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Tunesien 24.09. - 19.10.2004

Eine der vielen verlockenden Türen Tunesiens Eine Reise in den Orient

Nach längerem Hin und Her entschieden wir uns in diesem Jahr für eine Reise nach Tunesien. Während der Vorbereitungszeit tauchte gelegentlich die Frage nach der Sicherheit in einem islamischen Land auf, aber das kleinste Land Nordafrikas bietet zu viele unterschiedliche Eindrücke, um sich von einem Besuch dorthin abhalten zu lassen.
Bei der Routenplanung zuhause war uns der Reiseführer "Tunesien" von Sabine Becht aus dem Verlag Michael Müller eine große Hilfe, vor Ort wurde uns der Führer "Tunesien" von Ursula und Wolfgang Eckert aus dem Reise Know-How-Verlag unentbehrlich.

Für den Flug und das erste und letzte Hotel griffen wir diesmal auf den Ferienanbieter TUI zurück, außerdem fixierten wir über HRS unsere Unterkunft in Tunis. Den Besuch Zentraltunesiens absolvierten wir mit einem vorab reservierten Hertz-Mietwagen, aber wie auch auf unseren früheren Reisen wollten wir uns sonst auf unser Glück verlassen und erst vor Ort Quartier, Verpflegung und Fortbewegungsmittel organisieren.

Informationen, die wir vor und während der Reise gesammelt haben sowie ganz persönliche Empfehlungen haben wir in der Info-Sammlung Tunesien zusammengetragen und sortiert.

Es folgen nun unsere ganz persönlichen Eindrücke und Erlebnisse auf der Reise durch das Land von Tausend und einer Nacht:

(Alle Bilder können durch Anklicken vergrößert werden, bzw. es verbirgt sich mehr dahinter)

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Unsere Reiseroute:

Unsere Reiseroute


Monastir - Sousse - Tunis - (Cap Bon) - (Karthago - Sidi Bou Said) - Tunis - (Bulla Regia) - El Kef - (Dougga und Mustis) - (Maktar - Sbeitla) - Tozeur - (Bergoasen) - (Lezard Rouge) - Douz - Gabès - (Tataouine - Chenini) - (Matmata) - Sfax - (El Djem) - Kairouane - Skanès - (Sousse) - (Monastir) - (Mahdia)

Fr 24.9. Flug nach Tunesien

Blick über Souvenirstände zum Ribat Es wird Zeit, daß wir abreisen - es regnet in Strömen!! Und wir stiefeln tapfer in aller Herrgottsfrüh zu Fuß zum Bahnhof und fahren mit diversen Zügen nach Stuttgart. Dort besteigen wir gegen 13:00 Uhr eine knallvolle Boeing 737 und heben endlich ab in den Sommerurlaub!

Nach zwei Stunden Flug landen wir im sonnigen Monastir. Wir erkundigen uns, was ein Taxi zum Hotel in Sousse kosten darf und mit dieser Information ausgestattet stürzen wir uns ins Abenteuer "Handeln und Feilschen". Für 12,- Dinar (ca. 8,- €) werden wir dann schließlich zum Hotel Marabout gebracht.
Nach einer kurzen Regenerationspause spazieren wir in die Innenstadt von Sousse zum Bahnhof, erstehen dort zwei Fahrkarten für den Zug morgen Mittag nach Tunis und lassen uns dann durch die Medina treiben, durch enge Gäßchen und vom Duft des Orients erfüllte Passagen. Die Sonne steht schon recht tief, als wir uns auf den Spaziergang zurück zum Hotel machen.

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Sa 25.9. Von Sousse nach Tunis

Blick vom Ribat-Turm über die Große Moschee Nutzen die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges zur ausführlicheren Stadtbesichtigung. Besuchen erst den Innenhof der großen Moschee, dann besteigen wir bei leichtem Regen den Turm des "Ribat" genannten Wehrklosters aus dem 8. Jhdt. Der Blick von dort oben auf die Medina und über die große Moschee zum Meer ist den Aufstieg über die enge Treppe wert.
Bummeln anschließend durch die benachbarte Medina und nach einer Stärkung in einem kleinen Cafe suchen wir noch das Kasbah-Museum, aber bis wir es im Gassengewirr finden, wird die Zeit bis zur Abfahrt nach Tunis zu knapp für eine Besichtigung.

Kasbah-Moschee im Abendlicht Die zweistündige Fahrt im berstend vollen Zug führt durch Gemüsefelder, Olivenhaine und Weingärten ins politische und wirtschaftliche Zentrum Tunesiens. Im Tourismusbüro am Bahnhof von Tunis bekommen wir einen Stadtplan und dann lassen wir uns von einem Taxi zum vorab gebuchten Hotel "El Mechtel" bringen.
Beschließen gleich erste Erkundungen zu machen und bummeln Richtung Altstadt. Lassen uns durch die Souks treiben und landen bei Einbruch der Dämmerung auf der Place de la Kasbah. Mit einigen Mühen ergattern wir ein Taxi zurück zum Hotel, wo wir an der Rezeption für morgen ein Auto mit Fahrer für eine Rundfahrt um das Cap Bon reservieren.
Die Suche nach einem Abendessen in der Umgebung ist vergebliche Liebesmüh, sodaß wir letztendlich im Hotel bleiben. Sind aber nicht gerade glücklich mit dem italienischen Restaurant, in dem wir die einzigen Gäste sind.

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So 26.9. Cap Bon - Punier und Römer im Garten Tunesiens

In den Steinbrüchen bei El Haouria Das Taxi touristique bringt uns in südlicher Richtung aus dem Großraum Tunis. Die Fahrt geht bald über schmale Sträßchen, durch kleine Orte, vorbei an Olivenhainen, Gemüsefeldern und Weingärten, bis wir den Hügel hinunterfahren nach Korbous. In diesem Heilbad am Golf von Tunis befinden sich einige heiße Schwefelquellen, von denen sich eine direkt am felsigen Strand dampfend und stinkend ins Meer ergießt.
Unser nächstes Ziel ist El Haouria, bekannt für die Jagdfalken und die punisch-römischen Steinbrüche an der Steilküste. Hier wurde von Sklaven unterirdisch Sandstein abgebaut und ein paar der so entstandenen Höhlen sind zugänglich.
Nur einen Katzensprung entfernt erwarten den interessierten Reisenden mit Kerkouane die Überreste der einzigen unverfälscht erhaltenen punischen Siedlung. Der archäologische Park liegt recht hübsch, aber ohne sich vorher einzulesen sagen einem die Mauerreste nicht viel.
Ohne lange Erklärungen kann man dafür das nur 10 km entfernte Kelibia genießen. Die Festung auf dem Hügel beherrscht die ganze Umgebung und bietet von der zinnenbewehrten Mauer einen Blick bis nach Sizilien!
Souvenirs in Nabeul Für die Rückfahrt nach Tunis wählen wir den etwas längeren Weg über Nabeul. Auch wenn heute nicht Markttag ist, der Bummel durch den "Touristen-Souk" mit den Keramikarbeiten und orientalischen Souvenirs ist den Abstecher allemal wert.
Bei Einbruch der Dämmerung treten wir endgültig die Rückfahrt an und nach 1 1/2 Stunden Autofahrt sind wir zu müde, um das Hotel noch fürs Abendessen zu verlassen - außerdem ist das Abendbuffet gar nicht mal so übel.

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Mo 27.9. Karthago und Sidi Bou Said

Blick auf die Antonius-Pius-Thermen Tuckern mit Straßenbahn und TGM (Vorortebahn) bis nach Carthage-Salambo. Die erste Besichtigung absolvieren wir beim Tophet, einem punischen Heiligtum, das aber ziemlich wenig hergibt. Versprechen uns von den punischen Häfen etwas mehr, aber auch dort sind unsere Erwartungen zu hoch. Erst mit Hilfe der Schautafeln und Skizzen im winzigen Museum bekommen wir eine vage Vorstellung von der Seemacht der Punier.
Anschließend erklimmen wir den legendären Byrsa-Hügel und verbringen ein Stündchen mit der Besichtigung der ehemaligen Kathedrale St. Louise , dem archäologischen Nationalmuseum und den weitläufigen Ausgrabungen des punischen Viertels mit Blick über die Stadt Tunis.
Dann wandern wir wieder hinunter ans Meer und schauen noch im archäologischen Park mit den Antonius-Pius-Thermen sowie frühchristlichen Bauten vorbei. Die Zeit hat an den prachtvollen Bauwerken stark genagt, aber die Lage am brandenden Meer ist beeindruckend. (Das hat sich wohl auch der tunesische Staatsgründer Habib Bourguiba gedacht, der sich direkt daneben einen Präsidentenpalast hinbauen hat lassen.) Bald stehen wir wieder an der Bahnstation, jetzt mit Ziel Sidi Bou Said.
Gewitterstimmung beim Blick vom 'Cafe de Nattes' über Sidi Bou Said Richtung Tunis
Spazieren hügelan, vorbei an weiß getünchten Häusern mit blauen Balkonen, Türen und Fenstergittern. Beim Pflichtbesuch im "Cafe de Nattes" sehen wir verblüfft über Tunis ein Gewitter niedergehen. Können auch das montags eigentlich geschlossenen "Dar El-Annabi" besuchen, ein privates Museum in einer Residenz in maurisch-andalusischem Stil, mit altem Inventar und nachgestellten traditionellen Szenen.
Zug und Straßenbahn bringen uns zurück ins Hotel, und heute verlassen wir es fürs Abendessen. Werfen uns in Schale und fahren an den Rand der Medina zum Luxusrestaurant "Dar El Jeld", laut allen Führern das beste Restaurant Tunesiens. Das Ambiente in diesem alten Palast ist wirklich märchenhaft, Antiquitäten überall in dem überdachten Patio mit Galerie, auf der wir traditionelle Gerichte serviert bekommen. Aber schon hier machen wir die Erfahrung, daß die Vorspeisen das beste sind, was die tunesische Küche zu bieten hat - Haupt- und Nachspeisen reißen uns nicht gerade vom Hocker.
Vollgefüllt, aber nicht gänzlich überzeugt fahren wir mit dem Taxi heimwärts.

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Di 28.9. Tunis und das Bardo-Museum

Neptun-Mosaik im Bardomuseum Der heutige Vormittag gehört dem Zentrum von Tunis. Nach einem Besuch in der Kathedrale betreten wir an der Port de France die Medina und lassen uns gleich von einem jungen Tunesier zu einer Aussichtsplattform mit Blick über die Altstadt und auf die El-Zitouna-Moschee abschleppen. Beim anschließenden zwangsläufigen Besuch seines Parfümladens kommen wir dann mit einem kleinen Trinkgeld anstelle von Parfümfläschchen noch günstig davon. Erkunden dann im Alleingang die große Moschee, die Medersa Slimane und, nach einem Bummel durch Handwerksgassen, das "Dar el Otmar", das Volkskundemuseum im "Dar Ben Abdullah" und das Mausoleum "Tourbet El Bay". So bekommen wir einen recht guten Eindruck der geistigen und kulturellen Wurzeln der Stadt.
Den Nachmittag haben wir für den ersten Höhepunkt dieser Reise reserviert: das Bardo-Museum, eines der wichtigsten Museen Nordafrikas. Arbeiten uns mühsam durch Busladungen von Touristen, um die prächtigen römischen Mosaike und Skulpturen, aber auch punische Ausgrabungsstücke und islamische Kunst bewundern zu können. Aber die Mühsal lohnt, die Exponate sind ein Traum!! Andererseits auch kein Wunder, denn die schönsten Stücke aus ganz Tunesien hat man hier zusammengetragen....
Den Abschluß unseres Aufenthalts in Tunis bildet ein unterhaltsames Abendessen im Restaurant "Al Manzar"- drei Gabeln, alle Tische besetzt und eine Luft zum Schneiden, aber ausgezeichnete Küche.

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Mi 29.9. Autofahrt ins Hinterland - auf den Spuren der Römer bis El Kef

Unterirdisches Atrium einer Patrizierfamilie Heute beginnt das Abenteuer Selbstfahren für uns. In unserem Hertz-Mietauto gibt's weder Straßenkarte noch Stadtplan von Tunis und die Straßenschilder verweisen entweder auf Vororte oder sind arabisch und so brauchen wir die Hilfe von nicht weniger als 5 unterschiedlich freundlichen Polizisten, um aus der Hauptstadt hinauszukommen und den richtigen Weg westwärts zu finden.
Aber einmal im Hinterland, geht's zügig voran durch Getreidefelder und Olivenhaine. Die verschiedenen Straßenbenutzer (Ziegenherden, Eselkarren, schrottreife LKW und überladene Kleinbusse) stellen kein großes Problem dar, nur vor den häufigen Radarkontrollen müssen wir uns in acht nehmen.
Erreichen zu einer vernünftigen Zeit die Ausgrabungen in Bulla Regia und können - da ganz alleine auf dem riesigen Gelände - die Dienste des Führers Mohammed in Anspruch nehmen. Dieser führt uns mit einem Gemisch aus deutsch, englisch, französisch und deuten durch die großteils unterirdisch angelegten Wohnhäuser und Villen und zeigt uns versteckte Kostbarkeiten und schöne Mosaike, die noch nicht den Weg ins Bardo-Museum gefunden haben.
Nach dieser geballten Ladung Antike fahren wir nach El Kef, um dort für 2 Nächte im einfachen, aber netten Hotel "Les Pines" Quartier zu beziehen. Erkunden noch etwas den kleinen Ort am Fuße einer Festung und vertilgen ein köstliches Abendessen im Restaurant Venus inmitten tunesischer Männergruppen.

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Do 30.9. Dougga - Römer, Römer, nichts als Römer

Das Kapitol Nach einer Stunde Autofahrt erreichen wir das 1997 von der UNESCO zum Welt-Kulturerbe ernannte "Dougga". Betreten die weitläufige römische Siedlung durch den westlichen Nebeneingang und erkunden zuerst die unbedeutenderen Nebengebäude (Mausoleen, Wohnhäuser). Schließlich dringen wir dann doch zu den großen Sehenswürdigkeiten vor: Kapitol, Juno-Caelestis-Tempel und Theater. Brauchen fast drei Stunden, um diese riesige Römeranlage zu bewältigen, aber auf dem Rückweg scheuen wir trotzdem nicht davor zurück, auch die kleine römische Siedlung Mustis mit antiken Ölmühlen und Zisternen zu besuchen: im Vergleich zu Dougga eine sehr übersichtliche Angelegenheit.
In El Kef erklimmen wir noch den Kasbah-Hügel mit hübschem Blick in die umgebende Landschaft und nach einem Abstecher zur "Kathedrale" spazieren wir zu einem PubliNet, einem Internetcafé, um uns mit aktuellen Infos zu versehen.
Nach Sonnenuntergang gehen wir noch einmal ins Restaurant von gestern, wo wir freundlichst begrüßt und bestens bedient werden. Beschwingt kehren wir ins Hotel zurück.

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Fr 1.10. Der lange Weg in die Wüste - über Sbeitla bis Tozeur

Stehen gebliebene Römerbögen Unsere erste Besichtigung heute absolvieren wir nach ca. 80 km Autofahrt in Makthar. Sind pünktlich zum Aufsperren dort und haben die ganze Römersiedlung für uns alleine. Allerdings ist wieder viel Phantasie erforderlich - wohl deshalb brauchen wir eine Stunde, bis wir die Weiterfahrt antreten.
Kommen zu Mittag in Sbeitla an und überbrücken die ärgste Hitze mit einem Mittagessen in einem 2-Gabel Restaurant mit Blick auf die Ruinenstätte. Das Museum hat mittags geschlossen, aber das Ausgrabungsgelände ist zugänglich und bietet schöne Tempelreste, Mosaike und Bögen. Sehen auf dem ganzen großen Grundstück nur eine kleine Touristengruppe, sonst sind wir auch hier alleine. Anschließend sehen wir uns noch die Exponate im nun geöffneten Museum an - nichts Überwältigendes, aber kühl.
Legen die 30 km zum geplanten Etappenziel zurück und versuchen, das in den Führern erwähnte Hotel Cillium zu finden - hat angeblich 3 Sterne, aber nach der Zimmerbesichtigung ergreifen wir die Flucht (schmuddelige Handtücher und Teppiche, nur kaltes Wasser, das sich noch dazu nicht mehr abstellen läßt, unfreundliches Personal...). Fahren notgedrungen noch 100 km bis Gafsa, dort sollte ein Fünfsternhotel dem müden Reisenden Unterschlupf gewähren - allein, wir werden auch dort enttäuscht, denn die Luxusherberge ist noch immer eine Baustelle.
Langsam wird es Abend, und wir haben noch kein Dach über dem Kopf. Grummelnd starten wir noch einmal durch und bringen noch weitere 100 km hinter uns. Einzig der traumhaft schöne Sonnenuntergang hebt unsere Stimmung ein wenig, aber wir sind froh, uns an eine sehr zügig fahrende Louage anhängen zu können (die Fahrer kennen die Strecke, inklusive der Radarstandorte und die Rücklichter erleichtern die Orientierung).
Wir erreichen gegen 20:30 Uhr ziemlich geschafft Tozeur und gönnen uns eine etwas noblere Herberge: das Viersternhotel Ksar Rouge. Erhalten ein nettes Zimmer am Innenhof und fallen nach einem Entspannungsbier an der Bar todmüde ins Bett. Haben heute doch über 420 km auf Landstraßen zurückgelegt!

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Sa 2.10. Ab jetzt wird's gemütlicher - die Bergoasen

Tiefer Canon bei Mides Nachdem wir einen Tag früher als geplant in Tozeur eingetroffen sind, krempeln wir unser Programm etwas um. Verlängern den Mietwagen um einen Tag, buchen eine Jeeptour in die Wüste für Montag und fahren dann nach Metlaoui. Dort reservieren wir Plätze für den Touristenzug "Lezard Rouge" morgen und machen dann die "Pflichttour" durch die Bergoasen:
Zuerst geht es durch staubige Abraumhalden der Phosphat-Bergwerke, dann wird die Landschaft felsiger und bald erreichen wir Midés. Schlendern durch den verfallenen Ort ganz nahe an der algerischen Grenze und schauen in den tiefen Canyon, der auch als Filmkulisse für den Film "Der englische Patient" diente.
Bald fahren wir weiter nach Tamerza, der nächsten Oase, und im Hotel Tamerza Palace genießen wir von der Terrasse einen traumhaften Blick über Palmen und auf das darunterliegende Örtchen. Auf der kurvigen Weiterfahrt machen wir noch Abstecher zu zwei Wasserfällen und dann sehen wir unter uns die weite Ebene des Chott el Djerid.
Auf dem weiten Weg durch diesen trockenen Salzsee machen wir immer wieder Halt, um trotz der flirrenden Hitze möglichst viele Eindrücke auf Diafilm und Speicherchip zu bannen.
Den Rest des Nachmittags verbringen wir entspannt am Hotel-Pool und machen abends noch einen Abstecher in die Stadt um einmal ein Kamelsteak zu verkosten (gar nicht mal so übel).

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So 3.10. Touristen-Pflichtprogramm - Zugfahrt durch die Selja-Schlucht

Durch die Schluchten mit dem Luxuszug Als brave Touristen in dieser Gegend haben wir uns für heute die Fahrt mit dem Salonwagen "Lezard Rouge" vorgenommen. Zwar ist der Zug bei unsere Ankunft schon recht voll, aber wir ergattern noch Sitzplätze auf der linken Seite. Auf der rumpeligen Fahrt durch die Selja-Schlucht bietet sich auf dieser Seite nämlich ein besserer Blick in die zerklüftete Landschaft. Zweimal bleibt der Zug auch zum Fotografieren stehen und nach einer guten Stunde erreichen wir das Bergbaustädtchen Selja. Die Nonstop-Rückfahrt führt wieder durch enge Tunnel und an steilen Felswänden vorbei, sehr malerisch.
Anschließend fahren wir mit unserem braven Fiat zurück nach Tozeur und weiter nach Nefta. Kurven ein Weilchen durch den ausgestorbenen Ort, werfen einen Blick in die palmenbestandene Senke (Corbeille) und fahren durch den Palmenhain, der allerdings auch schon bessere Zeiten gesehen hat.
Den Tag lassen wir wieder am Pool ausklingen und wählen heute das recht einfache Restaurant "La Soleil" für das Abendessen. Ist okay, aber auch keine Offenbarung.

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Mo 4.10. Wüstenfahrt mit Pannen

Einer der Drehplätze zu 'Krieg der Sterne' Heute geben wir endgültig unser Auto zurück - schade, an diese Annehmlichkeit könnte man sich gewöhnen. Von jetzt an gibt's nur Taxi und andere öffentliche Transportmittel, aber es klappt ganz gut.
Den Vormittag verbringen wir am Pool, aber pünktlich um 15:00 Uhr werden wir wie vereinbart zur Wüstentour abgeholt. Ein Fahrer mit gelbem Kopftuch und Geländewagen braust mit uns munter über Wellblech-Pisten, auf Dünen hinauf und in Löcher hinunter. Kraxeln auf eine "Kamel" genannte Gesteinsformation mit Blick über die flimmernde Wüste, dann rauschen wir weiter zu Drehplätzen für "Krieg der Sterne". Aber bei der Fahrt auf eine hohe Düne bleiben wir kurz vor dem Kamm im Sand hängen. Versuchen 10 Minuten lang, die Mühle wieder flott zu bekommen, aber erst mit Hilfe eines größeren Jeep-Konvois können wir die Fahrt fortsetzen. Da der Allradantrieb kaputt zu sein scheint, muß der Fahrer die Route ändern und wir fahren ganz zahm nach Nefta und über die asphaltierte Straße zurück nach Tozeur. Für den "gebuchten" Sonnenuntergang in der Wüste wagen wir uns noch einmal über festgefahrene Piste ins Gelände, aber dichter Dunst bringt uns um das Vergnügen eines kitschigen Abendrots.
Lassen uns im Zentrum bei einem Restaurant absetzen, das aber nicht lizenziert ist und können so weder Sand noch Frust mit einem Bier wegspülen, was wir aber dann in unserem Hotel nachholen.

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Di 5.10. Faulenzen unter Palmen

Abendliche Folklorevorführung Heute haben wir nichts vor, liegen nur mit unseren Büchern im Schatten der Dattelpalmen am Pool und genießen das Nichtstun - herrlich!!
Erst fürs Abendessen verlassen wir die Hotelanlage und spazieren durch den abendlichen Ort. Bei unserer Rückkehr spielt eine Folkloregruppe für einen Touristentrupp auf, die Trommeln klingen noch lange im Innenhof ...

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Mi 6.10. Mit dem Bus nach Douz

Ausgetrockneter Salzsee Genießen am Vormittag noch einmal die Annehmlichkeiten des Hotels und bestellen uns erst zu mittag ein Taxi, das uns zum Busbahnhof bringt. Besteigen einen klapprigen Überlandbus und ergattern auf der Schattenseite eine Sitzbank. Fahren nicht über die Hauptstraße, aber trotz häufiger Stops in kleinen Orten, an Kreuzungen und im Nirgendwo erreichen wir schon nach 2 1/2 Stunden Douz.
Ein Taxi bringt uns zum etwas auswärts im Palmenhain gelegenen Hotel Saharien. Dort organisieren wir dann gleich für morgen Abend einen Kamelritt zum Sonnenuntergang in die Wüste - wir geben nicht auf!
Da das Hotel etwas abgelegen ist, verbringen wir den restlichen Nachmittag mit Billard und Lesen, und ausnahmsweise essen wir am hoteleigenen Buffet zu Abend.

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Do 7.10. Viehmarkt in Douz - ein Erlebnis!

Viehmarkt in Douz - ein Erlebnis Ergattern ein Taxi das uns ins Ortszentrum bringt. Folgen den Menschenmassen und stehen bald im Getümmel auf dem Marktplatz. Nur ganz wenige Touristen sind an den Ständen zu sehen, das Angebot richtet sich an die Bevölkerung. Da gibt es alles, was man so braucht, von Obst und Gemüse über Gewürze, Krimskrams, Textilien, Kaffee und Matratzen bis Trockenfisch und Radios.
Etwas abseits befindet sich das Gelände für den Viehmarkt, und dort ist wirklich was los!! Die Geräuschkulisse ist überwältigend, es blökt und meckert, schreit und gackert, wiehert und brüllt. Hier wechseln Dromedare und Pferde ebenso den Besitzer wie Ziegen, Schafe, Esel und Hühner. Aber schon so gegen 11 Uhr lichten sich die Reihen, die Bauern machen sich auf den Heimweg und nur staunende Touristen bleiben übrig.
Am Marktplatz ist noch mehr los, und wir schauen bei einem Glas The a la menthe dem Feilschen und Handeln zu - witzig und auch ohne Sprache zu verstehen.
Zu Mittag spazieren wir zum Sahara-Museum mit Exponaten aus dem Leben der Nomaden und ein junger Führer weiht uns in die Geheimnisse der verschiedenen Stämme ein.
Kamelritt in die Wüste Dösen dann ein wenig im Zimmer und pünktlich um 16:00 Uhr werden wir zum Kamelritt abgeholt. Quer über die Straße warten 2 Dromedare auf uns und ein junger "Beduine" führt uns hinein in die Wüste. Schaukeln über kleine Dünen und nach über einer Stunde befinden wir uns mutterseelenallein im Sandmeer. Diesmal hat die Sonne ein Einsehen und geht ganz hübsch unter. Auf dem Rückweg protestiert unser Körper dann schon etwas gegen die ungewohnte Bewegung, mal schauen, wie wir morgen daherkommen ;-)

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Fr 8.10. Von der Wüste ans Meer - die Hafenstadt Gabes

Im Palmenhain Verabschieden uns mit gewissen Bewegungsproblemen vom Hotel und fahren mit einem Taxi zum Louage-Platz. Können dort nahtlos in einen Minibus nach Gabes umsteigen und brausen zügig durch karge Landschaft ostwärts. In Gabes angekommen verfrachten wir die Rucksäcke ins nächste Taxi und lassen uns ans andere Ende der Stadt zum Hotel Oasis bringen.
Die touristischen Möglichkeiten der Stadt sind bald abgehakt, aber auf dem Weg zum Souk schaffen wir es, für morgen einen recht günstigen Mietwagen zu reservieren, dann spazieren wir durch die kleine Medina und lassen uns danach von einer Kutsche durch den Palmenhain mit Granatapfelbäumen und Kräutergärten schaukeln und zur Oase Chenini bringen.
Wieder zurück im Hotel genießen wir noch kurz einen Sprung in den einsam da liegenden Pool.

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Sa 9.10. Tataouine - Speicherburgen am Rande der Wüste

Ksar Ouled Soltane Nehmen nach dem Frühstück einen silbernen Polo in Empfang und verlassen Gabes in südlicher Richtung. Vorbei an Unmengen von Ständen mit Korbwaren, Keramik und Granatäpfeln führt der Weg nach Medenine und weiter bis Tataouine (nur gestoppt von einer Militärkontrolle, wie sie am Rande des Sperrgebietes häufig vorkommen). Bummeln durch die Gewürz- und Souvenirstände im Zentrum, dann brechen wir zu einer Rundfahrt durch die Ksour südlich der Stadt auf. Dabei sehen wir in der kargen Landschaft immer wieder verfallene Speicherburgen auf Hügeln, aber in Ksar Ouled Soltane können wir eine reaktivierte 4-stöckige Anlage ungestört bewundern, altbewährt und zweckmäßig, trotzdem irgendwie utopisch und filmreif.
Nach einer kleinen Stärkung in einem Arkadencafe in Tataouine wenden wir uns nach Westen und fahren in das Dorf Chenini, das auf und in einen Berg gebaut wurde. Es ist zwar mittlerweile fast unbewohnt und verfallen, aber manche Wohnungen sind mit Führer noch zugänglich und wir können auch eine anschauen. Kraxeln in den alten Speichern herum und haben immer wieder einen hübschen Blick in das Tal und auf die kleine Moschee mitten im Ort.
Heimwärts rumpeln wir auf kleinen Sträßchen und über Pisten, bis wir bei Medenine wieder die Hauptstraße erreichen und weiter nach Gabes rauschen. Haben heute 360 km zurückgelegt und belohnen uns dafür mit einem feinen Abendessen im Restaurant "L'Oasis".

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So 10.10. Matmata - Filmkulissen in karger Landschaft

Kraterübersäte Landschaft mit Höhlenhäusern Sind heute wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Die erste Louage bringt uns, 6 Tunesier und 4 lebende Hühner nach Matmata Nouvelle, dort können wir gleich umsteigen nach Matmata. Vom faden Flachland geht's hinauf ins nicht minder öde Gebirge und am Ziel unseres Ausfluges stehen wir etwas planlos in der Hitze.
Nach einem ersten (und vergeblichen) Versuch, alleine etwas Sehenswertes zu finden, besteigen wir eine Droschke und lassen uns zu einem der Trichterhöhlen-Häuser fahren. Gegen ein Trinkgeld können wir schauen und fotografieren und dann auch von oben den Innenhof beäugen. Unser "Führer", der noch schlechter französisch spricht als wir, bringt uns dann auch noch zu einem anderen Höhlenhaus, das sogar noch irgendwie bewohnt wirkt. Anschließend schauen wir wieder einmal "Krieg der Sterne"-Kulissen an, diesmal in Form der Bar des Höhlenhotels Sidi Driss, in der wir eine Verschnauf- und Antidurstpause einlegen.
So gestärkt und mit dem Wissen, wonach wir Ausschau halten müssen, stiefeln wir noch ein bißchen auf eigene Faust durch die von Kratern übersäte Gegend.
Zwei Louagen bringen uns wieder in die moderne Zivilisation und am Pool lassen wir diesen eher trockenen Tag gemütlich ausklingen.

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Mo 11.10. Sfax - Metropole abseits der Touristenströme

Fischmarkt in Sfax Geben heute den tunesischen Staatsbahnen die Ehre und fahren mit dem Zug in 2 Stunden nach Sfax. Tragen die Rucksäcke die paar Meter zum Viersternhotel Abou Nawas und bekommen ein Zimmer mit Blick zur Altstadt. Hier ist es schwüler als in Gabes, und nach einer kleinen Runde durch die leider montags fast leere Medina sind wir total durchgeschwitzt. Sehen uns das kleine Museum im Rathaus mit Mosaiken und sonstigen römischen Kleinfunden an, dann erstehen wir Fahrkarten für den Zug morgen nach El Djem.
Die Restaurant-Empfehlungen unserer Bücher führen hier zu nichts, die Lokale sind bis nach Ramadan geschlossen. Aber ganz in der Nähe unseres Hotels wird uns das Restaurant "Chez Nous" nahegelegt, in dem wir wirklich sehr gut zu Abend essen.

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Di 12.11. El Djem - Die spinnen, die Römer!

Die beeindruckende Front des Amphitheaters Nehmen heute noch einmal einen Anlauf für die Medina und heute ist tatsächlich mehr los. Durch die Gasse der Schuster und Schneider kommen wir bis zum oberen Tor und dahinter liegt der Markt. Da wird alles angeboten, was frisch ist oder sein sollte. Im Zentrum der Markthalle ist der große Fischmarkt mit über hundert Händlern, die eine reichhaltige Auswahl an Fischen und Meeresfrüchten lautstark feilbieten: ein Erlebnis für Auge, Ohr und Nase.
Wieder zurück in der ummauerten Medina finden wir irgendwie zum Kasbah-Museum mit einer Ausstellung über islamische Architektur, und dann müssen wir schon langsam zum Bahnhof.
Fahren erster Klasse nach El Djem, dem kleinen Ort mit dem großen Amphitheater. Die meisten Touristenbusse aus Sousse und Monastir sind schon wieder weg, so können wir diese gewaltige Anlage aus römischer Zeit recht ungestört genießen. Nehmen uns viel Zeit und steigen in jeden zugänglichen Winkel. Anschließend spazieren wir zum Archäologischen Museum, und hier sind wir wirklich überrascht: es ist unserer Meinung nach das am besten aufbereitete und modernste Museum Tunesiens. Die Beschriftung ist durchgehend auch in englisch und teilweise sogar in deutsch, die Exponate - hauptsächlich Mosaike - sind übersichtlich und gut beleuchtet angeordnet und man kann auch noch durch die Überreste mehrerer römischer Villen bummeln. So vergeht die Zeit wie im Flug.
Für die Rückfahrt nach Sfax gibt es nur mehr einen Zug um 21:15, aber so lange wollen wir nicht warten. Versuchens also am Louage-Platz, aber das erweist sich als nicht so einfach wie gedacht, denn die Kleinbusse fahren nur in die nähere Umgebung oder nach Sousse. Können dann aber endlich einen Fahrer überreden, uns alleine zu fahren, was zwar teurer ist, aber wir haben dann noch ausreichend Zeit für ein gutes Abendessen im gestrigen Lokal.

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Mi 13.10. Die heiligste Stadt Tunesiens - Kairouane

'Barbier-Moschee' Verlassen die Industriestadt Sfax mit einer Louage und brausen durch endlose Olivenhaine. Erst kurz vor unserem Ziel beginnen Paprikafelder und an Häusern und Mauern aufgehängte Paprikagirlanden das Bild zu prägen.
Lassen uns zum Hotel "Splendid" bringen, das zwar nicht berauschend aussieht, aber das Zimmer ist geräumig und sieht frisch renoviert aus. Stiefeln gleich los in die nahegelegene Medina und finden mit Hilfe eines jungen Tunesiers (zufällig mit Teppichladen...) zur "Großen Moschee" mit Brunnen im Innenhof und schönem Gebetsraum. Dort erstehen wir das Sammelticket, das auch zum Eintritt in andere Sehenswürdigkeiten berechtigt. Dazu gehört neben dem "Bir Barouta", in dem ein Kamel das Wasser aus dem heiligen Brunnen schöpft, auch das Mausoleum des Sidi Abid El-Gariani.
Nach dem Besuch in der dort angeschlossenen Koranschule beginnt es doch tatsächlich zu regnen! Nehmen also ein Taxi und lassen uns zur "Barbier-Moschee" bringen. Hier ruht in einem prächtigen Sarkophag in einer auch sonst sehr schönen Anlage ein Gefährte Mohammeds, der stets drei Barthaare des Propheten mit sich führte. Müssen zwei heftige Wolkenbrüche abwarten, bis wir weiterspazieren können. Unsere letzte Besichtigung absolvieren wir bei den Aghlabiden-Bassins, 4 Wasserspeichern aus dem 9. Jhdt, die aber eher wie moderne Klärbecken aussehen ...
Nehmen bei Sonnenuntergang ein Taxi zurück zum Hotel, vertrödeln ein wenig Zeit im Fernsehraum bei einer deutschen Krimiserie und lassen uns dann zum Abendessen im Speisesaal überreden - na ja, wenn's nicht sein muß, sollte man was anderes suchen.

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Do 14.10. Zum Ausklang ans Meer - Skanés

Prunkvoller Eingang in ein Stadtpalais Nachdem das Wetter heute wieder freundlicher ist, bummeln wir noch einmal durch die Medina, schlendern durch den Souk und lassen die Straßenszenen auf uns wirken. Mit unserem gestern erstandenen (und daher eigentlich ungültigen) Ticket versuchen wir, die letzte verbliebene Sehenswürdigkeit zu besuchen, die "Säbelmoschee". Und tatsächlich, der Museumswärter läßt uns nicht nur ein, er veranstaltet auch eine Privatführung in ganz passablem Englisch für uns.
Auf dem Fußweg zurück zum Hotel und unseren Rucksäcken kommen wir noch bei einer winzigen Patisserie vorbei. Wollen nur ein paar Baiser kaufen, aber nach einer Einführung in die tunesische Backtradition durch den englisch sprechenden Alleinunternehmer und Kostproben von allem möglichen picksüßen Zeug verlassen wir die Mini-Manufaktur mit einem Kilo Backwerk.

Für die letzte Etappe auf unserer Reise nehmen wir noch einmal Louagen, zuerst nach Sousse, und von dort nach Monastir. Am frühen Nachmittag beziehen wir mit dem Hotel "Thalassa" am Strand von Skanés unser letztes Hotel in diesem Urlaub. Bleiben bis Sonnenuntergang am Strand, dann erkunden wir die Transportmöglichkeiten in der Umgebung. Finden nur ein paar hundert Meter entfernt eine Haltestelle der Metro (Bahnlinie) und nehmen auch gleich einen Zug nach Monastir.
Zehn Minuten später spazieren wir der Medina-Mauer entlang und in dem kleinen Restaurant "Le Rempart" essen wir im Freien sehr gut zu Abend. Am Bahnhof bekommen wir noch einen ab morgen gültigen "Ramadan-Fahrplan" ausgehändigt. Zurück im Hotel genehmigen wir uns noch ein paar unserer Kairouan-Kekse als Dessert.

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Fr 15.10. Sousse - hier fehlt uns ja noch was

Innenhof des Kasbah-Museums Heute beginnt der Ramadan - da gehen die Uhren in Tunesien etwas anders. Wie wir schon am Fahrplan erkennen können, beginnt das Leben am Nachmittag zu erlahmen. Mit dieser Information planen wir die letzten Besichtigungen der kommenden Tage.
Fahren mit einem für unsere Verhältnisse recht zeitigen Zug nach Sousse. Ergattern ein Taxi und lassen uns zu den Katakomben bringen. Die sind allerdings nicht der Hit: außer ein paar wenigen Knochen, gibt's so gut wie nichts zu sehen!
Dafür lohnt der Besuch im Kasbah-Museum, denn hier befinden sich wunderschöne Mosaike, schöne Stelen und Skulpturen-Reste in einer hübschen Gesamtanlage mit schattigen Arkaden und blühenden Büschen.
Anschließend bummeln wir noch einmal durch die Medina und suchen das Volkskunde-Museum, das sich aber als geschlossen herausstellt. Zu Mittag nehmen wir dann den Zug zurück nach Skanés und verbringen den Nachmittag wieder am Strand, bis es um 5 dann doch schon ziemlich windig und kühl wird.
Ab jetzt nutzen wir die gebuchte Halbpension, denn im Ramadan sind viele Restaurants (generell und nicht nur tagsüber) geschlossen und Taxis verkehren abends nur mehr sporadisch.

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Sa 16.10. Wo wir schon mal da sind - Monastir

Der Turm des Ribat Eine wie üblich leicht ramponierte Zuggarnitur bringt uns heute vormittag nach Monastir. Nach dem, was wir in diesem Land schon gesehen haben, wirkt die Medina eher fad, außerdem haben die Cafes und Essenstände infolge Ramadan geschlossen, das wirkt sich auch auf die allgemeine Stimmung aus. Spazieren zum Ribat und gehören zu den wenigen Touristen, die die Anlage erkunden. Klettern über Treppen und Hilfsstege hinauf und hinunter und erklimmen den hohen Turm mit tollem Blick über die Medina und hinüber zum protzigen Bourguiba-Mausoleum.
Dorthin führt uns unser nächster Weg. Bestaunen gebührend das Bauwerk aus Carrara-Marmor, mit Elfenbein-Sarkophag und Granitboden, vergoldetem Stuck und Murano-Luster. Sogar eine (gelangweilte) Garde steht herum und posiert für Touristen-Kameras.
Aber damit hat es sich schon. Überbrücken im PubliNet am Bahnhof die Zeit, bis der Zug zurück nach Skanés fährt und wir uns wieder an den Strand legen können.

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So 17.10. Mahdia - gemütliches Städtchen am Cap Afrique

Leuchtturm am Cap Afrique Noch einmal warten wir an der Bahnstation L'Aeroport auf einen Zug, diesmal dauert die Fahrt über eine Stunde, denn wir fahren zur südlichen Endstation nach Mahdia.
Gehen als erstes zum Mahdia-Museum, dort bekommen wir neben ein paar römischen Mosaiken auch punische und römische Amphoren und altislamische Volkskunst zu sehen. Bemerkenswert ist die Sammlung alter und neuerer Hochzeitsgewänder und traditionellen Schmucks, die sind mit ihren kiloschweren Goldstickereien der Unterbringung in einem Tresorraum würdig. Ein Museumswärter, der uns in einem touristischen Sprachgemisch alle möglichen Erklärungen gibt, zeigt uns auch noch den Zugang zum Stadtturm, der nur vom Museum aus bestiegen werden kann. Dort oben bietet sich ein netter Blick über die Altstadt auf der Halbinsel bis vor zum Cap Afrique.
Leider ist der ursprüngliche Eingang zur Medina, ein langer Tunnel durch das wehrhafte Stadttor, gerade durch eine Wahlkampfveranstaltung blockiert und so müssen wir einen nicht so klassischen Zugang wählen. Die malerischen Plätze und Gäßchen wären noch viel einladender, wenn die Cafes nicht geschlossen wären - schade! Umrunden die Halbinsel, werfen einen Blick auf den Leuchtturm und zu einem antiken Bogen, schlendern durch die engen Gassen und hören immer wieder die nur von Männern betriebenen alten Seiden-Webstühle, aber trotzdem stehen wir schon bald wieder am Bahngleis und warten auf den Retourzug nach Skanés.
Wie schon die letzten Tage verbringen wir den Nachmittag am flachen Strand und im Pool, das Abendessen gibt's vom Buffet.

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Mo 18.10. Nichtstun am Strand - wir haben ja Urlaub

Entspannen am Strand in Skanes Unseren letzten Urlaubstag in Tunesien verbringen wir am Strand, mit lesen, schwimmen, träumen, Tagebuch ergänzen und einer Runde mit dem Jet-Ski. Beim Blättern im Notizbuch werden Erinnerungen an heiße Besichtigungen, staubige Straßen, langes Warten und teils mühsames Verständigen wach. Aber so gemütlich wie diese Reise durch den Orient war schon lange kein Urlaub mehr für uns.

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Di 19.10. Heimreise

Nachdem unser Flieger schon um 6 Uhr 50 abheben soll, müssen wir früh raus aus den Federn. Aber da der Flugplatz ganz nah ist, schultern wir die Rucksäcke und gehen zu Fuß zur Abfertigungshalle. Da ist schon die Hölle los - es gibt fast keinen europäischen Flughafen, der sich nicht auf der Abflugliste befindet. Zuerst warten wir lange, bis wir endlich einchecken können, dann gibt's die nächste Schlange an der Sicherheitskontrolle und noch bevor wir unsere letzten Münzen in Kaffee umwandeln können, wird unser Flug schon aufgerufen.
Sonne - ade!
Nach ruhigem Flug landen wir im frühwinterlich kühlen Stuttgart und können mit einem Zug fast bis daheim durchfahren.



Reisebericht als Word-Dokument Zur leichteren Lesbarkeit gibt es hier den Reisebericht Tunesien in der reinen Textversion als Word-Dokument (69 kB) zum Herunterladen.



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