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Schlösser, Wälder, Seen

Schweden vom 11. bis 28. Juni 2016



Schwedisches Königswappen Wohin in diesem Urlaub? In den letzten Jahren hat es uns so gut wie immer in den Süden gezogen, auch wenn es dort wegen der Höhenlage nicht immer warm ist - siehe Bolivien oder Chile ;-)

Also wagen wir uns in diesem Jahr einmal in den Norden. Dort sind im Sommer die Tage lang und ein Blick in die diversen Reiseführer verspricht angenehme Temperaturen, nette Orte und abwechslungsreiche Landschaften. Die Wahl fällt auf Schweden, das wir von der Hauptstadt Stockholm aus mit einem Mietwagen erkunden wollen.

Nachdem wir die Route so ungefähr festgelegt haben, geht es ans Suchen der Unterkünfte, die wir eher abseits der Hauptattraktionen, aber wenn möglich mit einem "gewissen Etwas" wählen. Buchen alles vorab über das Internet, damit wir in Ruhe besichtigen können und unsere Zeit nicht mit nervigen Telefonaten oder E-Mails verplempern. Die Tagesetappen sind so geplant, dass kein Stress aufkommen sollte und sowohl Besichtigungen als auch Verpflegung gemütlich untergebracht werden können. "Bewaffnet" mit Reiseliteratur und Internetausdrucken machen wir uns also auf nach Schweden im Mittsommer.

Zum Starten hier schon einmal die Reiseroute (und die zurückgelegten Kilometer): zum Seitenanfang

Unsere Reiseroute auf dem Weg durch Südschweden
 1. Tag: Anreise
 2. Tag: Stockholm - (Drottningholm)
 3. Tag: Stockholm
 4. Tag: (Uppsala ) [127 km]
 5. Tag: (Västerås - Örebro) - Mariestad [389 km]
 6. Tag: Mariestad - (Lidköping - Spiken) - Tollered [217 km]
 7. Tag: (Göteborg) [89 km]
 8. Tag: (Helsingborg) - Malmö [329 km]
 9. Tag: (Lund) [44 km]
10. Tag: (Ystad) - Karlskrona [272 km]
11. Tag: Kalmar [83 km]
12. Tag: (Öland) [176 km]
13. Tag: (Glasreich) - Växjö [192 km]
14. Tag: (Eksjö) - Jönköping [206 km]
15. Tag: (Gränna - Motala - Berg Slussar) - Linköping [173 km]
16. Tag: (Norrköping) - Södertälje [226 km]
17. Tag: (Mariefred) [69 km]
18. Tag: Heimflug [75 km]

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Sa 11.6. Auf in den Norden!

Bei strömendem Regen fahren wir in der Früh mit dem Auto nach München und stellen es in die Parkgarage von "Pfiffig Parken". Werden zum Flughafen gebracht und müssen dort durch die nervige Sicherheitskontrolle. Dahinter ist erst mal Ruhe und wir vertrödeln die Zeit bis zum Abflug mit einem zweiten Frühstück.

Trüber Amsterdamer Flughafen mit Flugzeug auf Aussichtsterrasse Pünktlich hebt die KLM-Maschine ab und um 13:00 Uhr landen wir in Schiphol. Die Wege sind diesmal erstaunlich kurz, daher haben wir genug Zeit zum Nichtstun. Der Weiterflug nach Stockholm ist nicht wirklich erwähnenswert und um 16:45 landen wir in der schwedischen Hauptstadt.

Werners Koffer ist auch gleich da, auf den zweiten warten wir bis das Gepäckband still steht --> Claudia steht ohne Koffer da!
Melden uns beim Ankunftsservice, dort weiß man schon, dass der Koffer in Amsterdam hängen geblieben ist und mit dem nächsten Flieger nachgeliefert wird. Geben unsere Hoteladresse an und Claudia bekommt eine Notfallausrüstung.

Mit etwas Verspätung gehen wir zur Tourist-Info, dort erstehen wir die 72-Stunden-Karte für die Stockholmer Öffis und decken uns mit diversem Prospektmaterial ein. Dann suchen wir den Flughafenbus, der uns ins Zentrum bringt. Die Tickets dafür haben wir schon vorab im Internet gekauft, das hat bestens geklappt. Steigen um 18:30 beim Bahnhof in Stockholm in die Tunnelbana (T-Bahn = U-Bahn) um und die uns in den Vorort bringt, wo unser gebuchtes Best Western-Hotel Prins Philip (heute "Scandic Skärholmen") steht.

Nachdem wir Werners Gepäck abgestellt haben, vertreten wir uns auf der Suche nach einem Abendessen etwas die Beine. Wir scheinen im Orient-Viertel gelandet zu sein, überall gibt es Döner, Kebap, Falafel und ähnliches, aber nichts, was uns zusagt. Letztendlich sitzen wir im Hotelrestaurant und essen einen mittelprächtigen Grillteller. Verziehen uns dann bald ins Zimmer, Reisen macht müde!

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So 12.6. Stockholm und die Königinneninsel

Turmaufsatz des markanten Stadshusets (Rathaus) Eines der unzähligen Wappenschilder der Ritter des Seraphinenordens, hier vom früheren deutschen Bundespräsidenten Heinemann Der Tag beginnt gut, denn der vermisste Koffer wurde in der Nacht nachgeliefert und so sind wir wieder komplett ausgestattet.

Nachdem die Sonne vom blitzblauen Himmel scheint, beschließen wir das Besichtigungsprogramm in Drottningholm zu beginnen. Dafür fahren wir nach dem Frühstück mit der T-Bana ins Zentrum und finden dort vor dem markanten Stadshuset (Rathaus) den Anleger für die Ausflugsboote. Ergattern mit etwas Mühe Tickets für das 12:30 Uhr-Boot inklusive der Eintritten in das Schloss, den chinesischen Pavillon und das Theater.
Wir haben nun zwei Stunden Zeit, in der wir uns in der Altstadt etwa umsehen. Beginnen bei der Riddarholmskyrkan, der Grabkirche vieler schwedischer Könige und Kirche des Königlichen Seraphinenordens. Diese ist innen u.a. mit den Wappenschildern verstorbener Ritter und Ordensträger geschmückt.

Danach spazieren wir weiter auf die nächste Insel, wo Gamla Stan, die Ur-Altstadt Stockholms, liegt. Die Besichtigung des Schlosses dauert länger und ist für morgen geplant, aber hier liegen viele alte Kirchen, die allerdings wegen Gottesdiensten nicht besichtigt werden können. Lassen das Flair der alten Gassen auf uns wirken und sind dann wieder pünktlich beim Bootsanleger. Die Sonne ist nun leider weg, lebhafter Wind treibt Wolken über den Himmel.

Durch den inneren Schärengarten auf den Weg zum Schloss Drottningholm Einrückende Wache nach der Wachablöse Besteigen das Aussichtsdeck des kleinen Schiffes und sind froh über unsere Windjacken, die uns auf der knapp einstündigen Fahrt durch den inneren Schärengarten über den Mälarsee doch etwas schützen. Aber die Aussicht ist trotz trüben Lichts hübsch: wir passieren unbebaute Inselchen, aber auch kleine bunte Häuser am Ufer, eingebettet in sattes Grün, umrahmt von Blau(grau), und dazwischen immer wieder Segelboote.

Nicht weit hinter dem Anleger auf der Königinneninsel liegt das Schloss Drottningholm, der aktuelle Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie. Die touristenwirksame Wachablöse haben wir aber verpasst, sehen nur mehr die wieder in die Unterkunft einrückende Mannschaft. Mit Kombiticket dürfen wir uns in den barocken Räumlichkeiten des Schlosses umsehen. Auf zwei Ebenen ist typisch Monarchisches ausgestellt - Porträtgalerie, Himmelbett und Tapisserien. Der Staatssaal und die Bibliothek sind besonders hübsch.

Prunkvoller königlicher Empfangsraum aus früheren Dynastien im Schloss Drottningholm Im chinesischen Pavillon Um 14:45 gehen wir zum nebenan gelegenen Schlosstheater, das aber wegen einer Veranstaltung geschlossen ist. Auch sonst hätte man zur Besichtigung eine Führung buchen müssen, was uns beim Ticketkauf aber niemand gesagt hat. Schade, denn die original erhaltene barocke Bühnentechnik wäre sicher interessant gewesen. Grummelnd spazieren wir durch den Park, vorbei an einem kleinen See mit Enten und Gänsen, bis wir am anderen Ende den chinesischen Pavillon finden. Der ist zwar weniger überlaufen und mit seinen chinesisch inspirierten Verzierungen ganz nett, aber gibt trotzdem nicht viel her.

Auf dem Weg zurück zum Schloss kommt doch wieder zaghaft die Sonne raus und so gelingen uns noch ein paar ganz passable Schnappschüsse vom Schloss und der barocken Parkanlage. Lange währt die Freude aber nicht, und wir beschließen, die Insel der Königinnen schon mit dem 16:00-Uhr-Boot wieder zu verlassen. Die Wartezeit überbrücken wir mit einer typisch schwedischen Zimtschnecke, die wir in einem Café am Anleger erstehen - Bezahlung auch für kleinste Beträge mit Kreditkarte. Im Salon des Schiffchens vor dem ziemlich kühl wehenden Wind geschützt schreiben wir Tagebuch und die ersten Ansichtskarten, dann kommen wir bei strahlendem Sonnenschein um 17:00 Uhr beim Stadshuset an.

Schloss Drottningholm von der Parkseite aus gesehen Gedecktes Monument für Birger Jarl, Gründer Stockholms um ca. 1250 Spazieren nun wieder nach Gamla stan, denn dort möchten wir die Kirchen von heute Vormittag noch genauer besichtigen, finden sie aber jetzt nur mehr geschlossen vor. Ist schon verblüffend, wie früh auch im Sommer die Sehenswürdigkeiten schließen, obwohl so lange Tag ist. Also legen wir unser Augenmerk auf dem weiteren Spaziergang auf die Speisekarten der vielen kleinen Lokale in den Altstadtgassen. Wagen uns im Slingerbulten an Rentiersteak und Ochsenwangen, die wir auf einem Tisch vor dem Lokal mit dem größten Vergnügen vertilgen.

Das Licht ist jetzt warm und mild und wir suchen auf der gegenüberliegenden Insel ein Plätzchen, um die in der Abendsonne strahlenden bunten Häuser von Riddarholmen zu bewundern. Schlendern dann zum Bahnhof, lassen uns von der T-Bahn wieder in unser Viertel bringen und spazieren entspannt zum Hotel.

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Mo 13.6. Gamla stan und Vasa - was Stockholm an Altem zu bieten hat

Beeindruckende St.-Georgs-Skulptur in der St. Nikolai Kirche Das königliche Schloss in Stockholm Das Frühstücksbuffet ist von 2 Busladungen Indern leergefegt, aber mit etwas Geduld werden auch wir satt. Kurz nach 9:00 nehmen wir die T-Bahn ins Zentrum und versuchen unser Glück ein weiteres Mal bei den beiden Kirchen in der Altstadt Gamla stan. Für die Tyska kyrka (Deutsche Kirche) sind wir aber zu früh, sie ist von 10:30 bis 16:30 für Besucher geöffnet. Aber die St. Nikolai kyrka, auch Storkyrka genannt, hat schon ihre Pforten für uns geöffnet. Außen Barock, wie das daneben gelegene Schloss, ist sie im Inneren ganz Backsteingotik mit einem schönen Altar und einer beeindruckenden St.-Georgs-Skulptur. Wir verlassen die frühere Krönungskirche Schwedischer Könige und wenden uns dem Schloss zu.

Hier schauen wir uns alles an, was im Ticketpreis enthalten ist. Dazu zählt die Schatzkammer mit Krönungsornat, Krone, Schwert und Reichsapfel im 3. Untergeschoss ebenso wie die weitläufigen Repräsentationsräume (Staats-Apartments) mit barockem Mobiliar, Tapisserien, endlosen Gängen voller Gemälde, Orden und Uhren. Im Tre Kronar-Museum wird die Geschichte der Entstehung der Stadt und des Wappens mit den drei Kronen im Mittelalter anschaulich gemacht. Die drei Kronen symbolisieren den damaligen Zusammenschluss von Schweden, Dänemark und Norwegen zu einem Königreich. Zum Abschluss gönnen wir uns noch die kleine Antikensammlung.

Wachablöse vor dem königlichen Schloss in Stockholm Jetzt ist es 12:00 Uhr und zu Mittag findet immer die Wachablöse mit Musik statt. Auch wir stellen uns unter die Zuschauer und bestaunen 15 Minuten lang das Spektakel, bei dem diesmal nach alter Tradition hellblaue Wachsoldaten an den diversen Schlosseingängen gegen dunkelblaue Wachsoldaten ausgetauscht werden. Dann endlich können wir auch einen Blick in die deutsche Kirche werfen. Auch ganz hübsch, besonders die Kanzel und die Königsloge stechen ins Auge.

Das Vasa-Museum mit den roten aus dem Haus herauswachsenden Schiffsmasten Eher zufällig finden wir den wohl kürzesten Weg vom höchsten Punkt der Stockholmer Altstadt hinunter zum Fähranleger nach Djurgården. Diese Halbinsel beherbergt neben einem Naherholungsgebiet und einem Vergnügungspark mehrere Gasthäuser aus dem 19. Jahrhundert und einige Museen. Nach der flotten Überfahrt stärken wir uns erst einmal in einer kleinen Pizzeria, dann schlendern wir am ABBA-Museum vorbei und folgen dem Weg am Ufer entlang, bis wir zu einem etwas skurril aussehenden Gebäude kommen. Das ist das Vasa-Museum, das um das fast vollständig erhaltene Kriegsschiff Vasa gebaut wurde. Wir erstehen am Automaten unsere Tickets und umgehen dadurch eine lange Warteschlange an der Kasse. Im Inneren bekommt man einen einzigartigen Schatz geboten, denn die Vasa sank auf ihrer Jungfernfahrt im Jahr 1628 und wurde erst 1961 gehoben. Neben dem konservierten Wrack, das von sechs Ebenen aus in all seinen Dimensionen erfahrbar wird, sind Exponate aus dem Inneren des Schiffsrumpfes, sowie archäologische Funde und Hintergrundinformationen zum Schiffsbau im 17. Jahrhundert und der Geschichte Schwedens ausgestellt. Wirklich beeindruckend!! Bis wir vom Kiel über den prächtig geschnitzten Heckspiegel bis zur Galerie auf dem Oberdeck kommen, vergehen über zwei Stunden.

Nun rentiert sich ein Besuch im Freilichtmuseum Skånsen nicht mehr. Daher schauen wir noch kurz in ein kleines Bootsmuseum bevor wir mit der Straßenbahn zurück ins Zentrum zuckeln. Steigen irgendwo am Wasser aus und schlendern an Ausflugsbooten und schwimmenden Lokalen vorbei. Entscheiden uns am Norr Mälarstrand für das Restaurant Pontonen an der Anlegestelle 464. Hier vertilgen wir in der Abendsonne Fisch auf Salat und ein Dessert, nicht billig, dafür auch nicht viel. Zum Ausklang des netten Abends wechseln wir in eine nebenan gelegene schwimmende Bar mit nettem Lounge-Bereich. Dort bemerken wir erstmals, dass in der Gastronomie außerhalb von Restaurants fast überall Selbstbedienung ist. Nach einem Glas Rotwein machen wir uns langsam auf den Weg zum Hauptbahnhof und von dort mit "unserer" U-Bahn zurück zum Hotel. Sind nach so viel Geschichte und Gelatsche echt geschafft und bald im Bett.



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Di 14.6. Uppsala - die Universitätsstadt im Norden

Heute werden wir mobiler! Nach dem Frühstück geht es wieder mit der T-Bahn zum Hauptbahnhof und von dort mit dem Flughafenbus nach Arlanda. Nein, nicht für die Weiterreise oder gar den Heimflug, sondern um unser reserviertes Mietauto abzuholen. Es entpuppt sich als Hybrid-Auto, was bei unserer geplanten Route nicht wirklich was bringt, aber was soll's!

Alte Glasfenster in der Dreifaltigkeitskirche von Uppsala Dom von Uppsala Sind um 11:00 auf dem Weg nach Uppsala. Eine knappe Stunde später stellen wir das Auto in eine teure Innenstadt-Garage und gehen als erstes dem Flüsschen Fyrisån entlang ins historische Zentrum. Zuerst zur kleinen, aber feinen Dreifaltigkeitskirche, einem der ältesten noch erhaltenen Gebäude der Stadt. Besonders die Deckenbemalung ist bemerkenswert.

Dann spazieren wir weiter zum Dom, der ist aber wegen einer Messe zu. Dafür steht gleich daneben die alte Universität von Uppsala mit dem Gustavianum. Das älteste Gebäude der Universität beherbergt mehrere Museen und als besondere Attraktion in der Kuppel ein Anatomisches Theater aus dem Jahr 1662. Jetzt ist auch der imposante Dom offen. Die aus Backsteinen errichteten Säulen und Pfeiler streben in gotischer Manier in die Höhe, genauer gesagt tragen sie die höchsten Kirchengewölbe Skandinaviens. Hier befinden sich wieder Grabstätten vieler schwedischer Könige und anderer honoriger Persönlichkeiten. Auch die Schatzkammer mit liturgischen Gegenständen und Gewändern ist besuchenswert.

Nach insgesamt zwei Stunden im Universitätsviertel holen wir das Auto aus dem Parkhaus und fahren zum Schloss auf dem Hügel über der Stadt. Hier sollte die alte Schlosskapelle zu sehen sein, aber wir finden keinen Hinweis oder einen offiziellen Eingang. Im kleinen Kunstmuseum erfahren wir dann, dass das Schloss heute ein normales Verwaltungsgebäude der Stadt ist, aber die Reste der Altarwand der Kapelle in den Ausstellungsräumen des Museums liegen. Da freier Eintritt ist, schauen wir uns 15 Minuten lang moderne Bilder, Skulpturen und Installationen an.

Das alte Schloss in Uppsala Wohnhaus des Naturforschers Carl von Linné Nach diesem eher trockenen Nachmittag setzen wir uns hinter dem Dom in den Domkeller und laben uns mit einem Starköl (= Bier) von der lokalen Schlossbrauerei im Sonnenschein. Für das Abendessen ist es noch zu früh, aber mit dem Auto in die Stockholmer Innenstadt wollen wir auch nicht. Beschließen daher, bis zum Öffnen der Lokale noch in den Linné-Garten etwas außerhalb zu fahren. Auch der ist Bestandteil der Universität und der älteste botanische Garten Schwedens. Da hier hauptsächlich Heilkräuter angepflanzt wurden, gehörte er zur medizinischen Fakultät und der Naturforscher Carl von Linné ließ ihn in der Mitte des 18. Jahrhunderts nach seinen Erkenntnissen in barocker Umgebung anlegen. Heute finden sich hier alle möglichen Zier- und Nutzpflanzen, ein kleines Gewächshaus und im ehemaligen Wohnhaus ein Museum. Ein netter Zeitvertreib, besonders, wenn das Wetter passt.

Um 17:00 Uhr fahren wir zum Restaurant Peppar Peppar, das wir aus einem der Prospekte ausgewählt haben. Bekommen im fein hergerichteten Lokal noch einen Tisch mit der Auflage, bis 19:15 fertig zu sein. Das geht sich knapp aus, auch wenn wir ob der guten Küche gerne länger geblieben wären.

Aber wir müssen ja wieder zurück nach Stockholm, und das geht bei etwas Tageslicht doch leichter. Nach einer knappen Stunde stellen wir das Auto auf dem Hotelparkplatz ab und tragen die erste Kilometerzahl ins Fahrtenbuch ein. Waren heute den ganzen Tag mit kurzen Ärmeln unterwegs, mal schauen, wie kräftig die nördliche Sonne auf die Haut wirkt.

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Mi 15.6. Jetzt geht's übers Land

Die Vårfrukyrkan-Kirche in Enköping Kirche in Västerås Heute heißt es "Koffer packen", ein Ortswechsel steht an. Füttern unser Navi mit dem ersten Besichtigungsziel und verlassen kurz vor halb zehn das Hotel. Zuerst stauen wir um Stockholm herum, bevor wir uns westwärts wenden und nördlich des Mälarsees eine Stunde später die wuchtige Kirche Vårfrukyrkan über der Stadt Enköping sehen. Beschließen, die erste Besichtigung vorzuziehen und werfen einen Blick hinein. Aber schon bald folgen wir wieder dem Navi, damit wir das eigentlich angepeilte Västerås erreichen.

Auf dem Kirchhügel steht der Dom in einem imposanten Stilgemisch, von Romanik über Backstein-Gotik bis Barock mit modernen Elementen. Hier ist unter anderem König Erik XIV beigesetzt. Sehenswert ist auch der alte Stadtkern Kyrkbacken, hier stehen kleine, meist in typischem Falunrot gestrichene Holzhäuschen, die heute kleine Läden beherbergen. Falunrot ist eine seit 1616 bestehende typische Farbmischung mit Pigmenten aus dem Abraum der Kupfermine in Falun.

Unser nächstes Ziel, auch für eine Mittagspause, liegt eine knappe Stunde Autofahrt weiter westlich und ist der weithin sichtbare Wasserturm von Örebro, der bezeichnenderweise Svampen (= Pilz) heißt. Mit einem kostenlosen Lift kann man zur Aussichtsplattform hinauffahren, dort gibt es auch ein Café mit Mittagsbuffet. Wir werfen einen Blick in die nun wieder bewölkte Landschaft, hinüber auf die Stadt Örebro am Hjälmaren-See und stärken uns etwas.

Der Wasserturm in Örebro Schloss in Örebro Dann machen wir uns auf, das historische Zentrum von Örebro mit dem Schloss zu erkunden. Ergattern einen erschwinglichen Parkplatz in der Nähe des Flusses Svartån. Auf einer Insel darin liegt der wuchtige Bau mit den zwei dicken Wehrtürmen. Das Schloss kann nur in Rahmen einer Führung, täglich um 13:00 Uhr, besichtigt werden, sonst ist nur der nördliche Turm mit einer kleinen Ausstellung über die Geschichte der Stadt frei zugänglich. Das ist rasch erledigt, und wir folgen der Beschreibung aus der Touristen-Info dem Flussufer entlang nach Wadköping.

Hier gibt es ein Freilichtmuseum, in das historische Gebäude aus dem 17. bis 19. Jahrhundert versetzt wurden. Es gibt einige Straßen, um die zeitlich zusammenpassende Gebäude gruppiert sind. In die kleinen, meist landestypisch in Rot gestrichenen Holzhäuser und Höfe ist wieder Leben eingekehrt, es gibt Lokale, Werkstätten, Museen und Läden. Interessant ist neben der Architektur an sich, dass die ganz alten, windschiefen Gebäude mit Grassoden gedeckt sind. Richtig nett gemacht. Verlassen gegen 16:00 Uhr das beschauliche Museumsdorf und nehmen die vermeintlich letzte Etappe für heute unter die Räder.

Idyllischer Landschaftsblick von unserer Unterkunft im Schloss Börstorp Fahren durch begrünte und bewaldete, aber trotzdem eintönige Landschaft in die Nähe von Mariestad. Wir haben für diese Nacht ein B&B im Börstorp Slott gebucht. Bekommen von der Hausherrin ein kleines Appartement im Gästehaus zugewiesen, dort sind wir die einzigen Bewohner.

Was uns jetzt noch fehlt, ist ein Abendessen. Fahren die paar Kilometer nach Sjötorp, ein kleiner Ort an der Mündung des Göta-Kanals in den Vänern-See. Aber die beiden Lokale entsprechen nicht dem, was uns vorschwebt. Also erstehen wir nur ein paar Getränke für unterwegs und fahren die 16 Kilometer nach Mariestad, das ist doch größer und bietet bestimmt mehr Auswahl. Stellen das Auto gebührenfrei an den Straßenrand und spazieren zum kleinen Hafen. Dort steht das Sill & Dynamit, ein feines Restaurant mit Blick auf Segelboote. Wir können sogar gemütlich im Freien sitzen und den Möwen bei ihren Flugkünsten zusehen. Auch das Essen ist vorzüglich, die zusätzlichen Kilometer haben sich wirklich gelohnt.

Zufrieden fahren wir in unser Schloss zurück und setzen uns auf die Terrasse. Es ist bis 22:00 Uhr hell genug, um draußen unsere Notizen nachzutragen bzw. zu lesen.

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Do 16.6. Entlang des Vänernsees

Ungewöhnliche zweiseitig begehbare Kanzel in der Kirche von Mariestad Im Porzellanmuseum der Manufaktur Rörstrand Das Frühstück gibt es im Haupthaus und nur für uns zwei ist ein umfangreiches Buffet aufgebaut. So gestärkt verlassen wir das idyllische Quartier und fahren noch einmal nach Mariestad, um die dortigen Sehenswürdigkeiten zu würdigen. Viel ist es nicht, die obligate Kirche, innen eher schlicht und Schloss Marieholm auf einer Insel im Fluss.

Daher geht die Fahrt bald weiter ins rund 50 km entfernte Lidköping. In dieser Hafenstadt am Vänernsee gibt es in der Altstadt ein paar historische Holzhäuser. Besonders markant ist auf dem großen freien Hauptplatz das rot gestrichene hölzerne Rathaus, ein ehemaliges Jagdschloss, das gegen Ende des 17. Jahrhunderts hierher versetzt wurde.

Etwas außerhalb der Stadt, in einem Gewerbegebiet, befindet sich das Porzellanmuseum in der ehemaligen Porzellanmanufaktur Rörstrand. Hier kann man bei freiem Eintritt eine kunterbunte Sammlung von Tellern, Schüssel und Tassen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart bestaunen. Kostspieliger kann es beim Ausgang werden, man muss nämlich durch den Fabriksverkauf ...

Das barocke Jagdschloss Läckö Unsere Reise geht weiter, nun wieder Richtung Norden auf die Insel Kållandsö. Dort steht das barocke Jagdschloss Läckö den Besuchern gegen Entgelt offen. Eine Besichtigung der Prunkräume ist nur im Rahmen einer Führung möglich und bis die beginnt, schlendern wir durch kleinere Ausstellungen (u.a. Schmuck einst und jetzt und moderne Skulpturen) und schauen beim barocken Küchengärtchen vorbei. Aber dann lassen wir uns auf Englisch etwa 45 Minuten durch die Repräsentationsräume aus der Mitte des 17. Jahrhunderts führen. Imposant sind der "Kriegssaal", der "Friedenssaal" und der "Saal der Österreicher", alles Reminiszenz an den 30-jährigen Krieg. Auch einige Wohnräume mit Möbeln aus der damaligen Zeit werden den Gästen gezeigt. Wirklich einen Besuch wert.

Eine Windmühle am Wegesrand auf dem Weg nach Tollered Bevor wir den Vänernsee verlassen, verschnaufen wir noch im Fischerdörfchen Spiken mit Blick auf Segelboote und Enten. Aber wir müssen weiter, das heutige Quartier ist noch rund 130 km entfernt. Der Weg dorthin führt wieder durch leicht hügelige grüne, bewaldete Gegend mit roten Häusern. Nur manchmal kommt eine Straßenkreuzung, Gegenverkehr gibt es selten, vor uns ist nie ein Auto zu sehen. Je näher wir der Westküste kommen, desto abwechslungsreicher werden die Farben der Häuser, aber mehr auch nicht. Kurz vor 18:00 Uhr erreichen wir das Hotel Nääs Fabriker in Tollered, etwa 30 km vor Göteborg.

Dieses Designhotel mit allem technischen Firlefanz liegt in einem ehemaligen Fabriksgebäude am Ufer des Sävelangen. Da der Himmel gerade jetzt seine Schleusen öffnet, buchen wir gleich beim Einchecken einen Tisch im Restaurant. Haben gerade noch Zeit uns etwas frisch zu machen, dann erwartet man uns auch schon im Design-Restaurant.

Die Karte ist seeehr übersichtlich (2 Vorspeisen, 2 Hauptspeisen), daher bestellen wir von jedem eins. Ist dann zwar gut, aber zu teuer für die kleinen Portionen. Sind froh, dass wir gestern noch Chips gekauft haben, die vertilgen wir mit einem Bier von der Bar nach unserer Rückkehr ins Zimmer - Fußballabend ohne Fußball, es ist ja EM ;-)

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Fr. 17.6. Göteborg

Kriegsschiff im Marinemuseum von Göteborg Das 'Lippenstift'-Haus im Göteborger Hafen Für heute haben wir eine Besichtigung der Stadt an der Mündung des Göta älv in die Nordsee geplant. In der Nacht hat es noch weiter geregnet, aber jetzt klart es langsam auf. Nach dem umfangreichen Frühstück (viel besser bestückt als das gestrige Abendessen) setzen wir uns ins Auto und lassen uns vom Navi zu einem Parkplatz in die Nähe der Oper von Göteborg dirigieren. Diese liegt am Hafen und gleich daneben gibt es mit dem "Maritiman" ein Schiffsmuseum, wo man 15 Wasserfahrzeuge - vom kleinen Lotsenboot über Löschschiff und Frachter, bis U-Boot und Zerstörer - innen und außen erleben kann. Dauert erstaunlicherweise über 90 Minuten, bis wir den eingezeichneten Rundgang beendet haben. Man darf fast überall hinauf- und herumklettern, macht richtig Spaß.

Dann spazieren wir am Hafen entlang zum "Lippenstift", einem weiß-rot gestreiften Hochhaus am Gästehafen, das gegen Gebühr einen Lift zur Aussichtsplattform im 22. Stock anbietet. Ist nicht ganz leicht zu finden, dafür ist der Ausblick gut, auch wenn nicht viel Schönes zu sehen ist. Ausnahme vielleicht das Hotel Barken Viking, ein Viermast-Schiff, das vor dem Hochhaus seinen fixen Anleger hat.

Wieder unten, spazieren wir gemütlich in die Innenstadt zum Dom. Den muss man allerdings nicht unbedingt gesehen haben, ist nur groß, innen weiß bemalt und fast schmucklos. Nach einer kurzen Rast in einem Pub schauen wir uns noch die deutsche Christianenkirche an. Ähnlich schmucklos wie der Dom, jedoch mit vielen bunten Fenstern neueren Datums.

Gallionsfigur der Götheborg Die Masthugg-Kirche hoch über dem Göta ärv Nun holen wir das Auto vom Parkplatz am Hafen und gondeln auf die Nordseite des Flusses. Dort am Anleger Pier 4 ist die "Götheborg" zu sehen, der originalgetreue Nachbau eines Frachters der Schwedischen Ostindien-Kompanie aus dem Jahr 1738. Besichtigung ist leider nur gegen Voranmeldung oder sonntags möglich, also können wir uns das beeindruckende Schiff mit goldenen Löwen an Bug und Heck nur vom nebenan gelegenen Pier 5 ansehen.

Wir wollen hier in Göteborg zu Abend essen, sind aber jetzt, mitten am Nachmittag, noch viel zu früh dran. Vertrödeln daher die Zeit mit einem Besuch bei der Masthuggskyrken, die auf einem Felsen über dem Göta ärv liegt und im nationalromantischen Stil errichtet ist. Die Decke ist einem umgedrehten Schiffsrumpf nachempfunden und in einem Nebenschiff stützt eine hölzerne Säule mit geschnitztem und bemaltem Weinrelief die Decke.
Trödeln dann weiter durch die Stadt, vorbei an der Feskekörkan, der ehemaligen Fischhalle, und dem Hafen bis zum Botanischen Garten. Dort lassen wir uns von der Blütenpracht verzaubern und bewundern neben unzähligen Rosen ein Palmenhaus und in einem Gewächshaus eine interessante Fotoausstellung.

Nun ist endlich Abendessenzeit und mit technischer Unterstützung finden wir im Stadtteil Haga ein rustikales Fischrestaurant. Im Innenhof des Sjöbaren vertilgen wir ein ausgezeichnetes Fischmenü in vernünftigen Portionen zu einem super Preis. Zufrieden schlendern wir noch durch die Gassen der Umgebung und fahren dann zurück ins Hotel nach Tollered. Dort besprechen wir noch den Plan für morgen, denn das Wetter sieht nicht wirklich stabil aus.

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Sa 18.6. Der Weg nach Malmö

Bunte Kunstinstallation im Festungsgraben von Vaberg Stark mitgenommener VW Typ 1 aus dem Jahr 1951 am Marktplatz in Halmstad Wie befürchtet hält der Himmel nicht dicht, es regnet. Gut, dass wir für heute keine besonderen Freiluft-Aktivitäten geplant haben. Nach einem ausgiebigen Frühstück verstauen wir unsere Koffer im Auto und machen uns auf die Reise in den Süden. Die Durchquerung von Göteborg kostet heute keine Maut (Wochenende) und dahinter lassen wir uns vom Navi über die Küstenstraße lotsen, um nicht immer Autobahn zu sehen. Das bringt aber auch nicht viel, das Meer ist noch zu weit weg.
In Vaberg halten wir bei der Festung an und umrunden diese zu Fuß bei lebhaftem Wind. Werfen noch einen Blick auf die Fahrräder im Burggraben und das "mondäne" Seebad auf Holzpfählen am Strand.

Dann geht es weiter nach Halmstad. Finden zu Mittag einen sehr zentralen Parkplatz, von dem aus wir zur St. Nikolai-Kirche gehen, die ist aber wegen Renovierung geschlossen. Dafür ist auf dem Marktplatz gleich daneben gerade ein Treffen von luftgekühlten Autos - also hauptsächlich VWs älterer Baujahre. Ganz lustig die alten Vehikel und ihre stolzen Besitzer zu betrachten.

Schloss Sofiero in Helsingborg Heftig flatternde farbige Fahnen an der windigen Uferpromenade von Helsingborg Um 13:00 Uhr machen wir Mittagspause in einem Restaurant am Platz und spazieren anschließend noch weiter durch den Ort. Erspähen dabei auch - eher zufällig - eine Picasso-Statue am anderen Ufer des Flusses und dann den Innenhof des knallrot gestrichenen Schlosses. Davor dümpelt das 120 Jahre alte Segelschiff Najaden.

Viertel vor zwei brechen wir zur nächsten Etappe nach Helsingborg auf. Etwas nördlich davon befindet sich das Sofiero Slott. Das in einem weiten Park gelegene Sommerschloss, das der spätere König Oskar 1864 für seine Frau Sofia errichten ließ, liegt etwas erhöht über dem Meer und ist umgeben von weitläufigen Parkanlagen mit englischem Garten, Heil- und Gewürzgärten, Seerosenteich und 10.000 Rhododendronbüschen.

Im Schloss befinden sich einige Sammlungen mit künstlerischen Arbeiten von Mitgliedern der Königsfamilie. Von der Terrasse des Schlossrestaurants hat man einen hübschen Blick über den Öresund auf das dänische Helsingør.

Der Burgturm Kärnan in Helsingborg Wir fahren dann in das Zentrum von Helsingborg und lassen uns an der Uferpromenade vom Wind verblasen. Dort ist im Dunkers Kulturhus die Touristeninfo, wo wir einen Stadtplan und einen Vorschlag für einen Stadtrundgang erhalten. Spazieren dem Plan folgend zum Stortorget, dem alten Hauptplatz. Von dort führen Stufen hinauf zum trutzigen Burgturm Kärnan, der einen tollen Blick über die Gründerzeit-Fassaden und das Meer bietet. Weiter geht es dann zum Rathaus, zum Tycho Brahe-Brunnen und an alten Fachwerkhäusern vorbei zurück zum Auto. Das Wetter hat gehalten, auch wenn der Wind etwas lästig war.

Tippen ein letztes Mal für heute eine Adresse ins Navi und lassen uns schnurstracks zum Hotel Scandic Kramer in Malmös Zentrum dirigieren. Ergattern einen legalen Parkplatz direkt davor am Stortorget und beziehen zufrieden ein etwas überladenes Zimmer.

Machen uns gleich auf die Suche nach einem Abendessen und hoffen, das Restaurant von vor 11 Jahren - siehe hier - noch zu finden. Und siehe da, fast direkt nebenan liegt in einem historischen Keller das Årstiderna i Kockska huset. In gediegener Atmosphäre vertilgen wir ein feines Essen mit gutem Wein. Danach brauchen wir einen Verdauungsspaziergang. Dafür umrunden wir den Stortorget mit dem imposanten Rathaus und kommen danach zum Lilla Torget. Hier brummt es! Der kleine Platz mit den Fachwerkhäusern ist umgeben von Bars und Lokalen, ein Gastgarten reiht sich an den nächsten, alle sind voll und es wird in ausgelassener Stimmung gefeiert.

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So 19.6. Wieder eine Universitätsstadt - Lund

Starten den Tag gemütlich, es ist ja Sonntag und die Sonne scheint! Unser Hotel bietet ein mehr als umfangreiches Brunch-Buffet, an dem wir zuschlagen. Bis wir fertig sind, hat es aber schon wieder zugezogen. Nichts desto trotz machen wir uns auf zum Tagesausflug ins etwas nördlich gelegene Lund.

Die Universität in Lund Fachwerkhaus in Lund In der ältesten Universitätsstadt Skandinaviens ergattern wir direkt im Zentrum vor dem Dom einen Parkplatz. In diesem romanischen Bau wird gerade eine Messe vorbereitet und wir können uns nur ganz schnell umsehen. Von außen gibt das Gebäude gerade auch nichts her: graue Mauern, von einem grauen Blechdach bedeckt unter wolkenverhangenem grauem Himmel ist recht eintönig. Daher spazieren wir etwas durch die ruhigen Gassen und landen beim Rathaus mit der Touristen-Info. Die ist erfreulicherweise offen und wir erhalten einen Stadtplan mit eingezeichnetem Rundgang. Folgen diesem Vorschlag einige Stationen und erreichen so kurz vor 12:00 Uhr das Freilichtmuseum "Kulturen". Hier sind alte Gebäude aus der Provinz Schonen (Südschweden) zusammengetragen und mit Ausstellungen gefüllt. Die Sonne kommt immer wieder durch und so ist das weitläufige Gelände mit Bauerngärtchen und kleinen Parkanlagen recht malerisch. Die Gebäude sind entsprechend ihrer Epoche eingerichtet und zeigen Kleidung, Handwerkzeug und die Lebenssituation der damaligen Bewohner, zum Beispiel die Schreibstube im Bürgermeisterhaus, einen karg gedeckten Tisch in einem strohgedeckten Bauernhäuschen oder auch eine bemalte Holzkapelle.

Nach über eineinhalb Stunden verschnaufen wir im Café beim Eingang und stärken uns bei den Klängen einer Dixie-Band. Etwas außerhalb des Museumsgeländes befindet sich an einer Straßenecke noch ein kleines windschiefes Haus mit einem winzigen Gemischtwarenladen, der ganz im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts gestaltet ist. Und dort können wir erstmals nicht mit Kreditkarte zahlen - was sonst vom Parkautomat über Kiosk und Postamt bis zum Museumseintritt überall erwünscht ist. Bei leichtem Sonnenschein versuchen wir unser Glück noch einmal beim Dom. Der romanische Bau vom Beginn des 12. Jahrhunderts wurde innen gotisiert und beeindruckt durch das goldene Mosaik in der Apsis und die astronomische Uhr. In der Krypta stützt der versteinerte Riese Finn als Säule das Deckengewölbe.

Die Stadtpfarrkirche Sankt Petri in Malmö Ein 'Artist' zwischen zwei Altstadthäusern in Malmö Kurz vor drei legen wir die nicht mal 20 km nach Malmö zurück. Der Parkplatz am Stortorget ist jetzt komplett voll, aber in einer Seitenstraße finden wir einen Parkplatz der bis morgen gebührenfrei ist. Dann spazieren wir am Bahnhof vorbei vor zum Hafen, denn dort soll der Nachbau einer Hanse-Kogge liegen. Aber Fehlanzeige - die historischen Schiffe mögen uns scheints nicht. Daher machen wir mit den unverrückbaren Sehenswürdigkeiten weiter und gehen zur Sankt Petri kyrka, der Stadtpfarrkirche in der Altstadt. Ist außen roter Backstein und innen reformiert weiß gestrichene Gotik. Nur in einer Seitenkapelle hat man die vorreformatorische Wandbemalung freigelegt.

Anschließend schlendern wir durch die malerischen Gassen. Viel Fachwerk, viel Klinker, viel Wind. Irgendwann zieht es uns in ein Pub, um die ausgedörrten Kehlen zu ölen. Sitzen in der Sonne, bis es kurz nach fünf Zeit wird, ein Abendessen zu suchen. Landen dabei am Lilla torget und setzen uns trotz Wind vor der Pizzeria Piccolo Mondo unter einen Heizstrahler. Essen eine richtig italienische Pizza und italienische Desserts, sehr erfreulich.

Daheim wären bei den heutigen Temperaturen nur unverbesserliche Raucher in einem Gastgarten gesessen, hier in Schweden setzt man sich in die Sonne, nicht in die Wärme! Uns stört es dann aber nicht, dass es im Hotel weniger zieht.

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Mo 20.6. Kunst und Architektur durch die Jahrtausende

Turning Torso in Malmö von oben Eines der vielen malerischen Fachwerkhäuser in Ystads Altstadt Beginnen den Tag bei blitzblauem Himmel mit einem nostalgischen Blick auf moderne Architektur. Vor 11 Jahren hatten wir uns bei einem Ausflug von Kopenhagen aus, das eben fertiggestellte Hochhaus Turning Torso von Santiago Calatrava angesehen. Nun interessiert uns, wie sich das Viertel inzwischen entwickelt hat. Die Zufahrt ist gut beschildert und um halb zehn schießen wir wieder unzählige Fotos aus allen Richtungen, diesmal ohne Baucontainer, aber mit "Wassergraben", befestigten Parkplätzen und ansprechend gestalteter Umgebung.

Da wir heute aber noch einen weiten Weg vor uns haben, fahren wir bald weiter nach Ystad. Nach einer knappen Stunde Fahrt durch abwechslungsreiche, sanft hügelige Landschaft stellen wir das Auto vis-à-vis vom Bahnhof ab. In der nebenan gelegenen Touristen-Info bekommen wir neben hilfreichen Erklärungen auch einen Stadtführer auf Deutsch. Folgen großteils dem darin empfohlenen Rundgang und schlendern so gemütlich durch die malerischen Gassen zur Sankta Maria kyrka im Zentrum der Altstadt. Vorbei an einstöckigen bunten Häuschen, alten Fachwerkbauten und Backsteingebäuden finden wir anschließend zum ehemaligen Franziskanerkloster. Dieser Komplex - ebenfalls aus gebrannten Ziegeln errichtet - beherbergt heute das Museum der Stadt Ystad. Es zeigt gerade eine musikarchäologische Sonderausstellung. Die gönnen wir uns und werden mit Audioguide durch die prähistorische bis mittelalterliche Musikgeschichte gelotst - ganz lustig, aber auch ziemlich ausführlich! Nur wegen der Kirche müsste man sich die Anlage nicht anschauen, aber wegen der Gartenanlagen rund herum auf jeden Fall, denn die einzelnen Teile sind wirklich schön gestaltet.

Das 'Steinschiff' von Kåseberga in einer Darstellung aus dem 18. Jahrhundert Ein Exponat aus der musikarchäologischen Ausstellung im ehemaligen Franziskanerkloster in Ystad Unser Parkticket läuft um 14:00 Uhr ab, aber auf dem Weg zurück zum Auto gehen sich noch einige Fachwerkhäuser mit nett gestalteten Innenhöfen aus.

Zu so viel kleinstädtischem Flair steht der nächste Besichtigungspunkt in starkem Kontrast. Wir steuern eine "Steinsetzung" an. Etwa 18 km entfernt, auf einem Dünenrücken über dem Örtchen Kåseberga, haben Wikinger aus 59 großen Steinen die Umrisse eines Schiffes markiert und dort wohl einen Häuptling begraben. Zur Anlage gehört ein Parkplatz, von dem aus man etwa 700 m hinauf auf das Plateau gehen muss. Viel interessanter als die Sandsteinbrocken finden wir die Lage direkt an der steil zum Meer abfallenden Abbruchkante. Hier tummeln sich auch einige Paragleiter, denen wir bei ihren waghalsigen Manövern zusehen. Nach diesem geschichtsträchtigen Naturerlebnis geben wir in unser Navi die Adresse der Absolut Wodka-Brennerei in Åhus ein.

Kommen dort um 16:30 Uhr an, nur um vor verschlossenen Türen zu stehen - Zutritt nur mit Führung, letzte um 16:00 Uhr. Etwas enttäuscht setzen wir uns zum Verschnaufen in eine Pizzeria. Aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht, sonst kämen wir noch später zu unserem Quartier in Karlskrona. Bis dorthin sind es ja noch 120 km, die wir auf einer wechselweise ein- und zweispurigen Straße herunterspulen. Die Landschaft ist viel offener als in den Tagen davor, statt der endlosen Holz-Monokulturen (Wälder genannt) durchfahren wir jetzt abwechslungsreiche landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Abendlicher Blick auf die Ostsee in Karlskrona
Kurz nach 18:00 Uhr finden wir vor dem Hotell Aston einen Parkplatz und im Hotel ein einfaches Zimmer.

Da hier in Schweden recht zeitig gegessen wird, machen auch wir uns bald auf die Suche nach einem Restaurant fürs Abendessen. Die Altstadt von Karlskrona liegt auf einer Insel, die recht hügelig ist. Als wir uns nach einiger Zeit für das 2 Rum & Kök entscheiden, haben wir uns daher das Essen redlich verdient. Wir wählen ein Suppen-Fondue das uns mit unzähligen Speisentellerchen gebracht wird. Da jedes geleerte Tellerchen sofort durch ein gefülltes ersetzt wird, essen wir gut und fast bis zum Umfallen.

Im Anschluss spazieren wir noch entspannt durch die Altstadt, vorbei an der Admiralitätskirche und vor zum Meer mit Blick auf Segelschiffe und den Leuchtturm.



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Di 21.6. Schwedens Marine und ein Schloss

Das Marinemuseum in Karlskrona Es regnet wieder mal! Trösten uns mit einem mehr als umfangreichen Frühstück und machen uns kurz vor 10:00 dann auf zur Touristen-Info. Dort kann man den Besuch der historischen Reeperbahn (Seilerei in der alten Werft) organisieren. Geht nur im Rahmen einer geführten Tour, die aber für heute schon weg ist. Das ist ein wenig ärgerlich, denn morgen sind wir nicht mehr da. Also marschieren wir stattdessen zum Marinemuseum.
Die Admiralitätskirche bei bestem schwedischem Regenwetter
Sind nicht die einzigen, die sich die Geschichte der schwedischen Marine vom 16. Jahrhundert bis heute anschauen wollen. Verstauen Jacken, Rucksack und Schirm in einem Schließfach, für das wir doch tatsächlich eine Münze brauchen ;-)! Dann bestaunen wir Schiffsmodelle, Gallionsfiguren, die vor dem Gebäude vertäuten Schiffe und gehen auch durch den Glastunnel auf dem Grund des Hafenbeckens. Leider ist das Wasser so aufgewühlt und trüb, dass man vom dort liegenden Schiffswrack nichts sieht. Besonders beeindruckend sind die beiden U-Boote, die in einer eigenen Halle nebeneinanderstehen. Die Hajen aus dem Jahr 1905 ist das erste schwedische U-Boot, die HMS Neptum aus den 1980ern ein Zeugnis des kalten Krieges.

Sind bis 12:00 beschäftigt, dann gehen wir noch einmal zur Admiralitätskirche, der ältesten Holzkirche Schwedens und gleichzeitig auch das älteste Gebäude der Stadt. Außen wie üblich rot angemalt, innen in schlichtem Grau gehalten.

Pünktlich zum Ablauf der Parkzeit um 13:00 Uhr kehren wir zum Auto zurück und verlassen Karlskrona. Wir folgen der Küstenstraße nach Kalmar, wo wir bei noch immer leichtem Regen eine Stunde später eintreffen. Finden fast problemlos zu unserem Hotel Slottshotellet, das in unmittelbarer Nähe zum Schloss Kalmar steht. Haben die günstige Variante im Nebengebäude gebucht, mit allem, was man so braucht, sogar mit einem kleinen Balkon.

Überblick über das Renaissanceschloss in Kalmar Ritterrüstungen in allen Größen im Schloss Kalmar Stellen die Koffer ab und spazieren gleich zum Renaissanceschloss, das auf einer kleinen Halbinsel errichtet wurde. Eine Brücke führt vom Festland über den Burggraben zu dem markanten Gebäude. Bis zum Schließen um 16:00 Uhr erkunden wir alles, was zugänglich ist. Schön geschmückte Räume, Informationen zur dramatischen Geschichte des Schlosses, prunkvolle Intarsien und eine Sonderausstellung mit moderner Schwedischer Glaskunst. Bleiben dort, bis wir hinaus komplimentiert werden. Dann genießen wir den Komfort und Luxus im Salon unseres Hotels, lesen und tragen Notizen nach.

In unserem Hotel wird den Gästen an Werktagen in der Nebensaison ein Buffet-Abendessen angeboten. Schauen mal, was es da gibt. Werden angenehm überrascht, denn das Essen ist zwar einfach aber schmackhaft und reichlich. Nachdem es langsam aufklart und sich am Himmel blaue Flecken zeigen, spazieren wir im Anschluss an das Abendessen noch einmal zum Schloss und umrunden die Anlage auf der Wallmauer mit den 4 Bastionen. Gönnen uns dann noch zum Abschluss in einem Gastgarten in der Nähe einen Schlummertrunk.

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Mi 22.6. Rundfahrt auf Öland

Zum Wohnhaus umgebauter Backsteinwasserturm in Kalmar Die Ölandbrücke über den Kalmarsund Der Himmel ist blau! Nach dem Frühstück machen wir uns zu Fuß auf den Weg in die Altstadt. Kommen zur Tourist-Info, wo wir Informationen zur Stadt und zur Insel Öland ausfassen. Spazieren dann weiter zum Meer und kommen so in den Genuss des schön angestrahlten Schlosses.

Auf dem weiteren Weg ins Zentrum schauen wir schon mal, wo wir heute Abend essen könnten, dann gehen wir zum Hauptplatz mit dem innen und außen barocken Dom. Anschließend holen wir das Auto und fahren um 10:40 los.

Überqueren auf der Ölandbrücke den Kalmarsund und machen uns auf den Weg über die 140 km lange Insel. Beginnen bei einer der vielen Windmühlen, der Björnhovda-Mühle, die man auch innen besichtigen kann. Dann zuckeln wir an der Westküste der schmalen Insel in den Süden. Fangen im Ort Resmo bei der schlichten romanischen Kirche mit ihren alten Wandmalereien an, dann suchen wir einen der hier angeblich zahlreich vorhandenen Runensteine. Werden aber nicht fündig. Damit wir uns nicht zu sehr verzetteln, ordnen wir die auf der Karte angegebenen Sehenswürdigkeiten nach unseren Interessen und der Entfernung von der Hauptstraße.

'Behelmte' Windmühle auf ÖlandEingang zum Öland Vogelschutzpark Dazu gehören weitere Windmühlen und ein bronzezeitliches Hügelgrab. Das hätten wir dann aber ohne ausgeschilderten Parkplatz glatt übersehen ;-). Der Südteil der Insel wird von einer Mauer in Ost-West-Richtung durchquert, der "Karl X Gustafs mur", die noch immer vollständig erhalten ist und nur zwei Lücken hat. Durch die führen die beiden Straßen an der Ost- und Westseite der Insel.

Ganz im Süden lädt ein Vogelschutzpark mit einem Restaurant im Besucherzentrum zur Rast ein, und von dort kann man den Leuchtturm "Långe Jan" an der Südspitze Ölands zu Fuß umrunden und gegen Gebühr besteigen. Zwischen den von Seevögeln besetzten Felsen lümmeln auch Robben herum, die man aber besser hören als sehen kann.

Nach der kleinen Pause nehmen wir die Straße an der Ostküste nordwärts und erreichen gegen halb vier mit Ekotorps Borg eine ganz spezielle Sehenswürdigkeit. Das ist eine Fluchtburg aus der Völkerwanderungszeit, die bis ins Mittelalter verwendet wurde. Die in einem stabilen Kreis errichteten Mauern wurden von Archäologen frei gelegt und durch rekonstruierte Gebäude ergänzt. Urtümliches Fladenbacken in der Ekotorps Borg (Fluchtburg) auf Öland Im Sommer zieht hier Leben ein, dann wohnen und arbeiten Menschen hier und halten Tiere wie vor über 1500 Jahren. Den Besuchern bietet sich die Möglichkeit, alte Techniken des Backens und Webens oder auch das Bogenschießen auszuprobieren. Auch wir lassen uns dazu überreden, wenn auch mit mäßigem Erfolg.

Öland Darstellung um 1900 im Kunstmuseum von Kalmar Aber allzu lange halten wir uns hier nicht auf und wir fahren weiter zu einem winzigen Fischerhafen, vorbei an Getreidefeldern, Äckern und kleinen Wäldchen, weiteren Windmühlen und Straßendörfern.

Jetzt wird es Zeit für die Rückfahrt nach Kalmar, damit wir rechtzeitig in einem Restaurant einen Platz bekommen. Kurz nach 18:00 Uhr stellen wir das Auto beim Hotel ab und spazieren wieder ins Zentrum. Das am Vormittag auserkorene Restaurant hat heute aber nur Fußball und Burger, daher weichen wir zu einem Nobel-Italiener aus. Hätten es bei Gott schlechter treffen können als bei Ernesto.

Zum Abschluss des gelungenen Tages schlendern wir heimwärts und am Hotel vorbei zum stimmungsvoll im Abendlicht erglühenden Schloss. Unterwegs kommen wir am Kunstmuseum vorbei, das mittwochs bis 21:00 Uhr geöffnet ist. Kurzentschlossen gönnen wir uns als Dessert einen Rundgang durch Kunst des 20. Jahrhunderts. Auch ganz nett! Lassen den Tag auf unserer Terrasse ausklingen.

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Do 23.6. Im Glasreich

Comicinspiriertes Glasauto in einer Glasfabrik in Boda Typische einsame baumbestandene Landstraße in Schweden Stehen heute etwas früher auf, damit wir trotz ausgiebigem Frühstück halbwegs zeitig wegkommen. Um halb zehn steuern wir wieder ins Landesinnere, zuerst nach Nybo und von dort aus nach Boda, das wir um 10:30 Uhr erreichen. In der dortigen Glasfabrik kann man 2 Glasbläsern zusehen, wie sie die einzelnen Produktionsschritte für "Kompottschüsseln" vorführen. Außerdem gibt es eine umfangreiche Ausstellung mit hübschen Glasobjekten.

Um halb zwölf machen wir uns auf nach Orrefors, aber leider ist das Glaset hus dort geschlossen. Also fahren wir weiter durch dichte Wälder (das Holz wurde früher zur Befeuerung der Glasschmelzöfen benötigt), Aufforstungen und Kahlschläge, alles in rechtwinkligen Rastern und in erntemaschinenfreundlichen Dimensionen. Irgendwo auf der Strecke kommen wir auch an einem kleinen idyllischen See vorbei. Bei Boda haben wir einen Katalog mitgenommen, in dem diverse Informationen zum Glasreich stehen und kleinere Glasbläsereien mit GPS-Koordinaten angeführt sind. Lassen uns vom Navi zum Atelier des aus Uruguay stammenden Carlos R. Pebaqué bringen, der dort viele hübsche Objekte ausgestellt hat.

In der Schaubläserei der Glashütte Kosta Beeindruckende organisch geformte Glasschale der Ausstellung der Glashütte Kosta Nach der Besichtigung fahren wir weiter zur alteingesessenen Glashütte Kosta. Die besteht seit 1742, hat sich mittlerweile aber zu einem Großbetrieb mit Factory-Outlet entwickelt. Die Werkstatt ist schon zu, aber im gegenüberliegenden Museum sagt man uns, dass in der Schaubläserei noch eine Führung in Gang ist, wir könnten uns dort noch anschließen. Sehen die gleichen Arbeitsschritte und verstehen von der Erklärung auf Schwedisch genau so wenig wie schon in Boda. Danach schauen wir uns noch im Museum um, dort sind einige sehr hübsche und auch witzige Glasobjekte ausgestellt, die in unterschiedlichen Epochen und in den verschiedensten Techniken hergestellt wurden.

In einer nahegelegenen Pizzeria machen wir Pause, bevor wir dem Navi die Adresse der Glashütte Bergdala eingeben und kurz nach zwei wieder losfahren. Unterwegs besuchen wir eine Ausstellung bei Erikshyttan in Eriksmåla (bunt und hübsch), dann sehen wir auf dem weiteren Weg ein Schild, das zu einem Brauereimuseum in Skruv weist und folgen ihm kurzentschlossen. Dort angekommen müssen wir aber feststellen, dass das Museum nur mit einer vorab zu buchenden Führung besichtigt werden kann. Fahren stattdessen zur nahe gelegenen Glashütte Skrufs, wo wir uns das etwas verstaubte Museum ansehen. Dort will man doch tatsächlich Bargeld (20,-- SEK/P) und keine Kreditkarte!

Der Dom in Växjö Gläserner Lebensbaum im Dom von Växjö Fahren dann bald weiter zum eigentlichen Ziel dieser Etappe, Bergdalahyttan in Bergdala. Aber dort packen die Glasbläser gerade für das lange Wochenende zusammen - Mittsommer naht und alle sind schon mit den Vorbereitungen beschäftigt. Bekommen nur noch Gelegenheit, durch den Shop mit dem charakteristischen blau geränderten Glasgeschirr zu eilen.
Jetzt haben wir definitiv genügend Glas gehabt!

Wir fahren direkt nach Växjö ins Hotel Royal Corner, angenehmerweise mit Gratisparkplatz. Marschieren dann gleich ins Zentrum zum Dom, der einzigen noch geöffneten Sehenswürdigkeit der Stadt. Die rote Kirche hat einen Turm mit zwei Spitzen, im Inneren beeindruckt ein gläserner Flügelaltar, ein gläserner Lebensbaum und ein goldenes Glasmosaik. Daneben steht ein Runenstein aus dem 11. Jahrhundert. Nach dieser letzten Besichtigung für heute entscheiden wir uns um halb sechs wieder für einen Italiener fürs Abendessen.

Zurück im Hotel verziehen wir uns aufs Zimmer und erholen uns von dieser etwas unkoordinierten Fahrt durch das Glasreich. Beratschlagen den nächsten Tag, denn es ist Mittsommer und da scheint einiges anders zu werden!


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Fr 24.6. Mittsommer lässt grüßen - Midsommarafton

Die alte Kirche in Dädesjö Die Granhults kyrka mit dem freistehenden Holzglockenturm stammt aus dem Jahr 1220 Midsommar wird in Schweden an einem Samstag (zwischen 20. und 26. Juni) gefeiert, aber schon am Freitag davor (Midsommarafton) ist Ausnahmezustand, spätestens ab Mittag macht alles langsam dicht und die Feierlichkeiten werden vorbereitet. Und auch ein Blick in die Nachrichten stimmt uns heute nicht glücklich: die Briten haben sich gestern für den Brexit ausgesprochen, das hat Euro und Pfund starke Kursverluste eingebracht.

Beginnen den Tag zeitig, damit wir doch noch etwas sehen. Unser erstes Ziel sind zwei alte Holzkirchen. Sind zwar nicht leicht zu finden, aber durchaus einen Umweg wert. Beginnen bei der alten Kirche in Dädesjö (Dädesjö gamla kyrka), einer unvollständig erhaltenen romanischen Kirche in einem kleinen Friedhof mit einer bemerkenswerten spätromanisch bemalten Holzdecke. Die Granhults kyrka ist Schwedens älteste Kirche. Sie geht auf das Jahr 1220 zurück und liegt nur wenige Kilometer von Dädesjö entfernt im Gebiet von Lendhovda. Sie hat einen freistehenden hölzernen Glockenturm und ist im Inneren ebenfalls aufwendig bemalt, diesmal auch die Wände.

Bunte Holzhäuser in der malerischen Altstadt von Eksjö Volkstanzgruppe beim Mittsommer-Aufmarsch in Eksyö Dann fahren wir zügig weiter nach Eksjö. Dort kommen wir gegen halb zwölf bei der Tourist-Info an und besorgen uns einen Stadtplan. So ausgestattet durchstöbern wir die malerische Altstadt, deren Straßen durchgehend von Holzhäusern flankiert werden, teils kleine, rot bemalte Blockhäuschen, teils etwas "bürgerlichere" Holzhäuser in Pastellfarben. Alles ist adrett hergerichtet und die Häuser sind bewohnt oder als Geschäft genützt.

Kommen so zum großzügigen Hauptplatz, auf dem gerade ein Mittsommer-Aufmarsch stattfindet - mit Blasmusik, berittener Garde, Trachtenabordnung und Volkstanzgruppe. Unter den Zuschauern sind viele mit Blumenkränzen geschmückte Mädchen und junge Frauen.

Auf der kleinen Terrasse eines Lokals, direkt über einem Flüsschen, halten wir Mittagsrast, dann suchen wir weiter nach noch geöffneten Sehenswürdigkeiten.

Unsere dreistöckige Meeresfrüchteplatte in einem Pier-Restaurant am Vätternsee
Der nächste größere Ort Nässjö bietet nicht viel, außer einem privaten Eisenbahnmuseum. Die Zufahrt ist recht abenteuerlich, finden sogar eine offene Tür, aber keiner ist da. Schauen uns einmal so um, dann findet sich doch noch ein Eisenbahnfreund, der uns in sehr holprigem Englisch seine Lieblinge zeigt. Zum Abschluss warnt er uns noch vor den Gefahren im Straßenverkehr, denen wir morgen ausgesetzt sein könnten.
Die Wahrscheinlichkeit, hier am Land noch etwas Interessantes zu finden, schwindet. Machen uns daher auf den Weg nach Jönköping, an der Südspitze des Vätternsees. Finden dort mit etwas Mühe das Streichholzmuseum, aber natürlich ist es wegen Midsommar bis Dienstag geschlossen. Steuern daher unser Quartier Scandic Elmia an, das etwas außerhalb der Stadt liegt. Hier ist natürlich auch nichts los, so fahren wir wieder in die Innenstadt. Die ist regelrecht ausgestorben, sogar die Parkuhren sind bis Montagvormittag außer Betrieb!

Jetzt ist es noch nicht mal 17:00 Uhr, aber die wenigen noch offenen Lokale stellen auch schon die Sessel auf die Tische. Bummeln vor zum Hafen, dort am Pier schaut es noch etwas lebhafter aus. Und tatsächlich bekommen wir im Seaside einen Tisch. Gönnen uns im verglasten Restaurant mit Rundumblick eine Meeresfrüchteplatte für 2 (mehr als reichlich) und nehmen das Dessert und einen - verfrühten - Sundowner im Loungebereich im Freien zu uns. Echt gemütlich und stimmungsvoll.
Zurück im Hotel erstehen wir an der Bar noch 2 Starköl und setzen uns ins Freie, bis es wirklich finster ist - dauert heute echt lange ;-)

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Sa 25.6. Zucker, Industrie und Wasser

Duftende Rosen in 'Rosenlunds Rosarium' Ein kleiner Eisbär als Hinweis auf die Ausstellung zu einer Polarexpedition im Ballon im Gränna-Museum Der Sommer ist weiterhin schön, daher flanieren wir nach dem Auschecken noch im nahe des Hotels gelegenen "Rosenlunds Rosarium" durch duftende Blüten, mit nettem Blick auf den Vätternsee.

Versuchen unser Glück dann in Huskvarna, das ist nur ein paar Kilometer westlich. Aber wie befürchtet ist das dortige Industriemuseum heute geschlossen. Die als Freilichtmuseum angelegte Arbeitersiedlung Smedbyn mit den kleinen roten Häuschen kann man aber - von außen - anschauen und in den dahinter angelegten Gärtchen steht auch ein Mittsommerbaum. Fahren aber bald am Ufer des Vätternsees entlang weiter nach Gränna, in die Stadt der Zuckerstangen.

Da ist endlich mehr los und ein Stellplatz fürs Auto nicht so leicht zu finden. Im Gränna-Museum schauen wir uns kurz die Ausstellung über eine gescheiterte Polarexpedition an, bei der August Andrée, Nils Strindberg und Knut Fraenkel im Jahre 1897 mit Ballonen den Nordpol erreichen wollten. Danach betreten wir einen der unzähligen Zuckerläden und können dort bei der handwerklichen Herstellung von bunten Zuckerstangen zuschauen. Einen Großeinkauf von gestreiften Bonbons verkneifen wir uns aber.

Im Motola-Industriemuseum: Originell präsentierter Bug eines der vielen Schiffe die auf dem Göta-Kanal gefahren sind Cadillac aus dem Jahre 1907 im Motola-Motormuseum Gegen halb eins besteigen wir das Auto mit Ziel Motala. Wieder geht es am Seeufer entlang und diesmal sieht man sogar aufs Wasser.
Da diese Stadt ihre Existenz hauptsächlich dem Göta-Kanal verdankt, möchten wir uns das Kanalmuseum anschauen. Die Wegbeschreibung ist aber nicht so hilfreich und wir landen stattdessen im alte Industriegelände von Motala Verkstad.

Auch hier gibt es ein Museum, das sogar offen hat und in dem so gut wie alles ausgestellt wird, was in dieser für den Kanal- und Schiffsbau einst so wichtigen Produktionsstätte hergestellt wurde. Da wir keine baren Kronen mehr haben, dürfen wir den Eintritt auch durch einen europäischen Zehner begleichen. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter erklärt uns ein paar der Exponate, die von Werkzeugen für den Kanalbau, über Dampfmaschinen und Lokomotiven bis Schiffsbestandteile, Flugzeuge und Torpedos, aber auch Haushaltsgeräte reichen. Bekommen noch einen Besuch im ebenfalls privaten Motormuseum empfohlen, zu dem wir dann auch fahren.

Im dort angeschlossenen Café mit Blick über den kleinen Hafen machen wir Pause, bevor wir uns ganz den Oldtimern auf zwei und vier Rädern und der Radiogerätesammlung widmen.

Schiffabsenken in einer der vielen Schleusen des Göta-Kanals Der weitere Weg führt uns mehr oder weniger nahe am Göta-Kanal bzw. an den miteinander verbundenen Seen Boren und Norrbysjön entlang durch eine malerische Landschaft mit sanften Hügeln und versprengten roten Häuschen. In Berg befindet sich eine 7-treppige Schleusenanlage (Bergs slussar, auch Karl Johans slussar genannt), bei der wir im strahlenden Sonnenschein einigen Booten beim Absenken zum See Roxen zuschauen. Bei dieser Anlage überwinden die Schiffe einen Höhenunterschied von insgesamt fast 19 Metern. Hier gibt es auch noch eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Kanals, die 1810 mit den ersten Plänen begann und über die Einweihung 1832 bis zur heutigen Bedeutung für den Tourismus reicht. Können uns erst kurz vor halb sechs losreißen und fahren zu unserem Hotel Ekoxen im nahegelegenen Linköping.

Die Suche nach einem Abendessen gestaltet sich wegen des Mittsommers schwierig, da dabei traditionell in der Familie daheim gefeiert und gegessen wird. Viele Restaurants haben überhaupt geschlossen oder es gibt dort zu Fußball auf großen Bildschirmen eher Fastfood. Das ist nicht das, was wir wollen. Spazieren erst mal ins Zentrum, da ist aber nichts zu finden, auch der Dom hat schon zu. Auch etwas außerhalb beim Fluss stehen wir vor verschlossenen Toren. Auf dem Weg zurück zum Hotel kommen wir dann an einer kleinen Pizzeria vorbei und entschließen uns wieder mal für "Italienisch im Freien". Unterhalten uns ganz nett mit einem ebenfalls etwas frustrierten Ehepaar aus Bonn am Nebentisch, dann verziehen wir uns doch ins Quartier. Lesen noch auf dem Balkon und merken dabei gar nicht, wie spät es schon ist. Um halb elf brauchen wir noch immer kein künstliches Licht.

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So 26.6. Alter Schwede - Schweden ab 1900

Moderner Wandteppich im Dom von Linköping Bankhaus im Freilichtmuseum 'Gamla Linköping' So freundlich der gestrige Tag war, so trüb ist es heute. Die Straßen sind nass und der Himmel grau, aber schwül ist es.

Nach einem reichlichen Frühstück beschließen wir, die Besichtigung beim Dom zu beginnen, den können wir heute auch von innen anschauen. Gotisches Gemäuer mit moderner Innenausstattung. Das nebenan gelegene Schloss-Museum öffnet erst in einer Stunde, daher beschließen wir, doch das Freilichtmuseum "Gamla Linköping" zu besuchen.

Etwas außerhalb des Zentrums hat man aus hierher versetzten Häusern eine ganze Kleinstadt vom Ende des 19. Jahrhunderts aufgebaut, mit originalem Kopfsteinpflaster, Läden und Postamt. Im Gelände steht auch eine große Scheune, das Fenomenmagasinet, in der naturwissenschaftliche Experimente speziell für Kinder aufbereitet werden. Ganz nett, aber für kinderlose Erwachsene anstrengend :-).
Zum Museum gehört auch noch ein Eisenbahnmuseum, das über einen Waldweg erreicht werden kann, aber natürlich heute geschlossen ist.

Ausstellungsobjekt im Kunstmuseum von Norrköping Das Arbeitsmuseum in Norrköping im Motala ström, dem wasserreichen Abfluss des Vätternsees Sind fast zweieinhalb Stunden beschäftigt, um die beinahe 100 historischen Gebäude zu betrachten, dann holen wir das Auto und fahren ostwärts. Unterwegs machen wir einen sinnlosen Abstecher zu einer wegen Renovierung geschlossenen alten Kirche, dann endlich kommen wir nach Norrköping zum Kunstmuseum. Bei freiem Eintritt gönnen wir uns die Sonderausstellung zum Thema "Luftschlösser" inklusive Hüpfburg und aufblasbaren Installationen und die permanente Sammlung mit Schwedischer Kunst des 20. Jahrhunderts. Schauen uns alles an, aber sind trotzdem schon um halb vier fertig.

Spazieren noch ein bisschen durchs Zentrum von Norrköping, dort am Fluss stehen ein paar alte Industriebauten und das - heute geschlossene - Arbeitsmuseum. In einem Lokal rasten wir uns etwas aus, dann nehmen wir die letzte Etappe für heute unter die Räder.

Trotz viel Verkehr - heute endet das lange Wochenende - kommen wir auf der Autobahn zügig voran. Unser Ziel ist in Södertälje, etwa 35 km von Stockholm entfernt, das Hotel Park in der Nähe des Yachthafens. Das Zimmer ist rasch bezogen und Hunger macht sich bemerkbar. In der Umgebung gibt es einige Lokale, aber wieder gibt es Fußball-EM und Burger.

Landen bei einem Libanesen, wo wir eine Mezzeplatte und Gegrilltes vertilgen. Sitzen dabei auf der Terrasse, es ist nicht warm, aber sehr schwül.

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Mo 27.6. Schloss Gripsholm - nicht literarisch

Logo von Schloss Gripsholm Antikes Kanonenduo im Schloss Gripsholm Heute ist unser letzter Besichtigungstag. Nach einem gemütlichen Start am Frühstücksbuffet organisieren wir über das Smartphone den Online-Check-in für die morgigen Flüge, dann fahren wir die knapp 35 km bis Mariefred. In diesem beschaulichen kleinen Ort am Mälaren-See liegt Schloss Gripsholm. Es ist nicht nur Titelgeber für einen Roman von Kurt Tucholsky, sondern auch Heimat der staatlichen Porträtsammlung Schwedens. Je nach Quelle werden dort zwischen 2.000 und 5.000 Porträts wichtiger Persönlichkeiten ab 1500-irgendwas bis in die Neuzeit ausgestellt.

Wir beginnen erst mal mit einem Spaziergang durch den Park, vorbei an zwei Runensteinen und umrunden dann das behäbig auf einer Halbinsel gelegene rote Bauwerk. Besonders markant sind die vier wuchtigen runden Türme mit den niederen Kuppeln. Dann betreten wir das königliche Schloss und staunen durch die drei zugänglichen Geschosse.

Eines der unzähligen Porträts in Schloss Gripsholm Der nette Bahnhof der Schmalspurbahn in Mariefred Einrichtung und Dekoration der Räume im Erdgeschoss führen zum Teil beinahe 500 Jahre zurück in die Zeit von König Gustav Vasa, der 2. Stock ist im Stil des 18. Jahrhunderts eingerichtet mit rekonstruierten Gemächern von König Gustav III und seiner Familie. Neben den unzähligen Porträts, die in chronologischer Reihenfolge die Wände zieren, dem großen Saal mit der prunkvollen Kassettendecke und den Wandmalereien sticht im dritten Stock das kleine Barocktheater ins Auge. Von den Türmen hat man einen netten Rundblick über den Ort Mariefred, den dazugehörigen kleinen Hafen und den Mälaren-See.

Wieder unten im inneren Burghof bemerken wir, dass der lebhafte Wind die Wolken etwas verblasen hat und umrunden die ganze Anlage bei etwas besserem Licht noch einmal. Dann gönnen wir uns im nahe gelegenen Schlosspavillon mit Café eine kleine Rast. Anschließend spazieren wir noch durch das Örtchen mit niedlichem gelbem Rathaus, erklimmen den Kirchbühel und wandern zum Friedhof, wo wir Kurt Tucholsky unsere Ehre erweisen. Am Hafen legen neben Segelbooten auch Ausflugsschiffe aus Stockholm an. Der Rückweg zum Auto führt uns über den Schmalspur-Bahnhof direkt in einen Systembolaget, ein staatliches Alkoholgeschäft, wo wir ein kleines Flascherl Champagner erstehen. Erreichen gegen halb drei wieder den großen kostenlosen Parkplatz beim Schloss und starten den Motor.

Fahren wegen des nun schönen Wetters nicht über die Autobahn, sondern zuckeln über Landstraßen und beim Hotel angekommen schleppen wir alles, was sich im Kofferraum angesammelt hat, hinauf ins Zimmer. Wir müssen ja unser Gepäck für den Heimflug morgen herrichten. Nachdem das erfolgreich erledigt ist, spazieren wir noch einmal im schönen Abendlicht zum kleinen Gästehafen, dann suchen wir ein Abendessen. In einem Italienisch-Amerikanischen Grillrestaurant finden wir einen Tisch ohne direkten Blick auf die Fernseher mit Fußball-EM und essen noch einmal ausgezeichnet. Im Hotel organisieren wir einen Sektkübel mit Eis, damit wir auf unserem Balkon den in der Minibar vorgekühlten Champagner zur Feier des unfall- und pannenfreien Urlaubs köpfen können.

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Di 28.6. Heimreise!

'Unsere' Boeing 737-800 kurz vor dem Andocken am Gate Heute klingelt das erste Mal in diesem Urlaub der Wecker - Tagwache 6:30 Uhr, aber es geht! Sind die ersten beim Frühstück und verfrachten um halb neun die Koffer ins Auto. Die Fahrt beginnt ganz gut, aber um Stockholm herum staut es im morgendlichen Berufsverkehr schon ziemlich. Hinter der Hauptstadt gönnen wir unserm braven Toyota noch eine Tankfüllung, dann erreichen wir auch schon Arlanda. Bevor Werner das Auto zurückgibt teilen sich unsere Wege am Haupteingang kurzfristig, Claudia stellt sich mit den Koffern schon mal beim Check-in an.

Trotz unserer gestrigen Vorarbeit müssen wir dann mit allen Passagieren Schlange stehen. Erst kurz bevor wir drankommen, öffnet die Selbstbedienungs-Gepäck-Aufgabe! Unser Flieger hat dann auch noch Verspätung - gut, dass unser Anschluss nicht allzu knapp ist. Im knallvollen Flugzeug geht es um 13:30 endlich in Richtung Amsterdam, wo wir 100 Minuten später landen. Vertrödeln die trotzdem noch reichliche Zeit in einem Café, wo wir aus purer Gewohnheit unser Getränk an der Theke bestellen und gleich selber mitnehmen. Auch das zweite Flugzeug ist bis auf den letzten Platz voll, hebt aber pünktlich ab und ein Sandwich später landen wir gegen 20:00 Uhr auch schon im sommerlichen München. Haben keine Eile, das Gepäck ist diesmal auch gleich da und wir rufen den Parkplatz-Shuttle.

Können bald das eigene Auto besteigen und zwei Stunden später sperren wir die eigene Wohnung auf. Willkommen daheim!



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Mai 2015

 

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