Home    -    Reiseübersicht


Griechen, Römer und Normannen

Süditalien vom 29.5. bis 12.6.2011



Griechische Amphoren Bekannte haben uns die "Zehenspitzen" Italiens schmackhaft gemacht. Hier haben unter anderem Griechen, Römer und Normannen ihre Spuren hinterlassen und das Land über lange Zeit geprägt. Als Reisezeit wurde uns wegen der noch angenehmen Temperaturen Anfang Juni ans Herz gelegt. Klingt interessant und so suchen wir im Internet Flüge nach Kalabrien und einen Mietwagen für zwei Wochen.

Für die Vorbereitung und auch unterwegs haben wir die aktuellsten Reiseführer besorgt und mit diesen Informationen ausgestattet konnte die Reise losgehen.

Informationen, die wir während der Reise gesammelt haben sowie ganz persönliche Empfehlungen haben wir wie immer in einer eigenen Info-Sammlung zusammengetragen und sortiert. Hinter den entsprechenden Begriffen führt dann dieses Symbol weitere Informationen dorthin.

Aber vorweg gleich noch eine wichtige Information: Vorsaison bedeutet, daß viele Badeorte noch im Winterschlaf liegen, Sehenswürdigkeiten geschlossen und die Hotelpools leer sind. Das Hauptgeschäft wird mit großen Hochzeitsgesellschaften gemacht, die ganze Anlagen buchen und die ganze Nacht feiern.

Hier werden nun unsere persönlichen Eindrücke und Erfahrungen in den italienischen Regionen Kalabrien, Basilikata und Apulien erzählt. Natürlich bleiben wir uns treu und platzieren hinter den kleinen Bildern größere, um noch Zusätzliches zu zeigen - also immer schön auf die Bilder klicken! Vorweg einmal die

zum Seitenanfang
  Reiseroute
Unsere Reiseroute
1. Tag:  Lamezia - Paola - Cosenza (122 km)
2. Tag:  Sila (244 km)
3. Tag:  Altomonte - Diamante (163 km)
4. Tag:  Orsomarso - Grotta del Romito - Potenza (178 km)
5. Tag:  Barile - Melfi (126 km)
6. Tag:  Venosa - Castel del Monte - Trani (152 km)
7. Tag:  Matera (187 km)
8. Tag:  Rossano - Sibari - Ciró (214 km)
9. Tag:  Santa Severina - Crotone - Le Castella (191 km)
10. Tag: Catanzaro - Pizzo Calabro (142 km)
11. Tag: Tropea - Capo Vaticano (149 km)
12. Tag: Reggio di Calabria - Pentedattilo (138 km)
13. Tag: Gerace - Locri (81 km)
14. Tag: Stilo - Squillace (182 km)
15. Tag: Lamezia (16 km)

zum Seitenanfang


So 29.5. Ab in den Süden!

Start in Zürich Müssen heute zu einer unchristlichen Zeit aus den Federn, denn der Flug von Zürich nach Lamezia soll schon um halb sieben in der Früh abheben. Haben diesmal beim Hilton Airport Hotel einen Parkplatz gebucht und stellen das Auto nach ruhiger Fahrt dort ab. Fahren wegen der frühen Stunde mit dem Taxi zum Flughafen und checken problemlos ein. Um diese Zeit sind am Flughafen noch alle Cafes und Läden zu, erst am Gate können wir eine kleine Stärkung besorgen.
Basilika San Bernardino in Amantea Heben fast pünktlich ab und fliegen mit schönen Ausblicken auf verschneite Alpengipfel nach Kalabrien. Landung um 8:45 Uhr und nach einem köstlichen kurzen italienischen Espresso gehen wir in bester Urlaubsstimmung zum Autoverleiher.
Bekommen dort (nach Reklamation) den gebuchten 4-türigen Wagen, einen Fiat Punto, mit dem wir um 9:00 Uhr losbrausen.
Wahrscheinlich weil Sonntag ist, kommen wir ohne viel Verkehr gut voran und erreichen bald die westliche Küstenstraße, der wir nach Amantea folgen. Kurven dort durch die engen Gassen, bis wir einen Parkplatz und den Aufgang in die verwinkelte Altstadt mit der Basilika San Bernardino finden. Obwohl es erst halb elf ist, sticht die Sonne schon ganz kräftig - gut, daß wir während des Spaziergangs durch den Ortskern unsere Schirmmützen auf haben.
Alte und neue Kirche des Klosters vom heiligen Franz von Paola Folgen dann weiter der Küstenstraße bis Paola. Hier am Ortsrand ist das Kloster vom heiligen Franz von Paola die Hauptattraktion. Obwohl mit reichlich Parkplätzen versehen, müssen wir unser Auto recht weit weg abstellen, denn unzählige Pilger und Touristen wollen hier her. Aber der Spaziergang durch den Wald tut doch ganz gut. Der Klosterkomplex besteht aus der alten Kirche, die aufgrund ihres Alters und der vielen rußenden Kerzen innen eher dunkel ist, einigen in den Fels gehauenen Verbindungsgängen, dem Kreuzgang mit Wandgemälden, die das Leben des Heiligen darstellen und der neuen Kirche, die erst im Jahr 2000 eingeweiht wurde und in heller, moderner Architektur gestaltet ist. Verwachsenes Geläute einer der vielen kleinen Kirchen in Paola Alles in allem einen Besuch wert, nicht nur für Pilger.
Nach dieser Besichtigung fahren wir ins Zentrum von Paola und gönnen uns ein ausgiebiges Mittagessen in einer Trattoria weitere Informationen am Hauptplatz. Machen die erste Bekanntschaft mit der scharfen kalabrischen Küche. Als Verdauungsspaziergang bietet sich danach eine Runde durch die Stadt an, denn steile Treppen und gewundene Wege erschließen die Altstadt mit vielen (leider geschlossenen) Kirchen.

Basilika von Cosenza inmitten der Altstadt Kurz vor vier fahren wir weiter zum heutigen Ziel, nach Cosenza. Finden erstaunlicherweise recht einfach zu unserem über das Internet gebuchten Hotel weitere Informationen und bekommen ein durchgestyltes kleines Appartement. Machen uns rasch auf den Weg, die Altstadt zu erkunden. Parken an einer der Busento-Brücken und steigen die engen Gassen hügelan. Leider sind alle Rolläden herunten und keine Bar, kein Restaurant hat offen. Die steile Treppe zum Castello schenken wir uns und beginnen die Suche nach einer Erfrischung. Erst unten am Fluß finden wir eine kleine Bar und dort fragen wir nach einem Restaurant in der Nähe. Werden in die Fußgängerzone in der Neustadt geschickt und in einer Nebenstraße finden wir eine Pizzeria weitere Informationen für ein kleines Abendessen.

Zurück im Hotel besorgen wir uns an der Rezeption eine Flasche Rossato und genießen auf unserem Balkon diesen lokalen Wein und den lauen Abend.



zurück zur Reiseroute  


Mo 30.5. Die Sila - Natur pur!

Tiefgelb blühende Ginsterbüsche säumen den Weg Werden vom reichlichen Buffetfrühstück sehr angenehm überrascht und starten um 10:00 Uhr trotz düsterer Wolkenstimmung zu unserer Rundfahrt durch den Nationalpark Sila.
Verlassen Cosenza westwärts und fahren hinein in die Berge. Ab Camigliatello Silano fahren wir eine weite Schleife durch eine Landschaft, die man hier nicht vermuten würde. Die Fahrt geht über einsame Bergstraßen, vorbei am sommerlich verwaisten Schigebiet Botte Donato, hinauf auf nebelige Pässe und entlang den Ufern der drei Stauseen Lago Arvo, Lago Ampollino und Lago Cecita. Die Bergwiesen sind mit bunten Blüten gesprenkelt, die Hänge erstrahlen im leuchtenden Gelb der Ginster und einmal führt der Weg auch durch ein größeres Bergdorf, San Giovanni in Fiore. Eines der Kunstwerke der Freiluftgallerie am Corso Mazzini Schön, aber wir sind dann doch froh, am späten Nachmittag wieder in bewohntere Gegenden zu kommen.

Zurück in Cosenza wollen wir uns nun das Castello Svevo anschauen, aber die Zufahrt gestaltet sich schwierig. Finden endlich einen Parkplatz und stapfen hinauf auf den Burghügel, nur um oben vor einem Bauzaun zu stehen, auf dem die Wiedereröffnung für Anfang Juni angekündigt wird. Wer's glaubt...
Bummeln noch ein wenig durch die heute belebtere Altstadt und kehren zur Regeneration ins Hotel zurück.
Das Abendessen vertilgen wir in einem Restaurant weitere Informationen, in dem wir die einzigen Gäste sind, aber an der Küche kann es nicht liegen.

Zum kulturellen Abschluß des Abends spazieren wir noch durch die Freiluftgalerie Corso Mazzini mit Skulpturen zeitgenössischer Künstler. Mit einem Tüteneis bummeln wir zurück zum Hotel und beratschlagen dort die morgige Route.

zurück zur Reiseroute


Di 31.5. Bergstraßen, Bergdörfer und Berge von Essen

Hauptplatz von Montalto Uffugo Halten uns heute beim Frühstück zurück, denn wir wollen ausnahmsweise zu Mittag fein essen. Verlassen Cosenza und finden eher zufällig auf die richtige Ausfahrtsstraße zur Autobahn Richtung Norden. Fahren nach kurzer Strecke wieder ab, um uns das malerische Örtchen Montalto Uffugo anzuschauen, das wir nach einiger Kurbelei auf einem Hügel finden. Nach einem Spaziergang durch die enge Altstadt kurven wir wieder abwärts und Buon Ricordo Hotel und Restaurant Barbieri in Altomonte nach einer halben Stunde Fahrt auf der Autobahn beginnt die Bergfahrerei von neuem: wir nähern uns dem Städtchen Altomonte, das auf einem Bergrücken thront. Dort befindet sich auch das Buon-Ricordo-Restaurant "Barbieri" weitere Informationen, wo wir uns nach Strich und Faden verwöhnen lassen. Das Degustationsmenü ist ausgedehnt und eigentlich sind wir schon nach den vielen Vorspeisen satt, aber aufhören wäre ein Frevel, es ist einfach zu gut!

Nach über zwei Stunden Mittagessen mit Logenblick auf das reizende Städtchen ist die anschließende Besichtigung des Ortskerns mehr als willkommen. Der alte Dom, der nun als Hotel genutzte Palazzo und auch der Kreuzgang der barocken Kirche San Francesco sind auf alle Fälle einen Besuch wert. Die engen und steilen Gassen geben dem ganzen Städtchen ein unverwechselbares Flair. Kirche Santa Maria della Consolazione aus dem 14. Jhdt.
Die Fahrt an die Küste führt nun weiter über enge, kurvige Bergstraßen, über Pässe und an einsamen Dörfern vorbei. Queren dabei auch den südlichen Ausläufer des Pollino-Nationalparks und erreichen endlich bei Belvedere die Küstenstraße.
Kaktusblüten im Garten unserer Unterkunft
Folgen dem Meer bis Diamante, dem Küstenstädtchen mit den modernen Wandmalereien. Leider finden wir keinen freien Parkplatz und da wir keine Lust mehr haben herumzusuchen, nehmen wir die letzten Kilometer bis zu unserem heutigen Quartier unter die Räder. Einmal noch müssen wir aufwärts, denn wir haben uns ein Agriturismo weitere Informationen in einer Bergparzelle über Cirella ausgesucht. Finden problemlos hin und bekommen ein winziges Zimmerchen. Mit schönem Blick auf das hoch auf einem Bergkamm liegende Städtchen Grisolia schmecken das Abendessen aus den eigenen Produkten des Bauernhofs und der hausgemachte Wein gleich nochmal so gut.
Erstehen noch eine Flasche hausgemachten Lorbeerlikör und fallen nach der Völlerei des Tages total geschafft in die Betten.

zurück zur Reiseroute


Mi 1.6. Ausflug in die Frühgeschichte

Moderne Skulpturen und Wandmalereien sind die Besonderheit von Diamante Uhrturm hoch über dem Städtchen Orsomarso Das Frühstück ist heute echt italienisch, soll heißen recht mager. Aber wir brauchen noch nicht viel. Der trübe Himmel und der Regen stören da schon mehr. Trotzdem fahren wir noch mal zurück nach Diamante, um uns die Murales anzuschauen. Finden zwar diesmal einen Parkplatz, aber nachdem es uns beim Betrachten der Wandmalereien ins Gesicht und in den Nacken regnet, haben wir bald genug.
Nach einem kleinen Kaffee geht's wieder in die Berge und wir fahren auf engen Straßen nach Orsomarso. Dort sind eine Grotte und ein Uhrturm sehenswert. Da es nun leider wieder stärker regnet und auch alle Kirchen zu sind, halten wir uns nicht lange hier auf, sondern folgen den Serpentinen weiter bis Papasidero. 10 Kilometer hinter diesem Dorf ist eine gut beschilderte Abzweigung zu einer echten Rarität. Wir glauben fast nicht, daß wir hier richtig sind, denn die Zufahrt ist extrem eng und mit Schlaglöchern übersät, aber irgendwann kommt ein Parkplatz bei einem kleinen Besucherzentrum.

Erstaunlicherweise ist trotz des Wetters geöffnet und wir erstehen Eintrittskarten für die Grotta del Romito. Schauen zuerst die kleine Ausstellung Gebeine aus circa 11.000 Jahre alten Gräbern mit prähistorischen Erläuterungen und Reproduktionen von Steinzeitgräbern und Felszeichnungen an, dann dürfen wir durch den Wald zur eigentlichen Sehenswürdigkeit gehen. Hier werden wir von einem Führer empfangen, der uns in die Bedeutung des Ortes einführt. Unter einem Felsvorsprung wurde vor ca. 50 Jahren ein Stein mit einer eingeritzten Stierdarstellung gefunden und nach archäologischen Untersuchungen auch mehrere Gräber (das letzte erst vorigen September!). Hier haben schon vor über 19.000 Jahren Menschen Zuflucht gesucht.
Nach einer Erfrischung in der Bar beim Parkplatz fahren wir wieder die abenteuerliche Zufahrt hinauf (gut, daß noch Vorsaison ist und wir keinen Gegenverkehr haben), dann folgen wir der Straße weiter, bis wir ganz unvermutet auf die Autobahn treffen. Dieser folgen wir nordwärts, verfolgt von Regenschauern. Biegen dann auf eine "Landstraße" ab und erreichen problemlos Potenza, unser heutiges Ziel.

Platzsparende Hügelbebauung in Potenza Zu unserer Überraschung ist das gebuchte Hotel Teil einer Schnellstraßenraststätte und ist nur aus einer Richtung erreichbar. So fahren wir auch prompt daran vorbei, weil wir das nicht erwartet hatten. Nachdem wir aber sowieso das Zentrum besuchen wollen, ist das nicht so schlimm, die fehlende Beschilderung ist da schon lästiger. Finden endlich ein Parkhaus und auch den Zugang zum Lift, der hinauf in die obere Etage der Stadt fährt. Oben angekommen erkunden wir das Regierungsviertel mit geschlossenen Kirchen und Palästen und schlendern einmal die kleine Fußgängerzone auf und ab. Nach einer Erfrischung in einer Bar am Hauptplatz nehmen wir den Lift abwärts und lösen unser Auto aus. Finden tatsächlich wieder den Weg zur Schnellstraße und diesmal fahren wir beim Hotel weitere Informationen ab.

Entspannen uns ein wenig und nehmen dann im Hotel ein akzeptables Abendessen zu uns, denn sonst gibt es weit und breit nichts und nochmals in die Stadt kurven wollen wir - nach den heute bereits zurückgelegten Kilometern - auch nicht mehr.

zurück zur Reiseroute


Do 2.6. Vom Landleben

Palazzo am Lago Montecchio Nach ruhiger Nacht und passablem Frühstück brechen wir auf, um in den Winzerorten der Umgebung ein bißchen Landleben und die regionalen Spezialitäten kennenzulernen.
Aber heute ist in Italien Staatsfeiertag und das durchkreuzt unsere Pläne. Finden zwar problemlos nach Rionero in Vulture, aber das Aglianico-Museum und die sonstigen Sehenswürdigkeiten sind geschlossen. Als Ersatzprogramm fahren wir bei herrlichem Wetter zu den beiden Laghi Montecchio, die malerisch inmitten dichter Wälder liegen. Handwerkliche Traubenpresse in einem Weinkeller in Barile Dieses Gebiet ist ein beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen, und entsprechend geht es auch zu. Umrunden bei einem Spaziergang den kleineren der beiden Seen und machen kurz vor halb zwölf Platz für weitere Ausflügler.

Fahren nach Barile, dort gibt es einige Weinkellereien mit in den Berg gehauenen Kellern, aber die sind natürlich auch zu. Beim Bummel durch den menschenleeren Ort finden wir doch noch einen alten Weinbauern, der uns aus seinem Dasein erzählt und uns in seinem Keller auch seinen reinsortigen Aglianico kosten läßt.

Prachtvolle Decke der Kathedrale von Melfi Durch eine nicht mehr so schroffe Landschaft, in der bunte Blumen hübsche Farbtupfer setzen, geht es dann weiter bis Rapolla - hier haben wir für heute im Hotel Terme di Rapolla weitere Informationen ein Zimmer reserviert. Ist nach umfangreichen Renovierungsarbeiten noch fast eine Baustelle und wir sind die einzigen Gäste. Aber das Zimmer ist günstig und okay, also was soll's?
Gönnen uns in einem nahegelegenen empfohlenen Lokal einen Teller Nudeln und fahren weiter nach Melfi. Sind kurz nach drei beim Schloss, in dem wir ein hübsch aufbereitetes archäologisches Museum mit einigen wirklich beeindruckenden Exponaten durchstöbern. Pferdekopfvase im sehenswerten archäologischen Museum im Kastell von Melfi Auch der restliche Ort, besonders die Kathedrale, kann sich sehen lassen. Die in einigen Führern erwähnten Höhlenkirchen finden wir auch trotz mehrmaligem Nachfragen nicht, stürzt uns aber auch nicht in tiefe Traurigkeit.

Zurück im Hotel machen wir uns frisch und nehmen in einer nahegelegenen Pizzeria ein kleines Abendessen zu uns. Im Hotel unterhalten wir uns dann noch bei einem Gläschen Grappa mit dem Onkel des Besitzers, der Nachtportier und Barmann in Personalunion ist.

zurück zur Reiseroute


Fr. 3.6. Die Burg des Staufers

Wenn wir im Hotel auch die einzigen Gäste waren, der Kurbetrieb in der Therme ist heiß begehrt. Während unseres Frühstücks können wir den Ansturm der Tagesgäste erleben.
Korinthische Säule im archäologischen Park von Venosa Kastell von Venosa Auch wenn ein Tag mit Heilbehandlungen verlockend klingt, unser Programm sieht anders aus. Verlassen Rapolla und düsen nach Venosa. Dort besichtigen wir zuerst einmal den ausgedehnten archäologischen Park mit römischen Ruinen und die normannische Kirche Trinitá am Ortsrand, dann die Kathedrale im Zentrum und zum Abschluß noch das archäologische Museum im Castello. Alles sehr interessant und hübsch, außerdem bei strahlendem Sonnenschein.

Verlassen zu Mittag den angeblichen Geburtsort des Dichters Horaz und nähern uns einem weiteren Höhepunkt Süditaliens. Die Gegend ist nun von sanften Hügeln geprägt, die mit Getreide und Mohn bedeckt sind. Irgendwann erscheint auf einem Hügel am Horizont ein helles Bauwerk, das schon von Weitem die Landschaft prägt: Castel del Monte.

Castel del MonteIm Innenhof von Castel del Monte Die Zufahrt ist gut beschildert, aber nur für Einsatzfahrzeuge frei. Der Besucherparkplatz liegt am Fuß des Hügels und verspricht einen langen Anmarsch in sengender Sonne. Wir finden aber irgendwo auf halbem Weg für unser Auto einen halblegalen Platz am Straßenrand und spazieren hügelan zum achteckigen Prachtbau Friedrichs II.
Sind kurz vor eins beim Eingang und erstehen mit der regulären Eintrittskarte noch zwangsweise ein Extra-Ticket für die im Inneren aktuell arrangierte Ausstellung moderner Kunst. Die Räume sind sonst eher kahl, allerdings beeindrucken die Proportionen und die Symmetrie dieses mittelalterlichen Bauwerks.

Nach einer guten Stunde in der wir das Castel von allen möglichen Seiten und Perspektiven bewundern, machen wir uns auf den Weg zum heutigen Hotel weitere Informationen, das wir in Corato gebucht haben. Finden nicht gleich hin, denn es liegt etwas außerhalb des Zentrums, aber dafür ist es wunderschön gelegen und ruhig. Freuen uns auf einen entspannten Nachmittag am einladend blauen Pool, leider ist dieser aber nach einer Chemiebehandlung abgesperrt. Grummel!!

Mohnblüten auf dem Weg nach TraniKathedrale von Trani Zähneknirschend machen wir noch einen Ausflug nach Trani, das ja eigentlich ganz hübsch ist. Besonders die leuchtend weiße Kathedrale am Hafen und der kleine Park am Strand laden zum Verweilen ein. Jetzt um halb sechs lohnt sich eine weitere Besichtigung, etwa in Andria nicht mehr, stattdessen fahren wir die circa 15 Kilometer wieder zurück zum Hotel. Beratschlagen das weitere Vorgehen und folgen einer Empfehlung für ein regionaltypisches Restaurant weitere Informationen in Trani. Essen dort ausgezeichnete Fischgerichte und treten gegen zehn die Rückfahrt zum Hotel an.

zurück zur Reiseroute


Sa 4.6. Stadt am Berg und Frust am Meer

Müssen beim Frühstück mit einer Buslandung mexikanischer Pilger ums Buffet kämpfen und brechen gegen neun zu einem Höhepunkt - im wahrsten Sinne des Wortes - auf. Wir wollen die Altstadt von Matera besichtigen, einer Stadt, die an den steilen Hängen der Bergkette liegt, die etwas weiter südlich den Absatz des italienischen Stiefels bildet.

Prachtvolle Barockkuppel in der Chiesa del Purgatorio Blick auf Matera mit Turm der romanischen Kathedrale Nach knapp 70 km Fahrt durch schroffe Berglandschaft durchqueren wir zuerst trostlose moderne Wohnviertel, um dann im historischen Zentrum auf Parkplatzsuche zu gehen. Nachdem wir auch noch die dazugehörige Parkuhr gefüttert haben, beginnen wir den Rundgang durch eines der ältesten Siedlungsgebiete Italiens.

Erst verweilen wir bei den barocken Kirchen am Rande der Altstadt, wo Hochzeitsvorbereitungen laufen oder die Feierlichkeiten bereits im Gange sind. Dann erklimmen wir die engen, teils steilen Gassen hinein in die Sassi, die Wohnviertel im Berg. Komplette Wohnungen sind in die Felsen hineingehauen, einige wenige können auch besichtigt werden. Auch ganze Kirchen wurden ab dem 10. Jahrhundert in den Fels gehauen und sind mit teilweise noch immer gut zu erkennenden Wandmalereien geschmückt. Dazwischen stehen unzählige kleine Steinhäuser dicht an dicht am steilen Abhang, erschlossen nur durch Treppenwege.

Schlaf- und Wohnraum in einer der Felsenwohnungen Materas Fresco im Convicinio di Sant'Antonio Die Besichtigung ist schweißtreibend, aber sehr interessant. Nur müssen wir uns etwas beeilen, denn um eins macht alles langsam dicht für das Wochenende. Nach dem abschließenden Besuch beim Dom, der hinter einem Bauzaun auf einem der Hügel steht, beschließen wir, unser Nachtlager irgendwo am Meer aufzuschlagen.

Kurven über steile Bergstraßen hinunter zum Golf von Tarent nach Lido di Metaponto. Hier hoffen wir ein Hotel für diese Nacht und eine Möglichkeit für ein erfrischendes Badevergnügen zu finden. Nur dumm, daß Vorsaison ist, denn die touristischen Herbergen sind noch alle geschlossen. Steuern daher den nächsten Badeort an, leider mit demselben Ergebnis. Erst in Scanzano Jonico weitere Informationen bekommen wir anstandslos ein Zimmer, allerdings mit der Information, daß heute das Restaurant und der Pool nicht zur Verfügung stehen: es wird hier eine Hochzeit gefeiert. Da wir aber zu müde zum Weitersuchen sind, bleiben wir hier. Aus einem entspannten Nachmittag am Pool wird jetzt allerdings wieder nichts, der Ort bietet auch nichts Sehenswertes, also holen wir uns an der Bar ein Getränk und setzen uns in einen schattigen Winkel in den Garten. Dort tüfteln wir mit Hilfe unserer Reiseführer das Programm für die nächsten Tage aus.
In der ehemaligen Telefonzelle hinter der Rezeption steht jetzt ein alter Computer, an dem wir für morgen ein Hotel suchen - eine Pleite wie heute möchten wir nicht noch einmal erleben.

Für das Abendessen lassen wir uns an der Rezeption ein Restaurant weitere Informationen empfehlen, das ein paar Ortschaften weiter liegt. Sind dann zwar viel zu früh dort, aber mit einem Aperitif überbrücken wir die Zeit bis die Küche öffnet. Essen gut zubereiteten Fisch in verschiedensten Variationen, lediglich der lokale Wein sagt uns nicht so besonders zu.
Wieder im Hotel erleben wir den lautstarken Beginn der Hochzeitsfeier. Ziehen uns nach einem Blick über die fröhliche Gesellschaft, die Garten, Pool und das gesamte Erdgeschoß bevölkert, ins Zimmer zurück und kramen die Ohrenstöpsel heraus - ohne ist an ein Schlafen in dieser Nacht wohl nicht zu denken....



zurück zur Reiseroute


So. 5.6. Byzantinische und griechische Kunst

Uhrturm von Rossano Byzantinisches Kirchlein San Marco in Rossano Doch noch ganz gut geschlafen, die Hochzeitsgesellschaft mußte die Lautstärke ab Mitternacht drosseln. Draußen ist es heute grau und düster und das Frühstück ist auch nicht berauschend, daher verlassen wir rasch dieses Kaff. Von Regenschauern begleitet fahren wir an den diversen für heute geplanten griechischen und römischen Ausgrabungsstätten vorbei, so naß macht ein Streifzug durch die Landschaft keinen Spaß.
Fahren daher erst mal weiter bis Rossano. Die Altstadt auf dem Hügel ist geprägt von einem freistehenden Uhrturm und mehreren byzantinischen Kirchen. Hinter dem Dom liegt das Diözesanmuseum mit religiösen Kostbarkeiten. Die Hauptattraktion ist eine byzantinische Handschrift aus dem 6. Jahrhundert, der Codex purpureus Rossanensis. Wirklich beeindruckend, daß dieses Purpur gefärbte und mit reicher Miniaturenmalerei geschmückte Pergament mehr als 1.400 Jahre überdauert hat!
Zu Mittag verlassen wir das Museum und stellen erfreut fest, daß es aufklart. Bummeln noch ein wenig durch den Ort und beschließen dann spontan, noch einmal zurück nach Sibari zu fahren: das archäologische Museum und die Ausgrabungen wollen wir uns doch noch gönnen. Gesagt, getan!

Sind im hübsch aufbereiteten Museum die einzigen Besucher und auf dem doch überschaubaren archäologischen Gelände kommen wir uns wie Entdecker vor. Nur für das Freigelände hätte sich die Rückfahrt nicht gelohnt, aber zusammen mit dem Musem war es den Umweg wert.

Löwenkopf an einem Fries im Museum von Sibari Ruhiger Strand in Ciró Marina Nach diesem Ausflug in die Antike düsen wir weiter in den Süden, der Sonne entgegen. In Ciró Marina haben wir gestern ein Hotel weitere Informationen gebucht und die Anlage ist ganz nach unserem Geschmack - klein, in einer ruhigen Gegend, direkt am Meer. Und um vier liegen wir endlich, das erste Mal in diesem Urlaub, am Strand!
Nach dem Bad in Meer und Pool machen wir uns vergnügt auf zum Bummel durch das Städtchen. Kommen an einigen Restaurants vorbei und nehmen das heutige Abendessen in der Enoteca Max weitere Informationen zu uns. Das Ergebnis ist dann durchwachsen, nicht ganz zufrieden machen wir uns auf den Weg zurück zum Hotel.
Dort beginnt gerade ein Fest: eine 18-Jährige hat ihren großen Tag und feiert ihre Volljährigkeit mit circa 60 Gästen. Aber die Gesellschaft ist nicht laut und der Pool um den die Feier stattfindet, liegt am hinteren Ende der Anlage. So können wir in aller Ruhe auf der Terrasse noch einen Grappa trinken und dem Meer beim Schäumen zuschauen.
Mit Hilfe des Computers an der Rezeption organisieren wir dann noch ein Hotel für morgen und gehen endlich schlafen.



zurück zur Reiseroute


Mo 6.6. Zerklüftete Berge und rauher Wind am ionischen Meer

Weinverkostung bei der Weinkellerei Librandi Nach einem ausreichenden Frühstück verlassen wir kurz nach neun das Hotel. Ciró ist die Heimat des gleichnamigen Weins und so suchen wir - trotz der frühen Stunde - eine Weinkellerei, in der wir eventuell einkaufen können. Aber ohne Voranmeldung muß man Glück haben, die Verkostungsräume und Läden sind sonst verschlossen. Zufällig finden wir bei Librandi - dem größten Produzenten der Region - ein offenes Tor, können verkosten und erstehen ein paar Flaschen.
Da in Küstennähe nur die Schnellstraße verläuft, machen wir uns trotz des diesigen Wetters auf den Weg ins gebirgige Hinterland. Dort locken alte Städte, errichtet vor hunderten von Jahren in sicherer Entfernung zum Meer. Serpentinen führen hinauf nach Melissa und ganz oben erwartet uns eine alte Burg - hinter einem Bauzaun. So ohne Sehenswürdigkeit reizt uns der Ort nicht, also folgen wir der Straße über das Hochplateau weiter. Aber Vorsicht ist geboten, denn durch Hangrutschungen fehlt immer wieder mal ein Stück Asphalt oder es liegt Geröll auf der Fahrbahn.

Auf dem nächsten Hügel thront Strongoli, mit einer imposanten Burg in Renovierung. Irgendwie wollen uns die wehrhaften Dörfer einfach nicht. Der Dom Santa Maria Maggiore von Santa Severina Also fahren wir weiter und erreichen zu Mittag Santa Severina. Erwarten eigentlich auch hier einen Bauzaun, aber zu unserer Verwunderung gibt es hier keine Baustelle! Zugang zum Kastell von Santa Severina Im ehemaligen Burggraben ist jetzt ein Parkplatz und in der stolzen Burg darüber erwartet uns ein hübsches Museum mit Funden aus byzantinischer bis aragonesischer Zeit. Zudem sind die Räume hübsch bemalt und in gutem Zustand. Um halb eins schließt die Anlage (laut Schild am Eingang sollte sie heute am Montag eigentlich überhaupt geschlossen sein...) und wir spazieren noch ein wenig durch den hübschen Ort. Er ist zwar fast menschenleer, aber wirkt viel einladender, als die anderen Orte heute. Am Dorfplatz gönnen wir uns noch eine kleine Stärkung und kurz vor zwei fahren wir talauswärts, hinunter ans Meer.

Crotone ist das nächste Ziel, ein Stadt mit großer griechischer Vergangenheit. Folgen den Schildern zum Hafen, dort steht das Castello mit dem archäologischen Museum. Aber wie das in Italien so ist, montags sind die Museen und archäologischen Stätten fast alle geschlossen, dieses eben auch. Die Stadt liegt im Mittagsschlaf, was sich in menschenleeren Straßen bemerkbar macht. Das Museum moderner Kunst gibt es überhaupt nicht mehr, alles andere ist bis mindestens halb vier geschlossen.

Blüten am Wegesrand Etwas enttäuscht von der Stadt des Pythagoras pfeifen wir auf eine Besichtigung und fahren über die Küstenstraße zum Capo Colonna. Dort sind griechische Ausgrabungen zu sehen, aber nicht am Montag, und das Gebiet um den Leuchtturm ist militärisches Sperrgebiet.
Kastell im Örtchen Le Castella Folgen weiter der engen Straße durch einige kleine Siedlungen und durchqueren dabei das Naturschutzgebiet am Capo Rizutto. Jeder Abstecher zum Meer wird von heftigem Wind begleitet, aber direkt zum Wasser gelangen wir nie. Kommen irgendwann in den Ort Le Castella, wo es etwas lebhafter zugeht und auf einer kleinen vorgelagerten Insel ein Kastell steht. Ist ganz nett und auch innen zu besichtigen, was wir dann auch machen.

Sonst gibt es aber auch hier nicht viel zu sehen, also steuern wir nun unser Quartier im nächsten Ort an. Finden fast gleich die Abzweigung zum etwas abgelegenen Hotel weitere Informationen, aber dafür ist es hier ruhig. Beziehen ein geräumiges, wenn auch schon etwas abgewohntes Zimmer und freuen uns auf den Pool. Dieser wurde gerade frisch gechlort, man schickt uns an den Strand. Das Meer erwartet uns mit hohen Wellen, aber wir ignorieren die heftig wehende rote Flagge und trauen uns ein paar Minuten ins Wasser. Am bald wieder geöffneten Pool ist es dann aber gemütlicher und wir genießen die Zeit bis zum Sonnenuntergang windgeschützt hinter einer Hecke.
Dann machen wir uns frisch, fahren hinauf in das Dorf und finden eine Pizzeria weitere Informationen fürs Abendessen.
Zurück im Hotel dürfen wir dann auch hier am Rezeptionscomputer wieder Quartiere für die nächsten Nächte suchen, wirklich sehr freundlich die Nachtportiere in Süditalien.



zurück zur Reiseroute


Di 7.6. Wir wechseln die Seiten

2500 Jahre alte Silbermünze im Museum der Villa Trieste Modernes Theater in Catanzaro Ein nächtliches Gewitter hat unser Auto etwas entstaubt und so strahlen wir und unser Vehikel bei der Weiterfahrt mit dem Himmel um die Wette. Unseren ersten Stopp legen wir in der Hauptstadt Kalabriens ein. Catanzaro liegt auf einem steilen Bergrücken an der engsten Stelle der Provinz. Die Zufahrt ist entsprechend kurvig und oben angekommen erwartet uns ein unvergleichliches Chaos. Alle Straßen sind verstopft, ein Hupkonzert malträtiert die Ohren und Abgase trüben die Sicht. Ergattern in einem engen Parkhaus einen Platz und machen uns zu Fuß auf den Weg durch das Zentrum. Viele Kirchen, schmucke Paläste und ein kleines Museum im Parco Villa Trieste warten auf den Besucher. Ein Blickfang ist das neue Theater in modernem Stil, das erst 2002 eröffnet wurde.

Das Verlassen der Stadt gestaltet sich etwas schwierig, das Einbahnsystem nervt und eher zufällig finden wir dann die Abzweigung auf die Brücke und zum Tunnel, der uns an die andere Seite Kalabriens bringt. Kommen nun zum tyrrhenischen Meer, mit weniger Wind und mehr Tourismus.

Eingang zur Chiesetta di Piedigrotta Durchdesigntes Dreiradmopedtaxi in Pizzo Das merken wir das erste Mal in Pizzo Calabro, einem kleinen Ort an einem steil zum Meer hin abfallenden Bergrücken. An der Ortseinfahrt weist ein großes Schild auf den Eintrittskartenverkauf für die Chiesetta di Piedigrotta hin. Finden gleich einen Parkplatz, zahlen den Eintritt in einer Bar(!) und steigen eine steile Treppe hinunter zum Strand, denn dort befindet sich die in den Felsen gegrabene Kapelle. Nicht wirklich hübsch, aber beeindruckend, was gläubige Menschen mit einfachsten Mitteln bewerkstelligen konnten. Nach der kurzen Besichtigung steigen wir wieder hinauf zum Auto und fahren ins Zentrum. Dort werden Reisegruppen busweise die Hauptstraße entlang geführt und bestaunen so wie wir die diversen Kirchen auf dem Weg zur Piazza Repubblica und weiter zum aragonesischen Kastell. Gönnen uns hier als "Mittagessen" die lokale Spezialität: Tartufo di Pizzo - eine mit flüssiger Schokolade gefüllte Nuß- und Schokoeiskugel.

Die Fahrt führt uns dann weiter nach Tropea, denn dort in der Nähe soll unser Hotel sein. Finden nicht gleich hin, denn es ist etwas weiter weg vom Ort als gedacht. Dankenswerterweise hat ein Telefonmonteur Mitleid mit uns und betätigt sich auf den noch fehlenden 4 Kilometern als rasender Lotse. Die kleine Hotelanlage weitere Informationen erweist sich als sehr gepflegt und der Pool leuchtet verlockend. Gönnen uns wieder einen entspannten Nachmittag und durchstöbern dann unsere Unterlagen für eine Essensempfehlung. Erfahren dabei, daß das Restaurant unseres Hotels recht gut sein soll, also bleiben wir hier. Bekommen dann ein ganz passables Abendessen (Vorspeisen wie erhofft, Hauptgang wie vermutet) und setzen uns dann noch ein Weilchen auf den Balkon unseres Zimmers.



zurück zur Reiseroute


Mi 8.6. Fischerdörfer und Kastelle

Blick auf die eingerüstete Kirche Santa Maria del Isola Prächtiger Ornat im Diözesanmuseum von Tropea Nach einem fürchterlichen Kaffee zum Frühstück verlassen wir das Hotel und fahren zur Besichtigung nach Tropea zurück. Das lebhafte Städtchen ist ganz nett anzuschauen, die engen Gassen sind schattig und kühl und ein paar der sehenswerten Kirchen sind auch offen. Finden am Ende der Fußgängerzone das Café mit der Aussichtsterrasse auf die vorgelagerte Kirche Santa Maria del Isola. Die ist aber noch immer (wie lange noch weiß keiner) komplett eingerüstet und bei Gott keine Augenweide.
Statten dann noch dem Diözesanmuseum einen Besuch ab, die ausgestellten Werke sakraler Kunst (liturgische Gegenstände und Gewänder, Wandteppiche, Gemälde und Skulpturen) sind wirklich sehenswert.

Verlassen gegen zehn die Heimat der roten Zwiebeln und suchen den Weg zum Capo Vaticano, dem wir uns allerdings wegen Straßenbauarbeiten nicht ganz nähern können. Als Alternativprogramm geht die Fahrt wieder ins Hinterland, dort gibt es eine alte Höhlensiedlung in der Nähe des Dörfchens Zungri. Finden tatsächlich hin und steigen die steilen Treppen hinunter in das Tal, in dessen Sandsteinwände Wohnräume und Ställe gegraben wurden. Aber wirklich viel ist nicht mehr zu erkennen. Wieder oben am Plateau weist ein Schild auf das Bauernmuseum hin. Es ist zwar klein, aber nett arrangiert und es liegen auch Beschreibungen in deutscher Sprache auf. In den Sandstein gehauene Wohnräume im Örtchen Zungri Castello di Ruffo in Scilla

Die Weiterfahrt nach Scilla führt durch enge Dörfer und an steilen Felsen vorbei, bis wir kurz vor drei wieder an die Steilküste kommen. Das wehrhafte Castello di Ruffo auf einem Felsvorsprung direkt am Meer schauen wir uns auch von innen an. Von dort hat man auch einen wunderbaren Ausblick auf die Schwertfisch-Fangflotte mit den aberwitzig hohen Masten und extrem langen Bugvorbauten, die beide bemannt sind. Kurven dann hinauf in den engen Ort und genießen den Blick über die Trutzburg hinaus aufs Meer, aber sonst ist alles abweisend und geschlossen.

Die letzte Etappe für heute führt uns nach Catona, das ist bereits ein Vorort von Reggio di Calabria und hier in Strandnähe haben wir ein Hotel weitere Informationen mit Pool reserviert. Fragen nach dem Einchecken gleich, wo das Schwimmbecken ist, werden aber enttäuscht - er wird nach dem Winter gerade gereinigt und ist daher leer! Das Meer ist hier auch nicht so einladend, also setzen wir uns in die Lobby und nutzen das freie Internet.
Fürs Abendessen folgen wir einer Empfehlung und fahren hinein in die ehemalige Provinzhauptstadt. In der Nähe des Lungomare liegt eine Pizzeria weitere Informationen, in der wir den letzten freien Tisch bekommen. Die Pizzen sind für uns etwas gewöhnungsbedürftig, denn auf den wenigsten ist die für uns obligatorische Tomatenunterlage drauf. Trotzdem gut gegessen und als Dessert vertilgen wir beim Bummel über die Strandpromenade noch ein riesiges Tüteneis.



zurück zur Reiseroute


Do 9.6. Großstadt und Geisterdorf

Fragen an der Rezeption, ob das archäologische Museum in Reggio geöffnet ist, denn gestern Abend hatten wir den Eindruck, ein Baugerüst zu sehen. Die Antwort ist wie zu erwarten: das Gebäude wird generalsaniert und die Exponate sind eingelagert. Nur die "Bronzen von Riace" seien irgendwo anders ausgestellt. So vorgewarnt fahren wir wieder ins Zentrum der größten Stadt Süditaliens und fragen uns bei Verkehrspolizisten und Passanten durch.

Der Corso Garibaldi - die Flaniermeile von Reggio di Calabria Dom von Reggio di Calabria Kommen so schließlich zum Regierungspalast, in dem nun das Restaurierungsteam die griechischen Bronzen, die vor ca. 40 Jahren von Tauchern vor der Küste gefunden wurden, weiter untersucht und konserviert. Außer den beiden wunderschönen antiken Herren sind nur noch ein paar Steinmetzfragmente zu sehen, sodaß wir recht bald mit Besichtigen fertig sind und zum Lungomare fahren. Finden dort nur mühsam einen Parkplatz und einen Parkticketverkäufer, aber dann können wir endlich loslegen. Bummeln über den Lungomare mit Blick hinüber auf Sizilien, dann gehen wir hinauf in die Fußgängerzone. Schön, wieder mal gepflegte Häuser und junge Leute zu sehen! In den vielen Dörfern, durch die wir in den letzten Tagen kamen, gab es fast nur alte Leute und die Fassaden der Gebäude bröckelten ziemlich stark. Werfen noch einen Blick in diverse Kirchen und den Dom, dann spazieren wir wieder hinunter zum Auto und finden dabei zufällig auch noch die Reste einer römischen Therme. Verlassen zu Mittag die Universitätsstadt und folgen der südlichen Küste Kalabriens.

Nach ca. 45 Minuten Fahrt stellen wir das Auto auf dem Parkplatz unter dem verlassenen byzantinischen Dorf Pentedattilo ab. Spazieren bei heftigem Wind hinauf zu den halbverfallenen Häusern, in denen es jetzt wieder eine winzige Bar, zwei Souvenirläden und eine kleine Kirche gibt. Das malerische Städtchen Pentedattilo Abendlicher Torre spina in Siderno Nach dem kurzen Rundgang sperrt uns der Barmann die Kirche auf und zeigt uns neben ein paar erhaltenen alten Kunstwerken eine Ausstellung moderner Gemälde. Erstehen noch eine Flasche Bergamotte-Likör, dann verlassen wir das Dorf unter den fünf namengebenden Felsen (Pentedaktylos = griechisch für fünf Finger) und wandern wieder hinunter zum Auto. Fahren die Küstendörfer ab, denn wir suchen eine Bleibe für diese Nacht weitere Informationen. Werden in Siderno fündig und erkundigen uns gleich zu Beginn, ob der Pool verfügbar ist (ja) und ob die Liegen am hauseigenen Strand etwas kosten (nein). So informiert, ziehen wir uns gleich um und gehen zum Meer. Trotz Wind und Wellen, die während unseres Aufenthaltes immer höher werden, verbringen wir einen angenehmen Nachmittag, den auch dunkel aufziehende Wolken nicht verderben können. Da heute das Restaurant wegen einer Hochzeit belegt ist fahren wir in den nächsten Ort. Wir sind noch etwas zu früh dran und vertrödeln die Zeit bei einem Spaziergang durch den Ort Gioia Ionia. Erstaunt stellen wir fest, daß die Strände künstlich mit Sand aufgeschüttet werden und die Aufbauten für die sommerliche Infrastruktur erst im Entstehen sind.

Wir haben momentan aber sowieso keinen entsprechenden Bedarf und lassen uns stattdessen im Restaurant Gambero rosso weitere Informationen ausgezeichnet bekochen. Höchst zufrieden kehren wir ins Hotel zurück, wo wir sogar noch einen Parkplatz zwischen den vielen Hochzeitsgästen finden.



zurück zur Reiseroute


Fr 10.6. Byzantinische und großgriechische Geschichte

Kastell von Gerace Prachtvoller Nebenaltar in einer der Apsiden des Doms von Gerace Bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir Siderno und fahren etwas zurück bis Locri. Dort zweigen wir wieder einmal ab in die Berge, das Ziel ist Gerace, eine der reichsten Städte aus der Zeit der Normannen. Über Serpentinen geht es hinauf in die mittelalterlich-byzantinische Stadt und ganz oben beim Castello finden wir einen schattigen Parkplatz. Beginnen gegen zehn die Besichtigung, die uns zuerst zur eingerüsteten Kathedrale führt. Sind etwas enttäuscht, die beiden byzantinischen Apsiden sind nicht sichtbar und die Tore sind zu. Aber in der Krypta ist das Dommuseum und hier gibt es neben allerlei schönem Silber auch einen Aufgang in das Kirchenschiff. Ist angeblich der größte Sakralbau Süditaliens und das schlichte romanische Innere wird geprägt von "gestückelten" Säulen antiken Ursprungs, die die Holzdecke tragen.

Anschließend spazieren wir weiter über die kopfsteingepflasterten Straßen und kommen dabei zur Kirche San Francesco mit einem wunderschönen mit Marmorintarsien geschmückten Hochaltar. Das nächste Ziel ist ein Platz mit hübschen Palazzi und von dort geht es zu einem Aussichtspunkt mit wunderbarem Blick über die Landschaft bis weit über das Meer. Auf dem Rückweg hinauf zum Auto finden wir nun auch die Türe der zuckerbäckerverschnörkelten Barockkirche San Giovannello geöffnet. Kirche San Giovannello in Gerace

Verlassen zu Mittag das hübsche Städtchen Gerace und kurven wieder hinunter an die Küste. Etwas südlich von Locri befinden sich die archäologischen Ausgrabungen von Locri Epizefiri mit zugehörigem Museum, dem wir unsere Aufwartung machen wollen. Viel ist vom Glanz der griechischen Kolonie Magna Graecia allerdings nicht mehr vorhanden: ein paar Fundamente, sowie die üblichen Krüge und Amphoren sind zu sehen. Allzu lange beschäftigt uns das allerdings nicht.
Angesichts des schönen Wetters machen wir für heute Schluß mit den Besichtigungen und steuern das gar nicht so weit entfernte Roccella Jonica mit dem Hotel Kennedy weitere Informationen an. Hier laden ein Pool und direkter Strandzugang zu einem entspannten Nachmittag ein.
Das Abendessen nehmen wir heute in dem nahe gelegenen, urigen Lokal "Ranch" weitere Informationen mit offenem Grill ein. Die Empfehlungen des dortigen Kellners sind allesamt ausgezeichnet.



zurück zur Reiseroute


Sa 11.6. Noch mehr alte Steine

Turm beim Kastell von Roccella Jonica Byzantinisches Kirchlein Cattolica di Stilo Heute ist unser letzter Besichtigungstag, den wir beim Kastell von Roccella Jonica beginnen. Ist aber ein kurzes Vergnügen, Bauzaun und Kran zeugen von dringend nötigen Renovierungsarbeiten.
Mehr Glück haben wir in Stilo. Hier oben in den Bergen, in sicherer Entfernung zum Meer, befindet sich ein byzantinisches Kleinod, die kleine Kirche Cattolica di Stilo aus dem 10. Jahrhundert. Sie liegt über dem Ortskern und ist mit ihren Wandmalereien Anziehungspunkt für viele Reisegruppen. Innen wacht ein orthodoxer Priester über das Fotografierverbot, aber immerhin von einem Plätzchen noch weiter oben hat man einen schönen Blick auf die fünf Kuppeln. Der restliche Ort bietet neben einem weiträumig abgesperrten Kastell und einer eher schlichten Kirche nicht mehr viel, daher fahren wir bald weiter.

Die nächsten Orte entlang der Küstenstraße sind nicht weiter erwähnenswert, erst bei Lido di Squillace gibt es wieder etwas zu sehen. Der archäologische Park Scolacium liegt zwar direkt an der Schnellstraße, ist aber trotzdem fast nicht zu sehen. Dabei überrascht die Anlage mit den Resten einer byzantinischen Basilika und einem Amphitheater. Leider ist das Museum über Mittag zu. Spazieren durch den Olivenhain, in dem die Anlage liegt und halten auf einer schattigen Bank ein kleines Picknick. Im archäologische Park Scolacium bei Squillace

Kurz nach halb zwei verlassen wir unseren letzten Besichtigungsort und brausen über die Schnellstraße nach Lamezia und weiter bis Falerna. Dort haben wir das letzte Hotel weitere Informationen für diesen Urlaub gebucht und um halb vier liegen wir entspannt am Pool. Fischerboot am Strand von Falerna Das Meer ist zwar durch eine Unterführung erreichbar, aber hohe Wellen und heftiger Wind vertreiben uns schnell wieder. Tummeln uns lieber im Pool und gehen gegen sechs aufs Zimmer. Während wir unsere Koffer für den Heimflug herrichten beginnt es zu regnen, aber bis zum Abendessen ist der Spuk vorbei.

Nicht weit vom Hotel finden wir eine einfache Pizzeria weitere Informationen, wo wir freundlichst bedient werden. Wir essen sehr gut und günstig, lassen uns den einfachem Hauswein schmecken und genießen, daß um uns herum nur Einheimische speisen. Zufrieden gehen wir zum Hotel zurück und fallen todmüde in die Betten.



zurück zur Reiseroute


So 12.6. Heimreise

Müssen zeitig aus den Federn und fahren ohne Frühstück schon vor sieben Uhr ab zum Flughafen. Checken 15 Minuten später ein, bekommen aber trotzdem nur mehr ganz hinten Mittelsitze im Airbus. Geben jetzt, nach 2.285 km, das Auto zurück und frühstücken in der Flughafenbar, bevor wir sehr zeitig zum Gate bestellt werden und überpünktlich das Flugzeug besteigen.
Heben um neun ab und fliegen ruhig nach Zürich. Landen um 10:50 Uhr, die Koffer kommen unbeschadet und der Hilton-Bus bringt uns zu unserem Auto auf dem Hotelparkplatz.
Die Heimfahrt verläuft problemlos und wir haben nachmittags noch ein wenig Zeit die Reise vor unserem geistigen Auge Revue passieren zu lassen, bevor am nächsten Tag das Arbeitsleben wieder beginnt.



zurück zur Reiseroute

Reisebericht als PDF-Dokument Zur leichteren Lesbarkeit gibt es hier den Reisebericht Süditalien in der reinen Textversion als Pdf-Dokument (174 kB) zum Herunterladen.



zurück zur Türkeireise 2009

  zur Reiseübersicht  

weiter zur Schottlandreise 2011

zurück zur
Türkeireise 2009

 

zur
Reiseübersicht

 

weiter zur
Schottlandreise 2011



Home    -->    Reiseübersicht   -->    Süditalien                       Linkliste