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Südafrikareise 27.09. - 25.10.2003

Die südafrikanische Nationalblume "Protea"


Südafrika - das vielfältige Land am anderen Ende der Welt!



Der Urlaub 2003 wird etwas anders als die anderen, liegt das Hauptaugenmerk diesmal doch auf Natur, Landschaft und Tieren, weniger auf alten Zivilisationen und Hochkulturen......

Im Vorfeld der Reise habe ich mich eingelesen wie noch nie, das Internet nach Reiseinformationen durchstöbert, Reiseberichte gelesen und Bücher gewälzt. Schlußendlich haben wir im Reisebüro Linienflüge mit Swiss ab Zürich (dem uns nächstgelegenen internationalen Flughafen) und British Airways gebucht, außerdem einen Hertz-Mietwagen für den gesamten Aufenthalt. Die erste Übernachtung fixierten wir wieder erfolgreich über HRS, außerdem half uns das Internet bei der Buchung unseres Aufenthalts im Krüger Nationalpark.
Aber im großen und ganzen wollten wir uns auf unser Glück verlassen und erst vor Ort Quartier, Verpflegung und Aktivitäten suchen.
Neben der um ein langes Teleobjektiv erweiterten Fotoausrüstung haben wir auch unsere "Bibel", den Reiseführer "Südafrika" von Christine Philipp aus dem Reise-Know-How-Verlag, im Gepäck.

Die vielen Links im Text haben wir in der Linkliste noch einmal sortiert und zusammengefaßt.

Wie es uns ergangen ist, und wo wir überhaupt waren, ist im folgenden nachzulesen:

(Alle Bilder können durch Anklicken vergrößert werden bzw. es verbirgt sich mehr dahinter)

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Unsere Reiseroute: (und die Entfernungen)

Unsere Reiseroute Pretoria - (86 km) Sabie (374 km) - Panoramaroute (244 km) - Krugerpark (Berg-en-dal) (237 km) - Krugerpark (Lower Sabie) (152 km) - Krugerpark (Olifants) (208 km) - Phalaborwa (182 km) - Pretoria (485 + 31 km) - Kimberley (570 km) - Bloemfontein (201 km) - Graaff Reinet (545 km) - Addo (367 km) - (Schotia Privat Game Reserve) - Port Elizabeth (104 + 35 km) - Knysna (366 km) - Dampfzugfahrt nach George (48 km) - Oudtshoorn (204 km) - Swellendam (277 km) - Hermanus (302 km) - Stellenbosch (135 km) - (Weinland) (139 km) - Kapstadt (101 km) - (Kaphalbinsel) (197 km) - (Waterfront) (82 km)

Die Gesamtstrecke, die wir in unserem Mietauto zurückgelegt haben, beträgt 5.672 km.

 

Sa 27.9. Flug nach Johannesburg

Flug mit der Swiss von Zürich nach Johannesburg Kurz nach 17:00 Uhr schultern wir unsere Rucksäcke und stiefeln frohgemut zum Bahnhof in unserem Heimatort Schwarzach. Von dort geht's mit ÖBB und Schweizer Bahn bis Zürich, wo wir sehr zeitig einchecken und mit etwas Verspätung erst kurz vor 23:00 Uhr abheben.

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So 28.9. Fahrt nach Pretoria

Kruger-Denkmal am Church-Square in Pretoria Nach einem mittelprächtigen Abendessen versuchen wir etwas zu dösen.
Kurz nach 6:00 wird es dann wieder lebendig in der MD11, um 7:00 gibt's Frühstück und mit einer halben Stunde Verspätung landen wir um 9:00 in Johannesburg.
Nach fast einer Stunde Wartezeit sind die Einreiseformalitäten schnell erledigt, mit entsprechender Verzögerung machen wir uns auf zum Hertz-Büro und bekommen dort einen blitzblanken blitzblauen Polo mit Stufenheck und so sind wir um 11:00 schon auf dem Weg nach Pretoria. Der Weg zum Seidel Guesthouse, das wir über HRS gebucht haben, ist gut beschrieben und wir finden problemlos hin.
Schon kurz nach dem Zimmerbezug fahren wir ins Zentrum der Stadt und mit Hilfe des Hertz-Straßenplans gelangen wir auch bald zum Church-Square, auf dem aber leider an einem Sonntag Nachmittag nicht viel los ist. Vertilgen in einem Lokal am Platz ein Pub-Menü, schlendern durch die leeren Seitenstraßen und besuchen dann das Paul-Kruger-Haus und das Transvaal-Museum mit Ausstellungen über Urgeschichte, Geologie und südafrikanische Vögel.
Nach der Rückfahrt zum Quartier finden wir ganz in der Nähe das Restaurant Hillside Taverne, in dem wir bei freundlichem Service ein ausgezeichnetes Abendessen vertilgen, dazu einen 2003er Sauvignon Blanc, der keine Wünsche offen läßt. Kurz nach acht spazieren wir zufrieden durch den lauen Abend heimwärts.

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Mo 29.9. Über Lydenburg und den Long Tom Paß nach Sabie

Longtomkanone am Longtom Paß Das erste Mal in den Genuß eines echten südafrikanischen Frühstücks gekommen: Rühreier, exotischer Fruchtsalat, Cerealien, Joghurt, Kuchen, dunkles Brot, ... (nur an die gesalzene Butter habe ich mich nie gewöhnen können).
Zuerst besuchen wir in Pretoria das Historische Museum, in einem weitläufigen Neubau, mit Exponaten aus der Frühgeschichte und dem Leben in Pretorias Schwarzenvierteln. Die nächste Autofahrt bringt uns ans andere Ende, zu den Union Buildings auf einem Hügel, von dem man einen hübschen Blick über die Stadt hat.
Dann verlassen wir die Halbzeit-Hauptstadt und fahren über die N4 bis Belfast, dort biegen wir ab auf die R540 bis Lydenburg und von dort folgen wir der R37 über den Long-Tom-Paß nach Sabie. An der Ortseinfahrt besuchen wir einen Souvenir-Laden, wo wir zwei B&B empfohlen bekommen. Versuchen es bei dem mit Pool und beziehen für 2 Nächte ein hübsches Zimmerchen mit riesigem Bad im "SerINNdipity". Erkunden dann noch etwas den Ort, bevor wir uns an den schönen Pool im großen Garten legen. Fürs Abendessen gehen wir die paar Schritte hinunter zur Kreuzung, wo das Loggerhead-Restaurant mit einem feinen Abendessen aufwartet.

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Di 30.9. Die Panoramaroute

Die Bourke's Luck Potholes Nach einem reichlichen Frühstück gegen halb zehn aufgebrochen.
Fahren erst nordwärts über die R532 bis zu den Mac Mac-Falls und weiter zu "The Pinnacle", einem Granitfelsen, der die Vegetation in einer Schlucht weit überragt. Ein paar Kilometer weiter liegt der Aussichtspunkt "God's Window", aber leider ist es sehr dunstig und die Ausblicke sind überall etwas trüb.
Die nächsten Programmpunkte sind die "Lisbon-Falls" und die "Berlin-Falls". Die Wassersäule dort ist wirklich beeindruckend, mir wird ganz anders, da am Abgrund.
Auf der Weiterfahrt zu den "Bourke's Luck Potholes" kommt die Sonne endlich heraus und die Strudellöcher präsentieren sich sehr photogen. Der Eintritt von ZAR 20,--/Pers. kommt uns zwar etwas happig vor, aber was macht man nicht alles als Tourist ....
Folgen dem Blyde-River-Canyon, versuchen vom "Lowveld Lookout" einen Blick in den Krügerpark zu ergattern (leider vergeblich) und betrachten von "World's End" die "Three Rondavels" - 3 topfartige Felsen.
Nächste Station auf unserem Rundkurs sind die "Echo-Caves", die wir im Zuge einer Führung besuchen können. Sowohl der Eintritt von ZAR 30,-- als auch das erwartete Trinkgeld für die Führerin kommen uns etwas übertrieben vor.
Gegen halb fünf fahren wir weiter, über die R36 und die kurvige R533, die über den Robber's Paß nach Pilgrim's Rest führt. In diesem Goldgräberstädtchen finden wir aber nichts, was uns entspricht und so düsen wir durch die Dämmerung über kurvenreiche Strecken und erreichen um halb sieben wieder Sabie.

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Mi 1.10. Auf in den Krügerpark!

Unser erstes Nashorn Nachdem wir uns im Ort noch mit ein paar Lebensmitteln für den Aufenthalt im Krügerpark eingedeckt haben, düsen wir frohgemut über die R536 bis Hazyview und erreichen ein paar Kilometer weiter das neue Phabeni-Gate. Nachdem wir an der "Rezeption" unsere Buchungsbestätigungen vorgelegt haben, bekommen wir unsere Aufenthaltsbewilligung für die nächsten drei Tage. Erstehen noch eine Straßenkarte des Parks, mit Orientierungsplänen der größeren Camps und nützlichen Informationen.
Dann geht's ins Abenteuer Wildlife! Sind ganz entzückt, Impalas (kleine Antilopen) neben der Straße grasen zu sehen, auch die im dürren Buschwerk fast unsichtbaren Zebras, die Giraffe direkt vor unserem Auto und die Affenhorde am Wasserloch sind eine neue Erfahrung für uns. Besonders mächtig Eindruck auf mich macht das Nashorn, das sich in einem Wasserloch suhlt.
Diese Tierbeobachtungen machen wir entlang unseres Weges bis zum Camp Berg-en-dal im untersten Süden des Parks, das wir gegen halb fünf erreichen. Dort beziehen wir einen Bungalow mit kleiner, voll ausgestatteter Küche und viel Platz. Erstehen im Laden noch ein paar Kleinigkeiten fürs Frühstück, dann vertreten wir uns am Spazierweg entlang des Camp-Zaunes die Beine. Nach dem einfachen Abendessen setzen wir uns auf die Veranda, erholen uns von der Hitze das Tages (bis zu 38 °C!) und lauschen den Geräuschen der Natur.

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Do 2.10. Durch den südlichen Park

Elefant im Galopp Steigen schon vor 6:00 in die Klamotten. Nach einem einfachen Frühstück verlassen wir kurz nach 7:00 das Camp und holpern über Schotterpisten der südlichen Parkgrenze entlang ostwärts. Finden bald ein paar Elefanten und eine kleine Gruppe Giraffen neben vielen Impalas. An einem ausgetrockneten Flußbett werden wir von entgegenkommenden Autofahrern auf die Anwesenheit von Löwen aufmerksam gemacht, aber nur gaaaanz weit weg sehen wir ein Männchen dahintrotten, aber immerhin....
Auf dem weiteren Weg kommen wir zu einer Furt, an der einige Autos stehen. Sehen zuerst keinen Grund für einen Stopp und fahren forsch drauflos, sehen uns aber plötzlich mitten in einer futternden Elefantenherde. Mit Herzklopfen meinerseits warten wir ab, bis die ca. 20 Dickhäuter fertig sind mit dösen, Bäume ausreißen, Staub aufwirbeln, Blätter abzupfen ... und das Feld räumen.
Können dann ohne weitere Probleme die Fahrt fortsetzen. Wieder berichten entgegenkommende Autolenker von Löwen, die fast auf unserem Weg zu sehen wären. Nach der Erfahrung von heute morgen sind wir skeptisch, aber folgen der Wegbeschreibung. Und tatsächlich sehen wir, belagert von zahlreichen Autos, eine Löwenfamilie im Schatten eines Busches direkt an der Straße Siesta halten. Sind keine 5 Meter entfernt und die Tiere lassen sich nicht stören!!
Löwen am Wegesrand Es dauert ein Weilchen, bis wir uns losreißen können und zu unserem nächsten Camp - Lower Sabie - weiterfahren. Kommen pünktlich um 12:00 zum Einchecken dort an und beziehen für diese Nacht ein "Doppelhaus", das diesmal leider nicht ganz so gut ausgestattet ist wie gestern. Essen im Restaurant eine Kleinigkeit und ruhen etwas aus. Beginnen die Nachmittagsrundfahrt mit einem Besuch bei einem nahegelegenen kleinen See, der von Nilpferden und Krokodilen bewohnt wird. Rumpeln dann weiter über Schotterpisten, die durch wenig abwechslungsreiche Landschaft führen - immerhin treffen wir auf ein paar Kudus.
Um 16:45 sind wir pünktlich zurück im Camp zur Abfahrt des "Sunset Game Drive" (zusammen mit den Übernachtungen über das Internet gebucht). In einem offenen Bus geht's mit einer scherzhaften Rangerin langsam los. Sie erklärt uns Tiere, die wir vom Sehen schon kennen, etwas genauer und nach Einbruch der Dämmerung suchen wir gemeinsam nach Löwen und sonstigem Getier. Leider ist die Ausbeute sehr mager, nur Gnus sehen wir jetzt zum ersten Mal - sonst gibt's nicht viel. Im Gegensatz zu gestern wird es heute kühl und wir sind froh, um 20:00 Uhr wieder ins Camp zu kommen.

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Fr 3.10. Im zentralen Teil des Krügerparks

Was verbirgt sich denn hier? Wieder zeitig auf den Weg gemacht und über geteerte Straße nordwärts gefahren. Auf einem kleinen Schotterpisten-Abstecher trabt uns eine Hyäne entgegen, sonst zeigt sich das Wild schüchtern - bis Mittag sehen wir nur die allgegenwärtigen Impalas und eine große Zebraherde mit Gnus im trockenen Buschland.
Nachdem wir uns im Camp Satara mit ein paar Lebensmitteln eingedeckt haben und diese im spärlichen Schatten eines Baumes vertilgt haben, düsen wir weiter, vorbei an etlichen Giraffen, Wasserböcken, Impalas und Kudus. Die letzten paar Kilometer bis zum Olifants-Camp fahren wir noch einmal Schotterpiste und geraten wieder in eine Herde Elefanten, die wir nicht unbedingt beim Äsen stören wollen. Erreichen gegen 16:00 Uhr das Camp und bekommen auch diesmal einen hübschen Bungalow am Rand des Camps, mit Freiluft-Küche auf der Veranda und traumhaftem Blick über den Olifants-River. Nutzen das milde Abendlicht noch für eine kurze Fahrt zu einem Aussichtspunkt auf den Fluß und sind gegen 1/2 6 wieder im Quartier. Erstehen ein letztes Mal Zutaten für ein kleines Frühstück und gönnen uns heute ein Abendessen im Restaurant des Camps. Es gibt ein Buffet mit allem Drum und Dran, dazu ein Fläschchen guten Wein.
Nutze den lauen Abend noch, um ein paar Klamotten zu waschen und auf der Veranda zum Trocknen aufzuhängen.

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Sa 4.10. Finden wir noch alle "Big Five"?

Erst beobachteten wir eine Nilpferdmutter mit Kind, .... Frühstücken recht spät, aber mit einem traumhaften Blick über den Olifants-River. Gegen 8:15 Uhr verlassen wir das gastliche Häuschen und folgen dem Fluß. Auf dem Weg finden wir lediglich Impalas, Zebras, Giraffen und streitende Elefanten an einem Wasserloch.
Wechseln dann auf die andere Seite des Flusses und folgen der Schotterpiste bis zum "Bird hide", einem überdachten Unterstand über dem Fluß. Unter uns liegt der Letaba, der hier mehr Wasser führt, bevölkert von zahlreichen Nilpferden, Krokodilen und Vögeln. Trotz der Mittagssonne verläßt eine Nilpferdmutter mit ihrem Jungen das Wasser und zieht grasend dem Ufer entlang.
..... dann sahen wir einen Kap-Büffel Plötzlich sehe ich aus dem Augenwinkel neben unserem Unterstand einen Büffel, der gemächlich ein paar Grasbüschel abfrißt und sich dann wieder verdrückt. Jetzt verstehe ich, warum der Weg vom Parkplatz zum Unterstand palisadenbewehrt ist. (Auf dem Weg zurück zum Auto sind wir nicht mehr ganz so sorglos wie bisher an den "sicheren" Plätzen)
Unser Mittags-Sandwich verdrücken wir im mageren Schatten eines Baumes auf einem Hügel mit Blick über das mit lichtem Busch bewachsene Tal, den Fluß und den dazugehörigen Staudamm. Auf dem weiteren Weg zum Phalaborwa-Gate sehen wir im Schatten eine große Herde Büffel liegen, friedlich wiederkäuend und gut getarnt. Sonst finden wir nur einsame Elefanten an Wasserlöchern, die kennen wir jetzt aber schon, und Impalas, auch nichts Neues mehr. Kurz vor dem Gate biegen wir noch zu den eisenzeitlichen Ausgrabungen ab, an der Kreuzung steht ein Elefantenbulle und beobachtet uns. Es ist jetzt kurz vor 16:00 Uhr und die junge "Museumswärterin" bittet uns, mitfahren zu dürfen, da sie sonst unten an der Kreuzung (beim Elefanten) auf eine Mitfahrgelegenheit warten müsse. Sind nicht so, räumen den Rücksitz ab und verlassen ca. 20 Minuten später mit unserem Passagier den Krügerpark.
Im Ort Phalaborwa folgen wir den vielen B&B-Schildern und finden zur Matomani Lodge, wo wir günstig ein großes Apartment mit allem Drum und Dran beziehen. Kaufen im nahegelegenen Spar-Supermarkt Proviant für morgen, schreiben endlich die schon lange erstandenen Ansichtskarten und lassen die 4 Tage im Krüger Nationalpark Revue passieren. Für die "Big Five" hat es nicht ganz gereicht, der Leopard hat sich zu gut vor uns versteckt. Aber mit unserer Ausbeute können wir schon zufrieden sein, denn im Gegensatz zu vielen anderen, die wir später noch getroffen haben, konnten wir Löwen, haufenweise Elefanten, ein Nashorn und zum Schluß auch noch Büffel beobachten, ganz zu schweigen von den vielen Giraffen, Zebras, Nilpferden und diversen Antilopen-Arten.

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So 5.10. Der mühsame Weg zurück nach Pretoria

Wieder ein reichliches Frühstück vertilgt, und schon gegen 1/2 9 Uhr auf der R71 westwärts gefahren. Zuerst ist es wie im Krüger-Park, mit der Ausnahme, daß hier auf der Straße 120 km/h erlaubt sind und hohe Zäune die privaten Game-Resorts abgrenzen. Aber langsam ändert sich die Vegetation und das trockene Buschwerk wird von Obstplantagen abgelöst. Bei Tzaneen geht's aufwärts über eine gut ausgebaute Paßstraße und wir kommen zum Ebenezer-Damm. Die Aussicht hier ist allerdings mäßig und wir kurven lieber wieder hinunter in die Ebene. Rauschen über schnurgerade Straßen Richtung Polokwane (ehemals Pietersburg), die Umgebung ist wieder trocken und karg, wir freuen uns schon auf eine richtige Stadt. Laut Karte sind es noch ca. 10 km bis dahin, plötzlich macht es an einer Kreuzung kwumm - tocktocktocktock -> links hinten ist der Reifen kaputt! Sch..... Also links ran, Gepäck vom Kofferraum auf den Rücksitz und dann Reserverad und Wagenheber gesucht (und glücklich gefunden). Unter den interessierten Blicken plötzlich aufgetauchter Schwarzer in Rekordzeit Rad gewechselt und rasch die letzten Kilometer bis Polokwane gefahren. Dort tanken wir und finden dann am Nordrand der Stadt den "Industrial Art Park", eine Freiluftanlage mit Skulpturen aus Industrieabfall (Fässer, Rohre, Träger, ...), den wir kurzerhand mit dem Auto durchfahren.
Da an einem Sonntag in Südafrika nicht viel los ist, folgen wir bald der N1 und brausen nach Pretoria. Finden fast problemlos unser Guesthouse von letzter Woche wieder und beziehen gegen 15:15 unser Zimmer. Den restlichen Tag lassen wir im lauschigen Garten ausklingen. Zum Abendessen spazieren wir wieder in die Hillside Taverne, wo uns die Bedienung vom letzten Mal wiedererkennt. Verpflegung (Ochsenzunge in Senfsauce) und Unterhaltung sind ausgezeichnet, außerdem empfiehlt uns die Kellnerin noch ein paar Weingüter für unseren Aufenthalt in Stellenbosch.
Rundum zufrieden schlendern wir durch den lauen Abend heimwärts.

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Mo 6.10. Gemütlicher Tag in Pretoria

Blühender Jacaranda Diesen Relax-Tag haben wir uns verdient! Nach einem gemütlichen Frühstück tuckern wir in die Innenstadt zum Hertz-Büro, wo wir uns wegen eines neuen Reserve-Reifens erkundigen und mit Hilfe eines ortskundigen Fahrers auch einen erstehen. Sind um 10:00 Uhr, pünktlich zum Aufsperren, beim Zoo und durchstreifen das weitläufige Gelände. Fahren mit der kleinen Seilbahn auf den Hügel am anderen Ende und schauen uns dann allerlei Getier an. Verschlafene Raubkatzen, turnende Affen, viele Fische, Breit- und Spitzmaulnashörner, einen Koalabären und und und.... Verlassen erst um 1/2 4 den Zoo, fahren auf ein Bier zum Church-Square und stauen dann aus der Stadt hinaus. Vor lauter Autos, Ampeln und Verkehrsschildern sehen wir die endlich blühenden Jaccaranda-Bäume gar nicht richtig, aber noch im Quartier weht immer wieder der intensive Duft in unsere Nasen.

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Di 7.10. Auf dem Weg in die Diamantenhauptstadt

Die einstmalige "DeBeers-Zentrale" Tagwache um 7:00 Uhr, unsere sieben Zwetschken ins Auto gepackt und gegen 9:00 Uhr aufgebrochen. Über die N1 südwärts, dreispurig um Johannesburg herumgestaut und gegen 10:00 endlich auf der N12 etwas ruhigere Verhältnisse vorgefunden.
Werner spult die über 500 km durch karge, fade Landschaft zügig herunter; wenn in den nächsten Wochen ein Strafmandat wegen Geschwindigkeitsübertretung ins Haus flattert, wundert uns das nicht ;-)
Kurz vor Kimberley suchen wir die Farm mit den San-Malereien, aber leider werden wir nicht fündig. Düsen in die Hauptstadt der Diamantenproduktion und erreichen um 1/2 4 Uhr erstaunlich problemlos das Protea Diamond Lodge-Hotel, das wegen Umbauarbeiten spärlich gebucht ist und ein verhältnismäßig günstiges Zimmer für uns hat. Da die Sehenswürdigkeiten fast alle um 16:00 Uhr schließen, gehen sich nur mehr 2 kleinere Museen aus. Zuerst das Duggan-Cronin-Museum mit alten Fotografien schwarzer Stämme, danach noch das Mc Gregor-Museum mit einer naturkundlichen und stadtgeschichtlichen Ausstellung. Zum Abschluß des Tages fahren wir noch einmal ins Zentrum, werfen einen kurzen Blick auf die City-Hall, die ehemalige "DeBeers"-Zentrale und den Fahrplan der Tram. Nach einer kurzen Regenerationspause im Hotel überqueren wir die Straße und essen wie üblich sehr gut, diesmal in einem Italienischen Restaurant.

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Mi 8.10. "The Big Hole" und Weiterfahrt nach Bloemfontein

The Big Hole - das größte von Menschenhand gegrabenen Loch der Welt Verlassen schon um acht Uhr morgens das Hotel und folgen den Schildern zum Minen-Museum. Zuerst schaut es nicht sehr spektakulär aus, nur ein großer Förderkran und ein paar alte Traktoren. Aber dann kommt der Blick ins "Big Hole", und der ist schon ein bißchen beeindruckend. Und mit jedem weiteren Schritt eröffnen sich neue Einblicke in eine kleine Diamantenschürfer-Stadt, mit liebevoll rekonstruierten Gebäuden, reizend dekorierten "Geschäften" und allem, was eine Westernstadt so braucht: Kirche und Bar, Händler und Bank, Markthalle und Schaubuden, Tanzboden und Bestatter, Bürgermeisteramt und Arzt.
Deshalb verpassen wir die Tram-Abfahrt um 9:00 und um 10:00 müssen wir uns beeilen, um nicht die nächste Fahrt auch noch zu versäumen. Mit etwas Verspätung zuckeln wir dann mit der historischen Straßenbahn ins Zentrum zur City-Hall und nach einem kurzen Aufenthalt wieder hinaus an den Stadtrand. Wir werden herzlich eingeladen, das Museum noch einmal zu besuchen, was wir uns nicht zweimal sagen lassen, denn jetzt können wir uns noch die Oldtimer-Ausstellung und das Diamanten-Museum ansehen. Und das Big Hole ist bei etwas höherem Sonnenstand noch beeindruckender.
Gegen 11:30 Uhr machen wir uns auf die Weiterfahrt und gelangen auf dem Weg aus der Stadt zum Museum "Pioneers of Aviation", in dem der Nachbau eines Doppeldeckerflugzeuges aus dem Jahre 1911 ausgestellt ist und die Entstehungsgeschichte der südafrikanischen Luftfahrt dokumentiert wird.
Kurz nach 12:00 Uhr machen wir uns endgültig auf den Weg und folgen der N8 durch halbwüstenhafte Landschaft, mit Schaffarmen und gelegentlich ein paar Rindern, mit fast ausgetrockneten Wasserstellen und frisch bestellten Feldern. Der Fourth Radsaal in der President-Brand-Street in Bloemfontain Zwei Stunden später erreichen wir die Stadt Bloemfontein. Parken in der Nähe der President-Brand-Street, durch die wir anschließend schlendern. Betrachten von außen ein paar der bedeutenden Gebäude der Stadt, die Presidency ist uns eine genauere Besichtigung wert. Bekommen von der städtischen Denkmal-Chefin eine ausführliche Beschreibung von Stadt und Gebäude, Geschichte und derzeitige Nutzung, dann dürfen wir die Räumlichkeiten selber begutachten - putzig!
Für weitere Besichtigungen sind wir schon wieder zu spät dran, also fahren wir auf den Naval Hill, der neben einem Fernsehturm und Gnus im Wildpark auch (von 1499 m Seehöhe) einen guten Blick hinunter auf die Stadt bietet. Wieder unten suchen wir eine Bleibe für die Nacht, aber erst im dritten Anlauf werden wir im "Hide-Place-Guesthouse" fündig. Suchen dann ein Internet-Cafe, um uns wieder einmal auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen (unser Landsmann Arnold Schwarzenegger hat die Wahl zum Gouverneur von Kalifornien gewonnen, in unseren Mailboxen liegt nur Spam), anschließend essen wir in einem Restaurant in der Nähe unseres Hotels zu abend, nicht so gut wie erwartet, aber der Wein ist vorzüglich.

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Do 9.10. Nach Graaff Reinet

Das Reinet-House in Graaff-Reinet Verlassen gegen 1/2 9 die Stadt der Blumenquelle und folgen der N1 bis Springfontein. Dort biegen wir auf eine Erdstraße ab und fahren ca. 40 km bis Bethulie am Gariep-Dam. Die einzige Sehenswürdigkeit, ein kleines Museum, wäre zwar offen, ist aber trotzdem zu. Im gegenüberliegenden Haus klagt uns eine alte weiße Frau, daß sie früher den "damned key" hatte und interessierte Besucher hineinlassen konnte, aber jetzt.... Zitat: "Ich sage nur eins: Schwarze Regierung!" Ziehen unverrichteter Dinge ab, überqueren den Bethulie-Damm, die längste Eisenbahnbrücke Südafrikas und versuchen unser Glück im "Oviston Nature Reserve", das wir zu Mittag erreichen. Laut unserer Karte soll eine Straße durchführen, aber irgendwie endet der Feldweg an den Ufern des Stausees. Also kehrt gemacht und über die R71 nach Colesburg gerauscht und über die N9 weiter nach Middleburg. Eigentlich wollten wir hier übernachten, aber es gibt nicht viel anzusehen und außerdem ist noch genug Zeit, um bis Graaff Reinet weiterzufahren; überwinden daher noch den Lootsberg-Paß und den Naudeberg Paß. In Graaff Reinet folgen wir der Empfehlung des RKH-Führers und bekommen in der Kingfisher Lodge ein geräumiges Zimmer. Haben noch ein Stündchen für die ersten Besichtigungen, schauen also kurz bei der im milden Abendlicht ganz hübschen Kirche vorbei und besuchen dann das Reinet-House, eine volkskundliche Sammlung in einem alten Gutshaus mit uralten Weinstöcken und Obstbäumen im Garten. Pünktlich um 17:00 Uhr werden wir höflich, aber bestimmt hinauskomplimentiert. Schauen daraufhin einem Trupp Soldaten beim Exerzieren zu und setzen uns dann in den Garten des "Pub No 8", wo wir als Abendessen Springbock-Kebap und einen guten Wein vertilgen. Gutgelaunt geht's zurück ins idyllische Quartier.

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Fr 10.10. Durch die Berge bis Addo

"Big Five" einmal anders Machen uns um 9:00 Uhr auf das Städtchen zu erkunden und beginnen in der "Old Residency", danach folgt die Hester-Rupert Gallery. Heute gönnen wir uns den Spaß des Geldwechselns und betreten eine Filiale der First National Bank. Beschäftigen dort 2 Angestellte, 1 Kopierer, 2 Computer und einen Taschenrechner nebst Leuchtstift und diversen Stempeln. Dafür wird uns auch eine saftige Gebühr abgezogen - der vergleichshalber anschließend erfolgte Bargeldbezug am Automaten mit Maestro-Karte war letztendlich günstiger.
Nachdem wir kurz die Angelobung der Soldaten, die gestern noch geübt hatten, angesehen haben, schauen wir noch bei den restlichen Museen vorbei und verlassen zu Mittag die "Perle der Karoo".
Fahren wieder nordwärts und folgen dann der R61 bis Cradock. Leider sind die Sehenswürdigkeiten derzeit entweder bis 15:00 Uhr oder wegen Umbauarbeiten geschlossen. Ziehen etwas enttäuscht ab und brausen über die N10 südwärts. Weil's so gut geht, kurven wir über den Daggaboersnek Paß und den Olifantskop Paß bis Paterson und von dort über die R342 bis Addo. Suchen dort ab 16:00 Uhr ein B&B, aber heute wird's etwas schwierig. Das erste ist ausgebucht, das zweite auch, denn es findet dieses Wochenende das Rosenfestival statt und die ganze Gegend ist voll. Aber die Besitzerin von Homestead B&B ist so nett und telefoniert für uns herum. Nach mehreren Versuchen hat sie Erfolg und wir fahren eben noch ein paar Kilometer zum Cosmos Cuisine Guesthouse. Nicht eben billig, aber man nimmt, was man bekommt. Und weil wir schon mal hier sind, tragen wir uns fürs 5-gängige Abendmenü ein. Nach kurzem Entspannen machen wir uns nobel (für solche Eventualitäten haben wir einen Satz bessere Klamotten im Rucksack) und lassen uns dann im Restaurant nach Strich und Faden verwöhnen (Ausgezeichnete Gerichte in vernünftigen Portionen, danach Portwein und Brandy, und das alles für ZAR 150,-- !) Nach soviel Schlemmen bin ich restlos abgefüllt und falle todmüde in die Falle.

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Sa 11.10. Abenteuer im Schotia Game Reserve

Elefantenfamilie im Addo-Park In der Nacht hat es geregnet und irgendwie ist heute alles langsam. Das Frühstück ist noch nicht fertig, weil die Bediensteten bei so einem Wetter länger zur Arbeit brauchen, wir sind auch noch ganz träge. Während wir warten, bis das Buffet fertig ist, wird uns eine Tagessafari in den Addo-Elephant Park mit anschließendem Besuch auf der privaten Schotia-Ranch angeboten -> mit ZAR 950,--p.P. nicht gerade billig, aber wir werden gefahren, erfahrene Ranger suchen und erklären die Fauna und Flora, Eintritt, Lunch und Dinner sind im Preis auch inkludiert. Das ganze dauert ca. von 11:00 bis 23:00 Uhr und ist, speziell an trüben Tagen wie diesen, ein ganz spezielles Erlebnis. Also gut, machen weiter auf Luxus und buchen. Werden noch mit Feldstechern ausgerüstet, Windjacken können wir auch leihen und so ausgerüstet werden wir von einem Ranger namens Malcolm Bean abgeholt. Fahren mit einem klimatisierten Minibus, lesen noch ein deutsches Pärchen auf, und lassen uns zum Addo Elephant Nationalpark bringen. Dort werden wir noch mit Wasser und Chips versorgt, im Restaurant werfen wir einen Blick auf den präparierten Kopf des legendären Elefantenbullen Hapor und dann geht's schnurstracks zum großen Wasserloch am anderen Ende. Malcolm stellt den Bus etwas abseits der ganzen anderen Autos am Weg ab und so kommen die Elefanten ganz in unsere Nähe. Leider finden gerade Straßenbauarbeiten statt und der Lärm der Baumaschinen stört die Idylle und die Tiere flüchten schon nach wenigen Minuten am Wasser. Durch den Park, der dicht begrünt ist, fahren wir zurück zum Eingang, ohne noch viele Tiere zu sehen, nur ein seit 4 Monaten toter Elefant ist eine Erwähnung wert.
Gegen 13:00 verlassen wir bereits wieder den Park und fahren bei strahlendem Sonnenschein nach Paterson ins "Basis-Büro" der Schotia Safaris. Entrichten dort unseren Obolus, unterschreiben den Haftungsausschluß und werden auf einen offenen Geländewagen gesetzt. Über Naturstraßen geht's zur Farm, wo wir vorbei an Oryx-Antilopen, Impalas, Straußen und Zebras zum Camp fahren. In einem urigen Palisadenbau bekommen wir ein gutes Mittagessen vom heißen Buffet und gegen 15:15 Uhr geht die Safari los. Besuchen die diversen Tiere, die auf Schotia gehalten werden, angefangen vom "Hauskrokodil" über das Giraffen-Paar zur Junggesellenherde der Impalas und weiter zum Nashorn. Das massige Tier zieht friedlich grasend an uns vorbei und wir staunen. Bis 17:00 zeigt uns Malcom dann noch die anderen Attraktionen "seiner" Farm (er ist hier geboren und aufgewachsen, sein Bruder hat aus der Milchfarm seiner Eltern vor ca. 10 Jahren das erste private Game-Resort im Eastern Cape gemacht). Löwenfamilie beim Abendessen Jetzt frischt der Wind auf und wir sind froh über die Teepause. Dann, ausgestattet mit Pulli und Windjacken, geht es weiter zum Wasserloch mit den 2 Nilpferden, weiter zum Zaun, der Schotia-Farm und Addo-Nationalpark trennt, um eventuell einen Blick auf ein paar Elefanten zu werfen und endlich in den ca. 600 ha großen separierten Teil der Farm, in dem die Löwen gehalten werden. Heute früh ist ein Zebra verendet und dieses wird nun den Raubkatzen serviert. Im spärlichen Licht der untergehenden Sonne können wir beobachten, wie 2 erwachsene und 4 halbwüchsige Löwen ans Werk gehen - Mahlzeit!
Mit einem Handscheinwerfer suchen wir die Gegend noch nach nachtaktiven Tieren ab, wie zum Beispiel Springhasen (sehen aus wie winzige Känguruhs) und andere. Auf dem Rückweg schauen wir noch einmal bei der Katzenfamilie vorbei, die gerade über die Innereien herfällt, der Geruch ist etwas streng. Verlassen nun den doppelt abgesicherten Bereich und suchen in der Finsternis die grasenden Nilpferde, die wir endlich Hunderte Meter vom Wasserloch entfernt finden. Recht durchgefroren kommen wir gegen 1/2 9 im Camp an und wärmen uns am Lagerfeuer und mit dem köstlichen Abendessen. Um 22:00 Uhr müssen wir uns auf den Rückweg nach Addo machen - beobachten noch kurz einen Uhu - und fahren mit Decken gut eingepackt bis zum Hals zum Büro. Dort steigen wir um in den Minibus und um 23:00 Uhr erreichen wir wieder Cosmos Cuisine.
Todmüde fallen wir ins Bett, soviel frische Luft, Sonne und Wind sind wir nicht gewöhnt.

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So 12.10. Rosen und kühler Empfang in Port Elizabeth

Jazzsängerin am Rosenfest von Addo Lassen es heute gemütlich angehen und besuchen am Vormittag das Rosenfest, dem wir den unvergeßlichen gestrigen Tag verdanken. Neben unzähligen Rosenzüchtungen in phantasievollen Arrangements gibt es einen Jahrmarkt zu bestaunen und wir lauschen einer schwarzen Jazz-Sängerin.
Erst gegen Mittag fahren wir auf die R335 und weiter über die N2 nach Port Elizabeth. Fahren zum Margate Place Guesthouse, das wir in einem Prospekt gefunden haben, und bekommen das letzte freie Apartment (hat wieder eine komplett eingerichtete Küche mit Mikrowelle, dazu eine Terrasse mit Grillkamin).
Da Sonntag ist, ist nicht viel los auf den Straßen und wir können problemlos auf den Hügel zum Donkin-Reserve mit dem Leuchtturm fahren. Folgen von dort aus den Markierungen des Donkin Heritage-Trail (kommen so zum St. Georges-Park mit einem kleinen Palmenhaus mit Orchideenausstellung und einer Galerie, in der es Radierungen zu bewundern gibt). Erstaunlicherweise ist das alte Fort offen, aber der Blick über PE ist trüb und die Aussicht auf die Hafenanlage nicht wirklich berauschend. Sonst ist alles zu, auch kein Lokal für einen Drink ist offen. Fahren also wieder auswärts zum Marina-Drive und dort am Strand finden wir endlich ein Pub für eine kleine Erfrischung. Den auffrischenden Wind nutzen ein paar neopren-bekleidete Kite-Surfer, um auf und über den Wellen zu reiten. Uns wird's zu frisch, also fahren wir zurück in unser Quartier, dort bereite ich uns ein kleines Abendessen zu, während draußen der Himmel seine Schleusen öffnet.

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Mo 13.10. Ein nasser Tag in Port Elizabeth

Der Leuchtturm im Donkin-Reserve Sind heute wieder zeitiger beim Frühstück und werden neben allen möglichen Köstlichkeiten auch mit vielen Tips von unsere Vermieterin versorgt. Da wieder die Sonne scheint, fahren wir noch mal zum Leuchtturm hinauf und diesmal besteigen wir ihn auch - sehr steil und eng, dafür haben wir die Aussichtsplattform für uns alleine.
Nach einem kurzen Abstecher zum Market-Square mit Old Library und Victoria-Statue fahren wir zum Ozeanarium. Suchen uns für die Delphin-Show ein Plätzchen und warten, bis um 11:00 Uhr 2 Seelöwen und ein Delphin ihre Kunststücke zeigen. Ein lebhafter Wind frischt auf und wir verziehen uns ins Innere. Das Aquarium selber ist nicht so besonders, das Wasser ist trüb und die Fenster sind klein. Da wir ein Kombi-Ticket erstanden haben, können wir noch das Museum und den Schlangenpark besuchen. Die Reptilienschau ist teilweise unter freiem Himmel und der wird langsam undicht. Außerdem zieht ein kühler Wind durch die Gänge zwischen den Terrarien, aber die riesigen Boas sind solche Unbill wert.
Das Museum ist ein weitläufiges Sammelsurium mit Ausstellungsstücken aus allen möglichen Bereichen, Fossilien und Seefahrtsgeschichte, Kuriositäten und präparierte Fische, Stadtgeschichte und ausgestopfte Vögel, ethnographische Sammlung, Photoarchiv und Kupferstiche. Vertreiben uns so die Zeit, bis der Regen so gegen 15:00 Uhr aufhört und wir noch einmal ins Zentrum fahren können. In Castel Hill No 7 befindet sich ein kleines Museum im ältesten Gebäude von PE mit viktorianischer Ausstattung und Einrichtung - ganz hübsch.
Nun suchen wir noch ein Internet-Cafe, das wir am Stadtrand in einem Einkaufszentrum finden, und buchen von dort aus eine Fahrt mit dem Outeniqua Choo Tjoe Train für übermorgen.
Nach einem mittelprächtigen Abendessen in einem Vergnügungskomplex fahren wir durch den Regen, der wieder eingesetzt hat, heimwärts.

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Di 14.10. Der Tsitsikamma Park und Knysna

Hängebrücke über die Mündung des Storms-River Verlassen heute gegen 9:00 Uhr unser feines Quartier und folgen der Küstenstraße zum Cape Recife. Für eine Wanderung durch den Nationalpark fehlen uns Zeit und Lust, aber mit dem Auto fahren wir bis vor zum Leuchtturm und spazieren ein bißchen dem Strand entlang mit Blick auf strahlendblauen Himmel und tobendes Meer.
Der N2 folgen wir dann Richtung "Garden Route", dummerweise folgen uns dicke Regenwolken. Schauen uns trotzdem den "Big Tree" an und biegen um ca. 13:00 Uhr auf die Zufahrtsstraße zum Tsitsikamma Nationalpark am Storms River Mouth ab. Spazieren über einen mit Planken belegten Weg zur Hängebrücke über diese Flußmündung, lauschen der Brandung und verlassen bald wieder über die kurvige Straße den Nationalpark.
Auf unserem weiteren Weg schauen wir bei der Bloukrans Brücke (höchste kommerziell genützte Bungee-Absprung-Stelle der Welt) noch zwei wagemutigen Bungee-Springern zu - huch! Nix für mich! - blicken in die Tiefen diverser nebelverhangener Schluchten und erreichen gegen 1/2 5 das kleine Städtchen Knysna. In einem Informationsbüro lassen wir uns ein Zimmer im Brenton Blue B&B in Brenton-on-Sea reservieren und erhalten noch Tips für den Aufenthalt und Restaurantempfehlungen.
Fahren erst die paar Kilometer bis zur Unterkunft und kehren dann fürs Abendessen ins Zentrum zurück. Wagen uns erstmals an Austern, für die Knysna berühmt ist und essen danach Fisch, der leider starke Ähnlichkeit mit Fischstäbchen hat. Aber der Wein ist wieder ausgezeichnet ;-)

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Mi 15.10. Fahrt mit dem "Outeniqua Choo Tjoe Train"

Glänzendes Messing im Führerstand des Choo Tjoe Draußen ist es stark bewölkt und kühl, unsere Gastgeber erzählen, daß es bereits die ganze Woche so ist, ganz untypisch für diese Jahreszeit. Machen uns trotzdem auf den Weg zum Bahnhof am Hafen, erstehen dort die Fahrkarte für den "Outeniqua Choo Tjoe Train" (die Strecke wurde Ende 2010 leider eingestellt) und stöbern bis zur Abfahrt um 9:45 Uhr durch die nahegelegene kleine Waterfront. Nach einem kurzen Blick auf den Führerstand der Lokomotive besteigen wir einen Waggon, auf dem noch Sitze auf der Meerseite frei sind, und pünktlich rumpeln wir hügelan durch eine Landschaft, die durch ihren Fynbos-Bewuchs an eine Almwiese erinnert. Viele kleinblütige Blumen blühen entlang der Strecke, aber auch riesige Proteenbüsche und Callas.
Nach zwei unbedeutenden Zwischenstopps führt die Strecke auf dem letzten Teilstück zwischen Wilderness und George direkt am Meer entlang, über Brücken und Dämme, durch Buchten, über Klippen und vorbei am tosenden Wasser - sehr malerisch!
Der Zug hält um 12:30 direkt im Railway-Museum, dort reicht die Zeit gerade für die Besichtigung alter Zugsgarnituren, nostalgischer Autos und Traktoren. Auch für das leibliche Wohl der Passagiere wird in diversen Speisewaggons gesorgt.
Um 14:00 beginnt die Heimfahrt, bei strahlendem Sonnenschein führt diese vorbei an Seen, niederen Büschen, Eukalyptus- und Kiefernwäldern, durch Wiesen mit großen und kleinen Blüten in weiß und gelb, blau und allen Schattierungen von rosa.
Genau nach Fahrplan fahren wir um 16:30 angerußt und durchgebeutelt bei bedecktem Himmel in den Bahnhof von Knysna ein.
Machen uns im Quartier frisch und besuchen heute ein portugiesisches Restaurant zwischen Knysna und Brenton-on-Sea, das "O Pescador", und lassen uns mit einem feinen Menü verwöhnen.

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Do 16.10. Die Stadt der Strauße

Straußenfarm in Oudtshoorn Werden heute durch Regen, der vom starken Wind gegen die Scheiben geklatscht wird, geweckt. Gott sei Dank bleibt uns aber Dauerregen auf unserer Weiterfahrt über die N2 erspart. Um 1/2 10 beginnen wir eine kurze Besichtigung der Stadt George, die den "Slave tree", die kleine St. Martin's Cathedrale und die große Dutch Reformed Church beinhaltet.
Schon eine halbe Stunde später geht's weiter, über kurvige Bergstraßen (N9 und N12), mit hübschen Blicken zurück auf die Stadt und das Meer. Immer wieder ziehen dunkle Wolken durch, aber die Sonne gewinnt.
Kurz nach 11:00 Uhr erreichen wir Oudtshoorn, die Stadt der Strauße. Folgen den Schildern zur Safari-Straußenfarm, aber man sagt uns, daß wegen des starken Regens in der Früh heute keine Führungen stattfinden. Fahren ein paar Hundert Meter weiter, und bei der Highgate-Farm sind wir willkommen. Im Zuge der Führung über das Gelände bekommen wir die verschiedenen Federarten erklärt, sehen die alten Brutkästen, dürfen die Vögel mit Mais füttern (die Viecher schnappen ganz schön!), dann fahren wir im eigenen Wagen zu einer Koppel mit Brutpaaren und zum unvermeidlichen Straußenrennen. Bei leichtem Regen fahren wir durch tiefen Boden zurück zur Farm und stöbern durch den Souvenirshop mit wirklich schönen Produkten aus Straußenleder und -federn, aber die sind sündteuer!
Jetzt ist es eins vorbei und wir machen uns auf den Weg zu den "Cango Caves". Unterwegs suchen wir im Ort Oudtshoorn ein B&B und werden im Oak Tree Guesthouse fündig, dann düsen wir weiter zum modernen Besucherzentrum bei den Tropfsteinhöhlen. Bei der Führung um 15:00 Uhr werden wir in die 19°C warme Grotte geführt und durch das beeindruckende Naturerlebnis gelotst. Die Sinter- und Tropfstein-Formationen sind traumhaft schön und einige Kammern groß wie Konzertsäle. Nach einer Stunde sind wir wieder in der kalten Oberwelt und freuen uns schon auf das gemütliche Zimmer. Dort heizen wir erst einmal den Wasserkocher an und gönnen uns einen Five-o-clock tea.
Zum Abschluß des heutigen Tages besuchen wir das empfohlene Restaurant "De Fijne Keuken", das wirklich eine feine Küche bietet und uns für das schlechte Wetter entschädigt.

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Fr 17.10. Über den Robinson Paß nach Mosselbay und weiter nach Swellendam

Junge Geparden Nach einem ausgiebigen Frühstück mit geräuchertem Kudu und selbstgebackenen Brötchen fahren wir zur "Cango Wildlife-Ranch", denn dort können wir endlich auch einen Geparden sehen und so die Big Five vervollständigen.
Diesen privaten Zoo mit Schwerpunkt Krokodil- und Gepardenzucht besuchen wir im Rahmen einer Führung und sehen auch noch Erdmännchen, Pygmäennilpferde und dann ganz junge und halbwüchsige Geparden, verspielte weiße Tiger-Babies und andere Raubkatzen.
Leider beginnt es wieder zu tröpfeln und wir müssen weiter. Düsen der R328 entlang über den Robinson Paß wieder an die Küste, diesmal nach Mosselbay. Parken gleich beim Bartolomeu-Diaz-Museums Komplex, der die Hauptattraktion der Stadt ist und eine kleine historische Ausstellung, den legendären Postbaum, ein Muschelmuseum, das Schiffahrtsmuseum und die Diaz-Karavelle beherbergt. Dieser originalgetreue Nachbau des Schiffs von B. Diaz hat 1988 - wie 500 Jahre zuvor das Original - die Reise von Portugal nach Südafrika bewältigt.
Die Diaz-Karavelle in Mosselbay Nach einem Spaziergang durch das malerische Städtchen besteigen wir wieder das Auto und folgen der N2 bis Swellendam. Um 1/2 5 suchen wir zuerst ein lobend erwähntes Restaurant fürs Abendessen, dann in der Nähe davon ein B&B. Bei Augusta de Mist beziehen wir ein Chalet mit rustikalem Gemäuer und Gebälk, aber Designer-Sesseln und -Küche. Während unserer Fahrt wechselten sich Sonne und Regen ab, jetzt hat uns der Regen erwischt und es ist kühl.
Die Zimmerwirtin reserviert für uns im Restaurant Koornlands einen Tisch und wir vertilgen dort auch ein ganz gutes Abendessen, wenn auch die Portionen kleiner als bisher erlebt sind. Zurück im Zimmer köpfen wir noch ein Fläschchen Wein und halten ein Zündholz an den Holzstapel im offenen Kamin. Bald lodert ein munteres Feuerchen und wärmt uns arme, unterkühlte Sommerurlauber. Verheizen den ganzen Holzvorrat, lauschen einer CD und gehen erst recht spät schlafen.

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Sa 18.10. Über den südlichsten Punkt Afrikas zur Stadt der Wale

Am Cape Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas Frisch ist es heute, aber die Sonne scheint. Lassen uns im kleinen Frühstücksraum noch einmal rundum verwöhnen und verlassen gegen 9:30 Uhr das reizende Quartier.
Obwohl laut Aushang das städtische Museum erst um 10:00 Uhr öffnet, bekommen wir anstandslos Eintrittskarten und können bei strahlend blauem Himmel die einzelnen hübschen Bauten des netten Freilichtmuseums betrachten (Mühle am Bach in Aktion, Backofen angeheizt, Stroh für die Dächer in Garben bereit). Tuckern gegen 11:00 gemütlich durch den Ort, sehen dabei noch ein paar altehrwürdige Bauten und dann starten wir durch. Nach ein paar Kilometern auf der N2 biegen wir auf die R319 ab und fahren über Bredasdorp bis hinunter an das Cape Agulhas. Erreichen kurz nach 1:00 den Leuchtturm, den wir bei starkem Wind auch erklimmen und legen dann die letzten Meter zum südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinentes zurück. Nicht sehr spektakulär, aber ein weiterer spezieller Platz in unserer Sammlung.
Die Weiterfahrt erfolgt zuerst querfeldein über eine ungeteerte Straße, die auf unserer Karte nicht mit diesem Verlauf eingezeichnet ist, aber in die Küstenstraße R43 mündet, über die wir bis Hermanus fahren. Die Stadt der Wale bietet unzählige Unterkünfte, aber alle sind voll. Es ist wieder einmal Wochenende, und die Südafrikaner sind alle unterwegs - das haben wir unterschätzt. Nach über einer Stunde vergeblicher Suche erbarmt sich eine Zimmerwirtin und telefoniert für uns herum. In Hermanus ist wirklich nichts mehr zu bekommen, aber im nächsten Ort, Sandbay, gibt es ein neues B&B, das uns aufzunehmen verspricht. Gegen 1/2 6 beziehen wir für eine Nacht ein modernes, helles, unverschnörkeltes Zimmer mit Balkon und Meeresrauschen im "Bamboo Beach B&B and Restaurant".
Da wir wegen der Wale hier sind, fahren wir gleich wieder nach Hermanus zurück und gehen direkt zur Uferpromenade. Wider Erwarten sehen wir einen Südlichen Glattwal ganz nahe am Steilufer. Schauen eine Weile dem Tier zu und werden dabei vom heftigen Wind gebeutelt. Nach Sonnenuntergang suchen wir ein Restaurant, aber wie schon beim Quartier ist es mühsam - entweder voll oder Fastfood. Sch.... Wochenende! In einer mittelprächtigen Taverne essen wir ein mittelprächtiges Abendessen, aber immerhin gibt's vernünftige Weine. Trotzdem fahren wir etwas frustriert ins B&B zurück.

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So 19.10. Von den Walen zum Wein - weiter bis Stellenbosch

Wale in der Bucht vor Hermanus Spät aufgestanden, eher kleines Frühstück vom Tablett im Zimmer, und um 9:30 Uhr bei Sonnenschein noch einmal nach Hermanus gefahren. Schlendern über die Uferpromenade, in der Hoffnung, noch ein paar Wale zu Gesicht zu bekommen. Setzen uns auf eine Bank in die Sonne und schauen über die Bucht. Ganz weit draußen sieht man ein paar Blasloch-Fontänen. Spazieren den Uferweg entlang, sehen schöne Proteen-Büsche, windzerzauste Möwen und sonst nicht viel. Etwas später sind nahe der Steilküste doch noch zwei Walbuckel zu sehen. Zu Mittag schauen wir noch kurz im "Old Harbour Museum" vorbei, dann machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto. Unterwegs sehen wir aber erst noch zwei Rock-Dassies und dann weit draußen endlich springende Wale und einige Schwanzflossen - schön!
Der Blick vom Sir Lowry's Paß auf die False Bay Leider müssen wir Hermanus verlassen, also folgen wir der Küstenstraße R43 und finden uns unvermittelt auf der N2 wieder - irgendwo haben wir eine Abzweigung verpaßt, wir wollten eigentlich weiter der Küste entlang fahren. Aber jetzt ist es nicht mehr weit bis zu unserem heutigen Etappenziel. Vom Sir Lowry's Paß bietet sich uns ein traumhafter Blick auf die False Bay, dafür bietet Somerset West nur ein leichtes Verkehrschaos. Finden glücklich die Abzweigung auf die R44 nach Stellenbosch, das wir gegen 15:45 erreichen. Aber auch hier stehen wir vor dem gleichen Problem wie gestern, die Unterkünfte sind voll. In der Touristen-Information telefoniert man für uns, aber vergeblich. Fahren etwas ziellos durch die Stadt und folgen den braunen B&B-Hinweisschildern. Kommen so zur Power House Lodge, die ein geräumiges Zimmer in ruhiger Umgebung bietet. Alles was noch fehlt ist ein Pool zur Entspannung, aber man kann nicht alles haben.
Auf Empfehlung des Vermieters fahren wir zum Jonkhers Dam Nature Reserve, aber uns steht der Sinn nicht nach Wandern. Fahren zurück ins Ortszentrum und schlendern durch den alten Ortskern und machen Beute in einem Restaurant, wo wir Krokodil und Warzenschwein verkosten - Dessert und Wein waren gut.
Zurück im Zimmer durchstöbern wir unsere gesammelten Prospekte und Informationen und suchen eine letzte Unterkunft für Kapstadt, denn eine solche Sucherei wie gestern und heute wollen wir uns nicht noch einmal antun.

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Mo 20.10. Altes Stellenbosch und das Weinland

Im Dorpmuseum von Stellenbosch Pat, unser Vermieter, stattet uns nach dem Frühstück mit einer handgezeichneten Karte aus, auf der er uns einige schöne Punkte in der Umgebung und empfehlenswerte Weingüter einzeichnet, und so ausgerüstet machen wir uns auf den Weg.
Die zweitälteste Stadt Südafrikas präsentiert sich heute sehr photogen, die 4 Häuser des "Dorp Museums" aus den Jahren 1709 bis 1870 strahlen weiß vor blauem Himmel, innen sind sie entsprechend ausgestattet, mit Einrichtung, Nutz- und Kräutergärtchen und typischen Haustieren, auch die Empfangsdamen sind in der Tracht der jeweiligen Epoche gekleidet.
Schauen noch ein paar andere Gebäude im kapholländischen Stil von außen an, dann verlassen wir den Ort und begeben uns auf Weinfahrt. Fahren über die R310 und erreichen zu Mittag Delaire, wo wir die erste zaghafte Verkostung machen (es ist ja noch recht früh), dann weiter nach Zorgvliet, einem sehr jungen, modernen Weingut, wo wir 2 Fläschchen erstehen. Weinverkostung unter der riesigen Eiche im Weingut Boschendal Unser nächster Halt ist im Traditionsweingut Boschendal mit einem traumhaften Plätzchen zum Verkosten - unter einer riesigen Eiche stehen schmiedeeiserne Tischchen im Schatten. Auch das denkmalgeschützte Haupthaus im weitläufigen Park ist durchaus einen Besuch wert. Nach dieser Verschnaufpause fahren wir über die R45 nach Frenschhoek, um uns in einem regional bekannten Laden mit Delikatessen für ein kleines Abendessen einzudecken (Vollkornbrot, Pasteten, Räucherforelle, Kudu-Carpaccio, Melktert, den Wein dazu haben wir ja schon).
Folgen der R45 zurück und weiter bis Paarl, dem Zentrum des Weinbaus, das aber keine Augenweide ist, die Weinbauern-Kooperative ist auch nur ein Industrieklotz. Fahren lieber wieder zurück und folgen einer Empfehlung zum Weingut Backsberg Estate, mit dem wir ins Geschäft kommen.
Im milden Abendlicht ist die Gegend hübsch anzusehen und wir fahren beschwingt heim nach Stellenbosch. Halten ein Picknick im Grünen (grüne Polstersessel im Zimmer) und reservieren telefonisch in einem Guesthouse in Kapstadt ein Zimmer für die letzten Nächte.

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Di 21.10. Unterwegs im Weinland und weiter bis Kapstadt

Alte Weinpresse im Weingut Morgenhof Ausgestattet mit vielen Tips und Geschichtchen von Pat verlassen wir das umgebaute alte Kraftwerk und machen uns auf den weiteren Weg. Nehmen die R44 nordwärts und schauen im Weingut Uitkyk vorbei, dessen Sauvignon Blanc wir bereits kennen und auch erstehen. Nur einen Katzensprung entfernt liegt Muratie mit fabelhaften Portweinen und urigem Verkostungsraum. Die Straße weiter kommt man nach Delheim, das aber viel zu touristisch ist, um uns zu gefallen.
Einer Empfehlung möchten wir noch folgen und besuchen zum Abschluß Morgenhof Estate. Gepflegte Umgebung, schöner Park, hübsches Verkostungsgebäude, beeindruckender Keller und gute Weine, bei denen wir nicht widerstehen können. Und das köstliche Mittagessen macht den Tag perfekt.
Beschließen, schon etwas früher nach Kapstadt zu fahren, denn Wein verkosten macht nur Spaß, wenn man auch Wein einkaufen kann, und unsere Kapazität ist schon mehr als erschöpft.
Biegen bald von der R44 auf die N1 ab und rauschen aus dem malerischen Weinland in die älteste Stadt Südafrikas. Finden ohne Probleme zum Guesthouse El-Hann und werden von Andrea herzlich empfangen. Wir bekommen ein großes Zimmer mit Terrasse und Blick bis zum Meer und werden noch mit guten Tips für die ersten Erkundigungen versorgt.
Blick vom Signal Hill auf den Tafelberg und die Stadt Gegen 16:00 Uhr sind wir schon beim Tafelberg, der sich vor strahlend blauem Himmel ohne Tischtuch präsentiert. Leider ist die Seilbahn wegen des heftigen Windes außer Betrieb, aber auch von der Talstation aus ist der Blick über die Tafelbucht nicht übel. Kurven wieder hinunter und den nächsten Anstieg hinauf zum Signal Hill, der Rundblick von hier ist grandios! Verbringen gerne ein knappes Stündchen im milden Sonnenschein.
Den Rest des Nachmittages verwenden wir fürs Kräftesammeln und liegen faul mit einem Glas Wein im Liegestuhl auf der Veranda.

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Mi 22.10. Die Kap-Halbinsel und das Kap der Guten Hoffnung

Nach einem gemütlichen Frühstück von Andrea und Nicola mit Tips versorgt worden. Auf dem Programm steht heute eine Rundfahrt um die Kap-Halbinsel. Erst geht's über die M63 zu den "Kirstenbosch Botanical Gardens", hier bewundern wir die vielfältige Welt der Proteen und anderere Fynbos-Gewächse, dann folgen wir der M41 zum ältesten Weingut Südafrikas, Groot Constantia. Das Herrenhaus und das Museum im alten Weinkeller sind ganz hübsch, aber der Verkostungsraum ist eine unpersönliche Touristen-Abfertigung. Machen uns bald auf den Weg zur M4 und dieser folgend nach Muizenberg. Am Strand von St. James machen wir die Pflichtfotos der reizenden bunten Badehütten und fahren der Küste entlang bis Simon's Town. Auch dort ist ein Pflichtbesuch angesagt und zwar bei den Pinguinen. Diese stehen putzig aufgefädelt an der Brandungslinie oder watscheln zwischen den Felsen umher.
Pinguinkolonie in Boulders Leider können wir nicht all zu lange verweilen, da wir noch einen recht weiten Weg vor uns haben. Die Straße führt malerisch weiter am Meer entlang und bald haben wir das Gate zum "Cape Peninsula National Park" erreicht. Brausen über kurvige Straßen, vorbei an riesigen Protea-Büschen und blühendem Fynbos (kennen wir ja jetzt) zum Cape-Point. Benutzen die Standseilbahn und steigen dann tapfer die letzten Stufen hinauf zum Leuchtturm. Der Blick ist witzig, unten tobt das Meer, rechts türmen sich dicke Wolken und verschwinden vor uns wie abgeschnitten.
Nach einer kleinen Stärkung fahren wir zum eigentlichen Kap, machen das obligatorische Foto mit der Hinweistafel, dann kurven wir zurück zum Parktor. Die M65 folgt den Parkgrenzen Richtung Westen und wir folgen ihr, soweit es geht. Leider ist der legendäre "Chapman's Peak Drive" noch immer gesperrt, also müssen wir einen Umweg bis Hout Bay fahren. Dort wollen wir zu abend essen, aber dafür ist es noch etwas zu früh. In einem kleinen Ort in der Nähe schauen wir der Sonne beim unspektakulären Verschwinden im Meer und ein paar unentwegten Surfern bei ihrem Kampf mit den Wellen zu, dann kurven wir zurück und vertilgen in "Mariner's Warf" ein exzellentes Fisch-Abendessen.
Knapp nach 21:00 Uhr nehmen wir die letzten Kilometer heimwärts in Angriff und finden erstaunlich problemlos unser Quartier.

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Do 23.10. Stadtbesichtigung Kapstadt

Der Uhrturm an der Victoria & Alfred Waterfront Jetzt müssen wir uns endlich auch die Stadt ansehen. Beginnen mit der Besichtigungstour beim "Castle of Good Hope", aber nur von außen. Spazieren weiter zur Groote Kerk, und dann dahinter durch die "Botanical Gardens". Werfen unterwegs einen Blick auf das Parlament und den Präsidentensitz und in die National Galery, die gerade eine Otto Dix-Ausstellung zeigt. Bummeln weiter durch die Long Street zum Green Market Square. Das dort gelegene alte Rathaus wird leider derzeit renoviert, nichts ist mit den schönen Gemälden.
Mit dem Auto fahren wir zur Waterfront, dort bummeln wir über die Piers und lassen uns zu einer halbstündigen Hafenrundfahrt überreden. Schippern vorbei am alten Uhrturm und diversen Restaurants, dem Anleger für die Fähre nach Robben Island, Fracht- und Passagierschiffen und Seelöwen.
Wieder auf festem Boden beschließen wir, noch einmal nach Hout Bay zu fahren, denn dort ist das Aviarium World of Birds, das uns interessiert. Kurz vor halb vier betreten wir die große Anlage, verlaufen uns fast zwischen Tauben und Papageien, Enten und Fasanen, Störchen und grellroten Ibissen. Besonders beeindruckend ist der Besuch bei den Raubvögeln: Uhus und Eulen aus nächster Nähe, ohne Gitter dazwischen, einige auch im lautlosen Anflug auf das gerade ausgelegte Futter. Außerdem kann man dort durch ein Gehege mit kleinen Äffchen gehen.
Sonnenuntergang in Camps Bay Um 17:00 Uhr müssen wir den Vogelpark verlassen und fahren zurück nach Kapstadt. In Camps Bay ergattern wir nach längerem Suchen einen Parkplatz am Strand und dann gönnen wir uns in einer Bar 2 Sundowner. Heute erleben wir endlich einen traumhaft kitschigen Sonnenuntergang in Rot.
Vom Guesthouse aus spazieren wir zu unserem letzen Abendessen in Südafrika, das wir in einem Grill-Restaurant in der Nähe vertilgen.
Zurück im Zimmer beginnt das lustige Einpack-Spiel. Verflixt, sammelt sich in 4 Wochen viel unnötiges Zeug im Kofferraum! Die Flaschen (3 x Wein + 1 x Brandy für jeden) machen die Sache auch nicht einfacher, aber endlich ist es geschafft, die Reißverschlüsse sind zu und die Nähte scheinen zu halten. Jetzt heißt es: "Gute Nacht Südafrika!!"

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Fr 24.10. Abschied von Südafrika

Quallen im Aquarium von Kapstadt Gönnen unserem Cholesterin-Spiegel heute letztmals ein English Breakfast, dann wuchten wir das Gepäck ins Auto. Pünktlich um 1/2 10 zum Aufsperren sind wir im Aquarium an der Waterfront. Bestaunen dort Quallen und Seeigel, Sardinen und Tintenfische, Seehunde und Pinguine, Leguane und Krokodile, Haie und Rochen. Zu Mittag, nach einer kleinen Erfrischung im angeschlossenen Restaurant machen wir uns langsam auf den Weg zum Flughafen. Geben unseren Mietwagen zurück und schleppen unser Zeug zum Schalter von British Airways. Dort bekommen wir für unser falsch ausgestelltes Ticket einen Aufkleber mit der richtigen Flugnummer und Abflugzeit, dann geben wir das Gepäck auf. Können es sogar bis Zürich durch-checken, so gut funktioniert die Zusammenarbeit zwischen BA und Swiss schon. Für uns müssen wir allerdings nach dem zweistündigen Inlandsflug nach Johannesburg noch die Boardingkarten für den Heimflug beim Swiss-Schalter holen.
Die Sicherheitskontrolle hinter den Schaltern und die Paß- und Zoll-Kontrolle verursachen lange Warteschlangen, auch die Wartemöglichkeiten am Gate sind eines so großen internationalen Flughafens nicht würdig, aber irgendwie überstehen wir die Wartezeit und kurz nach 20:00 Uhr verlassen wir das wieder sommerliche Südafrika.

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Sa 25.10. Letzte Etappe auf dem Heimweg

So, es ist geschafft! Der Nachtflug ist ruhig verlaufen und die Landung erfolgt pünktlich um 6:05 im frostigen Zürich - minus 3 Grad Celsius erwarten uns! Das Gepäck ist auch da und so könne wir bald durch den Zoll gehen. Nehmen ein kleines Frühstück im Cafe und setzen uns dann an den Bahnsteig. Mit leichter Verspätung treten wir die Heimfahrt durch eine winterlich angezuckerte Landschaft nach Bregenz an. Haben keine Lust mehr, auf den Anschlußzug zu warten und lassen uns von einem Taxi heimkutschieren.

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