausgesucht, was uns das Wetter immer wieder mal vergessen ließ. In Italien kam zum Schluss sogar noch echte Urlaubsstimmung auf, die uns milde und zufrieden auf die ereignisreichen Tage zurücksehen lässt.



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