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Eine Reise der Extreme

Bolivien und Ecuador 15. September bis 6. Oktober 2012



Bolivien - dort wo das Fantastische Realität wird (offizielles Signet der Bolivianischen Tourismuswerbung)
Da wir uns erst sechs Wochen vor Urlaubsbeginn für ein Ziel entscheiden können, müssen wir die Reiseplanung diesmal etwas anders gestalten. Zuerst suchen wir eine noch halbwegs erschwingliche Flugverbindung nach Bolivien und - "weil wir schon mal in der Nähe sind" - zu unserem Freund in Ecuador, dann erst schauen wir, wie und was man so anschaut. Statt wie sonst alles selbst zu organisieren, schreiben wir diesmal mit unseren Vorgaben (zu denen auch ganz bestimmte Hotels gehören) diverse Reiseagenturen vor Ort an und vergleichen die Angebote. Letztendlich buchen wir bei der Agentur Turismo Bolivia Peru eine individuelle Rundreise. Wie die Umsetzung klappte, ist im Folgenden nachzulesen.

Für die freie Zeit und um nicht nur auf das Wissen der Führer angewiesen zu sein, war im Reisegepäck wieder ein Buch, nämlich der Reise-Know-How-Führer Bolivien kompakt von Katharina Nickoleit. Hier also nun unsere Eindrücke und Erlebnisse hoch in den Anden.


Die Reiseroute:

Unsere Reiseroute in Bolivien


La Paz
Tiwanaku
Titicaca-See
Sajama-Nationalpark
Uyuni
Salar de Uyuni und Lagunen
Potosí
Sucre
Santa Cruz
Jesuiten-Missionen
--> Colonche (Ecuador)
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Sa 15.9. Flug Zürich - Amsterdam - Lima - La Paz

Unser Urlaub beginnt sehr zeitig mit der Abfahrt des Regionalzuges in unserem Heimatort Schwarzach um 5:33 Uhr. Wir müssen zwar dreimal umsteigen, aber ansonsten ist die Zugverbindung nach Zürich ausgezeichnet und so kommen wir ohne lange Zwischenhalte am Airport an. Check-In bzw. Gepäckaufgabe sind bei der KLM in Zürich dann etwas chaotisch, aber immerhin können wir trotz Airline-Wechsel die Rucksäcke bis La Paz aufgeben, was uns viele Unannehmlichkeiten erspart.

Über den Wolken... Fast pünktlich geht's dann von Zürich nach Amsterdam. Dort wandern wir weit, bis wir das internationale Terminal erreichen, nur um auch hier Schlange zu stehen, denn am Gate gibt's einen Sicherheits-Check mit pingeliger Handgepäckkontrolle und Ganzkörper-Scan.
Planmäßig um 12:30 hebt die Boeing 777 ab. Unterwegs gibt es richtig gute Verpflegung (untypisch für ein Flugzeugessen *g*), aber auch Sandwich, Eis und Nüsschen verkürzen die 12 ½ Stunden Flug nicht wirklich. Um 18:10 Ortszeit (unsere Uhren zeigen 1:10) landen wir in Lima, wo uns eine langwierige Einreise erspart bleibt und wir, nach einer Sicherheitskontrolle im Transitbereich, beim TACA-Schalter die Boardingpässe für den Weiterflug nach La Paz erhalten. Die gut zwei Stunden Wartezeit vertrödeln wir im Duty-Free und in der Airport-Lounge bis wir endlich einsteigen dürfen und um 22:30 abheben.

Von diesem 90-minütigen Flug bekommen wir fast nichts mit, erst bei der Landung um 1:00 Uhr Ortszeit in La Paz kommen wir wieder halbwegs zu uns. Befinden uns auf über 4.000 m Seehöhe, aber auch davon merken wir (noch) nichts, sind zu geschafft von der Reise. Stehen eine geschlagene Stunde in der Warteschlange bei der Einreisekontrolle. Endlich haben wir die Formalitäten hinter uns, dazu eine grüne Einreisekarte (die in fast jedem Hotel kontrolliert wird) und die unbeschädigten Rucksäcke. Der von der Agentur organisierte Fahrer wartet brav auf uns und bringt uns zügig zu unserem Hotel Presidente im Herzen von La Paz. Können nach 29 Stunden endlich unser müdes Haupt auf ein Kissen betten.


So 16.9. Atemlos in La Paz

Basílica San Francisco Die Lage unseres Hotels ist wirklich super, denn vom Hotelzimmer aus haben wir einen tollen Blick auf die Basílica San Francisco. Dorthin gehen wir auch nach dem späten Frühstück, denn diese Kirche steht auf der Liste der Sehenswürdigkeiten ganz oben. Da Sonntag ist, findet natürlich gerade eine Messe statt und so beschränken wir uns auf einen schnellen Blick über die Gläubigen vor zum reich mit Gold verzierten Hauptaltar. Die Außenansicht ist aber auch nicht übel, die Steinmetzarbeiten im Anden-Barock sind wirklich wunderschön.
Links neben dem Gotteshaus führt die Calle Sagárnaga aufwärts und wir steigen langsam und keuchend hinauf. Suchen dort in der Gegend unsere Reiseagentur, denn wir sollen dort morgen die restliche Rechnung bezahlen. Zufällig ist offen, und wir können schon heute einen Großteil unserer baren Dollar abgeben. Bekommen noch ein paar Sicherheits- und Verhaltenstipps und eine Restaurantempfehlung.

Palastwache vor dem Regierungspalast So erleichtert spazieren wir noch weiter durch die mit Souvenir- und Ausrüstungsläden gepflasterten Gässchen. Das Coca-Museum sollte heute als einziges offen haben, hat es aber nicht. So suchen wir nur eine Wechselstube, um günstig Dollar in Bolivianos zu tauschen (im Hotel war der Kurs sehr schlecht) und ziehen uns dann zu einer Siesta ins Quartier zurück.

Am Nachmittag verlassen wir das Hotel in die andere Richtung, denn auch die zentrale Plaza Murillo ist nur wenige Häuserblocks entfernt. Auf diesem Platz spielt sich am Sonntag das Leben der Einheimischen ab. Hier werden Tauben gefüttert, Geleespeisen und Luftballons verkauft, Jugendstilhaus an der Plaza MurilloKinder ausgeführt und Erinnerungsfotos geschossen. Wir Touristen interessieren uns aber mehr für das Murillo-Denkmal in der Mitte, sowie das Parlament auf der einen Seite, die Kathedrale und der Regierungspalast mit pittoresker Palastwache auf der anderen Seite des Platzes. Leider zieht es zu und es beginnt zu tröpfeln. Da uns schon wieder die Puste ausgeht, kehren wir zurück zum Hotel, wo uns die Regengeräusche sanft in ein verspätetes Mittagsschläfchen geleiten.

Nachdem draußen wieder die Sonne scheint, beginnen wir noch einmal die Besichtigung des Platzes und spazieren anschließend langsam weiter durch die Fußgängerzone mit heute geschlossenen Geschäften. Hoffen, irgendwie ohne gröbere Steigungen zur Plaza San Francisco und der Touristenmeile zu kommen, ist aber vergeblich. Erst nach Sonnenuntergang erreichen wir die Calle Linares, wo einige Restaurants liegen. Entscheiden uns für das empfohlene Angelo Colonial, in einem Innenhof im ersten Stock gelegen und auf den ersten Blick ein Antiquitätenladen. Bestellen Lama-Schnitzel, so was hatten wir noch nie, aber es überzeugt uns nicht wirklich. Spazieren dann gemütlich zum Hotel und sind bald im Bett, denn der erste Tag in dieser Höhe hat uns schon ein wenig geschafft. zurück zur Reiseroute


Mo 17.9. Was gibt es sonst noch zu sehen?

Maske im Volkskunstmuseum von La Paz Sind heute etwas früher aus den Federn und machen uns schon kurz nach 9:00 auf zur ersten Besichtigung. Das nicht weit entfernte Volkskunstmuseum ist unser Ziel. In diesem schön hergerichteten Kolonialhaus befinden sich wunderschöne Sammlungen von Textilien, Masken, Federschmuck, Keramik und Goldarbeiten.

In der Calle Jaen An der Kassa erfahren wir, dass das Archäologische Museum derzeit geschlossen ist, den weiten Weg dorthin können wir uns daher sparen. Auch die anderen staatlichen Museen sind heute Montag geschlossen - grummel!

Spazieren trotzdem zur Calle Jaen weiter, dort befinden sich einige kleine Museen und wir versuchen unser Glück. Finden das private Musikinstrumentenmuseum mit diversen Flöten, Gitarren, Schlag- und Streichinstrumenten. Dabei sind prähistorische Funde ebenso ausgestellt wie Kunstwerke mit musikalischen Motiven und skurrile Klangkörper wie Gitarren aus Gürteltieren oder mit fünf Hälsen.

Da sonst alles geschlossen ist, spazieren wir abwärts zur San Francisco, dort weist ein großes Schild auf das dazugehörige Museum hin. Die Kirche selber ist offen, mit sehr schönen geschnitzten Seitenaltären, aber es herrscht ein streng überwachtes Fotografierverbot.

Franziskanerkloster in La Paz Das Museum kann nur mit Führer besichtigt werden, unserer spricht ein furchtbares Englisch, und auch hier ist in den Innenräumen kein Fotoapparat erlaubt. Der Rundgang durch die Reste des ehemalige Franziskanerklosters führt in den alten Weinkeller und den Kreuzgang, in den mit schön geschnitztem Gestühl ausgestatteten Chor und hinauf auf das Dach bis zum Glockenturm mit einem mittelprächtigen Blick über die Stadt.

Nachmittäglicher Blick auf die Kathedrale an der Plaza Murillo Nach einer guten halben Stunde verlassen wir das Museum und spazieren bei strahlend blauem Himmel noch einmal zur Plaza Murillo. Bei diesem schönen Licht müssen die Prachtbauten am Platz besonders schön aussehen. Machen ein paar Fotos und gehen dann zurück zum Hotel, um in der Bar Bella Vista im 16. Stock endlich unseren Willkommensdrink zu schlürfen.

Nach der dringend nötigen Siesta spazieren wir zur Kirche Santo Domingo, die für ihre reichen Steinmetzarbeiten gerühmt wird. Leider ist sie zu und das prunkvolle Portal hinter einem abgesperrten Gitter liegt im Schatten. Schlendern nun durch die heute geschäftigere Fußgängerzone und überqueren die mehrspurige Hauptstraße auf einem Fußgängersteg. Dann durchqueren wir einen eher faden Markt und versuchen unser Glück noch einmal im Coca-Museum. Diesmal ist offen und wir schauen uns die Fotoausstellung mit sehr informativen Begleittexten (in guter deutscher Übersetzung) an. Gleich nebenan ist ein winziges offizielles Postamt (so groß wie zwei Telefonzellen), wo wir uns vorsorglich mit Briefmarken eindecken, wenn wir schon keine ansehnlichen Postkarten finden.

Langsam bekommen wir Hunger und da es hier in der Gegend so viele Bars und Cafés gibt, suchen wir uns ein gut frequentiertes Lokal aus und gönnen uns ein frühes Abendessen. Zurück im Hotel nutzen wir das kostenlose Internet in der Halle, dann stellen wir den Wecker auf 6:00 Uhr und gehen bald schlafen. zurück zur Reiseroute


Di 18.9. Alte Kultur in Tiwanaku und kurviger Weg zum Titicaca-See

Auf dem Weg nach Tiwanaku Übersicht der ursprünglichen Anlage Mit dem heutigen Tag legen wir unser Besichtigungsschicksal in die Hände von Turismo Boliva Peru. Warten nach dem Frühstück in der Halle und werden pünktlichst von David und dem Fahrer Omar mit einem Minibus abgeholt. Die Fahrt geht hinauf auf das Hochplateau nach El Alto, dort sind die Straßen plötzlich fast ganz eben, aber alles sieht irgendwie unspektakulär aus. Neben der mehrspurigen Mautstraße sehen wir auf der alten Straße hunderte Bergarbeiter, die sich zu einem Demonstrationszug gegen die Regierung formieren. Das behindert uns aber nicht weiter und wir erreichen kurz vor 10:00 Uhr einen Aussichtspunkt auf 4.028 m Seehöhe. Von hier hat man einen schönen Blick über die halbwüstenartige Landschaft zu den schneebedeckten Vulkanen am Horizont.

Nach circa 10 Minuten Weiterfahrt erreichen wir Tiwanaku, das spirituelle Zentrum einer Prä-Inka-Kultur. Zuerst besuchen wir das alte Museum mit einigen wunderschönen Exponaten (aber leider wieder Fotografierverbot). Hier wird uns ausführlich die Geschichte dieser Kultur nahegebracht.

Vorspringender Kopf am halb unterirdischen Tempel Sonnentor in Tiwanaku Danach gehen wir noch in das "neue" Museum, das aber schon wieder sehr desolat aussieht und eigentlich nur für einige Stelen und Skulpturen errichtet wurde. Prachtstück ist die 7,3 m hohe Statue der Pachamama, der andinen Muttergottheit.

Nun setzen wir die Sonnenhüte auf und begeben uns auf das archäologische Gelände mit den Resten der drei Tempel. Erklimmen erst den Erdhügel der Pyramide, dann begeben wir uns hinab in den halb unterirdischen Tempel, wo die Wände mit vielen verschieden gestalteten Köpfen geschmückt sind, und als Höhepunkt besuchen wir noch den Sonnentempel mit dem einzigartigen Sonnentor. Dieses Meisterwerk der Tiwanaku-Steinmetzkunst wurde aus einem einzigen Felsblock gefertigt und ist auf der Vorderseite mit symmetrischen Halbreliefs und einer Götterdarstellung geschmückt.

Nachdem wir noch einige andere Stelen und Statuen besichtigt haben, verlassen wir das Gelände auf der gegenüberliegenden Seite und bekommen dort im ehemaligen Besucherzentrum ein Mittagessen serviert.
Den Abschluss der Besichtigung von Tiwanaku macht ein Besuch beim etwas außerhalb gelegenen Tempel Pumapunku. Hier gibt es eine große Steinplattform, viele behauene Steine und ein paar wieder aufgerichtete Stelen zu besichtigen. Alle hier verwendeten Steine sind von den Steinbrüchen auf der Sonneninsel im Titicacasee hierher gebracht worden, von wem und wie ist noch immer nicht geklärt.

Wallfahrtsort Copacabana am Titicaca-See im milden Abendlicht Der kürzeste Weg zu unserem heutigen Übernachtungsort Copacabana führt die Straße weiter und über peruanisches Gebiet, aber so einfach geht das nicht. Wir müssen wieder eine Stunde zurück bis El Alto, dort zweigen wir ab und dann geht es auf einer anderen Hauptstraße westwärts. Folgen eine kleine Weile den Ufern des Titicaca-Sees, der uns mit den verschiedensten Blau- und Türkis-Tönen begeistert, dann erreichen wir an der schmalsten Stelle des Sees den Fährhafen San Pedro. Dort wechseln wir auf eine kleine Personenfähre, während unser Minibus auf eine wackelige Holzautofähre rollt. Wir legen später ab, sind aber früher am circa 800 m entfernten Ufer der Halbinsel. Von dort fahren wir über eine kurvige Bergstraße noch eine knappe Stunde, bis wir im Abendlicht den Wallfahrtsort Copacabana vor uns liegen sehen.
Unten am äußersten Ende der Uferpromenade steht unser heutiges Hotel Rosario del Lago, wo wir ein modernes Zimmer mit tollem Blick auf den See beziehen. Vereinbaren für morgen den Treffpunkt mit unserem Führer und gehen dann gleich zum Hafen, um die Abendstimmung einzufangen. Kaum ist die Sonne weg, wird es frisch und wir suchen ein Lokal für ein kleines Abendessen. Nachher spazieren wir zurück zum Hotel, nutzen dort das kostenlose Internet und verziehen uns bald in die Federn.
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Mi 19.9. Auf dem Titicaca-See

'Indianisches Drachenboot' im Morgenlicht Tempel der MondjungfrauenErleben vom verglasten Badezimmer aus eine wunderschöne Morgenstimmung am Titicacasee. Auch beim guten Buffet-Frühstück genießen wir den Blick auf den See und verfolgen das Erwachen des kleinen Dorfes. Pünktlich um halb neun holt uns David zum heutigen Besichtigungsprogramm ab. Wir spazieren zum Hafen, wo bereits ein Ausflugsboot auf uns wartet. Sind (wie vereinbart) die einzigen Passagiere und tuckern in gut zwei Stunden zur Isla de la Luna.

Diese kleine Nachbarinsel der viel berühmteren Sonneninsel bietet neben einem im wahrsten Sinne des Wortes atemraubenden Aufstieg den so genannten Tempel der Mondjungfrauen. Die Ruinen wurden teilweise rekonstruiert und werden in einigen Tagen die Kulisse für die Sonnwendfeier mit Inka-Zeremonien sein. Die Ruinen sind kein wirkliches Highlight, aber der Blick über die große, leicht gekräuselte Wasserfläche hin zu den weit entfernten, schneebedeckten über 6000m hohen Vulkanketten - und das alles in paradiesischer Ruhe - hat durchaus etwas Meditatives an sich.

Auf dem kargen Boden der Sonneninsel grasende Alpakas Die 207 Stufen zur Inkaquelle Um halb zwölf tuckern wir dann hinüber zur Isla del Sol. Dort legen wir bei einem namenlosen Steg an und steigen hinauf zu einem einsamen Häuschen. Es entpuppt sich als winziges Restaurant in dem einzig für uns ein Tisch gedeckt ist. Wir bekommen ein so genanntes "Buffet andino", das heißt verschiedene traditionelle Gerichte kommen alle gleichzeitig auf den Tisch. In unserem Fall diverse frische und getrocknete Kartoffelsorten und Bohnen in einem Tuch, dazu je ein Teller mit Hühnchen, Fisch und luftigen Tortillas. Wirklich gut! Als Dessert gibt es noch Obst und die tolle Aussicht gratis dazu.

Nach dieser Pause klettern wir auf das Sonnendeck unseres Bootes und fahren zum Hauptanleger der südlichen Insel. Dort warten die 207 Stufen der Inkatreppe auf uns. Erklimmen tapfer dieses Relikt präkolumbischer Zivilisation. Oben erwartet uns die heilige Inkaquelle (ein mit Steinen gefasstes Becken in das 3 eher schlecht verputzte Rohre Wasser leiten) und ein grandioser Blick auf die terrassierten Hänge, den See und hinüber zur Mondinsel. Schilftouristenboote auf den Spuren von Thor Heyerdahl Von hier könnte man eine Wanderung über den Rücken der Insel unternehmen, wir ziehen aber den Abstieg und die Bootsfahrt in die nächste Bucht vor.

Dort befindet sich der letzte Besichtigungspunkt unseres Bootsausfluges, der kleine Tempel Pilkokaina. Er beeindruckt mehr durch seine Lage, als durch die winzigen Räume mit den falschen Gewölben und durch illegale Lagerfeuer geschwärzte Oberflächen.
Eingangstor zur Basílica de la Virgen de la Candelaria
Nun folgt die 90-minütige Rückfahrt über den noch immer sanft gewellten See nach Copacabana. Nach dem Anlegen holen wir im Hotel die dort deponierten Rucksäcke und werden von Omar mit dem Wagen abgeholt. Wir fahren auf den Hügel über der Stadt, wo die Basílica de la Virgen de la Candelaria auf Pilger und Besucher wartet. Die braune Madonnenstatue (Virgen Morena), von einem Inka-Künstler im 16. Jahrhundert geschnitzt, gilt weit über die bolivianischen Grenzen hinaus als wundertätig.

Nun ist es 17:00 Uhr und wir treten die Rückfahrt nach La Paz an. Anfangs geht die Fahrt noch zügig, aber in El Alto geht dann nichts mehr, wir stehen im Stau. Trennen uns hier von David, der in El Alto wohnt, und Omar bringt uns durch Verkehrschaos und Hupkonzert zum heutigen Hotel Palma Real, das wir gegen neun erreichen. Es liegt etwas abseits des Zentrums und ist auch nicht mehr so komfortabel wie die bisherigen Hotels. Aber ein Obstteller steht am Zimmer (muss heute als Abendessen reichen) und wir bekommen eine Kanne Mate de Coca. Allerdings trüben kaputte Lampen und tote Steckdosen ein wenig unsere Stimmung. Aber Sonne, Höhe und getätigte Aktivitäten reichen vollkommen aus, um uns umgehend ins Land der Träume zu verhelfen.

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Do 20.9. Zum höchsten Berg Boliviens in den Sajama Nationalpark

Hügelan nach El Alto Blick auf den Sajama, den höchsten Berg Boliviens (6542m) Haben in dieser gemäßigten Höhe ganz gut geschlafen und nach einem kleinen Frühstück werden wir von Omar um 8:00 mit einem Geländewagen abgeholt. Um das morgendliche Verkehrschaos auf der Hauptverbindung zu umgehen, geht die Fahrt aus der Stadt heute über extrem steile Nebenstraßen die Direttissima hinauf nach El Alto. Dort folgen wir der Nationalstraße 1 südwärts bis Patacamaya. Nach einem längeren Tankstopp geht es weiter Richtung chilenischer Grenze.

Unterwegs machen wir Halt bei Chullpas, präkolumbischen Grabtürmen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. In diesen bis zu 10 Meter hohen (hier in Bolivien aus Lehm gefertigten) Türmen wurden bedeutende Persönlichkeiten und Familien beigesetzt. Leider sind die meisten Grabtürme durch Grabräuber geplündert worden.

Außenansicht der Kirche in Curahuara de Carangas Nach der Besichtigung fahren wir weiter bis zum Ort Curahuara de Carangas. In diesem unscheinbaren Städtchen steht eine einmalige Sehenswürdigkeit, die nicht zu Unrecht den Beinamen "Sixtinische Kapelle des Altiplano" trägt. Mit einer Führerin können wir in diese Kirche eintreten und werden von den nach 400 Jahren noch immer strahlenden Wandmalereien indigener Künstler überwältigt. Alpaka der ECO-Lodge Tumarapi auf 4400m Meereshöhe Leider darf man auch hier (wie üblich) nicht fotografieren, aber mit etwas Glück lässt sich doch ein Schnappschuss erzielen :-).

Kurz nach 12:00 geht die Reise weiter durch das Valle de Rocas mit eigentümlichen Felsformationen, immer auf den schönen Vulkankegel des Sajama zu. An der Abzweigung in den Nationalpark wissen wir dann, warum wir einen Allrad fahren - die letzten 18 km bis zu unserem Quartier sind sehr holprig.

Kapelle der ECO-Lodge Tumarapi auf 4400m Meereshöhe Um halb zwei kommen wir bei der ECO-Lodge Tumarapi an, bekommen ein traditionelles Mittagessen (einfach, aber gut) und ein freundliches, aber kaltes Zimmer. Das Nachmittagsprogramm besteht aus einer Fahrt zur circa 6 km entfernten Laguna Huañacota, wo uns Flamingos, Ñandus und Vicuñas versprochen werden. Leider ist außer eiskaltem Wind und ein paar Enten nichts da. Grummelnd spazieren wir doch noch von der Straße Richtung Ufer und bekommen wenigstens ein kleines Gürteltier zu sehen. Machen ein paar Landschaftsfotos, dann verziehen wir uns wieder in unsere Herberge.

Im windgeschützten Innenhof sitzen wir noch möglichst lange in der wärmenden Sonne, dann legen wir ein paar Lagen warme Kleidung an, damit uns beim Abendessen (wieder ein traditionelles Menü) nicht zu kalt wird. Bestellen für morgen in der Früh warmes Wasser und verkrümeln uns bald unter mehrere Decken, während unser Atem lustige Eishauch-Wölkchen produziert...
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Fr 21.9. Geysire und eine Zugfahrt

Verflixt - diese Nacht war kalt! Saukalt - und das trotz mehrerer Lagen Wolldecken!!

Warme Schwefelquelle in eisiger Umgebung Aber erfreulicherweise gibt es wirklich kurz nach halb sieben schön heißes Wasser für eine aufmunternde Dusche. Das Frühstück hilft dann auch noch, die Lebensgeister wieder aufzutauen. Um 8:00 laden wir das Gepäck ins Auto und rumpeln weiter in den Sajama-Nationalpark hinein. Im Dorf Sajama besorgt Omar noch ein paar Kleinigkeiten, dann geht es weiter, über Stock und Stein immer weiter aufwärts. Folgen dabei einem kleinen Gewässer, das über die Bergwiesen mäandert. Das Gras ist teilweise mit Eis überzogen, aber am Ende der Piste warten Dampfschwaden auf uns. Natürliche Eier-Kochstelle auf 4500m Meereshöhe Hier wandern wir einige Zeit zwischen den kleinen Rinnsalen herum, die den Bach Tumarapi speisen. Manche glucksen unter einer durchsichtigen Eisdecke, andere - nur wenige Meter weiter - dampfen. Direkt neben einem lauwarmen Bächlein brodelt es in einem kleinen Becken. Dort versenkt Omar einige mitgebrachte Eier und 10 Minuten später vertilgen wir ein zweites Frühstück ;o)

Nach diesem interessanten Ausflug zu den Geysiren (sie legen erst im Winter so richtig los, dann ist es dort auch etwas gefährlicher) holpern wir zurück ins Tal und haben dabei immer einen der drei schneebedeckten Vulkane (Sajama, Parinacota und Pomerape) im Blick. Umrunden auf holprigen Pisten den Sajama, der sich von allen Seiten mächtig und majestätisch zeigt. Verlassen den Nationalpark ganz nahe an der chilenischen Grenzstation und düsen über die gut ausgebaute Nationalstraße zurück in die Zivilisation.

Alpakas am Wegrand Nach diversen Foto- und Tankstopps kommen wir über Patacamaya und die südwärts führende N4 nach Oruro. Hier kommen wir um halb drei an und essen in einem kleinen Lokal beim Bahnhof ein einfaches Mittagsmenü. Überqueren die Straße zum Bahnhof und haben noch genügend Zeit, unser Gepäck im Gepäckwaggon abzugeben und uns von Omar herzlich zu verabschieden.
Zug von Oruro nach Uyuni
Unsere Fahrkarten mit fixen Sitzplätzen haben wir bereits am ersten Tag von David bekommen. Sitzen im Touristenwaggon, der aber nicht ganz voll ist. Pünktlich um halb vier fährt der Zug ab und durchquert gleich hinter der Stadt eine Flamingo-Lagune. Dann beginnt der Fernseher zu laufen (topaktuelle US-Produktionen, spanisch synchronisiert mit englischen Untertiteln) und drei Filme später erreichen wir um 22:15 Uhr überpünktlich das heutige Etappenziel Uyuni.

Bekommen sehr rasch unser Gepäck und auch unser Abholservice steht bereit. Mit einem nicht mehr taufrischen Geländewagen bringt uns Placido zum einige Blocks entfernten Hotel Girasol, das von der Agentur vorgeschlagen wurde. Dort ist es sehr hektisch und alle Zimmer sind ausgebucht. Das uns zugeteilte 3-Bett-Zimmer ist ziemlich schmuddelig, aber immerhin Bett und Bad sind sauber, das Wasser warm und das Zimmer beheizt. Nach dem angebotenen Willkommens-Tee (den wir schlussendlich dann bezahlen müssen) verziehen wir uns in die Federn.

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Sa 22.9. Auf dem größten Salzsee der Erde

Beim Zugfriedhof in Uyuni Am Souvenirmarkt in Uyuni Etwas später als vereinbart holt uns Placido ab und wir fahren erst einmal zum Zugfriedhof am Rande der Stadt. Hier rosten ausrangierte Dampflokomotiven und Waggons malerisch vor sich hin. Einst waren sie für den Transport von Mineralien aus den Bergwerken um Potosí und La Paz nach Antofagasta im heutigen Chile eingesetzt, nun sind sie eine Touristenattraktion.

Anschließend rumpeln wir - wie viele andere Touristen-Jeeps auch - nach Colchani, dem Tor zum Salzsee. In diesem Ort warten zuerst einmal ein Souvenirmarkt mit Strickwaren, Andensouvenirs und Salzschnitzereien und am Ortsrand endlich das Ufer des Salar de Uyuni. Hier wird nach alter Tradition das Salz noch von Hand gewonnen, die "Ernte" wird zum Trocknen in pyramidenartigen Gebilden aufgeschichtet und hier trifft sich dann die ganze Jeep-Flotte wieder.

Auf sehr ähnlichen Wegen machen sich dann alle auf zum ersten Salzhotel auf dem See, das mittlerweile aber nur mehr als Sehenswürdigkeit angefahren wird, denn das Abwasserproblem wurde zum Stolperstein für die Betreiber. Salzhotel mitten im Salar Heute besteht nur mehr ein kleiner Shop und ein Einkauf berechtigt zum Besuch der Salzskulpturenausstellung und Besichtigung der Möbel- und Dekorationsstücke, die wie das gesamte Haus komplett aus Salz gefertigt sind.

Säulenkakteen auf der Isla Inkahuasi Nun rauschen wir etwa 60 km über die blendend weiße Salzkruste zur Isla Inkahuasi (Haus der Inka, auch Fischinsel genannt) wo wir gegen halb zwei eintreffen. Sie ist auch schon von Touristengruppen belagert und hier vertilgen wir erst einmal das inkludierte Mittagessen im kleinen Restaurant. Dann werden wir zum Besuch des Panoramawegs entlang der riesigen Kakteen entlassen. Die mehrere Meter hohen und mehrere hundert Jahre alten Säulenkakteen (9 m = 900 Jahre) vor dem gleichförmigen weißen Hintergrund sind wirklich beeindruckend. Es gibt sie zu Hunderten in allen möglichen Formen und Ausprägungen. Erstaunlich für unsere Verhältnisse ist, dass uns so viel Natur, so faszinieren und begeistern kann!

Golfballgroßer Salzkristall Laut Reiseplan steht jetzt "nur mehr" die Fahrt zum heutigen Hotel an, die ist aber lange und Placido kennt noch weitere Sehenswürdigkeiten. Vertrauen auf seine Ortskenntnis und breschen mit ihm ganz einsam über den Salar. Irgendwo im Nirgendwo bleiben wir stehen und sehen erstaunt, dass die Salzkruste hier nur ca. 30 cm dick ist und wassergefüllte Löcher aufweist aus denen Placido wunderschöne Salzkristalle holt. Außerdem ist die Gegend hier ideal für die skurrilsten Fotos geeignet - die riesige weiße ebene Fläche ist besser als jedes Fotostudio oder nachträgliches Bearbeiten mit Bildbearbeitungsprogrammen.

Sonnenuntergang am Salar de Uyuni Kommen dann zum nördlichen Ufer des Salzsees, wo am Fuße des Vulkans Tunupa eine Lama-Herde friedlich grast. Genießen nochmals den Ausblick zurück auf die Weite des Salars und die unglaubliche Ruhe und Abgeschiedenheit dieses Ortes.

Von hier geht es über eine schmale Erdpiste zum Salzhotel Tayka Tahua. Es ist wie sein Vorbild (das erste Salzhotel) komplett aus Salzziegeln errichtet und gemütlich eingerichtet. Da wir mit Placido eine Sonnenuntergangs-Fahrt vereinbart haben, halten wir uns vorerst nicht lange auf und brettern kurz nach 18:00 Uhr schon wieder über den Salzsee.

Aber es lohnt sich! Der eisenhaltige Vulkan Tunupa leuchtet glutrot im Abendlicht und die Struktur der Salzkruste kommt wunderbar zur Geltung. Auch das Farbenspiel am Himmel ist überwältigend!!
Aber kaum ist die Sonne weg, wird es s**kalt und wir kehren rasch zum Hotel zurück. Beim sehr guten Abendessen neben dem offenen Kamin geht uns nichts ab und zufrieden erledigen wir im Zimmer anschließend noch diverse Schreibarbeiten (Postkarten und Tagebuch).
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So 23.9. Über den Rand des Altiplano zu kleinen Lagunen und in die Wüste

Kirchturm von Chantani Schädelfunde aus der Inkazeit Die Nacht war angenehm und nach dem durchaus guten Frühstück holt uns Placido kurz nach 8:00 ab. Fahren in den nahe liegenden Ort Chantani, wo es neben einer kleinen weiß getünchten Kirche ein Museum für traditionelle Hausgeräte, im speziellen Tonkrüge und einfache Handmühlen gibt. Zudem hat der Besitzer daneben einen Skulpturengarten mit natürlich geformten Steinen eingerichtet, einzelne davon könnten durchaus auch in einem Museum für moderne Kunst stehen - ein unerwartetes Bild in dieser äußerst dünn besiedelten Gegend.

Brausen dann fast zwei Stunden quer über den Salar, nur mit einem kurzen Zwischenstopp bei einer Kaktusinsel. Am "Südufer" des Salzsees, bei der Ortschaft Aguaquiza, besuchen wir dann zwei Höhlen, von denen eine erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde und im Inneren durch feine Steinformationen - fast wie Wespennester - beeindruckt. Die andere nur wenige Meter daneben ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Im Inneren finden sich unzählige Chullpas (Inkagräber) und noch einige Schädel und Scherben.

Am Hügel darüber kann man zwischen kaktusähnlichen Steinformationen spazieren und einen letzten Blick auf die große weite Salzfläche werfen.

Fahren nun über eine passable Piste an rostroten Bergen vorbei südwärts und kommen zu Mittag zu einem kleinen Salar, der von einer Eisenbahntrasse durchquert wird. Hier im windigen Nirgendwo machen wir Halt und Placido bereitet während unserer Erkundungstour ein kleines Mittagessen vor.

Ein endlos langer Erzzug unterbricht unser idylliches Mittagspäuschen in the middle of nowhere


Die Idylle wird für uns Touristen überraschend durch die Durchfahrt eines Güterzuges mit Mineralien für Antofagasta in Chile kurz unterbrochen - Placido freut sich diebisch über unsere erstaunten Gesichter, weiß er doch, dass der einzige Zug des Tages hier immer pünktlich um 12 vorbeikommt...

Bizarre Formen aus Eruptivgestein Viscacha zufrieden an einer Tomate knabbernd Weiter geht die Fahrt zu einem Aussichtspunkt mit unzähligen Tour-Jeeps und Touristen, die den Ausblick auf den noch immer aktiven Vulkan Ollagüe mit einer kleinen Rauchsäule an der Westflanke bewundern. Nachdem auch wir dieses Schauspiel und die beeindruckende Landschaft gebührend bestaunt haben, rumpeln wir weiter. Plötzlich biegt Placido auf eine nicht mehr wirklich erkennbare felsige Piste ab und wir werden auf der weiteren Fahrt hinauf in die Berge ganz schön durchgebeutelt.

Allerdings kommen wir so zu den kleinen Lagunen, an denen wir endlich auch die ersten Flamingos sehen. Unser Fahrer lässt uns an einer der Lagunen aussteigen und fährt weiter, während wir durch den schneidenden Wind dem Ufer entlang wandern. Holpern dann noch eine Stunde weiter und in einem engen Tal sehen wir tatsächlich zwischen den Felsen ein Viscacha. Dieses possierliche Tierchen sieht aus wie ein Kaninchen mit langem Schwanz, gehört aber zur Familie der Chinchillas. Unser Exemplar ist glücklicherweise nicht besonders scheu und lässt sich von Placido mit einer Tomate an einen fototauglichen Platz locken.

Weiter geht es in die Desierto de Siloli, einer windigen, staubigen Fläche die aber von Vicuñas, Rebhühnern und Füchsen bewohnt wird. Kurz nach 17:00 Uhr erreichen wir am Rande dieser Wüste unser heutiges Hotel del Desierto. Strom gibt es zwischen 18:00 und 21:00 Uhr, warmes Wasser längstens bis 19:00 - erwärmt durch Sonnenkollektoren. Nehmen daher erst mal eine heiße Dusche und spazieren dann um das Hotel. Schreiben im geheizten Barbereich bei heißem Tee unsere Notizen und vertilgen dann ein sehr passables Abendessen mit gutem Wein.
Solange noch Licht ist, richten wir unsere wärmende Ausrüstung für morgen her, denn wir fahren zeitig ab und es erwarten uns eisige Temperaturen.
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Mo 24.9. Flamingos und Lagunen in allen Farben

Der Arbol de Piedra (der Steinbaum) morgens um 7 bei Minusgraden Flamingos an der Laguna Colorada Weckruf um 5:05, Katzenwäsche bei Kerzenschein, bis wir merken, dass es entgegen der Ankündigung doch elektrisches Licht gibt ;o). Nach einem reichlichen Frühstück legen wir schon um halb sieben dick eingepackt los. Fahren durch die Siloli-Wüste zum ersten Pflichtstopp, dem Arbol de Piedra, einem verwitterten Stein in Baumform inmitten anderer verwitterter Felsbrocken. Die Sonne ist gerade aufgegangen, aber es ist seeeehr kalt und ohne Mütze und Handschuhe nicht auszuhalten - auch ohne Wind.

Weiter geht die Fahrt durch eine karge Mondlandschaft mit vielen schönen Vulkanen am Horizont. Gegen halb acht erreichen wir die Laguna Colorada, in deutschen Büchern Rote Lagune genannt. Ist nicht spektakulär rot, aber Flamingos und die Vulkane spiegeln sich im dunklen Wasser und Alpakas stehen im Morgennebel. Der nächste Programmpunkt nach dem Besucherzentrum ist das Geysirfeld "Sol de Mañana". Fahren über eine holprige Piste immer weiter aufwärts, bis wir eine Höhe von 5000 Metern erreichen. Die Luft ist erfüllt vom einem Fauchen und Brummen, dessen Ursprung wir nicht finden. Dann macht unser Führer mit einem Stein das Phänomen für uns sichtbar --> heiße Luft, die mit großem Druck aus einem Loch im Boden schießt und erst am Stein Dampf bildet.

Dampfende Geysir im 'Sol de Mañana' Badeplatz für Abgehärtete Hinter dem nächsten Hügel liegen sie dann vor uns, die dampfenden und brodelnden Schlammlöcher, aus denen des spritzt und zum Teil auch stinkt. Stiefeln hinter Placido zwischen den Löchern herum, immer auf der Hut, nicht heiße Schlammspritzer abzubekommen oder in ein Loch zu purzeln. Erst am Ende des Rundganges kommen wir bei einem Schild vorbei, das vor zu großer Nähe warnt...

Nach 20 Minuten im schneidenden Wind geht es mit dem Jeep dann wieder etwas hinunter und bald erreichen wir eine Lagune, die zum Teil unter einer dünnen Eisschicht liegt. An manchen Stellen ist sie eisfrei und Flamingos staksen dort durch das seichte Wasser. Die Schotterpiste führt am Ufer entlang und zu einem Ausflugslokal neben einem dampfenden Pool. Hier wurde eine der 35 Grad heißen Quellen gefasst und man kann bei Minus- oder knappen Plusgraden ein warmes Bad nehmen. Wir waren eigentlich darauf eingerichtet, aber die restliche Infrastruktur ist bei Wind und Kälte doch nicht so einladend und die Aussicht auf nasse, klamme Sachen den restlichen Tag über ist auch nicht gerade verlockend. Vertrödeln mit einem kleinen Spaziergang die Zeit, bis Placido unser Mittagessen und ein Plätzchen in circa einer Stunde organisiert hat.

Fahren dann immer weiter in den Süden, vorbei an Radfahrern (!) und Wanderern, die wir in eine Staubwolke hüllen. Kommen durch die sogenannte Dalí-Wüste, da diverse Felsformationen manchmal die Ausstrahlung von Gemälden des surrealistischen Malers haben und erreichen gegen halb zwölf endlich die letzten großen Lagunen: die Weiße und die Grüne Lagune. Leblose grüne Lagune Haben wir bisher immer Vögel und sonstige Tiere bei den Seen beobachten können, ist hier alles tot. Grund dafür ist, dass das Wasser von den umliegenden Vulkanen mit Arsen und anderen natürlich vorkommenden Giften angereichert wird - die Farben der Lagunen sind dafür umso beeindruckender! Hier pfeift wieder ein eisiger Wind über uns hinweg und so halten wir es nicht lange im Freien aus. Ñandu in der Steppe Fahren nun auf etwas zivilisierteren Pisten zurück zum Ausflugslokal an den heißen Quellen und vertilgen dort ein einfaches Mittagessen.

Dann geht es weiter in den Norden, noch einmal zur Roten Lagune. Und jetzt macht sie ihrem Namen alle Ehre! Durch den lebhaften Wind wird das Wasser mit den darin enthaltenen Mineralien und Mikroorganismen durchgemischt und die ganze Wasserfläche ist leuchtend rot, mit unzähligen hellen Flecken, den Flamingos. Spazieren von einem Aussichtspunkt hinunter und am Ufer entlang, wo auch einige Vicuñas grasen. Dort holt uns unser Fahrer wieder ab und es beginnt die Rückfahrt nach Uyuni. Am Ausgang des Nationalparks werden unsere Eintrittskarten noch einmal kontrolliert und wir folgen der Schotterpiste nordwärts. Plötzlich überqueren Ñandus, straußenähnlichen Laufvögel, die Straße - jetzt haben wir wirklich alle versprochenen scheuen Tiere der Region gesehen! Ansonsten verläuft die Fahrt, sobald wir die befestigte Panamericana erreicht haben, unspektakulär bis langweilig, auch der Sonnenuntergang kurz vor Uyuni ist eigentlich recht fad. In der Dämmerung durchqueren wir den Hauptort und fahren über Schotterpisten nach Colchani, dort irgendwo liegt unser letztes Quartier dieses Reiseabschnittes. In stockdunkler Nacht kommen wir zum Hotel La Luna Salada, einem Salzhotel, aber mit Elektrizität rund um die Uhr und auch sonst allem Komfort, wenn auch die salzbedeckten Böden etwas gewöhnungsbedürftig sind. Das Buffet-Abendessen ist allerdings nicht wirklich überzeugend.

Zufrieden mit den Erlebnissen der letzten Tage bereiten wir uns auf die Weiterreise nach Potosí vor und fallen müde in die warmen Betten. zurück zur Reiseroute


Di 25.9. Gestrandet am Salzsee

Ausblicksterrasse des Hotels La Luna Salada, Uyuni Nach einer erholsamen Nacht im warmen Zimmer und einem reichhaltigen Frühstück holt uns Placido (das erste Mal wirklich pünktlich) um 9:00 Uhr zum Transfer nach Potosí ab. Auf der Fahrt nach Uyuni erklärt er uns aber, dass wir nicht dorthin kommen werden, denn die streikenden Bergarbeiter haben sämtliche Überlandverbindungen blockiert und so ist auch unsere Weiterfahrt unmöglich. In seinem kleinen Büro, wo seine Frau und sein jüngster Sprössling warten, überlegen wir, wie es weitergehen könnte. Ein Anruf am Flughafen bestätigt, dass die Flüge nach La Paz durchgeführt werden, ein Anruf bei der Fluglinie, dass andere Reisende schon alle verfügbaren Plätze gebucht haben. Wir fahren trotzdem zum Büro von "Amazonas", die diese Strecke bedient, man weiß ja nie....

Uhrturm im 'Zentrum' von Uyuni Dort herrscht das reinste Chaos, Traveller aus aller Herren Länder wollen raus aus Uyuni. Lassen uns auf eine Warteliste setzen, denn bei genügend Interesse könnte unter Umständen ein Sonderflug nach La Paz eingeschoben werden. Dann wären wir halt in La Paz und könnten schauen, wie wir von dort wieder in unsere geplante Tour hinein kommen könnten. Aber so wie es aussieht, geht heute wohl gar nichts mehr! Placido versucht telefonisch weiter sein (oder eher unser) Glück bei anderen Reiseunternehmen. In der Zwischenzeit vertrödeln wir die Zeit in einem Straßencafé mit einem kleinen Imbiss und in einem Internetcafé mit E-Mails und Nachrichten lesen. Spazieren zurück zur Agentur von Placido (Kantuta Tours), wo es allerdings - wenig überraschend - keine erfreulichen Nachrichten gibt: Kein Flug, also Zwangsübernachtung in diesem verlassenen Ort am Salzsee.

Placido fährt uns nun zu einigen Hotels, die ungefähr dem gebuchten und auch bezahlten Standard in Potosí entsprechen würden. Wir übernachten schließlich im "Jardines de Uyuni", ein helles, freundliches Hotel mit W-LAN im überdachten Innenhof. Verbringen dort die nächsten Stunden mit Kartenspielen, Lesen und Warten. Placido kommt einige Male mit unterschiedlich schlechten Nachrichten vorbei ("Der Streik der Volksschullehrer letztes Jahr hat 8 Wochen das ganze Land blockiert." - "Eine Busgesellschaft versucht, über kleine Nebenstraßen die Strecke nach La Paz zu fahren. Es sind noch zwei Plätze im Nachtbus frei, allerdings getrennte Einzelsitze. Die Fahrtzeit wird mindestens 15 Stunden betragen.", etc.) und so stellen wir uns auf einen längeren Aufenthalt ohne echtes Alternativprogramm ein. Beim letzten Besuch am späten Nachmittag weiß er von einer anderen Fluggesellschaft, die am nächsten Morgen um 7:00 in den Norden fliegen soll und noch 2 Plätze hat. Da sagen wir natürlich zu. Aber eine Stunde später ist dieser Flug auch nicht mehr zu haben.....

Etwas frustriert machen wir uns nun auf die Suche nach einem Abendessen. Wir wählen eine in unserem Reiseführer empfohlene Pizzeria im touristischen Zentrum, aber die Empfehlung können wir nicht nachvollziehen :-( . Lustlos spazieren wir zurück zum Hotel und legen uns bald schlafen. zurück zur Reiseroute



Mi 26.9. Es klappt doch noch - wir fahren nach Potosí

Straßenschild auf dem Weg nach Potosí: 'Achtung Lamas' Kaktusse wachsen in allen möglichen  Formen :-) Nach einer ruhigen Nacht packen wir unsere Sachen zusammen, (es könnte ja doch ein Flug nach La Paz gehen) und überlegen, wie es weiter gehen soll. Während wir gemütlich beim Frühstück sitzen kommt Placido und sagt, dass die Straßenblockaden aufgehoben sind und wir mit nur einem Tag Verspätung nach Potosí fahren können. Nur das Besichtigungsprogramm dort wird halt etwas gekürzt, damit wir wieder im Plan sind.

Erleichtert und hocherfreut verstauen wir dann unsere Rucksäcke im Jeep und fahren über die erst vor wenigen Monaten eröffnete, frisch asphaltierte Überlandstraße nach Potosí. Es geht über einige Pässe und Placido legt mehrere Fotostopps ein - es wäre ja schade, wenn wir aus purem Stress die schöne Landschaft nicht würdigen würden.

Erreichen zu Mittag die legendäre Bergbaustadt im Herzen Boliviens. Gegen 1611 war sie mit etwa 120.000 Einwohnern eine der größten Städte der Welt. Leider haben wir eigentlich nur Zeit für eine Besichtigung und entscheiden uns für die Casa de la Moneda. Dieses Museum sperrt allerdings erst wieder um halb drei auf, so nutzen wir die Sperrzeit für ein gemütliches Mittagessen in einem ausgezeichneten Restaurant am Hauptplatz, zu dem wir unseren wackeren Begleiter einladen.

Das Wahrzeichen von Potosí: der Cerro Rico - so genannt wegen der reichen Silbervorkommen Prunkvolles Bürgerhaus in Potosí Nach einem anschließenden Bummel durch das Zentrum und einem Abstecher in das Postamt (die altmodischen Ansichtskarten wollen versendet werden) treffen wir pünktlich vor einem der wichtigsten Museen Boliviens ein. Placido besorgt uns Karten für die erste 90-minütige Führung und wir erstehen noch Fototickets, damit uns auch nichts entgeht. Der Rundgang durch diese historische Prägestätte und Scheideanstalt ist sehr informativ, diese auszulassen wäre wirklich ein großer Fehler gewesen. Leider dauert er gut zwei Stunden, so haben wir nun keine Zeit mehr, die vielen barocken Kirchen der Stadt und das koloniale Flair zu genießen. Stattdessen verfrachtet uns Placido (ausgestattet mit einem fürstlichen Trinkgeld für seinen gestrigen unermüdlichen Einsatz) in ein Express-Taxi, mit dem wir den letzten Transfer zum planmäßigen Etappenziel Sucre zurücklegen.

Die gut ausgebaute Straße führt von noch immer atemraubenden 4000 Metern Seehöhe auf angenehme 2000 m hinunter. Unterwegs besorgt sich unser flotter Fahrer in einem kleinen Dorf ein Säckchen frische Coca-Blätter um die Fahrt hin und zurück gut zu bewältigen. So sind wir knapp drei Stunden in Dämmerung und Dunkelheit unterwegs, bis wir im Zentrum der Hauptstadt Boliviens unser Hotel erreichen. Bekommen ein nettes Zimmer in dem alten Stadtpalais und machen uns rasch auf eine erste Erkundungstour. Wohnen fast im Zentrum, wohin wir auch als erstes spazieren. In dieser Universitätsstadt sind viele junge Leute und junge Lokale. In einem davon essen wir ein gutes kleines Abendessen untermalt mit schwungvoller Musik.

Zufrieden dem Streik beinahe folgenlos entkommen zu sein, spazieren wir zurück zum Hotel und fallen bald in die Federn.
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Do 27.9. Sucre - die unbekannte Hauptstadt

Denkmal für Antonio José de Sucre, Freiheitskämpfer und erster Präsident Boliviens Malerische Straßen in Sucre Da wir nun wieder gemäß unserem ursprünglichen Zeitplan unterwegs sind, warten wir wie vereinbart um halb 10 auf unseren heutigen Fremdenführer, denn es steht die Besichtigung der konstitutionellen Hauptstadt Boliviens auf dem Programm. Sucre gilt als die am besten erhaltene spanische Kolonialstadt Südamerikas und wurde 1992 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Bekommen aber von der Rezeptionistin mitgeteilt, dass sich unser Guide Fredy verspäten wird. Wir erfahren dann später, dass heute nationaler Tourismustag ist und deshalb alle in dieser Branche Tätigen zu einer Parade vor dem Provinzparlament verdonnert wurden.

So geht es etwas später zu Fuß zum nahe gelegenen Hauptplatz. Unterwegs erzählt uns Fredy von der Geschichte der Stadt und Boliviens, damit wir uns zeitlich und örtlich etwas orientieren können. Die Herren auf den Denkmalsockeln sind ihm ebenso eine Geschichte wert, wie die Entstehung der Republik. Nach einem Rundgang um den Platz besteigen wir ein Auto und fahren zu einem interessanten Museum über bolivianische Volks- und Handwerkskunst. Hier werden antike Textilien von den verschiedenen indigenen Völkern, sowie ihre Lebensweise und Trachten, Musikinstrumente und Bauten, Kunst und Gebräuche dargestellt.

Franziskanerkloster La Recoleta Zu La Recoleta gehörende Klosterschule Anschließend fahren wir auf den Hügel mit dem Franziskanerkloster. Vom Platz davor bietet sich ein guter Ausblick über die Stadt, im Kloster selbst verzaubern die drei unterschiedlich alten Kreuzgänge und die Ruhe. Nach einem Spaziergang durch das umgebende älteste Stadtviertel geht die Fahrt wieder zurück ins Zentrum. Dort spazieren wir vorbei am alten Spital (heute Teil der Universität) zur Plaza Bolivar, die eindeutig europäische bzw. französische Einflüsse zeigt. Den Abschluss der Stadtführung macht der alte Bahnhof, zu dem zwar kein Zug mehr fährt, der aber jetzt als Teil des Justizapparates noch immer Einfluss auf die Bevölkerung hat.

Werden um halb zwei beim Hotel abgesetzt und vereinbaren den Flughafentransfer für morgen. Nach einer kurzen Regenerationspause im Zimmer erkunden wir auf eigene Faust die Umgebung und landen für eine Erfrischung in einem netten Innenhoflokal. Warten dort, bis die Chefin des Diözesanmuseums auftaucht und wir neben diversen Klosterräumen einen Blick auf den größten Schatz des Museums werfen können, die "Virgen de Guadelupe". Das ist das mit Gold, Perlen und Edelsteinen besetzte Gemälde der Nationalbeschützerin Boliviens.

Der weitere Weg führt uns vorbei an der noch geschlossenen Kirche San Francisco zum MUSEF, einem Museum, wo wir bei freiem Eintritt diverse Masken (werden bei den traditionellen Tänzen verwendet) anschauen können. Casa de la liberdad Kapelle am Hauptplatz bei den Feiern zur Stadtgründung Versuchen nun noch einmal unser Glück bei der Kirche San Francisco, die jetzt endlich offen ist. Innen sind wunderschöne Altäre zu bewundern, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Jetzt fehlt eigentlich nur mehr die Casa de la Liberdad am Hauptplatz. Hier im Gebäude der ersten Universität des Landes liegt sozusagen die Wiege Boliviens, denn hier in der juridischen Fakultät wurde 1825 die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Eine Besichtigung ist nur im Rahmen einer Führung möglich, aber die ist wieder sehr informativ und bringt uns noch einmal die Geschichte des Landes, der Stadt und der wichtigsten Persönlichkeiten näher.

Um halb 6 stehen wir wieder auf dem Hauptplatz, auf dem Vorbereitungen für eine Veranstaltung getroffen werden. Nach einer Regenerationspause im nahegelegenen Hotel schauen wir uns etwas später das Spektakel an: eine Parade zu den Feierlichkeiten anlässlich des 474-Jahr-Jubiläums der Stadtgründung am 29.9.1538. Vor dem fürchterlichen Krawall der Blaskapelle flüchten wir an das andere Ende des Platzes und gönnen uns in einem Restaurant mit Überblick vom 1. Stock aus ein feines Abendessen. Zum Abschluss dieses gelungenen Tages setzen wir uns noch auf einen Schlummer-Cocktail in die Bar von gestern und dann noch ein wenig auf die Terrasse im Innenhof unseres Hotels.

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Fr 28.9. Flug in die Wärme

Am Flughafen in Sucre Nach einem reichhaltigen Frühstück machen wir unser Gepäck flugtauglich und werden pünktlich um halb 10 abgeholt. Nach 20 Minuten ist der Flughafen erreicht und wir können die Rucksäcke aufgeben. Pünktlich heben wir mit einer spärlich besetzten Maschine ab und fliegen gerade mal 25 Minuten bis Cochabamba. Dort müssen wir umsteigen und mit einer knallvollen Maschine geht es in 50 Minuten nach Santa Cruz im gleichnamigen Departamento. Hier erwarten uns bereits Jaime von der lokalen Agentur und über 30°C im Schatten. Das ist ja ganz was Neues! :-)

Kathedrale von Santa Cruz Werden mit einem klimatisierten Auto zum Hotel in zentraler Lage gefahren, dort ziehen wir erleichtert lockere Sommerkleidung an. Marschieren zum nahegelegenen Hauptplatz mit der protzigen Kathedrale und windgebeutelten Palmen. Erstaunlicherweise gibt es keine Lokale mit Tischchen heraußen, dabei würde sich die Lage dafür doch anbieten. Finden dann doch noch eine Erfrischung in einem Lokal im 1. Stock mit kleinem Balkon und besuchen anschließend die Kathedrale (nichts Besonderes) und das Diözesanmuseum. Dort sind einige sehr schöne Exponate aus der Zeit der Jesuitenmissionen ausgestellt - klein, aber fein. Nach der Turmbesteigung mit hübschem Blick über die Stadt suchen wir noch die Casa de Culturas. Bei freiem Eintritt können Werke zeitgenössischer bolivianischer Künstler bewundert werden. Im Anschluss gibt es noch mal Altertümliches, nämlich archäologische und ethnographische Exponate im kleinen Stadtmuseum.

Bummeln noch bei angenehmen Temperaturen durch die Gegend und suchen ein Lokal fürs Abendessen. Werden etwas abseits des Zentrums fündig und nehmen im Innenhof eines Restaurants platz. Vertrödeln die Zeit, bis die Küche um 19:15 öffnet, mit einem Bierchen und Tagebuch schreiben, dann lassen wir uns kulinarisch richtig verwöhnen. Spazieren zufrieden mit uns und der Welt zurück zum Hotel.
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Sa 29.9. Zu den Jesuiten-Reduktionen San Javier und Concepción

Wallfahrtskirche in Catoca Heute beginnt der letzte Ausflug unserer organisierten Rundreise. Werden pünktlich um 8:30 Uhr abgeholt und fahren nordwärts aus der Stadt hinaus, bis wir nach circa 20 Kilometern in Catoca ankommen. Dieser Ort ist bekannt für seine wundertätige Madonna, der wir einen Besuch abstatten, für das gute Essen, das wir bei einem Bummel durch die Markthalle riechen und für die Faultiere, die in den Bäumen am Hauptplatz hausen.

Die beeindruckende Holzkirche von San Javier - gebaut 1725, restauriert ab 1975 Weiter geht die Fahrt durch eine üppig grüne, fruchtbare Ebene, vorbei an Soja- und Sonnenblumenfeldern, Baumwolle und Mais. Nach circa zwei weiteren Fahrtstunden ändert sich die Landschaft, es wird hügeliger und Granitblöcke liegen in den Wiesen. Hier wird mehr Viehwirtschaft betrieben, indische Rinder grasen auf den Weiden. Zu Mittag erreichen wir den Ort San Javier, hier machen wir in einem kleinen Lokal am Dorfrand Mittagspause.

Dann spazieren wir ins Zentrum zur Anfang des 18. Jahrhunderts vom Schweizer Jesuiten-Missionar Martin Schmid erbauten Missionskirche. Die ganze Anlage ist hell getüncht und mit Ornamenten in Erdfarben geschmückt. Besonders die gedrechselten Säulen aus Tropenholz, die das Dach tragen, sind beeindruckend. Auch das Innere ist hell und gänzlich aus Holz errichtet, ebenso wie die Kreuzgang-Konstruktion. Ab 1970 hat der Schweizer Architekt Hans Roth hier, wie in anderen Missionen Tausende Arbeitsstunden mit freiwilligen Helfern investiert, um dieses fantastische Bauwerk wieder in dem Glanz erscheinen zu lassen, den es einst ausstrahlte. 1990 ernannte die UNESCO San Javier zusammen mit 5 anderen Missionen in Bolivien zum Weltkulturerbe.

Gegen halb vier fahren wir weiter in das 60 km entfernte Concepción. Kommen dort eine Stunde später zum besten Fotolicht an und können uns nicht satt sehen an der wieder von Martin Schmid geplanten Anlage dieser Jesuitenmission. Ab 1977 wurde auch hier unter tatkräftiger Mithilfe der Bevölkerung die alte Siedlung des Missionars wieder aufgebaut und restauriert. Alle Gebäude sind wieder aus Holz mit gedrechselten Säulen und hellen Farben. Im Inneren der Kirche beeindrucken ein vergoldeter Altar und Ornamente an den Wänden, die den alten Traditionen vor dem Eintreffen der Europäer entspringen. Ein kleines Museum dokumentiert die Renovierungsarbeiten und bildet den Abschluss des heutigen Besichtigungsprogrammes.

Die beeindruckende Jesuitenmission Conecpción im milden Abendlicht


Um 18:00 Uhr fahren wir an den Ortsrand und beziehen dort ein geräumiges Zimmer in einem netten Hotel mit Innenhof und Pool. Nach einer Regenerationspause und Notizen nachtragen, fährt Jaime mit uns noch einmal ins Ortszentrum. Kommen pünktlich zum Beginn einer Messe mit Einzug eines Brautpaares bei der Kirche an. Nach ein paar Fotos gehen wir in ein nahe gelegenes Restaurant und essen wieder gut und reichlich. Tratschen mit unserem Führer über Gott und die Welt und ziehen uns gegen halb zehn ins Hotel zurück, wo inzwischen auch die Hochzeitsgesellschaft eingetroffen ist.
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So 30.9. Natur im fruchtbaren Tiefland

Einer der morgendlichen Krächzer in unserem Hotel Chiquitos in Concepción Patriotisch bemalte Granitfelsen am Wegesrand Werden viel zu früh vom Lärm unzähliger Papageien im Garten geweckt. Bis das Frühstück fertig ist, suchen wir die Schreihälse und finden zusätzlich ein gut ausgestattetes Gewächshaus, in dem der Hausherr Orchideen züchtet.

Um halb neun beginnt die Fahrt zu den diversen Naturschönheiten, die die Chiquitanía bietet. Beginnen bei einem mächtigen Granitfelsen, der seit mehreren tausend Jahren irgendwie unmotiviert mitten in der üppigen Vegetation liegt. Klettern über den schwarzen Rücken des Ungetüms, dann geht die Fahrt zum Tanken zurück nach Concepción. Anschließend besuchen wir das Naherholungsgebiet mit einem Stausee, der zum Baden und als Trinkwasserreservoir dient. Rumpeln zurück nach San Javier, wo die schöne Kirche nun von vorne angestrahlt wird. Vor dem Mittagessen (findet wieder im Lokal von gestern statt) spazieren wir etwas durch den Ort, unter anderem zu einem Ficus-Baum, der auf mächtigen Granitfelsen wurzelt und zu einem begehbaren Kunstwerk, einem Granitlabyrinth mit Metallskulpturen.

Nach dem Essen treten wir die Rückfahrt nach Santa Cruz an, die wir auf Grund der Hitze im Auto verdösen. Checken um halb fünf in einem 5-Stern-Hotel ein und erholen uns im Garten am Pool. Bleiben auch für das Abendessen im Hotel und sind mit unserer Wahl durchaus zufrieden.
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Mo 1.10. Redlich verdient: ein Tag am Pool

Metallpferd im Hotel Camino Real, Santa Cruz Heute ist unser letzter Tag in Bolivien, den nutzen wir endlich für einen echten Erholungstag. Schlemmen beim reichhaltigen Frühstücksbuffet, legen uns, dem heftigen Wind zum Trotz, gut eingeölt an den Pool und lesen uralte Zeitschriften. Lassen uns von der Belegschaft der Poolbar verpflegen und die Seele baumeln.
Blättern in unseren Tagebüchern und erinnern uns dadurch noch einmal an den keuchenden Rundgang in La Paz, den atemlosen Aufstieg auf die Inseln im Titicaca-See und die extrem kalte Nacht unter dem traumhaft schönen Vulkan Sajama. Die Erlebnisse am Salzsee von Uyuni und die unwirkliche Schönheit der vielfarbigen Lagunen werden uns noch lange in Erinnerung bleiben, ebenso wie die unermüdliche Hilfe und unerschütterliche Freundlichkeit von Placido bei unserem unfreiwilligen Aufenthalt in Uyuni. Koloniale Architektur in Potosí und endlich junges Leben in Sucre - die Andenregion ist voller Überraschungen. Und ganz zum Schluss konnten wir im tropisch-feuchten Tiefland noch beeindruckende Zeugnisse der europäisch-christlichen Einflussnahme auf die Ureinwohner finden - der Rückblick auf knapp drei Wochen Bolivien ist überwältigend!!

Entspannt gehen wir erst gegen halb sechs aufs Zimmer, wo wir eine Nachricht unserer Agentur finden: Morgen werden wir schon um 4:00 Uhr zum Flughafen abgeholt, an den Flugzeiten hat sich was geändert. Grummel!! Nichtsdestotrotz lassen wir uns noch einmal ein reichhaltiges und gutes Abendessen servieren, dann packen wir unsere Rucksäcke, bestellen vorsichtshalber den Weckdienst für morgen und legen uns zeitig schlafen.
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Di 2.10. Ein langer Reisetag nach Ecuador

Aufstehen um 3:20, auschecken und pünktlich um 4:00 kommt der Wagen. Fahren zügig zum internationalen Flughafen von Santa Cruz, wo der Check-In-Schalter noch geschlossen ist, aber dafür sind wir die zweiten in der Reihe. Um 5:00 erwachen die Bediensteten langsam und wir können unsere Rucksäcke aufgeben. Zahlen die Ausreisesteuer und können endlich ein kleines Frühstück zu uns nehmen. Wechseln die letzten Bolivianos in US-Dollar, dann gehen wir zur Sicherheitskontrolle, wo wir wieder warten müssen. Auch bei der Ausreise stehen wir wieder vor verschlossenen Rollläden, bis wir den grünen Zettel von der Einreise endlich los werden und die Ausreisestempel im Pass haben. Nun nur noch die Kontrolle der Drogenbehörde (Handgepäck durchwühlen und ruppige Leibesvisitation), dann können wir uns ans Gate setzen und weiter dösend vor uns hin warten.....

Flug über den Titicaca-See Abflug halbwegs pünktlich knapp nach 8:00 Uhr und ruhiger Flug nach Lima, wo wir mit einer Stunde Zeitverschiebung um halb neun bei dichter Garúa (zäher Küstennebel) landen. Stürmen aus dem Flieger, wir haben ja einen recht knappen Anschlussflug nach Guayaquil. Müssen zuerst durch den Security-Check, dann die Boardingpässe für den Weiterflug holen. Die Eile hätten wir uns aber sparen können, denn unser Flug startet voraussichtlich mit 5 Stunden Verspätung! Als Entschädigung bekommen wir einen Gutschein für die Airport-Lounge und ein Mittagessen in einem der Restaurants. Na gut, kann man auch nichts machen. Nur unser langjähriger Freund Bertram erwartet uns viel früher, also schicken wir ihm eine SMS und sicherheitshalber auch eine E-Mail - mal schauen, ob er eine der Nachrichten rechtzeitig erhält... Von Architekt Calatrava inspirierter Wolkenkratzer beim Anflug auf Guayaquil

Warten lange, bis unser Flug endlich auf den Monitoren aufscheint und wir die Maschine besteigen können. Heben erst nach 15:15 ab und fliegen in nicht ganz zwei Stunden nach Guayaquil. Die Einreise nach Ecuador dauert natürlich auch wieder ewig und gerade als wir am Schalter drankommen klingelt das Handy: Bertram fragt besorgt nach unserem Verbleib. Vereinbaren, den erstmöglichen Bus nach Santa Elena zu nehmen (der Busbahnhof ist gleich neben dem Flughafen) und uns dann wieder bei ihm zu melden.

Hasten zu den Taxis, lassen uns zum Busterminal bringen, erstehen ein Ticket für einen Bus der laut Fahrplan in 5 Minuten abfährt und rennen mit dem Gepäck den weiten Weg zum Bussteig. Werfen die Rucksäcke in das Gepäckfach, steigen ein und schon geht die Fahrt los. In den nächsten zwei Stunden haben wir Zeit uns von der Hektik zu erholen. Da es schon dunkel ist, bekommen wir von der Landschaft nichts mit, und auch das System der Haltestellen in Santa Elena erschließt sich uns nicht. Eher zufällig und mit Hilfe einheimischer Reisender steigen wir in der Nähe des Busterminals aus (wird von dieser Linie nicht direkt angefahren!). Rufen Bertram an, damit er uns am Straßenrand aufliest und schon bald rauschen wir durch die Dunkelheit nach Colonche, der Wirkungsstätte unseres Freundes. Bekommen ein kleines Abendessen serviert, feiern noch ein wenig unser Wiedersehen und verziehen uns bald sehr müde aufs Zimmer.
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Mi 3.10. Im Reich von Padre Bertram

Blütenstände der Aloe Vera Pflanzen Kinder sind der Reichtum Südamerikas Im Pfarr- und Gästehaus werden wir von der Pfarrköchin auf das Freundlichste versorgt und auch wenn wieder einmal die Elektrizität ausgefallen ist, bekommen wir alles was wir brauchen. Padre Bertram hat sich extra für uns frei genommen und lässt es sich nicht nehmen, uns die Ländereien die zu seinem Entwicklungshilfeprojekt gehören, zu zeigen.

Wir befinden uns auf der Halbinsel Santa Elena, die zwar von viel Meer umgeben, aber trotzdem sehr trocken ist und von den Kleinbauern viel Arbeit verlangt. Die Garúa legt sich zäh auf die trockene Landschaft, der Staub verklebt zu einem klumpigen Belag. Bertram zeigt uns zuerst die gleich beim Pfarrhaus gelegenen Opuntien- und Aloe Vera-Felder, die derzeit wenig Pflege brauchen, dann fahren wir zur eigentlichen Finca. Dort wird alles Mögliche an Obst und Gemüse, sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Verkauf angebaut.

Wir bewegen uns in einer beeindruckenden Mischung aus Dürre und Fruchtbarkeit, die Pflanzen werden in mühevoller Handarbeit einzeln bewässert, dafür lassen sich Düngebedarf und Schädlingsbefall schneller erkennen.

Turm der Pfarrkirche in Colonche Die Landarbeiter ziehen neben der Aloe Vera für die im deutschsprachigen Raum erhältlichen Colonche-Line-Produkte noch Zitronengras, Maracuja, Papaya, Mango und Kakao. Auch Paprika und Tomaten für den Markt in der nahen Stadt werden angebaut. Mit dem Erlös dieser nach zertifiziert biologischem Standard erzeugten Produkte finanziert Padre Bertram die Schulausbildung von circa 140 Kindern und Jugendlichen in der Region und seit kurzem auch eine Art Hauskrankenpflege. Abendliche Bucht in der Nähe von Colonche

Nach einem gemütlichen Mittagessen und einer kleinen Siesta besuchen wir nun auch die restliche Pfarre von Colonche. Viel hat sich getan, seit wir vor 18 Jahren Bertram auf seinem Antrittsbesuch als neuer Pfarrer begleitet haben. Viele neue Häuser sind entstanden und vor allem ist die einsturzgefährdete morsche Holzkirche von damals jetzt ein sehenswertes Schmuckstück geworden.

Für das Abendessen fahren wir ca. 20 Minuten zur Küste und in einer malerischen kleinen Bucht lassen wir uns in einem der vielen Strandlokale einen guten Fisch braten. Bei der Rückfahrt um halb sieben ist es schon stockfinster, keine Siedlung ist auszumachen --> schon wieder flächendeckender Stromausfall! Das ist in letzter Zeit eigentlich nicht mehr so häufig vorgekommen, aber kann halt immer mal passieren.

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Do 4.10. Gesucht: Wale

Ausflugsboote in der Bucht von Puerto López Nach dem gemeinsamen Frühstück bereiten wir uns heute auf einen Ausflug vor, den man nur in der Wintersaison zwischen Mai und Ende September/Anfang Oktober machen kann - Wale beobachten an der Pazifikküste. Wir fahren aus der Wüste von Colonche heraus, über eine gut ausgebaute Küstenstraße in ein üppiges, tropisch-feuchtes Küstengebiet. Im circa 70 km entfernten Puerto López warten Keiler auf schaulustige Touristen, um die Ausflugsboote zu füllen, die zur Suche und Beobachtung der Buckelwale dienen. Die Saison ist schon fast um, viele der etwa 150 regelmäßig auftauchenden Tiere sind nicht mehr in der Gegend. Wir werden mit einem der "Kapitäne" einig und gönnen uns bis zur Abfahrt noch einen Cocktail in einer Strandbar.

2 Meeresschildkröten haben Spaß Um elf dümpeln wir zusammen mit 18 weiteren Touristen hinaus aufs Meer, um uns von den Buckelwalen beeindrucken zu lassen. So ruhig wie am Titicaca-See ist das Wasser hier nicht, aber die Aussicht auf die garantierte Walsichtung beruhigt alle. Nach circa 45 Minuten wird der Kapitän langsamer und lässt auf der Suche nach den Meeressäugern das Ruder laufen, was bei einigen Mitreisenden Tribut fordert ;o). Irgendwo gaaaanz weit weg ist ein Schatten zu erkennen, was es ist jedoch nicht. Trotz Ausschau in alle Richtungen sehen wir bis Mittag keine Wale, lediglich 2 Meeresschildkröten bringen etwas Abwechslung. Zur Mittagspause fahren wir in eine kleine Bucht, wo einige Mitfahrer die Gelegenheit zum Schnorcheln nutzen. Bald wird es Zeit für die Rückfahrt, die an einer kleinen Blaufußtölpel-Kolonie vorbeiführt und um 15:00 Uhr legen wir wieder im Hafen von Puerto López an. Also leider keine Wale, aber was soll's, wir haben einen lustigen Ausflug gemacht und nebenbei doch viel Neues über die Küstenregion gelernt.

Zurück in Colonche schaffen wir es mit viiiiel Geduld online den morgigen Rückflug einzuchecken und die Boardingkarten auszudrucken. Dann packen wir unsere sieben Sachen zusammen und verbringen noch einen gemütlichen Abend.
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Fr 5.10. Der Heimweg beginnt in Santa Elena

Kathedrale in Santa Elena Relief am Gebäude der Bezirksregierung von Santa Elena Zum Frühstück gibt es ein lokales Gericht: Gebackene Bällchen aus Kochbananen mit Maniokmehl und Erdnüssen, gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht! Um halb zehn verabschieden wir uns herzlich von der Pfarrköchin, die uns als Gäste so toll betreut hat. Mit dem Pickup der Pfarrei fahren wir die Küstenstraße entlang nach Santa Elena, wo Bertram als Generalvikar die rechte Hand des Bischofs ist. Während er sich seiner Arbeit widmet, erkunden wir in den nächsten paar Stunden das Zentrum der Provinzhauptstadt mit Basilika, Parkanlage und Markt. Beim gemeinsamen Mittagessen lernen wir dann noch weitere Mitarbeiter der Pfarre kennen, aber schon bald müssen wir die bunte Runde verlassen, denn der Bus nach Guayaquil wartet nicht auf uns!

Abfahrt um 13:45 und zügige Fahrt bis zur Stadtgrenze von Guayaquil. Dann beginnt es zu stauen und wir kommen langsam ins Schwitzen: die Boardingzeit rückt näher und wir sind noch weit weg vom Flughafen! Endlich kommen wir beim Busterminal an und hasten zu den Taxiplätzen, um uns zum Airport bringen zu lassen. Stehen damit im gleichen Stau wie zuvor. Kommen eine Stunde später als beabsichtigt zum Check-in, Glück gehabt, dass wir schon Boardingpässe haben. Nun müssen wir nur noch die langwierigen Ausreiseformalitäten mit Passkontrolle und Sicherheitscheck hinter uns bringen, dann noch der Ganzkörper-Scan, und um 17:55 sind wir endlich am Gate. Beim Einsteigen in die Maschine der KLM sind schon einige Plätze belegt, denn der Flieger kommt aus Quito. Abflug gegen 19:00 Uhr und unterwegs mittelprächtige Verpflegung, kein Vergleich mit dem Herflug. Dösen vor uns hin... zurück zur Reiseroute



Sa 6.10. Wieder daheim!

Abflug in Amsterdam ... und werden zwei Stunden vor der Landung sanft geweckt. Das Frühstück ist auch nicht so besonders und um 12:40 MEZ landen wir dann endlich in Amsterdam. Beim Aussteigen werden alle Passagiere bzw. Pässe kontrolliert, wie es scheint wird jemand gesucht.

Dann latschen wir ewig bis zur Einreisekontrolle mit neuerlicher Passkontrolle und schikanösem Sicherheits-Check - als hätte jemand nach den schon mehrfach erfolgten Prozeduren noch Zeit, Lust und Gelegenheit gehabt, unterwegs eine Bombe zu basteln!!

Der Weiterflug nach Zürich erfolgt dann pünktlich und ohne weitere Vorkommnisse, Landung in der Schweiz kurz nach 16:00 Uhr und die Rucksäcke kommen auch recht rasch und ohne Schaden. Erreichen daher problemlos den Zug, der uns über St. Gallen weiter nach Vorarlberg bringt.

Gegen 20:00 Uhr können wir uns erschöpft, aber zufrieden aufs heimische Sofa plumpsen lassen. zurück zur Reiseroute



Reisebericht als pdf-Dokument Zur leichteren Lesbarkeit gibt es hier den Reisebericht Bolivien in der reinen Textversion als pdf-Dokument (199 kB) zum Herunterladen.


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