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Reise zum Ende der Welt

Geführte Rundreise durch Chile zur Osterinsel
17.11. bis 3.12.2013



Chilenische Flagge mit Staatswappen vor dem Präsidentenpalast in Wir werden immer bequemer! Diesmal haben wir uns nur von einer Anzeige inspirieren lassen und bei Kuoni Dornbirn weitere Informationen eine komplett organisierte, geführte Rundreise gebucht. Hauptsächlicher Grund dafür war ein besonderes Reiseziel: die Osterinsel.

Den genauen Programmablauf und die anderen Reiseteilnehmer haben wir erst zwei Wochen vor Abflug erfahren und kennengelernt. Die Dichte des Programms hat uns dann doch etwas überrascht, Verschnaufpausen haben wir wenige gefunden. Dafür häufig frühes Aufstehen und lange Busfahrten und Flüge. Aber es passt, es ist ja - wie gesagt - alles vorab organisiert. Geflogen wird die Strecke Zürich - Madrid und retour mit der Iberia, nach und in Chile mit der chilenischen Fluggesellschaft LAN. Für die Transfers sind Busse verschiedenster Größe und Qualität organisiert. Begleitet werden wir schon von Vorarlberg weg, in Santiago kommt noch ein österreichischer Reiseleiter dazu und vor Ort werden wir von lokalen Guides betreut.

Im Reisepreis war auch das Buch: "Chile & Osterinsel" weitere Informationen aus der Vis-à-Vis-Serie des Dorling Kindersley-Verlages enthalten. Mit dem können wir uns aber wegen der kleinen Schrift nicht recht anfreunden und greifen daher auf den Reiseführer "Chile und die Osterinsel" weitere Informationen von Malte Sieber aus dem bewährten Reise-Know-How-Verlag zurück.

Da alles vorab organisiert war, haben wir, anders als sonst, keinerlei Informationen im Vorfeld sammeln können, und auch unterwegs ist wenig angefallen. Trotzdem gibt es weiterführende Links und Hintergrundwissen in einer eigenen Info-Sammlung. Der Weg dorthin führt über dieses Symbol: weitere Informationen

Wie es uns und unseren 18 Mitreisenden ergangen ist, kann im Folgenden nachgelesen werden. Es sind aber nur unsere rein persönlichen Eindrücke und Erlebnisse auf dem Weg zum abgelegensten bewohnten Ort der Welt.



Die Reiseroute:



Unsere Reiseroute in Chiles Norden

* Santiago de Chile (mit Stadtbesichtigung)
* San Pedro de Atacama
(mit Mondtal - Salar de Atacama - Geysir El Tatio)
* Patagonien
(mit dem Lago Grey im Nationalpark Torres del Paine)
* Perito Moreno Gletscher (in Argentinien)
* Punta Arenas
* Valle Casablanca (Weißwein-Gebiet)
* Rapa Nui (Osterinsel)
(mit Steinbruch - Vogelmann-Dorf - Hutfabrik)
* Talagente (Weingebiet)



Unsere Reiseroute auf der Osterinsel



Unsere Reiseroute in Chiles Süden

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So 17.11. Flug Zürich - Madrid - Santiago de Chile

Gewellte Dachkonstruktion in Madrids Flughafen Barajas Diesen Urlaub können wir ganz gemütlich beginnen, denn wir werden pünktlich um 15:15 an einer nahe gelegenen Bushaltestelle aufgesammelt. Einige Mitglieder der Reisegruppe sind schon im Bus und die restlichen steigen an diversen Haltestellen zu. Dann geht es zügig zum Flughafen in Zürich, wo wir um 17:15 am Check-In der Iberia weitere Informationen stehen. Das Computersystem streikt etwas, aber endlich haben wir Boardingpässe für 3 Flüge (der erste Inlandsflug ist auch schon dabei) in der Hand und das Gepäck ist bis Santiago de Chile durchgecheckt.

Mit leichter Verspätung heben wir ab, dafür wird der ruhige Flug nicht durch ein unnötiges Board-Service gestört ;-). Nach der Landung um 21:00 Uhr machen wir uns dann auf den weiten Weg zum Übersee-Terminal. Dort werden wir bis zum Boarden für den langen Nachtflug in die Freiheit entlassen, die wir für einen Einkauf im Duty-free-shop und einem gemütlichen Entspannen in der Diners-Lounge nutzen. Stehen noch eine Weile am Gate, bevor wir eine extrem eng bestuhlte Boeing 787 "Dreamliner" der LAN weitere Informationen besteigen dürfen. Richten uns so gut es geht ein, ohne den Nebenmann zu stark zu bedrängen und bereiten uns seelisch auf über 13 Stunden Enge vor.

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Mo 18.11. Ankunft und Stadtrundgang in Santiago de Chile

Sonnenaufgang irgendwo über Brasilien Kurz nach Mitternacht heben wir ab und wie befürchtet ist es extrem unbequem. Nach einem recht späten Abendessen (ganz gut, aber technisch wegen der fehlenden Armfreiheit fast nicht zu essen) versuchen wir so gut es geht zu dösen. Irgendwann sehen wir recht spektakulär die Sonne über den Wolken aufgehen, aber da verdunkeln sich die Scheiben automatisch und es ist wieder düster in der Kabine. Also dösen wir weiter.

Unsere Uhren zeigen halb zwölf, da wird Licht gemacht und wir bekommen ein Frühstück und die Einreise- und Zollformulare zum Ausfüllen. Langsam verlassen wir die Reisehöhe und sinken, vorbei an schneebedeckten Bergen, hinab in eine Nebelsuppe. Landung in Santiago de Chile um 9:15 Ortszeit.

Mercado Central Alle Koffer kommen unbeschädigt an und auch die Einreiseformalitäten sind verhältnismäßig rasch erledigt. Auch die strenge Kontrolle der "Lebensmittel-Polizei" bringen wir anstandslos hinter uns, wir haben ja weder Obst noch Holz oder Samen und auch sonst keine biologischen Produkte dabei. Am Ausgang werden wir bereits erwartet und zu einem Bus gebracht, der uns ins Hotel weitere Informationen bringt. Die Zimmer sind noch nicht alle bezugsbereit, daher lassen wir die Koffer stehen und gehen erst einmal in einem nahe gelegenen Einkaufszentrum Geld wechseln. Bei unserer Rückkehr können wir die Zimmer beziehen und uns etwas frisch machen.

Blühende Jacarandabäume in Santiagos Fußgängerzone Um halb eins fahren wir mit dem Bus zum Fischmarkt, dem Mercado Central - eine filigrane Stahlkonstruktion aus dem Jugendstilzeitalter. Nach einem Rundgang vorbei an reich gefüllten Marktständen mit Meeresfrüchten aller Art und unzähligen Imbissständen, bekommen wir im Restaurant "Donde Augusto" weitere Informationen - im Zentrum der Markthalle gelegen - ein Fischmenü serviert.

Sozusagen als Verdauungsspaziergang beginnt kurz nach 14:00 Uhr eine Fußtour durch die Innenstadt von Santiago de Chile. Wir beginnen an der Plaza de Armas mit Kathedrale, Hauptpostamt, ehemaligem Regierungspalast und Denkmälern. Nach einer Erklärung durch den Führer Martín werden wir eine halbe Stunde zur Besichtigung entlassen. Schauen in die Kathedrale und danach ins Postamt bevor wir uns wieder am Sammelplatz treffen. Leider hat das viel gelobte Nationalmuseum heute Montag zu, daher spazieren wir bald weiter zu einem ehemaligen Bürgerhaus, das seit dem letzten großen Erdbeben 1983 nur noch als Fassade dasteht, dahinter verbirgt sich ein modernes Einkaufszentrum. Dort legen wir einen Stopp ein, um uns mit diversen Notwendigkeiten zu versorgen.

Gardesoldat vor dem Präsidentenpalast in Santiago Die Kirche San Francisco Weiter geht's zur Plaza de la Constitución mit dem Präsidentenpalast und 15 Fahnenmasten, einen für jede Region Chiles. Von diesem großzügigen Platz aus marschieren wir, vorbei an der alten Börse, in das einstmals beliebte Wohnviertel Paris-Londres, das in den 1970er-Jahren jedoch zu grausamer Berühmtheit kam: Hier steht eines der Folterhäuser des Pinochet-Regimes, aus dem dutzende Personen einfach verschwanden. Heute liegen Hoteleingänge an der gepflasterten Straße mit den "Stolpersteine" genannten, kleinen dazwischen eingefügten Erinnerungstafeln, die die Namen der Gefolterten und Verschwundenen tragen.

Etwas bedrückt gehen wir weiter und erreichen als erfreulichen Abschluss dieser Besichtigung noch die Kirche San Francisco. Sie ist das älteste noch erhaltene Bauwerk der Stadt und hat die vielen Erdbeben seit ihrer Entstehung im Jahr 1586 recht gut überstanden. Kurz nach halb fünf bringt uns der Bus zurück zum Hotel. Das Wetter hat mitgespielt, nicht zu heiß und trotz Nebels nicht zu feucht, richtiges Besichtigungswetter.

In der Hotelbar findet um halb sieben noch beim Willkommensdrink die erste Gruppenbesprechung mit Erich Preiss, unserem Reisebegleiter für die nächsten zwei Wochen, statt. Wir erfahren Allgemeines zur Rundreise und das morgige Programm im Detail. Tratschen noch mit den Mitreisenden und gehen angesichts der morgigen Weckzeit bald schlafen.

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Di 19.11. Ab in die Wüste - Flug nach San Pedro de Atacama

Auf dem Flughafen von Calama Tapfere Blümchen in der Geröllwüste Heute müssen wir früh raus, der Wecker klingelt um 3:50 Uhr. Aber mit den 4 Stunden Zeitverschiebung ist das gar nicht so schlimm (= 7:50 MEZ). Bekommen ein Minimalfrühstück und um fünf setzt uns der Bus schon beim Flughafen ab. Die Bordkarten haben wir ja schon in Zürich bekommen, also geben wir nur schnell die Koffer ab und stellen uns ans Gate. Die 22 Leute unserer Gruppe werden alle auf Einzelsitze im Flieger verteilt und Fensterplatz gibt es überhaupt keinen für uns. Die sind für die Arbeiter der staatlichen Minengesellschaft Codelco reserviert, die in Calama, dem Ziel der Reise, ihren Sitz hat und im nahen Chuquicamata den größten Kupfertagebau der Welt betreibt.

Nach zwei Stunden ruhigem Flug landen wir um 9:10 in der Wüstenstadt im Norden Chiles. Dort erwarten uns neben angenehmen Temperaturen ein kleiner Bus und die lokale Führerin Jenny. Durch eine trostlose Landschaft, vorbei an den Abraumhalden der Kupfermine, fahren wir circa eine Stunde bis zum ersten Fotostopp auf einer Anhöhe. Leider ist der Blick ins Tal auf die Ebene von San Pedro aber durch Dunst und Staub getrübt. Bald rollen wir den Berg wieder abwärts und erreichen gegen halb 12 das Hotel weitere Informationen. Kirche von San Pedro de Atacama Die Felsformation 'die drei Marias' Natürlich sind die Zimmer noch nicht fertig, daher starten wir die Besichtigung des Örtchens mit den warmen Kleidern. Aufgrund der vielen Touristen ist das Dörfchen hübsch hergerichtet und ganz nett anzusehen. Auch die kleine Kirche und das archäologische Museum mit Exponaten zum Leben der Atacameños sind einen genaueren Blick wert. Nachdem wir im kleinen Postamt noch "Briefmarken" (gedruckte Selbstklebeetiketten) erstanden haben, suchen wir in der "Fressstraße" ein Mittagessen weitere Informationen. Zufrieden mit dem Mahl spazieren wir zurück zum Hotel und bekommen jetzt auch die Zimmerschlüssel ausgehändigt.

Um 16:30 werden wir zum Valle de la Luna (Mondtal) gebracht. Fahren mit dem Bus bis ganz ans hintere Ende, denn dort steht die Felsformation, die "die drei Marias" genannt wird. Es bläst ein heftiger Wind und der Sand sticht wie Nadeln. Rasch verziehen wir uns wieder in den Bus und fahren ein Stück den Weg zurück. Dann gibt es eine kleine 30-Minuten-Wanderung an Felswänden und der großen Düne vorbei - bei den Windböen eigentlich kein wirkliches Vergnügen, aber die trostlose Mondlandschaft beeindruckt doch. Da stört es auch nicht, dass die Besteigung der Düne nicht mehr erlaubt ist.

Boden im Valle de los Muertos Pastellfarbene Abendstimmung in der Cordillera del Sal Schließlich fahren wir weiter, aus dem einen Tal hinaus und in das Valle de los Muertos (Tal der Toten) hinein. Hier sind vor vielen Jahren auf einem Viehzug alle Tiere verendet, jetzt beeindrucken dort die geschichteten und erodierten Felswände der Schlucht im milden Abendlicht.

Zum Abschluss des Tages bringt uns der Bus zu einem Aussichtspunkt auf die umliegenden Berge, die Cordillera del Sal und den großen Vulkan Licancabur. Im Windschatten des Busses zeigt uns Jenny noch ein "Pachamama-Ritual", bei dem zu Ehren der Muttergottheit Getränke geopfert und Bitten an sie herangetragen werden. Wir opfern ein paar Tropfen vom Pisco Sour, den Jenny großzügig verteilt und sie erbittet für uns gutes Besichtigungswetter. Dann beobachten wir die Sonne, wie sie hinter Staubwolken und Bergketten verschwindet und die Landschaft mit wunderschönen Pastellfarben überzieht.

Durchgefroren und sandgestrahlt fahren wir zurück zum Hotel, machen uns etwas frisch und suchen noch ein Lokal fürs Abendessen. Sind rechtschaffen müde und freuen uns, dass wir morgen nicht bei Dunkelheit raus müssen.
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Mi 20.11. Im Salar de Atacama und bei den Lagunen

Flamingos im Lago Chaxa im Salar de Atacama Andenfuchs an der Laguna Meñiques Können heute zu einer christlichen Zeit aufstehen und uns am Frühstücksbuffet bedienen. Um 8:15 fahren wir ab und kommen gegen neun Uhr beim Salar de Atacama an. Spazieren vom Besucherzentrum aus auf den abgesteckten Wegen über die zerklüftete, lehmfarbene Salzfläche bis zum Lago Chaxa im Zentrum. Unter den Steinbrocken wuseln ganz flink Mäuse herum, das sind wohl die einzigen Säugetiere hier. Im Wasser dieses tiefsten Punktes der Hochebene staksen ein paar Flamingos und kleine Wasservögelchen herum. Ganz vor zum Ufer darf man nicht gehen, die Vögel sollen nicht bei ihrem Brutgeschäft gestört werden. Sind ja ganz nett, aber wer so wie wir den nur knapp 200 km entfernten bolivianischen Salar de Uyuni schon gesehen hat, wird eher enttäuscht sein: Statt einer endlos weiten, glatten, blendendweißen Fläche nur schroffe Krusten in gedämpften Farben.

Nach circa 40 Minuten fahren wir weiter, der kleine Bus bringt uns auf über 4.100 m Höhe. Im schneidenden Wind wandern wir zur Laguna Miscanti mit brütenden Flamingos und Riesenblesshühnern. In der dünnen Luft ist unser Tempo gemächlich, so können die rostfarbenen Berge und das tiefblaue Wasser auf uns wirken. Während der paar Minuten die wir im Bus zur Laguna Meñiques fahren, können wir uns ein bisschen aufwärmen. An der Laguna beeindruckt neben dem im Wind geduckten Hartbüschelgras ein Andenfuchs, der uns neugierig beobachtet und sich furchtlos fotografieren lässt. Sonst herrscht hier nur schneidender Wind.

Freistehender Glockenturm und Kirche von Toconao Nachwuchs in San Pedro de Atacama Um 13:00 Uhr fahren wir den Weg wieder zurück und fünfzig Minuten später bekommen wir in der kleinen Siedlung Socaire ein einfaches, aber gutes Mittagessen serviert. Hier essen auch die Einheimischen, es scheint so etwas wie das Dorfgasthaus zu sein.

Nach einer Stunde brechen wir wieder auf und erreichen als letzten Besichtigungsstopp den Ort Toconao mit einer kleinen Kirche aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Decke ist aus altem Kaktusholz und der freistehende Glockenturm steht auf der anderen Straßenseite. Nach einem kurzen Spaziergang zu den Souvenirshops und durch den kleinen Park fahren wir wieder zurück nach San Pedro.

Da es heute sonst keinen Programmpunkt mehr gibt, bummeln wir durch den Ort. Es gibt eine Straße mit Läden, Restaurants und Bars und eine andere mit Reiseagenturen, Autovermietern und Fahrradverleihern - das war es dann auch schon ziemlich. In einem kleinen Lokal schreiben wir ein paar Postkarten und etwas später setzen wir uns für ein kleines Abendessen mit ein paar Mitreisenden vor ein Lokal am Hauptplatz weitere Informationen. Zurück im Hotel richten wir alles für den morgigen zeitigen Aufbruch her und sind bald im Bett.


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Do 21.11. Frühstück bei klirrender Kälte

Geysirfeld 'El Tatio' um 7 Uhr morgens Dampfendes Austrittsloch im Geysirfeld 'El Tatio' Weckruf um 3:45 Uhr!! Gerade mal mit einem Becher Tee im Bauch brausen wir 45 Minuten später schon über abenteuerliche Pisten hinauf in die Berge. Im Bus wird gedöst, draußen ist es ja finster und man sieht sowieso nichts. Erreichen kurz vor halb sieben das Besucherzentrum von "El Tatio" in über 4000 m Höhe und werden bis zum Rand des Geysirfeldes gefahren. Von dort spazieren wir bei klirrender Kälte (-10 Grad) in der Dämmerung zwischen blubbernden Tümpeln und dampfenden Erdlöchern herum. An der einen Stelle sprudelt kochendes Wasser aus dem Boden, daneben gefriert es auch schon wieder auf dem kalten Boden. Meterhoch steigen die Dampfsäulen in den Himmel, und an einer Stelle sprudelt auch das heiße Wasser zwei Meter hoch.

Langsam wird es heller, aber wärmer wird es dadurch noch lange nicht. Sind froh um unsere Schichten Fleece und Goretex, Mütze und Handschuhe und suchen Schutz vor dem schneidenden Wind beim Bus, der wie einige andere am hinteren Parkplatz steht. Dort sind die Vorbereitungen für ein Frühstücks-Picknick in vollem Gange. Überall stellen Tourguides Tische auf und richten Sandwiches her, in einigen der heißen Wasserlöcher liegen Tetrapacks mit Milch und Kakao, auch einfache Wasserflaschen warten auf ihren Einsatz als Teewasser und für Kaffee.
Auch Jenny hat mit Hilfe des Fahrers ein kleines Buffet für uns aufgebaut und um halb acht werden wir zum Frühstück gerufen. Wärmen uns mit Tee und Kakao, dazu gibt es heißen Toast und regionaltypischen Kuchen, Kompott und Eieraufstrich. Diese Verpflegung und die nun immer kräftiger werdenden Sonnenstrahlen tun unserem Wohlbefinden sehr gut, und gestärkt spazieren wir noch einmal durch die bei steigenden Temperaturen gar nicht mehr so eindrucksvollen Dampfsäulen. Die Kälte braucht es einfach, damit alles so spektakulär wirkt.

Erfahrene Möwe wittert Nahrung Grasende Vicuñas Um halb neun verlassen wir das Geothermalfeld und fahren nun gemächlicher den Weg zurück. Unterwegs sehen wir eine kleine Vicuña-Herde und dann kommen wir zum Rio Putana. Das Flüsschen, das am noch aktiven Vulkan Putana entspringt, bildet in einer Senke einen kleinen See und ist ein wahres Vogel-Paradies. Hier brüten Riesenblesshühner, Chile- und Andengänse, kleine Sichelschnäbler und andere Wasservögelchen. Spazieren fotografierend und frierend dem Ufer entlang und sehen über die Felswand am Ende der Senke ein Viscacha huschen.

Nächster Stopp ist weiter unten im Tal das Örtchen Machuca, ein typisches Atacameño-Dorf mit einfachen, kleinen Häusern und einem alten, leider geschlossenen Kirchlein am Hügel. Hier machen natürlich alle Tourbusse Halt und so gibt es auch einen "Grillmeister" der Lama-Spieße brät. Nach unserem ausgiebigen Frühstück verzichten wir aber auf diesen kulinarischen Genuss. Wir müssen auch bald zurück ins Hotel nach San Pedro, um unsere Zimmer zu räumen und uns für den Rückflug nach Santiago fertig zu machen.

Lama-Spießchen in Machuca Säulenkaktus auf der Fahrt zurück nach San Pedro de Atacama Kommen noch rechtzeitig an um uns umzuziehen (endlich wird es warm!) und ein Mittagessen weitere Informationen zu suchen. Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir an einer speziellen Weinverkostung vorbei, mit Weinen, die über 2.400 m angebaut und von indigenen Kellermeistern produziert werden. Schade, dass uns die Zeit fehlt, klingt sehr interessant!

Sind pünktlich zur Abfahrt beim Bus und fahren dösend durch die Hitze nach Calama. Nach einem etwas chaotischem Check-In, bei dem wir aber wieder die Bordkarten für den nächsten Tag bekommen, heben wir fast pünktlich um 17:00 Uhr ab und landen zwei Stunden später in Santiago. Bei 32°C tragen wir unsere Koffer gerade mal aus dem Terminal hinaus und über die Straße ins Holiday Inn weitere Informationen. Dort beziehen wir geräumige, moderne Zimmer und merken vom Fluglärm nebenan gar nichts. Die Infrastruktur mit Bar und Internet-Terminals ist auch ausgezeichnet, so steht einer geruhsamen Nacht nichts im Wege.


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Fr 22.11. Auf in den windgebeutelten Süden!

Morgenstimmung kurz nach dem Abflug in Santiago Magellan-Pinguin an der Magellan-Straße Müssen schon wieder zeitig aus den Federn, denn nach einem kleinen Frühstück im Stehen in der Hotelhalle überqueren wir die Straße und geben um halb fünf unsere Koffer auf. Ist schneller gegangen als erwartet, daher stehen wir eine ganze Weile sinnlos am Gate, bis wir die Maschine nach Punta Arenas besteigen dürfen. Pünktlicher Abflug um 5:55 Uhr. Unterwegs gibt es die übliche Inlandsflug-Verpflegung (2 Stücke aus einer Auswahl von Kompottfrüchten, Nussmix, Käsestangen oder Kuchen - wird langsam fad). Ein hübscher Sonnenaufgang verkürzt ein wenig die drei Stunden Flug zum südlichsten Punkt unserer Reise.

Nach der Landung bei bedecktem Himmel und nasser Landebahn stellt sich heraus, dass der Koffer eines Mitreisenden noch in Santiago steht. Bis die ganzen notwendigen Formalitäten erledigt sind, vergeht einige Zeit und wir warten in einem als neu angepriesenen, aber schon recht desolaten Bus auf die Abfahrt. Endlich geht es los und bei heftigem Wind fahren wir zuerst zu einer Pinguinkolonie. In Turis-Otway kann man auf teilweise beplankten Wegen und Stegen zu den Brutplätzen der Magellan-Pinguine spazieren. Zum Schutz der kleinen Frackträger darf man allerdings nicht sehr nahe an sie heran und die Kolonie ist im Augenblick auch nicht übertrieben groß. Es sieht aber lustig aus, wie sie am steinigen Ufer stehen oder drollig durch das Gras watscheln und in ihren Bruthöhlen verschwinden. Ihnen macht der schneidende Wind auch gar nichts aus, ganz im Gegensatz zu uns.

Wenig spektakulärer Blick über die Magellan-Straße Richtung FeuerlandKurz nach 12:00 geht die Fahrt weiter in den Westen, durch die Trockensteppe, vorbei an Magellan-Südbuchen und Magellan-Gänsen - richtig, wir befinden uns im Bereich der Magellanstraße und vieles hier ist nach dem großen Entdecker benannt.
Mittagsrast im Café El Patagón Ob wir wollen oder nicht, im Bus ist es recht warm und wir dösen vor uns hin. Die patagonische Steppe breitet sich endlos zu beiden Seiten der Straße aus, die Wolken am Himmel hängen tief und vermitteln eine eigenartige Stimmung.

Unterwegs gibt es in einem einsamen Lokal an der Straße weitere Informationen ein kleines Mittagessen, das wir auf der windgeschützten Terrasse sogar im Freien verzehren! Bald geht es aber weiter und nach fast 250 km erreichen wir gegen halb fünf mit dem Ort Puerto Natales wieder etwas Zivilisation. Nach einem windverblasenen Spaziergang an der Uferpromenade mit moderner Kunst steigen wir gerne wieder in den Bus ein und die Fahrt geht weiter. In Cerro Castillo - eigentlich nur eine Straßenkreuzung mit vier, fünf Häusern - legen wir nochmal einen Stopp ein, denn hier kann man sich noch verhältnismäßig günstig mit Proviant (Wasser, Kekse, Obst) eindecken. Den brauchen wir für den Aufenthalt im Nationalpark Torres del Paine, in dem wir die nächsten Tage verbringen werden.

Hinweisschild auf der Strecke 'Am Ende der Welt' Eine erst vor kurzem eröffnete direkte Straße zu unserem Hotel am Südwestrand des Nationalparks ist wegen eines Hangrutsches auf unbestimmte Zeit gesperrt und so fahren wir über diverse Schotterpisten, am Ufer eines der großen Seen entlang quer durch den ganzen Park. Unterwegs sehen wir eine riesige Herde Guanacos, eine nicht domestizierte Lama-Art, und Ñandus, den südamerikanischen Laufvogel. Bis wir durch den Südteil des Parks gefahren sind und an einem Aussichtspunkt noch auf Seen und die "Hörner des Paine" geschaut haben, vergehen noch 2 Stunden und so sind wir um halb zehn bei der Ankunft im Hotel weitere Informationen ziemlich geschafft. Gehen aber gleich zum Abend-Buffet weitere Informationen, bevor dort abgeräumt wird. Trotz der späten Stunde ist die Auswahl noch reichlich und auch sehr gut. Sind alle etwas aufgedreht und sitzen trotz Müdigkeit noch recht lange plaudernd beisammen.

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Sa 23.11. Gletscher, Wind und Seen

Haben gut geschlafen und auch gut gefrühstückt. Am Morgen wurde der fehlende Koffer unseres Mitreisenden nachgeliefert, und er ist froh, dass er den Tag nicht in geborgten Klamotten absolvieren muss.

Funkelnd blauer Eisberg im Lago Grey Roter Feuerbusch in eisigem Wind Der erste Höhepunkt des heutigen Tages im Nationalpark ist der Grey-Gletscher. Nach einer Stunde Busfahrt wandern wir gegen 10:00 vom Parkplatz durch den Südbuchen-Wald und vor zum Lago Grey. Schon der Gang über eine Hängebrücke am Beginn des Weges wird vom Wind erschwert und sobald wir den schützenden Wald am Seeufer verlassen, fegt uns ein richtiger Sturm um die Ohren. Aber der Anblick ist überwältigend! Im milchig-grauen Wasser des Sees, eingebettet zwischen hohen Felswänden, schwimmen leuchtend blaue Eisberge. Einige sind auch schon am Ufer im Kies gestrandet und schmelzen langsam vor sich hin. Dabei bilden sie filigrane, funkelnde Kunstwerke, die aber leider sehr vergänglich sind.
Der Wind kommt vom Gletscher am hinteren Ende des Tales, dorthin hat man von einem Aussichtspunkt auf einer Halbinsel in der Mitte des Sees einen schönen Blick. Bis wir dort sind hat uns der Sturm einige Male fast von den Füßen geholt, zumal das Gehen auf dem abgeschliffenen Gestein an sich schon mühsam ist. Aber die Gletschermassen, die durch das Tal "fließen" und in den See münden sind schon beeindruckend.

Auf dem Rückweg zum Bus haben wir nun auch Augen für die kleinen Schönheiten am Wegesrand. Kleine Blümchen in allen möglichen Farben ducken sich dicht an den Boden und trotzen der Kälte und dem Wind, leuchtend rote Feuerbüsche stehen im Kontrast zum dunklen Gestein, Ginster setzt gelbe Akzente in der Landschaft.

Durchgefroren und windzerzaust, aber beeindruckt von den Naturgewalten versammeln wir uns wieder beim Bus und kurz nach Mittag tuckern wir wieder durch den Nationalpark. Am Lago Pehoé gibt es beim Campingplatz ein Restaurant weitere Informationen, dort verpflegen wir uns mit Blick auf die Cuernos del Paine. Heute sind sie besser zu sehen als gestern Abend, kein Nebel trübt die Sicht und Sonnenstrahlen bringen die blauen Felsen zum Leuchten.

Guanacos vor dem El Paine Massiv Kleine Vögel nutzen die leblosen Baumgerippe Um halb drei geht die Fahrt weiter zum Salto Grande, dem großen Wasserfall zwischen dem Lago Nordenskjöld und dem Lago Pehoé. Auch hier führt ein kurzer Wanderweg vom Parkplatz zu einem Aussichtspunkt, und auch hier fegt uns der Wind um die kapuzengeschützten Ohren. Aber zugegeben, der Ausblick auf die rauschenden, fallenden Wassermassen ist schon beeindruckend. Ebenso die durch Gletscherschliff über Jahrtausende geformte Landschaft mit Seen und Fjorden, sanften Hügeln und Tälern.

Spazieren dann noch weiter in Richtung eines als spektakulär gepriesenen Aussichtspunktes über den Lago Nordenskjöld und das gesamte Paine-Massiv. Allerdings verbringen wir zu viel Zeit mit dem Fotografieren von Baumruinen, die nach einem Brand im Jahr 2012 vom dichten Wald übrig geblieben sind. Die Baumgerippe mit den leuchtend weißen Rinden stehen wie bizarre Skulpturen in der langsam wieder keimenden Vegetation. Kleine Polsterpflanzen, lila Sternchen und gelbe Orchideen trotzen der Zerstörungswut der Flammen und überziehen an windgeschützten Stellen den Boden wieder mit Leben. Auch kleine Vögel zwitschern munter in den leblosen Ästen.

Wir zwei haben genügend Ausblick gehabt und machen uns auf zurück zum Bus. Langsam trudeln dann auch die wackeren Wanderer unserer Gruppe ein, die vom tollen Ausblick beim Mirador Cuernos schwärmen. Um vier fährt unser Bus wieder eine gute Stunde zurück zum Hotel. Dort bleibt uns endlich wieder mal etwas Zeit zum Entspannen und Notizen schreiben, dann geht es zum wieder sehr guten Buffet und einem weiteren geselligen Abend.

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So 24.11. Zeigen sich heute die Torres del Paine?

Unterwegs im Nationalpark Die 3 Torres del Paine Sind um halb acht beim Frühstücksbuffet, dort ist der in dieser Nacht gefallene Schnee Gesprächsthema. Die Hügel ringsum sind angezuckert und nun regnet es.

Um halb neun sollte Abfahrt sein, aber weit und breit kein Bus. Warten bis halb zehn, dann kommt ein für uns neues Gefährt - der bisherige hat keine Genehmigung für Argentinien und da müssen wir heute noch hin. Endlich können wir das etwas kleinere Fahrzeug besteigen (ein paar Koffer müssen zu uns in die Passagierkabine gepackt werden) und wir beginnen den Weg aus dem Nationalpark. Bei dem Schmuddelwetter haben wir wenig Aussicht, die namengebenden Wahrzeichen des Nationalparks zu sehen. Manche Reisende sind schon tagelang vor den nebelverhangenen Türmen des blauen Bergmassivs gestanden, ohne einen Blick auf sie zu erhaschen.

Planmäßig führt die Route hinauf zur Cascada Paine. Unterwegs klart es doch tatsächlich auf und die Wolken lichten sich. Beim Wasserfall strahlt dann die Sonne vom blauen Himmel und wir sind dem Busfahrer nun nicht mehr böse, dass wir eine Stunde Verspätung haben. Legen noch einige Fotostopps ein. Besonders beeindruckt sind wir von einer riesigen Guanaco-Herde, die friedlich und malerisch in einer Senke grast, mit den drei gut sichtbaren Felszacken dahinter.
Karakaras und Andenkondor direkt über uns
Bevor wir den Nationalpark nun endgültig verlassen, zweigen wir noch zur Laguna Azul ab. Im tiefblauen Wasser des Sees spiegeln sich die Torres del Paine, die nur gelegentlich von rasch vorbeiziehenden Wolkenfetzen ein wenig verdeckt werden. Die Wasservögel zeigen wenig Scheu vor uns Touristen und zu guter letzt tauchen dann auch noch Andenkondore und Karakaras (Geierfalken) auf, wir haben wirklich Glück!

Dunstig am Horizont die circa 200 km entfernten Berge Cerro Torre und Mount Fitzroy Nun heißt es aber endgültig Abschied nehmen vom blauen Bergmassiv, und eine Stunde später erreichen wir wieder Cerro Castillo. Dort machen wir im kombinierten Souvenirshop-Ausflugslokal-Proviantladen Mittagspause und gehen dann zur nur 50 Meter daneben liegenden chilenischen Grenzstation. Geben den Durchschlag des Einreisezettels ab und bekommen einen Ausreisestempel in den Pass. Fahren dann ein paar Minuten und beim argentinischen Grenzposten gibt es ohne Formular einen Stempel mit dem 90-Tage-Touristen-Visum.

Die Landschaft im argentinischen Teil Patagoniens unterscheidet sich nicht merklich vom chilenischen, in den nächsten drei Stunden durchqueren wir eine karge, flache, weite Ebene. Ganz weit hinter den Zäunen der Estancias tauchen gelegentlich ein paar Rinder oder Schafe auf, die sich offenbar von dem braunen harten Gras ernähren können. Der Wind pfeift kräftig und beutelt unseren Bus ganz nett durch.
Ziemlich rustikal geratene Apotheke in El Calafate
Gegen halb sieben bleiben wir an einem Aussichtspunkt stehen und Erich erklärt uns, dass wir auf den Lago Argentino schauen und ganz klein am Horizont die circa 200 km entfernten Berge Cerro Torre und Mount Fitzroy zu sehen sind, auch das eine seltene Gelegenheit.

Nun dauert es nur noch eine Stunde bis wir den Touristenort El Calafate erreichen und ein nettes Hotel weitere Informationen beziehen können. Die Hauptstraße mit den meisten Restaurants ist nicht weit entfernt und wir genießen wieder einmal so etwas wie Stadtleben. Die meisten Lokale hier bieten Grillgerichte an und auch wir nützen die Gelegenheit, relativ günstig ein Steak zu probieren weitere Informationen. Allerdings sind wir nicht ganz überzeugt vom Gebotenen - hatten schon mal Zarteres - aber immerhin der Wein dazu ist exzellent.

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Mo 25.11. Beim Perito-Moreno-Gletscher

'Unser' Gaucho Claudio Sind wie üblich als letzte beim Frühstücksbuffet, aber pünktlich um halb neun zur Abfahrt beim Bus. Dort wartet schon der Gaucho Claudio als verpflichtender lokaler Führer auf uns. Leider spricht er nur Spanisch, was die Sache für unsere Mitreisenden etwas spaßlos macht, da Erich natürlich nicht dauernd übersetzen kann.

Annäherung an die Eiswand Fahren die circa 80 km von El Calafate zum Eingang des Nationalparks Los Glaciares. Dieser umfasst auf beinahe 4.500 km² mehrere Gletscher - der bekannteste und der mit der besten Infrastruktur ist der Perito-Moreno-Gletscher - unser heutiges Ziel. Unterwegs bleiben wir an einem Aussichtspunkt stehen, von dem aus man eigentlich einen spektakulären Blick auf die Eismassen hat. Leider ist es stark bewölkt und vom Licht her eher düster, sodass alles recht flach und irgendwie nichtssagend wirkt.

Werden um 11:00 Uhr am unteren Parkplatz zur Besichtigung entlassen und können uns über die Passerelle (massive Stahlstege) der einen Seite der mächtigen Gletscherzunge nähern. Ist schon imposant die über 2 Kilometer lange und rund 60 Meter hohe Eiswand zu sehen, die sich langsam in den Lago Argentino hineinschiebt. Immer wieder hören wir das Donnern, wenn Eisstücke abbrechen und ins Wasser fallen, einige Male sehen wir auch wirklich große Stücke abbrechen. Im Gegensatz zum Lago Grey bleiben jedoch fast keine schwimmenden blauen Eisberge zurück, dieses Eis hier zerbröselt in viele kleine Stücke, die wie ein grieseliger Belag am Fuß der Eiswand das Wasser überziehen.

Detail aus dem oberen Ende der Gletscherwand Die Stege führen teils durch den Wald immer weiter aufwärts. Ganz oben steht ein Ausflugslokal, in dem wir uns zu Mittag verpflegen. Bis zur Abfahrt des Busses hier oben haben wir noch genügend Zeit, um auf anderen Wegen auch die gut 2 Kilometer breite Rückseite der Gletscherzunge zu betrachten. Das Farbenspiel von dunklem Wald und knallroten Feuerbüschen vor der Kulisse der blauweißen Eisfront ist beeindruckend und netterweise hält sich hier endlich einmal der Wind in Grenzen.

Blick auf die  Gletscherwand von der Passerelle Um zwei Uhr bringt uns der Bus zu einem Bootsanleger wo wir einen Katamaran besteigen, der uns relativ nahe an die nördliche Gletscherwand bringt und ein bisschen davor kreuzt. Nach dem Ablegen kann man auf die Aussichtsplattform steigen, sich den kalten Wind um die Ohren blasen lassen und die zerklüftete blaue Eisfront bewundern. Leider (oder Gott sei Dank?) gibt es auf dieser Seite des Gletschers keine Eisabbrüche (die Sonne scheint nicht mehr direkt auf den Gletscher). Nach einer guten Stunde legen wir wieder an.

Um halb vier treten wir die Rückfahrt nach El Calafate an. Am Ortseingang folgt die Hälfte der Gruppe noch der Einladung Erichs, mit ihm außertourlich die örtliche Lagune mit vielen Vögeln zu besichtigen. Uns ist angesichts der Licht- und Windverhältnisse nicht nach weiterem Naturerlebnis zumute, so lassen wir uns beim Hotel absetzen, genießen ein Glas Wein in der Hotelbar und schreiben entspannt unsere Tagebücher.

Zum heutigen Abendessen wagen wir noch einmal argentinisches Rind, diesmal in einem einfacheren Lokal weitere Informationen. Ist nicht besser oder schlechter als gestern, aber um 30 Dollar billiger. Auch hier war der Wein das Beste. Haben uns gerade zur Bettruhe hergerichtet, da bekommen wir einen Anruf von der Reiseleitung: morgen fahren wir schon um 7:00 ab, die chilenischen Grenzposten streiken und so bestehe eine größere Chance, das kurze Abfertigungsfenster zu erreichen. Na dann: gute Nacht!
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Di 26.11. Mühsame Fahrt nach Punta Arenas

Weckruf um 5:30, netterweise bekommen wir schon so zeitig ein fast komplettes Frühstücksbuffet. Essen was geht, wer weiß wann wir das nächste Mal etwas bekommen. Erfahren, dass die Zollbeamten vier Stunden die Grenzübergänge blockieren und dann für eine Stunde Dienst nach Vorschrift versehen, dann wieder 4 Stunden streiken und wieder 1 Stunde arbeiten, erst in der Nacht ist wieder offen - das kann ja heiter werden. Die Koffer und wir sind um sieben parat, aber da wird beschlossen, doch zur ursprünglich geplanten Zeit, also halb neun, abzufahren. Das verursacht leichten Unmut in der Truppe und letztlich geht es kurz nach acht Uhr los. Es ist bewölkt, also perfektes Transfer- und Wartewetter.

Massenweise Schafe: ein Viehtrieb in Chile Wir fahren wieder durch die fade Landschaft, die uns schon vorgestern eingelullt hat. Zweigen aber nicht zum Grenzübergang nach Cerro Castillo ab, sondern fahren auf Empfehlung unseres Busfahrers zu einem kleinen, touristisch wenig genutzten Grenzübergang, dort kennt er einen der Beamten. Na gut, vielleicht hilft es was! Sind kurz vor ein Uhr (Ende der einen Dienststunde) am argentinischen Grenzposten, dort müssen wir aber alle Ausreisezettel ausfüllen, bevor wir weiterfahren dürfen. Natürlich ist jetzt auf chilenischer Seite zu. Außerdem ist der Weg durch das Niemandsland recht weit, und so stehen wir erwartungsgemäß vor einem angeketteten, verschlossenen Grenzbalken. Die Grenzermannschaft sitzt in kurzen(!) Hosen beim Grillen und lässt sich durch unsere Ankunft nicht stören. Unser Fahrer lässt seine Beziehungen spielen und erreicht, dass wir nach dem Essen doch abgefertigt werden. Erleichtert warten wir eine Stunde im Bus und essen unsere Obstvorräte auf, denn bei der Einreise nach Chile ist auch auf dem Landweg so gut wie alles Botanische verboten. Tatsächlich erscheinen der Grenzpolizist und die Zöllnerinnen dann in voller Uniform und wir werden abgefertigt. Müssen wieder die Einreisezettel ausfüllen und dann die Koffer alle einzeln kontrollieren lassen. Aber alle sind froh, dass es nun weiter geht, auch wenn wir einen Einreisestempel mit dem gestrigen Datum im Pass haben.

Buntes Haus in Punta Arenas Um 14:45 hebt sich der Schlagbaum und wir dürfen weiterfahren. Unterwegs kommen wir wieder an eingezäunten Estancias vorbei und urplötzlich tauchen drei Reiter mit fünf Hunden und mehreren tausend Schafen auf - dieser Viehtrieb von der Winter- auf die Sommerweide ist ein Spektakel, das man gesehen haben muss! Nur durch Pfiffe lenken die Gauchos ihre Hunde und die sorgen für die nötige Ordnung in der scheinbar kopflos dahin rennenden Herde.

Magellan-Denkmal in Punta ArenasIrgendwo im Nirgendwo gibt es dann bei einem kleinen Laden eine kurze Rast und um 18:00 Uhr erreichen wir endlich Punta Arenas. Beim Hotel angekommen verabschieden wir uns mit einem fürstlichen Trinkgeld von unserem Busfahrer, denn ohne ihn und seine Beziehungen wären wir höchstwahrscheinlich noch nicht hier.

Das Hotel weitere Informationen liegt an der Uferpromenade mit Blick über die Magellanstraße hinüber nach Feuerland. Nach der langen Sitzerei im Bus sind wir alle froh, uns bei der Suche nach einem Abendessen die Füße vertreten zu können. Damit wir von dieser Stadt nicht nur Hotel und Flughafen gesehen haben, beschließen wir zwei, noch einen keinen Stadtrundgang zu machen. Hier im Süden ist es noch recht lange hell, so spazieren wir bei lebhaftem Wind zur Plaza de Armas mit dem schönen Jugendstil-Palais und der Kirche. Dann stapfen wir hinauf auf den Cerro de la Cruz, von wo wir einen tollen Blick über die bunte Stadt im milden Abendlicht haben. Etwas durchgefroren und von Straßenkötern bedrängt, steigen wir wieder hinab ins Zentrum und suchen ein Restaurant für das Abendessen. In der O'Higgins-Straße sollte das größte Angebot sein und dort werden wir auch fündig weitere Informationen. Zufrieden mit unserer Wahl spazieren wir bei leichtem Regen zum Hotel und verziehen uns bald in die Federn, morgen müssen wir ja schon wieder zeitig raus.
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Mi 27.11. Mal wieder ein Flug nach Santiago

Start in Punta Arenas bei Regen und heftigem Wind Jetzt reicht es dann langsam, schon wieder klingelt der Wecker vor vier Uhr! In der Lobby bekommen wir ein kleines Frühstückspaket mit Sandwich, Joghurt, Wasser und Orange, das wir zum Geräusch von starkem Wind und heftigem Regen vertilgen. Um 4:45 sollte uns ein Bus zum Flughafen bringen, aber es taucht keiner auf. Um 5:00 lässt Erich dann von der Rezeption eine Taxi-Flotte organisieren, die uns in einem lustigen Wettrennen (in dichtem Regen mit 130 km/h am 60er-Schild vorbei) zum Flughafen bringt. Können fast problemlos einchecken, nur der Mitreisende, dessen Koffer gefehlt hat, ist plötzlich aus der Liste verschwunden (angeblich hat er den Flug nach Punta Arenas verfallen lassen). Mit leichter Verspätung, aber immerhin komplett, heben wir mit heftigem Rütteln und Schaukeln um 6:40 zum Flug zurück in die Hauptstadt ab. Sind alle müde und dösen vor uns hin.

Heftig sprießender Sauvignon Blanc im Weingut Casas del Bosque Die Landung kurz vor 10:00 erfolgt bei strahlend blauem Himmel und unser lokaler Führer heißt nun Marco, ein Deutscher. Er hat für uns schon die Bordkarten für den morgigen Flug ausgedruckt, aber für uns und zwei weitere Gruppenmitglieder keine bekommen. Bis das geklärt ist, sitzen wir im Bus und warten. Immerhin müssen wir uns nicht selber um dieses Problem kümmern.

Endlich geht es los und der Bus bringt uns ins Valle Casablanca. Das ist eines der vielen fruchtbaren Täler, die rund um Santiago liegen und in denen das meiste wächst, was in Chile an Obst und Gemüse produziert wird. Unser Ziel ist das Weingut Casas del Bosque, fast direkt an der Straße nach Valparaíso gelegen. Kommen pünktlich um halb eins zur gebuchten Führung dort an und eine junge Dame zeigt uns auf Spanisch die umliegenden Weinberge und die Produktionshalle mit Pressen, Stahltanks und Barrique-Fässern. Die Übersetzung von Marco ist allerdings für die meisten wenig erhellend, er scheint wenig Ahnung von Wein zu haben...

Weinverkostung im Barrique-Lager des Weinguts Casas del Bosque Den Abschluss der Führung bildet die Verkostung eines Sauvignon blanc, der hier im Tal wächst und eines Carménère, der aus einem anderen Tal stammt, das auch zum Weingut gehört und besser für Rotwein geeignet ist. Anschließend gibt es um halb zwei im dazugehörigen Restaurant weitere Informationen das Mittagessen, mit wirklich guten Gerichten und den beiden nun schon bekannten Weinen dazu. Sind rundum zufrieden und genießen die herrlich gelegene, gepflegte Parkanlage mit Ruhezonen und Lounge-Sesseln unter schattigen Bäumen. Hier kommt erstmals richtig Urlaubsstimmung auf, denn es ist alles entspannt und warm und gemütlich.
Ansicht des Künstlerviertels Bellavista von Gonzalo Torrealba
Sind nur schwer wieder in den Bus zu bekommen, aber wir müssen zurück nach Santiago um unser schon von der ersten Nacht bekanntes Hotel zu beziehen. Hier verabschieden wir uns dann von Erich Preiss, unserem steirischen lokalen Reisebegleiter, weil er bei unserem Abstecher auf die Osterinsel nicht mehr dabei ist.

Wir zwei machen uns kurz nach 18:00 Uhr auf den Weg zur nahegelegenen Metrostation und fahren ein paar Haltestellen, um uns das Barrio Bella Vista, das Künstler- und Ausgehviertel anzusehen. Hier spielt sich das junge Leben mit Bars und Kneipen, Restaurants, Konzerten und Galerien ab. Lassen uns durch die munteren Massen treiben und landen in einem neuen Unterhaltungskomplex mit Boutiquen, Bars und Restaurants weitere Informationen. Hier gönnen wir uns einen Cocktail, essen eine Kleinigkeit zu Abend und könnten es durchaus länger aushalten. Aber kurz nach neun spazieren wir wieder zurück zur Metro und fahren in unser ruhiges Hotel. Zusammen mit ein paar Mitreisenden süffeln wir noch an der Hotelbar unseren Willkommensdrink und unterhalten uns wieder blendend.

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Do 28.11. Wir nähern uns unserem Ziel - Rapa Nui, wir kommen!

Anflug auf die Osterinsel mit Blick auf die vorgelagerten Inselchen, die im Vogelmannkult eine wichtige Rolle spielen Heute müssen wir noch einmal früh raus - wenn auch nicht zu einer wirklich extremen Zeit und zudem ist das Frühstücksbuffet um 6:45 erfreulicherweise auch schon fast komplett bestückt. Eine halbe Stunde später bringt uns der Bus dann zum Flughafen. Da wir die Bordkarten schon haben, sind wir mehr als rechtzeitig dort und nach einiger Herumsteherei besteigen wir eine knallvolle Boeing 767-300 mit knapp 300 Passagieren an Bord. Heben pünktlich ab und bekommen zu unserer Überraschung sogar ein warmes Frühstück anstelle der bisher üblichen Kompott-Früchte-Kuchen-Auswahl serviert.

Kirche in Hanga Roa Wir landen um 12:30 Ortszeit (also nach knapp 5 Flugstunden, aber mit 2 Stunden Zeitverschiebung) auf einer der längsten Startbahnen der Welt. Wir sind am Ziel angelangt, dem Höhepunkt unserer Reise! Nach dem Aussteigen erklingt Musik und eingeborene Kinder singen und tanzen. Aber dieser Empfang gilt nicht uns, sondern dem apostolischen Nuntius von Chile und dem Erzbischof von Valparaíso, die zur Einführung des neuen Pfarrers nach Rapa Nui gekommen sind.

Nachdem wir unser Gepäck in Empfang genommen haben, verlassen wir das Flughafengebäude und unser lokaler Führer Frieder begrüßt uns auf Südseeart mit einer Blumenkette. Ein kleiner Bus bringt uns zum Hotel weitere Informationen und wir bekommen einen Willkommensdrink und erste Informationen zu unserem Aufenthalt auf der Osterinsel. Dann werden wir für den Rest des Tages - ganz ungewohnt für diese Reise - uns selbst überlassen. Marschieren daher gegen halb drei vor zum nahen Strand und erkunden die Umgebung. Knipsen als erste Einstimmung auf die kommenden Tage die für uns Touristen nachgebauten Moai (Steinstatuen) auf den ebenso künstlichen Ahu (Zeremonialplattformen).

Altes Kultobjekt im kleinen Inselmuseum Wandern am Strand zum Nordende der großen Bucht, die dem Hauptort Hanga Roa ihren Namen gab und flüchten vor einem harmlosen Regenschauer in das gerade in der Nähe liegende kleine Museum. Ist nichts Weltbewegendes, aber ein paar erste Eindrücke erhalten wir doch. In der Nähe stehen auch die echten Moai vom Ahu Tahai und auch der bunte Friedhof mit den vielen wilden Blumen ist nett anzusehen. Gönnen uns zum Entspannen ein Bierchen in einem kleinen Lokal und im Postamt, ganz in der Nähe des Hotels, lassen wir uns noch das "Rapa-Nui-Visum" in den Pass stempeln. Sonnenuntergang auf Rapa Nui

Nachdem wir uns im Zimmer frisch gemacht haben spazieren wir hinauf in das Ortszentrum, hier steht die einfache Kirche und nebenan liegt der Handwerksmarkt, hautsächlich für Souvenirs. Folgen dann einem anderen Weg zurück zur Uferstraße, denn dort haben wir am Nachmittag ein paar Lokale gesehen. Setzen uns kurz vor sieben in das "Au bout du monde" weitere Informationen (Am Ende der Welt) und vertilgen ein ausgezeichnetes Abendessen mit ebensolchem Wein. Unterhalten uns noch kurz mit der belgischen Chefin, dann gehen wir zurück Richtung Hotel und suchen unterwegs einen guten Platz, um den zu erwartenden kitschigen Sonnenuntergang zu beobachten.

Zufrieden mit dem Gebotenen schlendern wir in der Dunkelheit dann noch zum nahe beim Hotel gelegenen Supermarkt und erstehen ein paar Kleinigkeiten für die nächsten Tage. Kurz vor halb zehn genießen wir den lauen Abend auf der Terrasse vor unserem Hotelzimmer.

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Fr 29.11. Große Inselrundfahrt

Eine von unzähligen Blüten im Hotelgarten Der am besten erhaltene Moai des Ahu Tahai Auf dem Weg zum Frühstück bewundern wir die vielen üppigen Blumen im großen Garten, um den die Zimmer angeordnet sind. Das Buffet ist dann schon etwas ausgedünnt, aber für uns reicht es noch.

Um halb zehn beginnt die große Inselrundfahrt und wir sind alle schon gespannt, was uns erwarten wird. Beginnen beim Ahu Tahai, den wir bereits gestern erkundet haben, heute aber in viel besserem Licht und mit fachkundiger Erklärung. Die Statuen sind zwar restauriert, sehen aber trotzdem recht ramponiert aus. Nur eine ist angeblich recht originalgetreu wieder hergerichtet worden, mit eingesetzten Augen und dem aus rötlichem Schlackengestein hergestellten "Hut" bzw. Haarschopf.

Weiter geht die Fahrt in die Bucht Akahanga, hier befindet sich ein noch nicht restaurierter Ahu. Malerischer als die kaputten, auf der Nase liegenden Steinmänner sind aber das blaue Meer und die Brandung an den Vulkanfelsen.

Unvollendeter Moai im Steinbruch Rano RarakuDer erste Höhepunkt unseres Aufenthaltes auf der Osterinsel ist der große Steinbruch, den wir als nächstes ansteuern. Die Fahrt geht in den Ostteil der Insel und dort hügelan auf den Nebenkrater eines erloschenen Vulkans. Dessen Gestein lässt sich besonders gut bearbeiten und hier haben die Rapa Nui die riesigen Steinmänner hergestellt. Kommen um 12:00 Uhr beim Besucherzentrum von Rano Raraku an und wandern hinter Frieder zu den über 300 bisher entdeckten Statuen in allen möglichen Entstehungsstadien. Viele sind im Laufe der Jahrhunderte im Erdboden versunken und dort lässt man sie auch aus Konservierungsgründen. Einige stehen schief herum und warten noch immer auf die Endbearbeitung, die anderen sind noch gar nicht ganz aus dem Stein gehauen, wieder andere beim Transport umgefallen und zerbrochen.
Moai-Ausschuss im Steinbruch Rano Raraku
Über den Sinn und Zweck der Moai gibt es noch immer keine fundierten Erkenntnisse, fest steht nur, dass sie im Laufe der Zeit immer größer wurden. Leider zieht ausgerechnet hier der Himmel zu und die eindrucksvolle Steinmetzkunst der Ureinwohner kommt durch das diffuse Licht nicht richtig gut zur Geltung. Nach einer Stunde im Steinbruch, mit heftigem Wind und Regentropfen, gehen wir wieder hinunter zum Besucherzentrum, dort wurde für uns bereits am Picknickplatz das Mittagessen geliefert. Bekommen ein ganz passables warmes Gericht mit Getränk und Obst.

So gestärkt erklimmen wir eine halbe Stunde später noch einmal den Vulkan, diesmal von der anderen Seite, um uns den Kratersee anzuschauen. Der Ausblick ist ganz hübsch, wenn auch nicht atemberaubend, aber die nun zeitweise wieder hinter den Wolken hervorblinzelnde Sonne taucht alles in ein mildes Licht. Leider fehlt die Zeit, um noch einmal zum Steinbruch zu gehen, wir müssen weiter zum Ahu Tongariki.

Gegen 14:15 Uhr kommen wir bei der größten Anlage an, hier stehen sage und schreibe 15 Moai in unterschiedlichen Größen auf einem restaurierten Ahu. Ob dieser Zeremonienplatz jemals so ausgesehen hat, weiß man eigentlich nicht, denn im Jahr 1960 hat ein gewaltiger Tsunami alles in dieser Bucht weggespült. Dreißig Jahre hat der Wiederaufbau gedauert. Die Anlage ist wirklich beeindruckend und so dauert unsere Besichtigung auch etwas länger als die veranschlagten 20 Minuten.

Die 15 Moai des Ahu Tongariki



Wir müssen weiter, es warten noch zwei Zeremonialplätze auf uns. Zuerst fahren wir an die Nordküste zum größten Moai, der seinen Bestimmungsort erreichte, nach Te Pito Kura. Er hatte eine Höhe von 12 Metern, aber nun liegt er zerbrochen auf dem Gesicht. Neben der Altarplattform liegt noch ein großer runder Stein, der leicht magnetisch ist und als Energieplatz gedeutet wird. Manche Leute nennen ihn auch den Nabel der Welt.

Der Energieplatz beim Ahu Te Pito Kura Direkt am Meer genießen wir Kanakana (eine Art Thunfisch) auf Süßkartoffelpüree während die Sonne prachtvoll untergeht Der letzte Ort, der auf dem heutigen Besichtigungsplan steht, ist die Bucht von Anakena. Hier liegt der einzige verbliebene Sandstrand der Insel, mit Palmen, Badebetrieb und mitten drinnen 7 Moai in unterschiedlich schlechtem Zustand, aber fast alle mit Hut.
Genießen das tropische Ambiente, stöbern durch die Souvenirstände und gönnen uns ein Bier mit Ausblick auf das lebhafte Treiben. Treten um halb fünf die Rückfahrt zum Hotel an, die uns durch das Inselinnere mit einem kleinen Eukalyptuswald und vorbei an landwirtschaftlich genutzten Flächen führt.

Sind so rechtzeitig wieder im Hotel, dass sich eine Erfrischung im schattigen Pool noch ausgeht, bevor wir uns auf die Suche nach einem Abendessen machen. Biegen heute am Hafen links ab und vertilgen in einem Restaurant weitere Informationen direkt über dem Meer einen einheimischen Fisch und dazu wieder einen guten Wein.

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Sa 30.11. Von Vogelmännern und Hüten

Verwitterter und halb im Boden versunkener Moai-Kopf beim Ahu Vinapu Einheimischer Führer am Vulkan Rano Kau Pünktlich um halb zehn brechen wir zur Besichtigung des Südteils der Osterinsel auf. Wir starten beim Ahu Vinapu, der für seine präzise behauenen Steine an der Rückwand der Plattform berühmt ist. Anschließend erklimmt unser Bus die Steigung hinauf auf den erloschenen Vulkan Rano Kau. Von dort bietet sich einerseits ein traumhafter Ausblick über einen Großteil der Insel, andererseits ein nicht minder beeindruckender Blick in den Kratersee. Von hier kann man entlang des Kraterrandes nach Orongo wandern. Wir ziehen die bequemere Variante mit dem Touristenbus vor.

Hier in Orongo, fast ganz an der Südspitze der Insel, liegt das Zentrum des einmaligen Vogelmann-Kultes. In der Spätzeit der Rapa Nui-Kultur startete jedes Jahr mit der Ankunft der Rußseeschwalbe auf einer der vorgelagerten Felsinseln der Beginn eines Wettkampfes um das erste Ei. Der Sieger, es traten mutige junge Männer gegeneinander an, wurde zum Vogelmann erklärt, er stand bei rituellen Opfern vor und genoss zahlreiche Privilegien.

Vogelmanndarstellungen in allen Variationen findet man überall auf der Osterinsel Petroglyphen (Felsgravuren) für die Sieger Wir folgen unserem Führer den windgebeutelten Klippen entlang, von denen aus man einen atemberaubenden Blick auf die drei Felsinselchen hat. Die steilen, meerumtosten Klippen der größten Insel mussten von den Vogelmann-Kandidaten erklommen werden. Wenn schließlich ein Ei aus der Brut erhascht werden konnte, wurde es mit einer Stoffbinde auf die Stirn gebunden, um für den Rückweg (die Klippen hinab, durchs tosende Meer und auf Rapa Nui wieder die Steilklippe hinauf) die Hände frei zu haben - ein wahrlich mörderisches Spektakel!

Die steinernen Behausungen für die Teilnehmer (eng, nieder und fensterlos) und die in den Fels gehauenen Zeichnungen für die Sieger können besichtigt werden, wenn auch aus Sicherheitsgründen nur mehr aus der Ferne - die Klippen sind brüchig und immer wieder lösen sich große Steinbrocken. Wenn nicht irgendwer mit viel Geld eingreift, fällt die ganze Anlage früher oder später ins Meer. Zum Vogelmann-Kult gehört auch der letzte Ort unserer Vormittags-Tour, die Höhle Ana Kai Tangata. Sie liegt am Fuße der Steilküste, direkt am Wasser. Von hier aus wurden die Wettkämpfer mit Lebensmitteln versorgt.

Blick aus der Höhle Ana Kai Tangata aufs Meer Übrig gebliebene Pukao bei der 'Hutfabrik' am Krater Puna Pau Die Höhle ist mit kaum mehr sichtbaren Malereien (Vogeldarstellungen) geschmückt und ist leider auch ein Opfer der Erosion, erst vor wenigen Wochen ist wieder ein Teil der Decke eingestürzt. Unser Trupp erklimmt über die in die Klippen gehauenen Stufen wieder die steile Felswand und dann werden wir für die Mittagspause wieder zurück zum Hotel gebracht.

Wir zwei wählen ein Terrassenrestaurant weitere Informationen direkt am Meer für ein kleines Mittagessen und können von hier aus einigen Surfern bei ihrem feuchtfröhlichen Treiben zusehen.

Das Nachmittagsprogramm startet um drei mit der Fahrt zum Ahu Hanga Poukura (nicht weltbewegend) und zum ebenfalls unrestaurierten Zeremonienort Vaihu. Hier kann man die Reste eines Versammlungsplatzes sehen und es liegen einige Pukao herum. Das sind die aus rotem Gestein gefertigten Hüte der Steinstatuen, mit denen man sie noch etwas größer machen konnte. Als nächstes fahren wir zum Steinbruch am Vulkan Puna Pau, wo diese Dinger hergestellt wurden. Um vier steigen wir aus dem Bus und stiefeln den Weg hinauf zum Krater. Nur hier ist die Vulkanschlacke rot gefärbt und konnten die mächtigen Zylinder aus dem Inneren des Kraters geschnitten werden. Wie die tonnenschweren Teile über den Kraterrand und zu den Moai gebracht wurden, ist ebenso unerforscht wie ihre eigentliche Bedeutung. Aber ebenso wie der Steinbruch Rano Raraku eine Statuenfabrik war, sehen wir hier eine wahre Hutfabrik vor uns.

Die Moai des Ahu Akivi blicken stoisch in die Ferne Papageienblumenblüte im Hotelgarten Jetzt haben wir fast alle mit dem Auto erreichbaren sehenswerten Punkte der Insel angefahren, nur der Ahu Akivi fehlt noch. Der Weg dorthin führt über staubige Pisten und um halb fünf sind wir dort. Dieser Ort wurde als einer der ersten rekonstruiert und besteht aus sieben Moai aus der mittleren Entstehungsphase: schon recht groß, aber noch ohne Pukao. Das Licht ist schön, und wir haben die ganze Anlage zufällig für uns alleine - wahrlich ein toller Abschluss unseres Besuches auf der Osterinsel.

Nach einer halben Stunde entspanntem Besichtigen müssen wir wieder zurück in die Zivilisation. Nutzen noch einmal den Hotelpool im üppig blühenden Garten und spazieren dann auf der Suche nach einem kleinen Abendessen ins Zentrum von Hanga Roa. Erst am Ortsrand finden wir ein kleines Lokal dessen Angebot und Ambiente uns zusagt, dort entspannen wir bei Empanadas und Pisco Sour. Zufrieden mit uns und der Welt schlendern wir zum Hotel zurück.

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So 1.12. Die lange Heimreise beginnt

Sanfte Brandung am Hafen von Hanga Roa Müssen das Hotelzimmer bis 10:00 räumen, also stellen wir die Koffer an die Rezeption und spazieren noch einmal hinunter zum kleinen Hafen. Dort setzen wir uns unter einem Sonnenschutz auf eine Bank und schauen entspannt einigen Surfern bei ihrem Kampf mit der Brandung zu. Ja, so kann man auch einen ersten Advent-Sonntag verbringen: viel besser als Schnee schaufeln! Essen noch das letzte Obst, das wir ja nicht auf das chilenische Festland mitnehmen dürfen und sind dann um halb zwölf abfahrbereit.

Die Boeing 767-300 der LAN  bereit zum Abflug aufs Festland Werden zum Flughafen gebracht und verabschieden uns herzlich von Frieder, der mit seiner freundlichen Art und seinem Wissen viel zum gelungenen Aufenthalt auf Rapa Nui beigetragen hat.
Die Zeit bis zum Boarden verbringen wir im kleinen Café des Flughafens und warten dann in der Freiluftwartehalle, bis wir das Flugzeug besteigen können. Es ist wieder total voll und sobald alle Passagiere sitzen, starten wir auch schon. Leichte Turbulenzen, Videofilme und ein ganz passables Essen sind die einzige Abwechslung während des viereinhalbstündigen Fluges zurück auf das Festland. Nach der Landung um halb neun Uhr abends werden wir von Hannes, dem österreichischen Chef der chilenischen Reiseagentur, abgeholt. Mit einigen Mühen gelingt es unseren Reiseprofis schon heute, die Bordkarten für den morgigen Heimflug zu erhalten. So gewinnen wir etwas Zeit, um den letzten Programmpunkt morgen noch entspannt genießen zu können.

Werden noch einmal zum Hotel Torremayor gebracht und verbringen einen vergnüglichen Abend in der Gruppe.

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Mo 2.12. Typische Spezialitäten

Einer der Barrique-Keller des Weingutes Undurraga Alte Federkappe der Mapuche-Indianer im kleinen Undurraga-Museum Heute am frühen Abend geht der Flieger zurück nach Europa. Aber bis dahin werden wir diesen Tag noch genüsslich verbringen. Um halb elf bringt uns der Bus in den Südwesten von Santiago, zum Weingut Undurraga, wo wir um halb zwölf ankommen. Das historische Weingut liegt in einem gepflegten Park, der auch für Veranstaltungen gemietet werden kann.

Wir erhalten eine sehr informative Führung durch die Weingärten (mit den für Chile typischen Rotweinsorten Carménère, Pinot noir und Cabernet Sauvignon, aber auch Chardonnay und Sauvignon blanc sind mit dabei), die Produktionshallen und den Barrique-Keller. Das Weingut liegt auf ehemaligem Stammesgebiet der Mapuche-Indianer und um diesem Umstand Rechnung zu tragen, sind einige traditionelle Kultgegenstände auf dem Gelände zu sehen und am Ende der Tour in einem kleinen Museum zu besichtigen. Natürlich dürfen wir einige der Weine auch verkosten und anschließend im Laden kaufen. Da gibt es auch noch andere kulinarische und werbewirksame Mitbringsel.

Kurz vor 2:00 treten wir gut gelaunt die Rückfahrt nach Santiago an und eine halbe Stunde später nehmen wir in einem Parrillada-Restaurant mit Hofbräuhaus-Dimensionen an einer langen Tafel Platz. Hier bekommen wir zum Abschluss unserer Chile-Reise noch ein typisches Mittagessen, nämlich je eine kohlebeheizte Grillplatte für vier Personen, belegt mit den verschiedensten gegrillten Fleischsorten, dazu Salate und Pommes, Bier, Wein und Wasser - eine richtige Völlerei, aber wirklich gut!

Klassische Parrillada als Abschiedsessen zu Mittag Satt und zufrieden bringt uns der Bus dann zum Flughafen, dort geben wir zügig die Koffer ab, die Bordkarten haben wir ja schon. Wechseln die letzten Pesos in Euros und bringen Zoll- und Sicherheitskontrolle hinter uns. Verkrümeln uns zum Chillen in die Lounge, aber als wir dann pünktlich zur Boarding-Zeit zum Gate kommen, werden wir nach einiger Warterei wieder verschickt --> Probleme mit dem Dreamliner, nähere Infos in einer Stunde. Das ist blöd, weil in Madrid haben wir nicht viel übrige Zeit bis zum Anschlussflug nach Zürich. Drehen leicht genervt eine Runde durch die Halle und plötzlich geht dann alles sehr schnell und wir können doch gleich schon an Bord des Flugzeuges gehen.

Beziehen unsere engen Sitze in der Mitte der vorletzten Reihe und gegen 21:15 Uhr heben wir dann schon ab. Unterwegs gibt es immer wieder Turbulenzen und auch das Essen ist keine Offenbarung (besonders auch weil es in den letzten Reihen keine Auswahlmöglichkeit mehr gibt). Setzen die Schlafmasken auf und wickeln uns in die Decken --> Gute Nacht, Chile!

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Di 3.12. Der Winter hat uns wieder

Der Tower in Madrid lässt uns um 16 Uhr zu unserer letzten Etappe starten Irgendwie gelingt es uns, ein paar Stunden zu dösen bzw. zu schlafen. Zwei Stunden vor der Landung in Madrid bekommen wir noch ein mittelprächtiges Frühstück und um 13:40 Ortszeit setzen wir wieder auf europäischem Boden auf.
Dann heißt es durch Pass- und Sicherheitskontrolle zu hasten und das Terminal für den Weiterflug zu finden. Am Gate ist nichts los, und für die Verpflegung stehen nur Automaten zur Verfügung. "Gönnen" uns also ein Automaten-Sandwich und eine eiskalte Limonade, denn bei der Iberia an Bord (angeblich keine Billig-Airline) gibt es nicht mal ein Wasser, außer man zahlt!

Farbenprächtiger Sonnenuntergang über Frankreich Heben dann pünktlich um 16:00 Uhr ab und beim Blick aus dem Fenster haben wir Bodensicht, solange es hell ist. Einen kitschigen Sonnenuntergang und zwei Flugstunden später landen wir im frostigen Zürich in dichtem Nebel. Alle Koffer sind da und mit einiger Mühe finden wir auch den Bus, der uns zurück nach Vorarlberg bringt. Die Stimmung ist gut und die Verabschiedung von den Mitreisenden herzlich. Werden an unserer Bushaltestelle abgesetzt und rollen mit unseren Koffern an den Resten des vortägigen Wintereinbruchs vorbei heimwärts. Punkt neun sind wir wieder in den eigenen vier Wänden.

Im Rückblick können wir nun folgendes sagen:
Schön war's, ein bisschen anstrengend war's und sehr interessant war's! Das Pachamama-Ritual am Beginn der Reise hat wohl gewirkt, wir hatten beinah immer gutes Besichtigungswetter. Die Organisation hat für Lateinamerika wirklich sehr gut funktioniert, es sind keine größeren Pannen passiert, die sich nicht durch unsere Reiseleiter beheben hätten lassen. Und auch der Zöllnerstreik hat sich nicht negativ auf unseren Reiseverlauf ausgewirkt. Wir haben in der Gruppe viele nette Menschen kennengelernt und alles lief sehr familiär ab. Die Tatsache, dass wir außer schauen nichts tun mussten, war für uns ein bisschen ungewohnt, hatte aber natürlich auch Vorteile. Trotzdem lieben wir unsere Unabhängigkeit und werden die nächsten Reisen wohl wieder selber organisieren.

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